Leserkommentare [15834]

[12.07.2016, 23:32:29]
Thomas Georg Schätzler 
Persönliches Statement!  
Vermutlich ist hier die Publikation "Immunoablation and autologous haemopoietic stem-cell transplantation for aggressive multiple sclerosis: a multicentre single-group phase 2 trial" von Harold L Atkins et al. aus dem LANCET gemeint.
http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(16)30169-6/fulltext

Statt von Schlussfolgerungen ist im Abstract von "Interpretation" zu lesen. So, als hätte man einen regelrechten "Neglect" gegenüber fast 30 Prozent der Versuchspersonen und dem einem Todesfall unter laufender Therapie, die davon nicht entscheidend profitieren konnten ["Interpretation - We describe the first treatment to fully halt all detectable CNS inflammatory activity in patients with multiple sclerosis for a prolonged period in the absence of any ongoing disease-modifying drugs. Furthermore, many of the patients had substantial recovery of neurological function despite their disease's aggressive nature."]

Niemand kann zu Beginn der ersten, vielleicht noch diskreten Symptome einer Multiplen Sklerose (MS), die zudem manchmal erst sehr spät nosologisch zugeordnet werden können, auf die nachfolgende Progredienz und Aggressivität des eher schubartigen zukünftigen Krankheitsverlaufs schließen.

Dies unterscheidet sich wesentlich z. B. von der Primärtherapie des hochmalignen Non-Hodgkin-Lymphoms (NHL), mit Hochdosis-Chemotherapie, Stammzellen-Separation, Knochenmarkablation und autologer Stammzelltransplantion. Denn jedes kontempative Abwarten würde den sicheren Tod des Patienten bedeuten.

Aus eigener Betroffenheit mit einem hochmalignen Non-Hodgkin-Lymphom im Jahr 2000 und dem o.g. Procedere 5 Tage nach Diagnosestellung weiß ich, wie dramatisch und bedrohlich septische Komplikationen im Leukozyten-Nadir sein können. Ein Rezidiv (es gab noch einen niedrig malignen NHL-Anteil) im Jahr 2007 konnte mit einer 4-maligen CHEOP-Standard-Chemotherapie und Rituximap-Anwendungen bis heute ausgeheilt werden.

Einige meiner Patientinnen und Patienten mit MS werden mit großem klinischen Erfolg mit "Biologicals" therapiert; in der Nähe meiner Hausarztpraxis befindet sich eine neurologische Schwerpunktpraxis. Das sollte man berücksichtigen, bevor man über Chancen, Risiken und nur 70-prozentige Erfolgsrate einer kompletten Immunablation und anschließende Stammzelltransfusion nachdenkt.

Das Dilemma der Frühdiagnose, Maximalintervention vs. konventionelle Therapie und unsicheren Verlaufs- und Prognose-Abschätzungen bleibt auch und gerade bei der MS ungelöst.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[12.07.2016, 20:14:52]
Christin Berger 
Ich kann die Ängste verstehen... 
Denn wenn ich die Nebenwirkungen zu den, wohlbemerkt, nebenbei genannten Medikamenten lese, dann will ich auch kein Spender mehr sein. Das Risiko einer dieser, schwerwiegenden, Nebenwirkungen zu bekommen gehe ich dann lieber nicht ein, auch wenn sie selten sind. Es ist ja schön, dass die eigentliche Entnahme so einfach und unkompliziert ist. Aber keiner erwähnt auch nur die Medikamente, die dafür notwendig sein mit ihren Nebenwirkungen! zum Beitrag »
[12.07.2016, 15:43:47]
Hartwig Raeder 
falsches Wort 
Vermutlich Prozent und nicht Prozentpunkte. zum Beitrag »
[12.07.2016, 14:00:33]
Cordula Molz 
zwei verschiedene Themen 
Krankheitskompetenz = Wissen um die eigene Erkrankung, Therapiemöglichkeiten, wie gehe ich damit um? Definitiv Ärztlicher Kompetenzbereich.
Health Literacy - Gesundheitskompetenz = Wissen, das ich brauche, um meine Gesundheit aufrechtzuerhalten und zu verbessern, d.h. Ernährung, Bewegung, Verhalten.. Wenn das alles klappt, sieht man als Patient den Arzt höchstens, um ein paar Blutwerte zu überprüfen.
Warum wird das immer durcheinandergeworfen?

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[12.07.2016, 13:58:50]
Cordula Molz 
zwei verschiedene Themen 
Krankheitskompetenz = Wissen um die eigene Erkrankung, Therapiemöglichkeiten, wie gehe ich damit um? Definitiv Ärztlicher Kompetenzbereich.
Health Literacy - Gesundheitskompetenz = Wissen, das ich brauche, um meine Gesundheit aufrechtzuerhalten und zu verbessern, d.h. Ernährung, Bewegung, Verhalten.. Wenn das alles klappt, sieht man als Patient den Arzt höchstens, um ein paar Blutwerte zu überprüfen.
Warum wird das immer durcheinandergeworfen?

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[12.07.2016, 13:45:34]
Cordula Molz 
Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) 
(1) Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein.
Nach meinem Verständnis heißt das: Begrenzung auf das absolut notwendige, damit der Patient grade so wieder funktioniert. Wer mehr braucht oder will, muss sich tatsächlich neutral informieren, aber Ärzte unter Generalverdacht stellen, ist unangemessen - auch wenn es in manchen Fällen zutrifft.
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[12.07.2016, 11:20:10]
Dr. Henning Fischer 
jedes Quartal betrügen die Krankenkassen uns Kassenärzt mit Unterstützung des Gesetzgebers um 48% des Honorars 

für geleistete Arbeit (KVWL: die Kassen bezahlen nur 62% der erbrachten Leistungen)

Das ist ein derart dramatischer Griff ins Portemonnaie der Kassenärzte, daß viele frustriert sind und der Nachwuchs ausbleibt.

Die Krankensparkassenvertreter sollten sich Tag und Nacht schämen anstatt mit Dreck nach uns zu werfen.

Oder sie sollten auf 48% ihrer Einkünfte zugunsten ihres Arbeitgebers verzichten. So wie wir zwangsweise.


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[12.07.2016, 09:33:35]
Wolfgang P. Bayerl 
Die Überschrift suggeriert einen kausalen Zusammenhang, der nicht besteht! 
Das Ergebnis bedeutet nur so viel:
Ein Colon-Krebs der langsam entsteht, üblicherweise über Polyp als Vorstufe,
ist prognostisch günstiger,
als ein Colon-Krebs der schnell entsteht.
Das ist eher onkologisch selbstverständlich und nicht überraschend. Wie schon angedeutet kann natürlich auch ein übersehener Polyp oder ein nicht vollständig entfernter dabei sein.  zum Beitrag »
[12.07.2016, 07:37:59]
Wolfgang P. Bayerl 
man sollte (in einer Ärztezeitung) schon zwischen Linolsäure und Linolensäure unterscheiden können!!! 
die erste wirkt proinflamatorisch, die zweite antiinflamatorisch
und selbst die Linolensäure ist in ihrer Wirkung den "tierischen" (Fische) 0mega-3 Fetten noch unterlegen. zum Beitrag »
[11.07.2016, 23:49:58]
Thomas Georg Schätzler 
GESUNDHEITSKUNDE, GESUNDHEITSKOMPETENZ, "HEALTH LITERACY"? 
Eigentlich geht es eher um die Krankheitskompetenz bei "HEALTH LITERACY" und die Krankheitsbewältigung. Doch der Modebegriff "HEALTH LITERACY", von mir auch mit "Ist das Kunst oder kann das weg?" charakterisiert, ist aus der modernen Versorgungsforschung nicht mehr wegzudenken.

Auf meinem DocCheck Blog habe ich unter
http://news.doccheck.com/de/blog/post/3875-health-literacy-ist-das-kunst-oder-kann-das-weg/
geschrieben:

Nach der Studie 'Health Literacy in Deutschland' der Bielefelder Professorin Doris Schaeffer fällt es mehr als der Hälfte der Deutschen (54,3 Prozent) schwer, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden. Bereits die Ergebnisse einer Untersuchung aus Nordrhein-Westfalen hatten belegt, dass vor allem Menschen mit Migrationshintergrund, geringem Bildungsgrad und Ältere unterstützt werden müssen. Sie hätten beispielsweise Schwierigkeiten, Beipackzettel zu verstehen oder Informationen einzuschätzen. 44,5 Prozent der fast 2.000 Befragten äußerten Unsicherheit, die Vor- und Nachteile von verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten zu beurteilen...Zumal sich medizische Erkenntnisse in Anamnese, Untersuchung, Differenzialdiagnostik, Labor, Apparate-Medizin, Psychosomatik, mehrdimensionaler Therapie, Schmerzlinderung, Palliation und Sterbebegleitung permanent weiterentwickeln, in Frage stellen oder revidieren lassen müssen. Trotzdem wird gegenüber Medien, Politik und Öffentlichkeit insbesondere von Medizinbildungs- und Versorgungsfernen Schichten in Wissenschaft und Praxis immer so getan, als ob Patienten selbst wesentlich klüger und allwissender sein müssten bzw. könnten, als ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Ein einheitlich zuverlässig beurteilbares Laien- und Expertenwissen kann es, wie in allen anderen Wissenschaftsdisziplinen auch, schon gar nicht in der Humanmedizin mit ihrer ständig changierenden "conditio humana" geben.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
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