Sonntag, 26. Mai 2013

Leserkommentare [8305]

[13.05.2013, 23:19:36]
Peter-Hansen Volkmann 
Zusammenarbeit in Lübeck ein alter Hut 
Es ist zu begrüßen, dass langsam auch in anderen Stadtteilen Lübecks und Gegenden im Lande die Zusammenarbeit zwischen Apotheken und Ärzten besser wird. Das bisherige "Teile und Herrsche" von Kassen und Politik hat allein der Pharmaindustrie in die Hände gespielt, die mit maximaler Lobbyarbeit maximale, oft völlig unsittliche Preistreiberei betreibt.
Schon vor mehr als 15 Jahren hat sich nicht zuletzt im Rahmen meiner NAV-Virchowbund-Zeit als Landesvorsitzender die gute Seite einer solchen Zusammenarbeit manifestiert. Als ich eine Lübecker Apothekerin aus dem Vorstand der Apothekerkammer S-H als Hauptreferentin zu unserer damaligen JHV eingeladen hatte, gab es zunächst massiven Diskussionsbedarf mit einzelnen Kollegen wegen vermuteter "Feindberührung"!
Als wir am späten Nachmittag unseren Veranstaltungsort - die Fähre nach Roedby in Dänemark mit damals noch ausgezeichnetem Dänischen Buffet auf der Rückfahrt - in Kiel wieder verließen, meinten einige "natürliche Gegner" der Apotheker, dass sie sich Gedanken um gemeinsame Ziele in der Gesundheitspolitik, um Auswirkungen ihres persönlichen Verordnungsverhaltens auf die Zusammenarbeit zwischen betroffenen Gruppen noch nie gemacht hätten.
Für das deutsche Gesundheitswesen wäre ein wenig mehr Intelligenz und Kooperation aller Beteiligten ohne Korruption sicher von Vorteil - nicht nur damals, sondern in zunehmendem Masse für die Zukunft. Geldgeilheit allein kann kein Massstab für die Arbeit mit Kranken sein - wie Geldmangel im Gesundheitswesen eine menschenverachtende Repression ist.
Um es noch einmal ganz klar auf den Punkt zu bringen: Teure, massenhafte überflüssige Operationen sind genauso kontraproduktiv für die Volksgesundheit wie kostspielige Scheininnovationen der Industrie!

Intelligente, zuvelässige und selbsregelnde Mechanismen ohne falsche Anreizsysteme wären zu fordern bzw. sind zu entwickeln. Die werden jedoch offenbar noch immer von allen Beteiligten gescheut wie das Weihwasser vom Teufel!
So haben seinerzeit mehr als 200 Verbände und Parteien das in S-H entwickelte Memorandum zur Arzneimittelversorgung in der GKV bei mir angefordert:
http://www.naturheilkunde-volkmann.de/fileadmin/documents/Praxis/GKVMemorandum.PDF

Dann wurde es zunächst verrissen und mundtot gemacht - und heute sagen viele klüger gewordene Apotheker: Wäre es so gelaufen, dann hätten wir den ganzen überregulativen Kontrollwahn, die pekuniären Auswüchse der Pharmaindustrie und die systemfremden Eingriffe im Arzneimittelmarkt nicht - bei maximaler persönlicher Freiheit des Patienten.

Aber wer will die denn schon - die Freiheit?!

Ihnen eine schöne Zeit!
Mit freundlichen Grüßen!
Peter-Hansen Volkmann
NHV - Allgemein- und Sportmedizin
ehem. NAV-Virchowbund-LV in S-H
Aktuell:
Preisträger des Cam Award, eines Wissenschaftspreises aus der Hand der Gesudheitsministerin B. Steffens in NRW
http://www.naturheilkunde-volkmann.de/aktuelles.html  zum Beitrag »
[13.05.2013, 15:34:28]
Dr. Karlheinz Bayer 
nur für die, die wollen, eine kleine Verständnishilfe  

Wenn jemand bemüht ist, das Jammern verstehen zu wollen, muß er zwangsläufig auch verstehen, daß "demokratisch gewählt" nicht zwangsläufig "unfehlbar" heißt.

Kein gewähltes Gremium ist jemals gezwungen gewesen, sich nicht immer wieder schlau zu machen. Ich denke, es stünde keinen Deut schlechter um die Demokratie, wenn man ernsthaft nachschaute, warum sich ein Wahlvolk versklavt fühlen.

Dabei wäre es so einfach, eine Dienstreform des hausärztlichen Notdienstes auf Augenhöhe zu vollziehen.

Nur, das Wort "Augenhöhe" muß so ernst genommen werden, daß sich demokratisch Gewählte auch hie und da bücken, zuhören, nachdenken, eventuell sogar sich korrigieren müssen.

Die Gründe gegen die Dienstreform sind offenkundig in der KVNo nicht anders als in unserer KVBaWue. Sie wurden landauf landab so oft ausgesprochen, daß die demokratisch gewählte Vollversammlung sie eigentlich hätte wahrnehmen müssen.

Man sollte, wenn man schon nicht an die Kolleginnen und Kollegen Wähler denken will wenigstens an die Patienzten denken, die nicht einmal eine Wahl haben. Hier wird ohne Not eine funktionierende wohnortnahe Versorgung zerschlagen. Und warum? Weil man haklt gewählt ist.

Apropos gewählt und abwählen können. Der hier in Baden-Württemberg federführende KV-Vizepräsident weiß sogar um die Unpopularität seiner Reform, womöglich ahnt er inzwischen sogar deren Scheitern wegen fehlender Praxisnöhe, und hat schon mal angekündigt, nicht mehr kandidieren zu wollen.

Damit entsklavt er soch wohl, was die nur zum Wählen verdammte Basis leider nicht kann.

Dr.Karlheinz Bayer zum Beitrag »
[13.05.2013, 15:32:58]
Dr. Birgit Bauer 
Endlich merkts mal einer ! 
Die Offenlegung der Vorstandsgehälter führe zu einer Aushöhlung der sozialen Selbstverwaltung ? Welcher Selbstverwaltung ? Die der unsinnigen Kassenstruktur in der GKV in unserem Land, klar dass sich die Profiteure nicht in die Karten schauen lassen wollen.
Wer möchte schon sein trockenes Plätzchen auf Kosten der Beitragszahler infrage gestellt bekommen !
Herr Spahn, hoffentlich halten sie mit ihrer Meinung durch, in den Vorstandsetagen und in der überpersonalisierten und überregulierten Verwaltung der unglücklich vielen Kassen wird das Geld verbraten, was in der Pflege fehlt.
M.f.G. B.Bauer zum Beitrag »
[13.05.2013, 15:06:08]
Dr. Erhard Eberl 
Das Jammern verstehe wer will 
denn beschlossen hat dies doch die Vertreterversammlung, also die von der Basis gewählten Delegierten. Dann muss sich die Basis diese gewählten Vertreter mal gehörig "zur Brust nehmen" und eventuell beim nächsten Mal eine andere Wahl treffen. Und wenn der Vorstand macht was er will und die Interessen der Mehrheit der Vertragsärzte ignoriert dann ist es an der Zeit, dass die Vertreterversammlung diesem Vorstand auch einmal heftig in die Parade fährt. zum Beitrag »
[13.05.2013, 09:45:40]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
vdek entdeckt neues Krankheitsbild: Psychotherapeutische Obstipation? 
Da haben die Ober-Psychosomatiker vom Verband der Ersatzkassen (vdek) aber wieder zugeschlagen. Gelernte Sozialversicherungsangestellte, ggf. mit Bachelor oder Master-Abschluss in Gesundheitsökonomie, wähnen sich gleichzeitig als Experten für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.

Allein der Vorwurf, Psychotherapeuten würden "bevorzugt leichte Fälle" therapieren oder 'null Bock' auf Vollzeit-Tätigkeit haben, ist ein fast sicheres Indiz dafür, dass in den Vorstandsetagen der Krankenkassen geradezu massenhaft gelernte Psychotherapeuten sitzen, die maximal frustriert ob der unsinnigen 'leichten Therapie' der "leichten Fälle" in ihrer Vertragspraxis auf Referatsleiter- und höhere Posten in die GKV-Bürokratie gewechselt haben.

Nur so ist die Frage zu erklären, ob in der Psychotherapie leichte Fälle die Wartezimmer verstopfen? Glücklicherweise ist der nosologische Horizont von Psychotherapie- und Medizin bildungsfernen Kassenvorständen nicht so hoch entwickelt, dass dort noch ein eigenständiges Krankheitsbild inauguriert werden könnte: Die "habituelle Psychotherapeuten-Obstipation"!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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[13.05.2013, 09:09:08]
Dr. jens wasserberg 
Hat die KVNO seit Jahrzehnten ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt ? 
Es ist schon bemerkenswert, dass just in dem Augenblick, wo die KVNO den Bereitschaftsdienst umbauen will gegen die Basisinteressen der Ärzteschaft, ein Gutachten der Aufsicht diesen Prozess beschleunigen soll.
Noch bemerkenswerter ist es, dass die KVNO nun plötzlich extremen Handlungsdruck sieht, ist sie doch sonst bei der Heilung von Satzung- und Organisationsdefiziten ( Stichwort Satzung, Stichwort Individualbudgets ) deutlich langsamer.

Und eine Frage drängt sich dann auf :

Wie konnte es sein, dass die KVNO seit Jahrzehnten offenbar einen Zustand duldet, der nun plötzlich bar jedweder Rechtssicherheit erscheinen soll ? Sollte die KVNO also ihre Aufsichtspflicht in diesem Punkt seit Jahrzehnten grob vernachlässigt haben ?

Dann wäre eine rasche Abänderung dieses Zustandes sicherlich nicht als einzige Konsequenz ausreichend. zum Beitrag »
[13.05.2013, 08:00:57]
Steffen Jurisch 
Ein guter Anfang... 
und ein längst fälliger. DIe Mehreinnahmen über die erhöhte Steuer könnten dann wiederum der Vorsorgeaufklärung und der Bezuschussung von gesunden, veganen Mahlzeiten in der Schule dienen.
Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass es nicht wieder zu einem faulen Kompromiss zwischen Regierung und (diesmal) Zuckerindustrie kommt wie unter der Regierung von Herrn Schröder mit der Tabakindustrie.
Ich bin mir auch sehr sicher, dass Prominente, mit Hirn, auch mal ohne Gage sich für einen Gesundheits-Werbespot zur Verfügung stellen würden… damit dieser eben auch die Bildungsfernen Schichten der Bevölkerung erreicht, der am Besten (kostenfrei) in jeder Werbepausen von RTL, Sat1 und den anderen Sendern mit geistfreien Sendungen geschalten wird.

Das wäre könnte man dann den Deutschen-Frühling 2013 nennen ;-)  zum Beitrag »
[13.05.2013, 07:32:46]
Gerhard Leinz 
Wo bleibt die Solidarität? 
Der Facharzt Psychsomatische Medizin und Psychotherapie ist der einzige Facharzt ohne eigenen Bedarfsplaungssektor. Die Hausärzte werden weiter mit der Versorgung der psychosomatisch Kranken alleine gelassen. Das Grundgesetz gebietet Gleichbehandlung: Wo bleibt das recht der psychosomatisch Kranken auf Gleichbelandlung? Der Berufsverband der Fachärzte Psychsoamtische Medizin fordert lediglich eine "Unterquote" im Bereich der Bedarfsplaung für Psychtherapeuten? Die Deutsche gesellschaft für Psychosomatische Medizin (DGPM) schweigt..Wo bleibt der Aufstand auch zu Gunsten der psychosomatisch Kranken?

Gerhard Leinz- Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie - Kiel zum Beitrag »
[12.05.2013, 21:50:58]
Dr. Frank Roland Deister 
Augenwischerei 
Nicht nur in der Ärztezeitung, sondern auch in anderen Medien ist in letzter Zeit viel über die Unterversorgung bei Psychotherapie mit viel zu langen Wartezeiten aufgrund viel zu wenig zugelassenen Psychotherapeuten berichtet worden – sogar mit Hinweisen für Patienten, wie sie mithilfe des im SGB V festgeschriebenen Kostenerstattungsverfahrens Behandlungen auch von nicht zugelassenen, aber approbierten Psychotherapeuten in Anspruch nehmen können - zulasten der Kassen.

Dies ist offensichtlich nicht an den Kassen vorübergegangen. Aber anstatt dass jetzt über die Möglichkeit weiterer Zulassungen nachgedacht wird, holt der Verband der Ersatzkassen zum Gegenschlag aus: Die Psychotherapeuten sind selber schuld an der schlechten Versorgungslage, weil sie ihre Praxen mit der Behandlung von Patienten mit leichten Erkrankungen füllen würden und viel zu lang und auch noch mit den falschen Verfahren behandelten! Wenn man das alles regeln würde - zum Beispiel mit Koordinierungsstellen, wie die TK es vorschlägt -, dann wären alle Patienten untergebracht und es kostet auch nicht mehr!

Leider ist dem nicht so. Wenn die Therapeuten 25 % angeblich „leichte Fälle“ behandeln, dann behandeln sie weit überwiegend eben auch 75 % nicht leicht erkrankte Menschen. Dies ist auch in einer großen Studie zum Gutachterverfahren, die die TK selbst in die Wege geleitet hat, nachzulesen. Die gleiche Studie hat übrigens auch den Nutzen des Gutachterverfahrens bestätigt. Außerdem können aus „leichten Fällen“ unbehandelt auch schnell Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen werden. Hinzu kommt, dass Psychotherapeuten sehr vorsichtig sind mit der Vergabe von Diagnosen von schwer wiegenden seelischen Erkrankungen, um die Patienten nicht allzu schnell mit einem belastenden Etikett zu versehen, das dann über Jahre in ihrer Krankenakte steht.

Auch dass Psychotherapien zu lange dauern, ist ein absurder Vorwurf. Psychotherapien dauern durchschnittlich 36 bis 48 Stunden, wie inzwischen etliche fundierte Versorgungsstudien ergeben haben. Das ist die Zeitspanne, die auch international als notwendig erachtet wird, um eine symptomatische Besserung um 50 bis 90% zu erreichen. Selbst die analytische Langzeittherapie, die nur bei ungefähr 6% der Fälle indiziert wird, kommt im Durchschnitt mit weniger als einem Drittel ihrer maximal möglichen Stundenzahlen aus. Anhand von Diagnosen die Angemessenheit der jeweils angewandten Verfahren und Behandlungsdauern zu beurteilen, ist fachlich nicht haltbar und führt zu falschen Schlüssen.

In einem Punkt hat der vdek jedoch recht. Es gibt zu wenig Gruppentherapien, die in der Tat als ökonomische Behandlungsform Versorgungsengpässe teilweise entschärfen könnten. Um hier eine Verbesserung zu erzielen, müsste allerdings der Aufwand, z.B. was die Gutachterberichte betrifft, deutlich reduziert und diese Leistung angemessen vergütet werden.

Insofern bleibt den Kassen nichts anderes übrig, als für die Psychotherapie etwas mehr Geld locker zu machen, wenn sie die Versorgung verbessern wollen. Alles andere ist Augenwischerei und der Versuch, Versorgungsengpässe durch Leistungseinschränkungen zu verschieben: ein sicheres Potenzial für Versorgungsverschlechterung.

Dr. Frank Roland Deister, bvvp (Bundesverband der Vertragspsychotherapeuten)
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[12.05.2013, 13:07:11]
Dr. Hans-Peter Stotz 
Komischer Wunsch nach Kontrolle 
Behandlungen lassen sich nicht wie industrielle Fertigungsprozesse standardisieren. Dahinter steckt ein kommischer Wunsch nach Kontrolle und nicht nach einer besseren Patietnenversorgung.

Natürlich kann ich als Psychotherapeut schneller arbeiten. Nur meine Patienten können nicht "schneller" denken, da hier Einstellungen und Verhaltensmuster nachhaltig geändert werden müssen.

Gemäß den Leitlinien stellt die Psychotherapie für eine "leichte depressive Episode" die Behandlungsmethoder der Wahl dar. Hier von "verstopfen" von Behandlungsplätzen zu sprechen, widerspricht der evidenzbasierten Medizin.

Die TK-Studie hat auch gezeigt, dass Psychotherapie ein sehr wirtschaftliches Behandlungsverfahren ist, da jeder investierte Euro einen volkswirtschaftlichen Gewinn von zwei bis vier Euro ergibt. In der gleichen Studie zeigte auch das Gutachterverfahren seine Leistungsfähigkeit.

Die Gruppenpsychotherapie ist ein sehr effektives Behandlungsverfahren, wobei die überwiegende Anzahl meiner Patienten in den probatorischen Sitzungen eine Einzeltherapie wünschen. Das der Anteil der Gruppentherapien eher gering ist, wobei eine Vielzahl von Psychotherapeuten eine entsprechende Qualifikation vorweisen kann, hat viele Gründe. Welcher Psychotherapeut wagt es, neue Räume anzumieten und auszustatten, wenn es nach vier Jahren Nullrunde gerade einmal 0,9% Honorarerhöhung gab und man am Ende der Einkommensskala steht?

Übrigens, Wartezeiten gibt es auch bei Neurologen, Orthopäden und anderen Fachärzten.

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