Sonntag, 1. Februar 2015

Leserkommentare [11892]

[26.01.2015, 17:20:46]
Lutz Barth 
Demokratieverständnis? 
Eigentlich ist die Meldung nicht von Bedeutung und dennoch darf kritisch nachgefragt werden, warum ein scheinbar gestandener Sozialdemokrat meint, aus der Partei austreten zu müssen, „nur“ weil er einige seiner (!) Positionen nicht umgesetzt sieht?

Sicherlich: Bei fundamentalen Entscheidungen mag dies noch nachvollziehbar sein, wenngleich aber der Präsident der BÄK selber nicht selten mit demokratiepolitischen Argumenten aufwartet, um so im Zweifel gar individuelle Gewissensentscheidungen zugunsten einer Mehrheitsentscheidung des „Ärzteparlaments“ obsolet werden zu lassen.

Gleich den „Kopf in den Sand zu stecken“, nur weil ein derzeit amtierender Präsident der BÄK seine Positionen nicht hinreichend berücksichtigt sieht, haftet notwendiger Weise etwas Mimosenhaftes an, obgleich doch der Präsident der BÄK als „politischer Vollprofi“ gesehen wird und er es ansonsten versteht, sich in Szene zu setzen, auch wenn er gelegentlich über das Ziel hinausschießt.

Die Mitgliedschaft in einer Partei ist eben keine „Privatangelegenheit“, so wie im Übrigen sich die Interessenvertretungen der Ärzteschaft vornehmlich in den Dienst der ärztlichen Kolleginnen und Kollegen zu stellen haben. Dass auch hier ein gewisser Korrekturbedarf besteht, lässt sich u.a. an der aktuellen Sterbehilfedebatte ablesen, wo insbesondere auch der Präsident der BÄK meint, einfach mal über die individuellen Grundrechte der Ärztinnen und Ärzte hinwegfegen zu können. Zuzugeben ist einzig, dass sowohl Ärztefunktionäre als auch Politiker im Zweifel dazu neigen, sich einerseits als Zuchtmeister der Partei oder ihrer Berufskollegen zu erproben, obgleich dies nun wahrlich nicht angesichts der „Gewissensfreiheit“ angebracht ist.

Sei es drum. Der Präsident der BÄK ist in seiner Entscheidung frei (!) und es wäre zu wünschen, dass er dies auch seinen ärztlichen Kolleginnen und Kollegen bei höchst persönlichen Entscheidungen zugesteht, mag auch die Mehrheit etwas anderes beschlossen haben.

Toleranz gegenüber Andersdenkenden ist das Gebot; dies gilt sowohl in der Politik als auch bei der Wahrnehmung eines Amtes innerhalb einer Standesvertretung und hier scheint mir noch ein gewisser Nachholbedarf zu bestehen.
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[26.01.2015, 16:14:18]
Karin Koch 
"Still sitzen" in der Schule gewünscht 
Seit gefühlt ewigen Zeiten wird Schülern - schon im Grundschulalter - antrainiert, dass man "Still Sitzen" muss. Jetzt wird eine neue Studie veröffentlicht, die besagt, dass langes Sitzen schädlich ist.
Der vernunftbegabte Mensch hat schon seit langem erkannt, dass einseitige Belastungen für den Körper schädlich sind - Dazu gehört auch das: "Still sitzen" in der Schule und am Arbeitsplatz.
Wie degeneriert sind wir denn schon, dass wir uns nur noch nach Studien richten - und unseren Verstand - aussen vor lassen?
--
Dazu:
http://www.focus.de/familie/lernen/lernhilfen/richtig-konzentrieren-lernen_id_2111422.html
"(...) Bewegung hilft dem Gehirn auf die Sprünge (...)"



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[26.01.2015, 16:07:56]
Dr. Thomas Ruprecht 
"Die größten Kritiker der Elche ..." 
Es ist durchaus bedauerlich, dass Herr Köhler fast zweimal sterben musste, um zu dieser zutreffenden, wenn auch nicht gerade neuen Erkenntnis zu gelangen. Die seit Jahrzehnten immer noch wachsende Zahl der Analysen, Publikationen und Expertenvoten, deren gleichlautende Botschaften sich u.a. auch an das KV-System richten, werden jedoch interessegeleitet bestenfalls ignoriert, oft sogar bekämpft - genau wie von fast allen anderen sog. „Playern“ im System. Ein zergliederter Sicherstellungsauftrag mit getrennten Finanztöpfen, die binnenlogisch aus Sicht der Inhaber selbstverständlich nach allen Seiten mit Zähnen und Klauen verteidigt (oder erweitert) werden müssen, führen eben nicht zu einer fallbezogenen Gesamtverantwortung und -steuerung. Nicht erinnerlich sind Aktivitäten des Kollegen Köhler aus seiner Amtszeit,an diesem spezifisch deutschen Grundproblem des Gesundheitssystems gerüttelt zu haben. Aber wer weiß ... die Hoffnung stirbt zuletzt (aber sie stirbt!)  zum Beitrag »
[26.01.2015, 15:20:24]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Es geht nicht nur um die Folgen der Anschläge... 
sondern auch um die fundamental andere Arbeits-Ethik bzw. den aufklärerisch-pluralen Ansatz in unserer Humanmedizin. Die Terroranschläge in Paris bedrohen nicht nur Meinungs-, Gedanken-, Kunst- und Pressefreiheit, sondern auch die offene Unvoreingenommenheit, mit denen wir a l l e n Patientinnen und Patienten begegnen wollen.

Bei uns Vertragsärzten in der Bundesrepublik Deutschland stehen die Praxistüren zu Sprechstunden-Zeiten und im organisierten ärztlichen Notdienst grundsätzlich allen Ratsuchenden offen. Wir behandeln alle Männer, Frauen und Kindern in Deutschland, u n a b h ä n g i g von ihrer politisch-religiös-weltanschaulichen Grundeinstellung in Abhängigkeit von Schwere, Dringlichkeit und Bedrohlichkeit ihrer Krankheitserscheinungen, egal ob mit oder ohne Migrationshintergrund, Asylbewerber, politisch Rechts, Mitte oder Links, homo-, bi- oder heterosexuell.

Im G e g e n s a t z zu fundamentalistischen "Gotteskriegern" und ihren heimlich-unheimlichen Sympathisanten gibt es bei uns für Menschen aller Rassen und Klassen, unabhängig von religiöser Überzeugung, Herkunft, Geschlecht, Wohlstand oder Armut das Grundrecht des freien Zugangs zu Gesundheits- und Krankheitsversorgung mit Existenzsicherung. Diesen Anspruch löst unsere Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) mit ein.

Angst- und Barriere-freier Umgang mit Patienten ohne Vorbehalte, ohne konfessionelle Scheuklappen oder polit-ökonomisch motivierte Handlungsbeschränkungen sind Wesensmerkmale offener, freier, laizistischer Gesellschaften: Chance, Herausforderung und Risiko zugleich.

Mf+kG, Dr med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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[26.01.2015, 13:16:16]
Dr. Wolfgang Bensch 
"Eingeübte Verhandlungsrituale in anankastischer Weise" 
Das nun von einem, der "an das KV-System glaubt", das mit dem "Sicherstellungsauftrag" ein Monopol als Grundlage der Geschäftstätigkeit staatlich verbrieft im Jahre 1955 erhalten hat und diesen stets hartnäckig verteidigt. Davon auch hier wieder kein Wort. Sollte er das immer noch nicht verstanden haben?
Anankasmus ... als zwanghafte Störung bei Zwangsmitgliedschaft der Kassenärzte wohl nicht anders zu erwarten? zum Beitrag »
[26.01.2015, 11:33:17]
Dr. Peter Köhler 
Späte Erkenntnis 
Niemand hätte dem Kollegen gewünscht, auf diesem Wege seine Erkenntnisse zu gewinnen, aber so ist das nun mal, wenn man seine jeweiligen Ansichten als absolut setzt. Viele aktiv in der Patientenversorgung tätige Ärzte hätten sich gewünscht, daß ihre Funktionäre bereiter gewesen wären, auch ihren Argumenten zuzuhören. Weiterhin gute Besserung zum Beitrag »
[26.01.2015, 07:16:18]
Dr. Christian Schulze 
Gute Erkenntnis... 
Genau getroffen, aber warum muss man dazu fast selbst sterben, um den wunden Punkt im System zu erleben und zu erfahren? Tatsächlich ist es Standard, dass Patienten unversorgt entlassen werden, mit Korsett ohne Hausnotruf bei Wirbelfraktur, das ist nur eines von vielen Beispielen. Und die Krankenhäuser sind unerreichbar auch bei Aufnahmen, kein Funktionierendes Schnittstellenmanagement, kein zentrales Bettenmanagement und dann wird als Folge des ganzen defizitär gearbeitet, wen wundert das eigentlich???
Schauen wir mal, wann sich was ändert und die betonierten Grenzen aufweichen! zum Beitrag »
[25.01.2015, 20:01:41]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
wieder ein neues Laien-Institut? 
[25.01.2015, 19:56:20]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Nur keine Panik, 
das mit dem "Hygienebeauftragten" sehe ich etwas anders, weil das normaler Teil JEDER ärztlichen Ausbildung ist. Wenn man das als "gesellschaftliche Bedrohung" einstuft, ist die Konsequenz nicht nur dieses Beitrags, die Fokussierung auf die Keimquellen außerhalb des Krankenhauses auch in Deutschland selbst (Landwirtschaft). zum Beitrag »
[25.01.2015, 19:45:50]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Hallo, lieber Herr Schätzler, es fehlt nur noch der Hausarzt 
und die Beziehung zur Frage:
welche Bedenken bewegen die nicht-medizinischen Ethiker gegen einen gefahrloseren Trisomie-Test,
wenn sie keine Bedenken gegen Abtreibung haben? zum Beitrag »
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