ArztOnline, 30.06.2010

Ärzte engagieren sich als Software-Entwickler

Erst wenn ein Anbieter Schwachstellen seiner Software und Wünsche der Anwender kennt, kann er reagieren. Das Beispiel Medistar zeigt, wie der Austausch bei Praxis-EDV funktionieren kann.

Eine Praxissoftware muss auf die Belange einer Arztpraxis und die jeweilige Fachgruppe zugeschnitten sein. Das funktioniert am besten, wenn sich Ärzte selbst an der Weiterentwicklung der Programme beteiligen. Medistar praktiziert das seit Jahren und hat für viele Facharztgruppen Speziallösungen entwickelt, zusammen mit Ärzten. Pünktlich zum 25. Geburtstag ihrer Praxissoftware hat die Medistar Praxiscomputer GmbH jetzt NeuronScreen vorgestellt, die 24. Facharztlösung. NeuronScreen ist für Neurologen und Neurochirurgen entwickelt worden.

Die Anwendung zeigt exemplarisch, wie die Zusammenarbeit und der Austausch mit Ärzten funktionieren. Die praktizierenden Ärzte beteiligen sich an den Projekten als sogenannte Facharztentwickler. Bei NeuronScreen haben die beiden beteiligten Fachärzte dafür gesorgt, dass es eine anatomische Benutzeroberfläche und einen strukturierten, selbsterklärenden Aufbau gibt. Der dient vor allem dazu, den Arbeitsaufwand zu reduzieren.

Außerdem sorgt die Anwendung für automatisierte Prozesse: Arztbriefe, Atteste und Aufklärungen könnten auf Knopfdruck in Microsoft Word oder mit der Medistar-Brieftext-Datei erstellt werden, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Zudem unterstützten vordefinierte Makros (eine programmierte, fest vorgegebene Folge von Befehlen oder Aktionen) Arzt oder Medizinische Fachangestellte zusätzlich bei der Ausarbeitung der Dokumentation, Befundung, Diagnostik und Therapie. Ebenfalls wichtig: Gebührenordnungsziffern würden automatisiert vorgeschlagen und nach ihrer Bestätigung durch den Anwender direkt in den medizinischen Daten hinterlegt.

Medistar ist nach eigenen Angaben seit 20 Jahren das meistinstallierte Praxissoftwaresystem, das heute von 21 500 Ärzten in 15 000 Praxen genutzt wird. Mit einer Speziallösung für Versorgungszentren und Ambulanzen ist Medistar auch in diesem Marktsegment einer der führenden Anbieter. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »

ArztOnline: Neue Kartenleser – Jetzt startet der Praxisbetrieb

Die Uhr tickt: Bis Ende September müssen die Kartenleser bestellt sein. Ab Oktober soll der Praxisbetrieb starten. Die aktuelle ArztOnline zeigt, wie sich die neuen Kartenleser in die Praxis-EDV integrieren lassen und wo Praxisteams schnelle Hilfe erhalten.

Themen der aktuellen Ausgabe vom 14. September 2011: