Leserkommentare [16604]

[28.11.2016, 20:44:23]
Christoph Luyken 
Die Hauptbelastung ist außerhalb des KV-Systems! 
Lobenswert, daß Bürokratielasten seitens der KV abgebaut werden sollen.
Ich sehe die Hauptbelastung allerdings außerhalb des KV-Systems!
Mich belasten am meisten
1.) die Begehrlichkeiten der Pflegeheime (alle Thearpieanweisungen, Dosisänderungen, Therapiebeendigungen für Heimbewohner schriftlich, Abzeichnen der Pflegedokumentation, etc.! Eine Vergütung nach GOÄ (z.B. Nr.70) hat sich nicht durchsetzen können...)
2.) die schriftlichen Erfordernisse, die sich aus dem QM ergeben.
Ich wünsche mir, daß die KBV und die Kammern sich dort für uns stark machen würden.... zum Beitrag »
[28.11.2016, 15:50:33]
Thomas Georg Schätzler 
Von der staubig schmutzigen “Cannery Row” (Straße der Ölsardinen) ... 
John Steinbecks zur “Coronary Road” bzw. “Stroke-Road”!

Denn nicht nur akute Koronarsyndrome (ACS), sondern auch manche Schlaganfälle sind durchaus Smog- und Feinstaub-bedingt. Eine aktuelle Studie im Fachmagazin “Stroke” mit dem Titel “Long-Term Exposure to Fine Particulate Matter, Residential Proximity to Major Roads and Measures of Brain Structure” von E. H. Wilker et al. - doi: 10.1161/STROKEAHA.114.008348; 2015 - wird ergänzt durch eine Metaanalyse über Kurzzeit-Effekte: “Short term exposure to air pollution and stroke: systematic review and meta-analysis” von Anoop Shah (Universität Edinburgh/GB) im British Medical Journal - BMJ 2015; 350: h1295 - bei Feinstaub-Exposition, Schlaganfall-Häufung und Smog-Alarm.

Eine ältere Publikation im BMJ von 2011 (doi:10.1136/bmj.d5531) zu ACS- und Myokard-I n f a r k t-Häufung unter dem Einfluss von Luftverschmutzung: “The effects of hourly differences in air pollution on the risk of myocardial infarction: case crossover analysis of the MINAP database” von K Bhaskaran et al. sollte belegen, dass hochgradige Umweltbelastungen mit erhöhter myokardialer Morbidität korrelieren. Die spezifische Erhöhung des Myokardinfarktrisikos ist in vereinzelten Studien als K u r z - Z e i t-Effekt wenige Stunden nach Atemluftbelastung nachgewiesen worden. Im BMJ wurde der Einfluss der als Feinstaub PM10 (‘pollution model’) bezeichneten Staub-Fraktion (50% der Teilchen mit einem Durchmesser von 10 µm) u n d Stickstoffdioxyd NO2 auf die Ereignisrate in 15 Regionen Groß-Britanniens bei STEMI-, Non-STEMI-Herzinfarkten und Troponin-positivem akutem Koronarsyndrom (ACS) in den Krankenhausberichten untersucht. Dabei waren Ozon- und Kohlenmonoxid- (CO) Luftbelastungen überraschenderweise eher kardioprotektiv wirksam bzw. Schwefeldioxid (SO2) ohne messbare Auswirkung.
Das Risiko eines Herzinfarktes war allerdings nur bis zu 6 Stunden nach Exposition mit höherer verkehrsbedingter Luftverschmutzung von PM10 und NO2 erhöht (“Myocardial infarction risk was transiently increased up to 6 hours after exposure to higher levels of the traffic associated pollutants PM10 and NO2?). Keine der Luft verschmutzenden Substanzen zeigte einen Langzeiteffekt bis zu 72 Stunden danach mit weiterer Erhöhung des Myokardinfarktrisikos. Einschränkend diskutierten die BMJ-Autoren, dass der etablierte Effekt von Luftverschmutzung auf die allgemeine kardiorespiratorische Morbidität und Mortalität nicht nur speziell auf den Herzinfarkt übertragen werden könnte. Es müsse noch weitere, unerforschte Mechanismen geben.

In einer weiteren Studie in “Circulation” wurden L a n g z e i t-Effekte von Luftverschmutzung auf die erhöhte Mortalität nach stattgehabtem Myokardinfarkt in Abhängigkeit von der Nähe des Wohnortes zu vielbefahrenen und auch lauten Hauptverkehrsstraßen untersucht: “Residential Proximity to Major Roadway and 10-Year All-Cause Mortality After Myocardial Infarction” von J. I. Rosenbloom et al. Diese Circulation-Studie kann Erkenntnislücken natürlich nicht vollständig schließen, beschreibt aber zusätzlich nachweislich die erhöhte Mortalität bei stattgehabtem Myokardinfarkt in Abhängigkeit von der Nähe des Wohnortes zu vielbefahrenen und auch lauten Hauptverkehrsstraßen. Circulation. 2012; 125: 2197-2203 Published online before print May 7, 2012,
doi: 10.1161/CIRCULATIONAHA.111.085811 - http://circ.ahajournals.org/content/125/18/2197.abstract

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[28.11.2016, 12:40:19]
Claus F. Dieterle 
Gesetzliche Betreuer 
Leider stelle ich bei meinen Besuchen in Wohngemeinschaften für psychisch Kranke immer wieder fest, dass gesetzliche Betreuer überhaupt keine Initiative ergreifen, dass die Betreuten am Arbeitsmarkt integriert werden und eine Psychotherapie machen können. Da werden die Menschen leider einfach nur verwaltet, je geringer der Zeitaufwand, desto mehr Betreuungen können übernommen werden (s. auch Gesetz über die Vergütung von Vormündern und Betreuern).  zum Beitrag »
[27.11.2016, 14:37:27]
Uwe Wolfgang Popert 
Interessensgeleitete "Studie" 
Die Auswertung der 64 von 86 befragten Patienten (so wie dargestellt) ergibt folgende Schlussfolgerungen:
1) Für haltbare Aussagen ist die Studie zu klein und offensichtlich zu schlecht aufgebaut
2) Die Aussage: "Notfallambulanzen haben eine Schlüsselfunktion" entstammt einer Eingebung der Autoren, denn die Methodik lässt diese Folgerung gar zu
3) Offensichtlich ist der Auftraggeber der "Studie" die Klinik oder ein verbundener Interessensverband

Beurteilung: eine Veralberung jeglicher wissenschaftlicher Arbeitsweise zum Beitrag »
[27.11.2016, 13:54:08]
Thomas Georg Schätzler 
Das wird ausgehen wie das "Hornberger Schießen"!  
Der Tatbestand eines "Totschlags durch Unterlassen" ist ebenso strittig wie problematisch objektiv nachzuweisen.

Denn dann müssten sich auch forensische Gutachter von Einzel- und Serien-Tötungsdelikt-Tätern verantworten, wenn letztere nach vorzeitiger Entlassung aus ihrer Straf-Haft bzw. Sicherungsverwahrung erneut Töten oder Morden.

Ebenso alle Ermittlungsbehörden, die - auf dem rechten Auge blind - die zehn Morde, zwei Bombenanschläge, 15 Raubüberfälle der NSU nur halbherzig, stümperhaft, unsystematisch und mit Scheuklappen untersucht hatten und damit viel mehr Tötungsdelikte ermöglichten bzw. nicht verhinderten.

Aus einem juristischen Repetitorium Strafrecht: "Das vorsätzliche unechte Unterlassungsdelikt - Prüfungsschema"
"I. Objektiver Tatbestand
1. Eintritt des tatbestandlichen Erfolges.
2. Abgrenzung Unterlassen / positives Tun.
Wie positives Tun vom Unterlassen abzugrenzen ist, ist umstritten. Teilweise wird auf den kausalen Energieeinsatz abgestellt. Tun stellt hiernach das Aufwenden von Energie in eine bestimmte Richtung dar, während ein Unterlassen im Nichtaufwenden von Energie besteht. Die h. M. (herrschende Meinung) fragt danach, ob der Schwerpunkt der Vorwerfbarkeit im Tun bzw. Unterlassen liegt.
Fallgruppen: Beim Abbruch eigener Rettungsmaßnahmen liegt nur dann ein Tun vor, wenn die Rettungshandlung das Opfer bereits erreicht hat und somit eine realisierbare Rettungsmöglichkeit vorlag. Das Abhalten Rettungswilliger erfüllt die Voraussetzungen eines Begehungsdeliktes, wenn aktiv in fremde Rettungshandlungen Dritter eingegriffen oder auf rettende Kausalverläufe eingewirkt wird. Beim Abschalten lebenserhaltender Apparaturen kann nur bei einem zur Behandlung verpflichteten Arzt von einem Unterlassen ausgegangen werden. Bei der sogenannten omissio libera in causa (Täter versetzt sich in einen Zustand der Handlungsunfähigkeit, so dass er im entscheidenden Moment nicht in der Lage ist, die gebotene Handlung vorzunehmen) ist insgesamt von einem Unterlassen auszugehen.
Prüfungshinweis: Wenn unproblematisch von einem Unterlassen auszugehen ist, kann der Prüfungspunkt auch weggelassen werden.
3. Unterlassen der zur Erfolgsabwehr geeigneten und dem Täter objektiv möglichen Handlung.
Was der Normadressat zu tun hat, ist objektiv zu bestimmen und hängt von den Umständen des Einzelfalls ab. Rechtlich gefordert wird aber nur das, was dem Normadressaten in der Gefahrensituation physisch-real möglich ist.
4. Hypothetische Kausalität.
Ein Unterlassen ist für einen Erfolg ursächlich, wenn die objektiv gebotene Handlung nicht hinzugedacht werden kann, ohne dass der konkret eingetretene Erfolg mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit entfiele.
5. Garantenstellung.
Nach § 13 Abs. 1 StGB muss der Täter rechtlich dafür einzustehen haben, dass der Erfolg nicht eintritt. Dies ist der Fall, wenn der Täter eine sogenannte Garantenstellung zur Vermeidung des eingetretenen Erfolges innehat. Zu unterscheiden sind Garantenstellungen, die daraus entstehen, dass eine Person verpflichtet ist, Gefahren von bestimmten Rechtsgütern abzuwehren (Beschützergarant) von Garantenstellungen, die daraus erwachsen, dass eine Person Gefahren, die von einer bestimmten Gefahrenquelle ausgehen, abschirmen soll (Überwachergarant).
Typische Beschützergarantenstellungen: Eine Beschützergarantenstellung kann auf enger natürlicher Verbundenheit (erfasst grundsätzlich Familiengemeinschaft bei Verwandtschaft in gerader Linie, Eheleute und Geschwister. Umstritten ist allerdings, ob die bloße Verwandtschaft ausreicht, oder ob darüber hinaus auch eine intakte Beziehung zu fordern ist), enger Gemeinschaftsbeziehung (Gefahrgemeinschaften z.B. Bergsteigergruppe; Vertrauensgemeinschaften z.B. nichteheliche Lebensgemeinschaft. Nicht ausreichend ist eine bloße Zufallsgemeinschaft oder das tatsächliche Zusammenwohnen im Rahmen einer häuslichen [Wohn-] Gemeinschaft. Ebenfalls nicht ausreichend sind Unglücksgemeinschaften und bloße faktische Zusammenschlüsse), tatsächlicher Gewährübernahme (Maßgebend ist nicht die zivilrechtliche Gültigkeitsondern die faktische Übernahme. Steht jemand einem Hilfsbedürftigen in einer Unglücksituation bei, folgt hieraus nur dann eine Garantenstellung, wenn der Helfende durch seine Hilfe die Situation wesentlich für den Hilfsbedürftigen verändert, insbesondere andere Rettungsmöglichkeiten ausschließt oder neue Gefahren begründet. Die Garantenstellung endet mit faktischer, erkennbarer und zulässiger Aufgabe der Verpflichtung) sowie auf Rechtssatz beruhen...
 8. (Ggf.) Beteiligung am Unterlassen/durch Unterlassen
Hat eine Person grundsätzlich alle Voraussetzungen eines Unterlassungsdeliktes erfüllt, daneben eine andere Person den gleichen Erfolg aber durch positives Tun herbeigeführt, stellt sich die (hochumstrittene) Frage, ob der Unterlassende als Täter oder Teilnehmer zu behandeln ist (Beispiel: A schubst den B in den Rhein, um diesen zu töten. C, Vater des B und passionierter Schwimmer kommt vorbei und erkennt, dass er B retten könnte. Er lässt den B jedoch ertrinken. Kann C wegen Totschlags durch Unterlassen oder lediglich wegen Beihilfe zum Totschlag bestraft werden?).
Die Rechtsprechung stellt grundsätzlich auf die innere Willensrichtung des Unterlassenden, d.h. auf seine innere Haltung zur Tat und zum Taterfolg ab..."

So, liebe Leserinnen und Leser der Ärzte Zeitung, jetzt wissen Sie auch, warum ich niemals hätte Jura studieren können!!!

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[26.11.2016, 22:50:01]
Wolfgang P. Bayerl 
einfach zu abenteuerlich, diese Spekulationen mit Bauch/Gehirn 
Dass die Pathogenität von "Übergewicht" (dicker Bauch) sehr altersabhängig ist, ist schon länger bestens bekannt und der einzige Grund, warum man ab spätesten 55 KEINE Übergewichtschirurgie mehr machen soll, ebenso wie keine strikte Abnahme-Diät. Ausnahmen immer eingeschlossen, wenn man die Kausalität verstanden hat.
Bei Makronährstoffen gibt es ja nicht nur Kalorienträger (dicker Bauch), sondern auch das TÄGLICHE Eiweißminimum, also essentielle Strukturstoffe. Der Zusammenhang zwischen Osteoporose und Eiweißmangel ist u.a. in der Framingham-Kohorte bestens dokumentiert.
Wer sich also im Alter deutlich weniger bewegt und seine Gesamtnahrungsaufnahme angepasst dazu oder oft noch stärker reduziert, kommt schnell in den Eiweißmangel und da Eiweiß im Gegensatz zu den reinen Kalorienträgern Zellnahrung ist, ist Eiweißmangel auch Mangel von Mikronährstoffen, am bekanntesten z.B. das B12, aber auch Mineralien. Wer "mehr isst" (Bauch) isst auch mehr Mikronährstoffe. Auch das (Langzeit-)Gedächtnis benötigt Eiweiß. Vegetarier haben nachweißlich im Alter mehr neurologische Erkrankungen auch als Todesursache.
Alzheimer, auch "nicht-vegetarische" haben bis zu 50% einen B12-Mangel.

Wer dagegen auch im Alter Sport treibt möglichst auch mit Muskelerhalt bitte (Krafttraining) und deshalb auch mehr isst, darf auch schlank bleiben.
Dabei ist für die "geistige" Leistungsfähigkeit selbstverständlich das Training des Geistes am wichtigsten.
Mens sana in corpore sano zum Beitrag »
[25.11.2016, 14:05:34]
Thomas Georg Schätzler 
Demenz-Prävalenz: Zunächst reine Beobachtungs-Studie, kein Kausalitätsnachweis! 
"A Comparison of the Prevalence of Dementia in the United States in 2000 and 2012" von Kenneth M. Langa et al. ist eine beeindruckende Langzeit-Kohorten-Beobachtungsstudie ["observational cohort study"], welche die Demenz-Prävalenz detektiert, aber keine randomisierte kontrollierte RCT-Studie ('randomised controlled trial').

Erfreulich! In dieser national (USA) repräsentativen Studie ging die 'Demenz-Prävalenz von 11,6% im Jahr 2000 auf 8,8% im Jahr 2012 zurück ["In this observational cohort study of more than 21?000 US adults 65 years or older from the nationally representative Health and Retirement Study, dementia prevalence declined significantly, from 11.6% in 2000 to 8.8% in 2012."]

Aber Schlussfolgerungen und Relevanz lesen sich im Abstract ebenso vorsichtig wie verhalten: Die Prävalenz der Demenz ist in den USA signifikant zwischen 2000 und 2012 gesunken. Ein Anstieg des Bildungsniveaus war zum Teil mit der Verringerung der Demenz-Prävalenz assoziiert, aber das volle Ausmaß der sozialen-, verhaltens- und medizinischen Einflussfaktoren, welche diese Verringerung verursachen, ist nach wie vor unklar ... ["Conclusions and Relevance - The prevalence of dementia in the United States declined significantly between 2000 and 2012. An increase in educational attainment was associated with some of the decline in dementia prevalence, but the full set of social, behavioral, and medical factors contributing to the decline is still uncertain. Continued monitoring of trends in dementia incidence and prevalence will be important for better gauging the full future societal impact of dementia as the number of older adults increases in the decades ahead."] © der Übersetzung d. d. Verfasser

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »
[25.11.2016, 13:49:13]
Wolfgang Bensch 
Schlüsselfunktion in der ambulanten Versorgung 
"Schlüsselwalter" dafür sind nach Sozialgesetzbuch V und Paragraph 75 die Körperschaften:

Sozialgesetzbuch Fünftes Buch Gesetzliche Krankenversicherung

§ 75 Inhalt und Umfang der Sicherstellung

(1) Die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Kassenärztliche Bundesvereinigung haben die vertragsärztliche Versorgung in dem in § 73 Abs. 2 bezeichneten Umfang sicherzustellen und den Krankenkassen und ihren Verbänden gegenüber die Gewähr dafür zu übernehmen, daß die vertrags(zahn)ärztliche Versorgung den gesetzlichen und vertraglichen Erfordernissen entspricht.
Die Sicherstellung umfaßt auch die vertragsärztliche Versorgung zu den sprechstundenfreien Zeiten (Notfalldienst), nicht jedoch die notärztliche Versorgung im Rahmen des Rettungsdienstes, soweit Landesrecht nichts anderes bestimmt.
Kommt die Kassenärztliche Vereinigung ihrem Sicherstellungsauftrag aus Gründen, die sie zu vertreten hat, nicht nach, können die Krankenkassen die in den Gesamtverträgen nach § 85 oder § 85a vereinbarten Vergütungen teilweise zurückbehalten. Die Einzelheiten regeln die Partner der Bundesmantelverträge.

Bekanntlich haben viele KV-en ihre Notfalldienstregelungen in den vergangenen Jahren überarbeitet und so finden sich bespielsweise in Thüringen folgende Vereinbarungen:

§ 12 Kosten (Notfalldienstordnung Thüringen)

(1) Alle im organisierten vertragsärztlichen Notdienst anfallenden Kosten werden von allen zur Teilnahme verpflichteten und berechtigten Ärzten und Einrichtungen ihrer Zahl entsprechend anteilig getragen. Die Kostenberechnung erfolgt für die jeweiligen Notdienstbereiche. Sie werden unabhängig von der Teilnahme des einzelnen Arztes nach der Anzahl der im jeweiligen Notdienstbereich zur Teilnahme verpflichteten und berechtigten Ärzte anteilig berechnet und von diesen im Umlageverfahren durch die KVT erhoben. Sie werden mit dem vertragsärztlichen Honoraranspruch gegenüber der KVT verrechnet. Sie sind gegenüber den zur Kostentragung verpflichteten Ärzten auf den Auszügen aus dem Honorarkonto nachzuweisen bzw. darzustellen.

Haben die Krankenhausträger inzwischen auch derartige Veränderungen im Sinn, dass sich die diensttuenden Ärzte in der Notfallambulanz an den Kosten beteiligen?
Vielleicht kann die zweite KBV-Vorsitzende, Frau Feldmann, dazu von der Ärzte-Zeitung befragt werden. Sie war mal KV-Vorsitzende in Thüringen. zum Beitrag »
[25.11.2016, 11:58:08]
Thomas Fuchs 
Warum nicht zum Niedergelassenen? 
Unterhält man sich mit Menschen, die im Rettungsdienst arbeiten, dann ist das ein alter Hut. Seit Jahren wird auch der Notarzt und werden die Rettungswagen zum "Hausbesuch" bestellt. 70% der Einsätze seien banal, berichten diese Menschen.

Arbeitet man kinderärztich in einer Notfallambulanz bekommt man auch sehr kuriose Angaben zur Motivation der Vorstellung:
- man war grad in der Gegend
- eine Bekannte habe von der Erkrankung des eigenen Kindes berichtet und man habe nun Angst ums eigene Kind (ohne Kontakt)
- Z.n. Hundebiss... vor 1 Jahr, das Kind habe es jetzt erst gesagt.
- bevor man in den Urlaub fährt (Samstag morgens um 4 Uhr) nochmal checken lassen, ob das Kind gesund ist (Urlaubsziel ist nicht die Wüste Gobi, sondern Österreich, Italien oder der bayrische Wald).
- der Mann sei erst jetzt (nach 22 Uhr) nach Hause gekommen, das Kind schon seit 3 Tagen krank (Vorstellung am Freitag Abend).
- die Vorstellung wegen banalster Erkrankungen auch bei Schulkindern brauche ich nicht zu erwähnen.
- ...
Es gibt keine Chance auf Vollständigkeit einer solchen Liste, ich versuche es auch nicht, nur eine bescheidene Auswahl.

Dabei finde ich die Ängstlichen immer noch viel angenehmer als die unverschämt Fordernden, weil es nicht schnell genug geht mit ihrem "Notfall". Und die richtigen Notfälle gehen dann im Meer der Banalitäten und Egoisten unter, weil das am Ende noch zurückhaltende MEnschen sind.

Keine Ahnung, wie das weitergehen soll...

Mit freundlichem Gruß, Th. Fuchs zum Beitrag »
[25.11.2016, 10:43:31]
Jörg Avila 
Liegt die Lösung doch nicht in einfacheren Kodierrichtlinien 
Das Problem mit den richtigen Diagnosen ist mindestens so alt, wie es die ICD-Kodierung gibt. Dieses Problem wird nun auf Grund einer monetären Abhängigkeit verschärft. Bei der Vielzahl der Beteiligten ergibt sich naturgemäß eine Vielzahl von Ansichten, wie, was richtig sein sollte. Ohne einheitlicher Regelungen wird diese Diskussion immer öfter zu einer gerichtlichen Klärungsbedürftigkeit in unserer Gesellschaft betrieben werden. Die Kunst einer einheitlichen Regelung liegt jedoch in der Schaffung einer einfachen und übersichtlichen Regelung. Die in der Vergangenheit angestrebten Kodierrichtlinien dürften dabei das Maß des Einfachen und Praktikablen nicht ausreichend erfüllen. Ohne Regeln wird die Diskussion ob und wann, wie zu kodieren ist jedoch nicht abebben. Es bedarf einer Einigung der Beteiligten verlässliche Regeln für alle zu schaffen. Dies jedoch in Bälde. zum Beitrag »
vor1 2 3 4 5 6 7 8 9 10vor