ArztRaum, 29.07.2010

Sauber eingeschenkt

Gallone oder Leitung? Diese Frage stellt sich, wenn ein neuer Wasserspender das Service-Angebot für Patienten bereichern soll. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile.

Von Benedikt Baikousis

Sauber  eingeschenkt

Erfrischt und löscht den Durst besser als alles andere - ein Glas Wasser.

© Gina Sanders / fotolia.com

Gerade an heißen Tagen kann Durst zur Qual werden. Und wenn sich dann auch noch die Zeit im Wartezimmer für die Patienten hinzieht, sollten Kliniken und Arztpraxen vorbereitet sein und ihnen ein erfrischendes Getränk anbieten können. Wenig elegant ist das Glas Leitungswasser aus dem Hahn der Teeküche. Professionell wirkt dagegen ein Wasserspender zur Selbstbedienung, vielleicht sogar ergänzt mit Gläsern in einheitlichem Design. Zwei Varianten an Wasserspendern mit Kühlung hält der Markt bereit: mit Anschluss ans Leitungsnetz oder Systeme mit Wassergallonen.

"Wir bieten beide Systeme an - zur Miete oder zum Kauf", sagt Michael Worpenberg von Aqua Trend. Für 24 Euro monatlich vermietet die Firma zum Beispiel einen Gallonen-Wasserspender aus Edelstahl, der Kaufpreis beträgt 810 Euro. Hinzu kommen 18,50 Euro für die vorgeschriebene Wartung pro Quartal sowie 11,50 Euro für eine 18,9 Liter fassende Wassergallone - Anlieferung inklusive.

Unerlässlich: eine regelmäßige hygienische Betreuung

Deutlich günstiger sind die Verbrauchskosten von Geräten mit Anschluss an die Wasserleitung. Denn der Liter Leitungswasser kostet nur 0,5 Cent, der Liter Gallonen-Wasser dagegen 60 Cent. Dafür ist der Anschaffungspreis für ein leitungsgestützes Gerät, das das Wasser mehrfach filtert, höher. Kleine Tischanlagen gibt es für rund 1200 Euro. "Die Preise für größere Wasserspender mit Anschluss ans Leitungsnetz bewegen sich zwischen 2000 bis 3500 Euro", sagt Peter Röhl von AquaTechnik-Röhl. Hinzu kommen noch 69 Euro pro Wartung, die laut Röhl zwei- bis viermal im Jahr durchgeführt werden sollte. Wer will, kann so ein Gerät auch leasen.

Auch bezüglich des Themas Hygiene haben die Leitungswasser-Geräte Vorteile. Denn Gallonen müssen alle zwei bis drei Wochen ausgetauscht werden - auch wenn sie noch halb voll sind. Darüber hinaus sollten die Gallonen nicht im Sonnenlicht stehen. Insgesamt gilt für alle Wasserspender-Systeme: Sie müssen samt Hahn und Schläuchen regelmäßig gewartet, gereinigt und desinfiziert werden. Die Verkaufsstellen bieten einen entsprechenden Service an. Eine unabhängige Beratung offerieren auch Institute wie Fresenius oder das Institut für mikrobiologische Qualitätssicherung.

Gut zu wissen

Sauber  eingeschenkt

Wasserspender mit Leitungsnetz-Anschluss gibt es auch als Tischgerät.

© Siemens

Gallonensysteme: Sie sind günstig in der Anschaffung, aber sehr teuer im Verbrauch: Der Liter Gallonenwasser, etwa von der Firma Aqua Trend, kostet 60 Cent. Zudem: Aus hygienischen Gründen müssen die Gallonen alle zwei bis drei Wochen ausgetauscht werden.

Leitungswasser-Systeme: Sie sind teurer in der Anschaffung, dafür sehr viel günstiger im Verbrauch. Ein Liter Leitungswasser kostet nur 0,5 Cent

Hygiene: Beide Systeme müssen regelmäßig gewartet werden. In Kliniken gelten dabei strengere hygienische Richtlinien als in Arztpraxen.

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