Ärzte Zeitung online, 14.10.2010

Preisgekrönte Poesie

In Düsseldorf entstehen Refugien der Gesundheit mit emotionalem Tiefgang.

Preisgekrönte Poesie

Sommertag in der Schmetterlingswiese: Kinderarztpraxis in Düsseldorf.

© www.drdi.de

Der Wahlspruch klingt ungewöhnlich poetisch: "Liebe zur Weisheit und der Glaube daran, dass etwas genial ist, wenn es Zeitgeist verkörpert, eine sehr starke Intensität hat und menschliche Tiefe besitzt!" Das sei der Kern ihrer Arbeit, sagt die Düsseldorfer Architektin Dr. Regina Dahmen-Ingenhoven.

Preisgekrönte Poesie

Design ohne Grenzen: eine gastroenterologische Praxis in Remscheid.

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Und so verwundert es nicht, dass auch die Räume, die sie mit ihrem sechsköpfigen Team realisiert, alles andere als durchschnittlich sind. Ihre Fantasie und Lust an der Gestaltung abseits des Mainstreams überzeugen. 2009 erhielt das Büro einen red dot design award für den Entwurf "criminal lovers wanted".

Eine Kinderärztin aus Düsseldorf war davon so begeistert, dass sie Dahmen-Ingenhoven mit der Gestaltung ihrer Praxis beauftragte.

Die Architektin ließ Wände mit Renaissance-Zitaten, Engeln und Flowerpower-Symbolen bedrucken. Botschaft: "The meaning of life is love". Nun machen kleine Patienten große Augen, wenn sie vor den farbenfrohen Dekors stehen.

Ihre Dissertation hatte sie in Aachen über "Orte der Animation - Architektur für Freizeit und Vergnügen im 21. Jahrhundert" geschrieben. Ohne Zweifel eine ungewöhnliche Vorbereitung auf den Bereich Healthcare.

Erst stille Beobachtung, dann souveräne Gestaltung

Und so nennt es die fünffache Mutter, Frau des international renommierten Architekten Christoph Ingenhoven, einen "glücklichen Zufall", dass sie heute Praxis- und Klinik-Interieurs gestaltet:

"Ich war oft genug stille Beobachterin in Arztpraxen - und konnte mich inspirieren lassen, es besser zu machen für die kleinen und großen Patienten und ihre Begleiter."

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ArztRaum Nr. 3/2010 als PDF zum Download

Kommunikationstipps

• Die Phase, bevor der Vorentwurf entsteht, ist die wichtigste. Für die sollte man sich unbedingt genügend Zeit nehmen, denn in dem Moment entsteht die Kernidee.
Die soll sinnvoll sein, sodass keine Fehlplanung entsteht. Und zehn Brainstorming-Termine sind dafür keineswegs ungewöhnlich.

• Planer wie Bauherr müssen präsent sein. Besser, wenn ein Gesprächstermin nicht zwischen zwei Operationen liegt.

• Der Planer sollte verstehen, was der Bauherr, der Arzt, wirklich macht, um ein maßgeschneidertes Designkonzept zu entwickeln.

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