Wir in der Praxis, 21.04.2009

Müde Patienten bringen Sie auch mit IGeL auf Trab

Frühjahrsmüdigkeit ist für Patienten zwar lästig. Arztpraxen bietet sie aber gerade deshalb eine gute Chance zum IGeLn.

Selbstzahlerleistungen sind ja manchmal doch recht schwer an den Patienten zu bringen. Im Frühling sieht das aber mitunter ganz anders aus. Denn wer will bei den ersten Sonnenstrahlen schon müde und schwerfällig auf dem Sofa sitzen, während sich der Rest der Nation in freier Wildbahn vergnügt?

Die Patientenansprache für IGeL (Individuelle Gesundheitsleistungen) gegen Frühjahrsmüdigkeit ist also gar nicht so schwierig. Das Praxisteam muss den Patienten eigentlich nur ein paar griffige Argumente für die Selbstzahlerleistung nennen. Etwa, nach welchem Zeitraum mit einem gesteigerten Wohlbefinden zu rechnen ist.

Als Frühjahrs-IGeL eignen würde sich die Vitalkur. Aufgebrauchte Vitamin- und Vitalstoffreserven gelten mit als eine mögliche Ursache für die Frühjahrsmüdigkeit (siehe Kasten oben). Zudem handelt es sich um eine IGeL, die einfach umsetzbar ist und keine zusätzlichen Investitionen verlangt. Denn Vitalkuren lassen sich durch Infusionen oder Injektionen umsetzen.

Zwar können meist nur zwei GOÄ-Ziffern bei der Abrechnung angesetzt werden, nämlich die Beratung nach Nr. 1 GOÄ und je nach Vitalkur die Infusionsziffer 272 oder die Injektionsziffer (s.c., i.m.) 252. Da eine Vitalkur aber meist über mehrere Wochen mit bis zu zwei Infusionen oder Injektionen läuft, kommen hier doch beachtliche Summen zusammen. Für die Beratung fallen bei einem Steigerungsfaktor von 2,3 immerhin 10,72 Euro an. Für eine Infusion nach der Ziffer 272 kann die Praxis 24,13 Euro (Steigerungsfaktor 2,3) ansetzen und für die Infusion nach der Nr. 252 (Steigerungsfaktor 2,3) 5,36 Euro. Laut einer Beispielrechnung der Privatärztlichen VerrechnungsStellen (PVS) wäre bei einer Infusionstherapie neben der Beratung elf mal die Infusionsziffer abrechenbar. Dadurch würde ein Gesamtbetrag von 276,15 Euro zusammenkommen, plus die Kosten für Infusions- oder Injektionsmittel.

Zusätzlich könnte der Patient vor der Kur auf einen Gesundheits-Check-up angesprochen werden, der um sinnvolle Laborwerte ergänzt werden kann. Hier muss die Praxis aber prüfen, ob nicht der von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlte Check-up möglich ist. (reh)

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