Wir in der Praxis, 21.04.2009

Erste VERAH am Start

Die ersten VERAH legen jetzt in den Hausarztpraxen los. Die Fortbildung ist nicht ohne. Berufsbegleitend zu schaffen, ist sie aber allemal.

Von Rebekka Höhl

Wie hier erhielten insgesamt 34 Medizinische Fachangestellte von Dr. Diethard Sturm, dem Vorsitzenden des IhF, und Sabine Rothe, der Präsidentin des Verbands medizinischer Fachberufe (rechts), ihr VERAH-Zeugnis.

Foto: Deutscher Hausärzteverband

Sie sollen Hausärzte bei der Patientenversorgung entlasten. Dabei liegt ein Schwerpunkt bei Hausbesuchen, die nun eben die Medizinische Fachangestellte (MFA) zum Teil übernimmt. Aber auch diagnostische und therapeutische Maßnahmen können ein Tätigkeitsfeld der Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis (VERAH) sein - soweit vom Arzt delegiert.

Ein neues Aufgabengebiet, für das die ersten VERAH einiges leisten mussten. 200 Stunden umfasst das Fortbildungskonzept, das vom Institut für hausärztliche Fortbildung im Deutschen Hausärzteverband (IhF) entwickelt wurde. Acht verschiedene Fortbildungsmodule müssen die angehenden VERAH durchlaufen:

Case Management mit 40 Stunden (Kommunikation, Interaktion mit chronisch kranken Patienten ...);

Präventionsmanagement mit 20 Stunden (Vorsorgeprogramme ...);

Gesundheitsmanagement
mit 20 Stunden (Ernährung; Gesundheitserziehung, Risikoerkennung ...);

Technikmanagement
mit 10 Stunden;

Praxismanagement
mit 28 Stunden (QM, Vertrags- und Abrechnungswesen, Planung, Kommunikation ...);

Besuchsmanagement
mit 12 Stunden (rechtliche und medizinische Rahmenbedingungen, Organisation, ...);

Notfallmanagement
mit 20 Stunden;

Wundmanagement
mit 10 Stunden.

Außerdem ist ein 40-stündiges Praktikum vorgesehen, das in einer anderen Institution etwa einem Altenheim oder Krankenhaus absolviert wird. Teilweise lässt sich dieses Praktikum über die eigene Praxis abdecken, indem etwa Hausbesuche begleitet werden. Weitere 54 Stunden können mit Kompetenzbescheinigungen durch den Praxischef belegt werden.

Für die Prüfung müssen angehende VERAH zunächst eine Hausarbeit von acht bis zwölf Seiten verfassen. In dieser beschreiben sie den Fall eines Patienten, den sie im Rahmen der Fortbildung betreut haben. Wobei gezeigt werden muss, dass drei Module aus dem Fortbildungscurriculum umgesetzt wurden. In der abschließenden mündlichen Prüfung werden sie zu diesem Fall befragt.

Dass es zu schaffen ist, haben die ersten 34 VERAH auf dem IhF-Fortbildungskongress am 13. und 14. März in Mannheim bewiesen. Sie wurden in einer offiziellen Zeugnisübergabe geehrt. Den Medizinischen Fachangestellten bringt die Fortbildung zweierlei: Sie gibt mehr Sicherheit beim Thema Delegation, und Medizinische Fachangestellte können ihr Aufgabengebiet erweitern.

Das IhF bietet Fortbildungskurse für 1280 Euro zzgl. MwSt. für Mitglieder des Deutschen Hausärzteverbands (1585 Euro zzgl. MwSt. für Nichtmitglieder) an. www.hausaerzteverband.de/cms/Fortbildungstermine-fuer-MFA.394.0.html

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