Mittwoch, 20. August 2014

Leserkommentare [10696]

[15.08.2014, 18:39:45]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Was weis schon Bertelsmann, 
da frage ich lieber meinen Arzt:
"paternalistischen Arzt-Patienten-Beziehung",
" ..... Ärzte den Nutzen einer Früherkennung überschätzen"
Weil Ärzte zu paternalistisch sind und den Nutzen von Vorsorgeuntersuchung überschätzen ...
machen das zu viele ... äh, oder zu wenige???

Jetzt müssen Ärzte von Bertelsmann geschult werden damit, sie den Wert der Vorsorgeuntersuchung niedriger einschätzen,
auf dass dann mehr Patienten Vorsorge betreiben?
oder wie oder was?
Auf jeden Fall FORDERT die Studienautorin Sänger etwas von Ärzten, das hab ich verstanden
und "Dr. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, fordert,"
dass das wohl irgend jemand anders machen soll, wenn ich sie richtig verstanden habe.
Wenn sie nur die Rechnung nicht ohne die "Patienten" gemacht hat :-) zum Beitrag »
[15.08.2014, 18:21:53]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
kein Wunder bei dem medialen Antitransplantationstrommelfeuer. 
Die Gentechnik kommt "medial" ja auch nicht gut weg, die einzige langfristige Chance, auf "Entnahme" fremder Organe zu verzichten, gleichzeitig die Lösung aller "Abstoßungsprobleme".
Als Arzt weis man nun nicht so recht, wer hier eigentlich wem folgt, die Medien den ungebildeten "grünen" Politikern, oder die Politiker den Medien. Unsere Angela ist ja nun auch sehr grün und schaltet Atomkraftwerke ab mit Hilfe von Ethikkommissionen.
Staatsanwälte sprechen bei Transplantationschirurgen von Mordversuchen (ohne Tote natürlich).

Wundert nur etwas, dass das Krieg führen wieder Mode geworden ist (mit Toten natürlich), auch bei Kinderspielzeug, wie ich heute festgestellt habe, natürlich amerikanische Waffensysteme, made in China.
Erziehung ist immer im Kindergarten am wirkungsvollsten. zum Beitrag »
[15.08.2014, 18:01:55]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
wenn wir schon von der Kehrseite reden, 
viel wichtiger ist die Kehrseite, NICHT zu impfen, sonst wäre Masern ganz sicher schonausgestorben.
Das einzige Virus Reservoir bildet der Mensch.
Man war schon fast so weit .... bis die Impfgegner kamen. zum Beitrag »
[15.08.2014, 14:27:25]
Dr. Wolfgang Bensch 
Wozu brauchen wir eine kassenärztliche Vereinigung? 
Diese Frage stellte kürzlich ein "alter Hase" der bewährten Selbstverwaltung, der lange Jahre sogar selbst in leitender Stellung der kassenärztlichen Vereinigung in Hessen wirkte. Er müsste es folglich wohl gut beurteilen können. Leider tat er es in einer abgeschotteten kleinen "Community" der Diskussionsplattform im Ärztenachrichtendienst, womit die Öffentlichkeit in der Regel nicht erreicht wird.
Sein Frage:
"Haben die ärztlichen Körperschaften noch eine Existenzberechtigung?"
Amtierende Funktionäre werden das natürlich mit einem eindeutigen JA beantworten oder zweifelt daran jemand?
 zum Beitrag »
[15.08.2014, 14:14:47]
Rudolf Hege 
Wie verständlich erklären? 
Mal ehrlich: Viele Therapeuten verstehen die Statistiken ja selbst nicht. Ist ja bei manchen Methoden auch gar nicht so einfach, hier Nutzen und Risiko klar zu erkennen. Wie war das noch mit dem relativen und dem absoluten Nutzen?

Wie soll man das dann auch noch Patienten erklären, damit diese eine "qualifizierte" Entscheidung treffen können? Viele Patienten wollen einfach wissen: Soll ich oder soll ich nicht? Und nu..? zum Beitrag »
[15.08.2014, 14:13:50]
Dr. Sabine Großmann 
gestörte Mikrozirkulation? 
ich hätte jetzt mal ganz platt Vergleiche gezogen zwischen der gestörten Mikrozirkulation im peripheren Gewebe des Körpers und das in Vergleich gesetzt zum Gehirn. Das heißt schließlich nicht zwangsläufig, dass es vermehrt zu Infarkten gekommen sin muss. Zehen sterben beim Diabetiker ja auch nicht ab, weil derjenige immer wieder Embolien bekommt oder thrombotische Arterienverschlüsse....
Lakunäre Defekte im Gehirn sind meines Wissens solche Zeichen der Mikrozirkulationsstörung und würden dann nach meiner Theorie gehäuft bei Diabetikern zu finden sein....
Aber ich bin auch kein Hirnforscher. ;) zum Beitrag »
[15.08.2014, 13:38:56]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
wir haben hier den klassischen Rationierungskonflikt, 
weil diese Impfung nun mal nicht besonders billig ist.
Allerdings wäre es unwürdig und inakzeptabel, hier mit Lügen zu arbeiten wie bei Politikern.
Die Eckpunkte der medizinischen Diskussion sind lange bekannt und wurden spätestens 2009 vom seriösen Paul Erlich-Institut noch einmal zusammen gefasst:
http://tinyurl.com/n6zz9u2
1) die Impfung kann nur gegen die Formen von Potio-Ca wirken die von dem "geimpften" Virus verursacht werden (ca.70% HPV-16 und -18)
2) Eckpunkt für den Wirksamkeitsnachweis kann nur der Nachweis der Virus-assoziierten hochgradigen Dysplasie sein, die dann (hoffentlich) chirurgisch behandelt wird.

Erfreulicherweise ist die impfvermittelte Immunität viel wirksamer als die HPV-Infektion selbst.
Hier sind weitere Nachbeobachtungen erforderlich, so alt ist die Impfung noch nicht.
Schließlich ist es schon fast etwas peinlich die potentielle Ansteckungsquelle, also die jungen Männer von der Impfung auszuschließen,
ganz davon abgesehen, dass diese Viren auch Peniskrebs und Analkarzinom verursachen. zum Beitrag »
[15.08.2014, 13:12:15]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Dr. Thomas Georg Schätzler na klar werden Sie jetzt nieder gemacht 
ärztliche Hilfe bei Tötung von Embryos (=Abtreibung) JA
ärztliche Hilfe bei Zeugung gesunder Kinder NEIN ?

Das ist das Gegenteil von Ethik, das ist antimenschliche Heuchelei.

Ihre teilweise richtigen "geschichtlichen" Rückblicke sind so relevant wie Frauenprivilegien in Deutschland begründet mit angeblicher "Frauenunterdrückung" in Indien.
Unsere gesellschaftlich-kulturelle Entwicklung hat es nun mal mit sich gebracht, dass Frauen heute später Kinder bekommen als "früher", was ja den Frauen, die das selbst wünschen selbstverständlich zugestanden werden muss. Wenn sie das denn überhaupt wollen.
Kinder ab 30 ist heute schon fast normal, darüber die Nase zu rümpfen ist schon etwas unverschämt, wenn man alles andere vorher uneingeschränkt befürwortet.
Die Verschiebung der Mutterschaft in höheres Alter ist Realität und sollte also konsequenterweise gesellschaftlich begrüßt und unterstützt werden, alle Singels und kinderlose Frauen (und Männer) brauchen das für ihre spätere Rente. "Biologischer" Forteil kann ja durchaus eine bessere Erziehung des Nachwuchses sein.
Frau Sibylle Lewitscharoff ist kinderlos, das gibt ihr kein Recht gegen Mütter zu polemisieren!
Sie übertrifft damit unsere ebenfalls mit Ehrungen überhäufte Alice Schwarzer, i git.

Und nun zur "Geschichte", die endet ja nicht im Mittelalter,
der größte Teil ereignetete sich vor der Sesshaftigkeit und hier konnten die umherziehenden Gruppen buchstäblich keine Gebärmaschinen leisten, Kinder wurden bis zu 5Jahren und länger gestillt.
In der Zeit gab es keine Regelblutung und Antibabypillen waren nicht erforderlich. Das wird ihnen auch heute jede Frau bestätigen, die länger stillt. Die fehlende Regelblutung war damals also das normale.
KEINE GEBÄHRMASCHINEN zum Beitrag »
[15.08.2014, 12:38:32]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
kann mir einer der "kämpfenden" Mediziner eine medizinische Indikation 
für Cannabis nennen? zum Beitrag »
[15.08.2014, 11:48:35]
Anne C. Leber 
Leserzuschrift von Prof. Dr. Jürgen Stein 
Immunologische Stuhltests: Das Bessere ist der Feind des Guten*

Zu diesem eher emotional, denn Evidenz-basierten Leserkommentar von Herrn Dr. A. Johnsen möchte ich von meiner Seite folgendes richtigstellen bzw. ergänzen:

Entscheidend für die Beurteilung einer Screeningmethode ist die Senkung der krebsbedingten Mortalität, die auf der Detektion von (asymptomatischen) kurablen Frühstadien (Polypen) bzw. Vorstufen beruht. Das Entartungsrisiko von kolorektalen Polypen korreliert mit Größe und Histologie: 1 % bei einem Durchmesser < 1 cm, > 10 % bei einem Durchmesser > 2cm. Bei villösen Adenomen liegt die Entartungswahrscheinlichkeit deutlich über 30 % (Hermanek et al. Endoscopy 1983, 15: 16). Neue multimodale Therapiekonzepte ermöglichen heute in Deutschland bei der Detektion im Frühstadiium (UICC-Stadium I) 10jahres Überlebensraten von weit über 90% (http://www.tumorregister-muenchen.de).

Die totale Koloskopie stellt weltweit den diagnostischen Goldstandard als Früherkennungsmaßnahme des kolorektalen Karzinoms (KRK) dar, da sie die gleichzeitige Entfernung von potentiell malignen Vorstufen ermöglicht, d.h. die Koloskopie ist diagnostisches und therapeutisches Instrument zugleich. Bereits in früheren Studien konnte die Wirksamkeit der dieser Screeningmaßnahme bzgl. der Senkung der Inzidenz (also eine Abnahme der Erkrankungsrate) und Mortalität (also Abnahme der Todesfälle durch KRK) überzeugend belegt werden (Winawer et al. NEJM 1993, 30: 329; Zauber et al. NEJM 2012,366: 687). Dies wurde in einer aktuellen Studie eindrucksvoll belegt, die zeigt, dass die Koloskopie das Risiko, an einem kolorektalen Karzinom zu versterben, um 68 % (!) reduzieren kann ((Nishara et al. NEJM 2012,369:1095).

Die Methode leidet jedoch weiterhin unter einer eingeschränkten Patientenakzeptanz, deren Gründe sowohl in den vorbereitenden Abführmaßnahmen, als auch in der körperlichen Belastung und der Sedierung zu suchen sind.

Als Alternative wurde die Okkultblutuntersuchung im Stuhl (FOBT) in Deutschland 1977 in das Krebsfrüherkennungsprogramm aufgenommen. Der Nutzen des Guiac-basierten FOBT wurde in 4 großen multizentrischen randomisierten Studien belegt (Übersicht bei Pox et al. Internist 2002, 44: 287), zuletzt 2012 (Sholenfield et al. Gut 2012, 61: 1036). Er besitzt als das Screeningverfahren die höchste, durch randomisierte Studien belegte Evidenz. Durch jährlich oder zweijährliche Anwendung dieses Tests ließ sich die Mortalität infolge eines KRK um 15-33 % senken. Allerdings weist der Test lediglich eine Sensitivität von 10-15% für Adenome auf. Die Sensitivität zum Nachweis eines KRK wird je nach Studie mit zwischen 46 und 92% angegeben.
Einen diagnostischen Fortschritt stellen neue immunologische Testverfahren (iFOBT) dar, die auf dem Antikörper-basierten Nachweis von humanem Hämoglobin im Stuhl beruhen. Sie weisen bei einer Spezifität von deutlich über 90 % eine Sensitivität von 25% für fortgeschrittene Adenome auf (Guittet, L. et al. Gut 2007, 56: 210; Van Rossum, L. G. et al. Gastroenterology 2008, 135: 82; Parra-Blanco et al. J. Gastroenterol 2010, 45: 703). In einer kürzlich publizierten Studie, in der an mehr als 50.000 Teilnehmer entweder eine Koloskopie erhielten oder alle 2 Jahre ein Screening mit einem iFOBT durchgeführt wurde, wurden in der Koloskopie- und der iFOBT-Gruppe annähernd gleich viele KRK (30 und 33) detektiert. Erwartungsgemäß war die Detektionsrate für fortgeschrittene Adenome in der Koloskopiegruppe etwa doppelt so hoch (544 vs. 264;Quimtero et al. NEJM 2012, 366: 697). Analysen der Kosteneffektivität von endoskopischen und laborchemischen Screening-maßnahmen in Frankreich und Holland zeigten, dass der iFOBT das günstigste Verhältnis von Kosten zu gewonnenen Lebensjahren hat, gefolgt von der Sigmoidoskopie und Koloskopie (Hassan et al. Endoscopy 2011, 43:78; van Rossum et al. Gastroenterol 2008, 135: 82).
Auch wenn die derzeitige Studienlage zum iFOBT noch schwächer ist als beim klassischen gFOBT präferiert die zitierte EU-Leitlinie immunologisch-basierte Stuhltests aufgrund der gezeigten Überlegenheit als erste Wahl für Screeningprogramme (was nicht auf einer falschzitierten Fußnote beruht). Aber: Sie schließt hierbei semi-quantitative Schnelltests (Point-of-Care Tests) kategorisch aus, da diese für populationsbezogene Screeningprogramme nicht oder unzureichend validiert sind (UEGF online, www.uegf.org/eu_affairs/eu_news/CRC_guidelines_publication%20EU_2011.pdf.)
Die an dieser Stelle noch konkretere deutsche S3-Leitlinie empfiehlt als weiteres Kriterium nur Tests mit einer Spezifität von über 90 % (Pox et al. Z Gastroenterol 2013, 51: 753).

*Voltaire 1694-1778

Prof. Dr. med. Dr. oec. troph Jürgen Stein
Crohn Colitis Centrum Rhein,Frankfurt zum Beitrag »
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