Sonntag, 29. März 2015

Leserkommentare [12438]

[22.03.2015, 21:56:42]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Schwache Logik bei den GRÜNEN 
Wenn eine Substanz gleich welcher Provenienz so gefährlich ist, dass in einem Gesetzentwurf Kindern und Jugendlichen deren Erwerb und Besitz vollständig verboten sind, kann sie nicht so harmlos sein, wie für Erwachsene von den GRÜNEN suggeriert wird. Analoges gilt für Alkohol und Zigaretten, deren gesundheitliches Gefährdungspotenzial bei E r w a c h s e n e n von Öffentlichkeit, Medien und Politik i. d. R. u n t e r s c h ä t z t wird, obgleich es für Kinder und Jugendliche verboten ist.

Bei Verwendung von Cannabis als M e d i k a m e n t sieht die Sache anders aus: Da kommt es bei pharmazeutischen Cannabis-Präparationen auf Qualität, Standardisierung, exakte Dosierung und Galenik an. Damit wird ausschließlich auf medizinisch-schmerztherapeutische Effekte fokussiert. Weil es nicht um Permissivität oder Förderung von Drogenkarrieren (“legalize it”) geht, sondern um die Erweiterung palliativ-, schmerzmedizinischer und sonstiger Handlungsoptionen.

In meiner hausärztlichen Praxis habe ich in Einzelfällen mit Tetrahydrocannabinol (THC) als Dronabinol® (ATC A04AD10) und seinen antiemetischen, appetitstimulierenden, schmerzlindernden, entzündungshemmenden, muskelentspannenden, dämpfenden und psychotropen Eigenschaften als Heil- und Linderungsversuch gearbeitet, wenn Alternativen unwirksam waren. Cave: K e i n e GKV-Erstattung möglich - reine Privatmedikation! Als Nebenwirkung wirken Cannabinoide zentral sympathomimetisch. Damit sind sie nicht einfach für diese oder jene Indikation beliebig einsetzbar. Bei Dronabinol® setzt die Wirkung in ca. 60 Minuten ein. Psychotrope Effekte halten 4-6 Stunden, die Appetitstimulation bis zu 24 Stunden an. Ein Betäubungsmittelrezept (BTM) kann mit dem Rezepturarzneimittel Dronabinol® ausgestellt werden.
Einzelheiten siehe “Schätzlers Blog auf DocCheck – Cannabis mit medizinischem ‘Biss’?”
http://news.doccheck.com/de/blog/post/2115-cannabis-mit-medizinischem-biss/

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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[22.03.2015, 20:17:17]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Damit es hier nicht nur bei Eigen- ("Gorzny") und Firmenwerbung ("DESK-DESK") bleibt... 
dass nur lächerliche 15 Prozent der Gesamtkosten bei Rückenleiden in Deutschland auf die Therapie entfallen, weist auf ein ganz anderes Dilemma hin:

Durch Pauschalierung, Ent-Individualisierung bzw. mangelnde Ernsthaftigkeit und Vernetzung der Behandlung, durch Regress-Androhung und Einschränkungen sinnvoller Physio-Therapien werden vernünftige, professionelle fachübergreifende, mehrdimensionale Therapie-Ansätze torpediert.

Differenzierte Schmerztherapie, Neuraltherapie, Facetten-Infiltrationen, peri-radikuläre Therapie, REHA-Sport, mobilisierende Maßnahmen, aktive Gewichtsabnahme unter Anleitung, flankierende diätetische, Lebensstil-ändernde Interventionen werden weder gefördert, gefordert, gewollt noch implementiert.

Man gewinnt den Eindruck, Epidemiologie, Gesundheitspolitik und -Ökonomie, Krankenkassen, Medien, Öffentlichkeit und "Gesundheits"-Verwaltung sind eher zufrieden mit dem Status quo des ewigen "Doc, ich hab aber Rücken!", damit weiterhin die Möglichkeiten des Jammerns und Wehklagens mit sekundärem Krankheitsgewinn bestehen bleiben.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[22.03.2015, 14:43:27]
Dr. Johann Brand 
"denn sie wissen nicht was sie tun" 
In der Diskussion mit vielen Kolleginnen und Kollegen über eben dieses Thema,ist mir aufgefallen, dass die meisten zwischen Tabak- und Nikotinkonsum (bzw. -abusus) nicht differenzieren.
Soweit ich die Literatur kenne, gibt es keine einzige Studie, die einen nachteiligen Langzeiteffekt von Nikotinkonsum (reinem Niktinkonsum) auf den Menschen nachweisen kann - weil eben noch gar nicht ausreichend untersucht.
Ich kann deshalb Herrn Prof. Mayer nur beipflichten, dass es ein gesundheitspolitischer Skandal ist, Rauchern die E-Zigarette vorenthalten zu wollen. Wahrscheinlich gäbe es pro Jahr weltweit langfristig zigtausend weniger Fälle von Broncial-CA, COPD, pAVK, Herzinfarkten und Schlaganfällen, wenn alle Raucher auf E-Zigaretten umsteigen würden.
Wie die WHO und die genannten Fachverbände das vertreten können, ist mir ein Rätsel und nicht nachvollziehbar. Sie spielen der Zigarettenindustrie, die damit weiter ihre Verbrechen ausüben darf, indirekt in die Hände, weiterhin dem Fiskus, der sich jetzt schon über die fallenden Einnahmen aus der Tabaksteuer sorgt.
Es könnte auch den den Eindruck erwecken(ein Schelm, der Böses dabei denkt!), dass es einigen nicht gefallen könnte, wenn die Inzidenz der COPD und KHK abnähme.

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[21.03.2015, 21:06:26]
Waldemar Gutknecht 
KBV legt alternative Vorschläge vor 
Anno Fricke,
Wer muß hier einen Psychiater aufsuchen?? KBV die elektronische lösungen eirarbeitet um Warteschlangen bequem zu managen oder der gesetzgeber der gesetzliche Vorgaben zum Abbau von Überversorgung vorschreibt?? Kann es sein, das KBV vorsorglich prävention betreibt um vorbereitet zu sein für den Fall, wenn die meisten Praxen von KBV aufgekauft und aufgelößt werden??
Grüß dich
Zeuys zum Beitrag »
[21.03.2015, 14:40:09]
Dr. Richard Barabasch 
Hoffnungsschimmer ! 
Parlamentarier erkundigen sich auch nach dem beabsichtigten medizinischen Zweck des Bluttests - und dieser ist bislang nicht sehr deutlich und keineswegs auswegsicher und eindeutig formuliert. Also: der Testzweck ist nicht die Neugier der zukünftigen Eltern, sondern die Frage der Abtreibung, sprich Tötung einer sich in uteraler Entwicklung befindlichen "menschlichen Existenz" üblicherweise "Embryo" und normalerweise "Kind" genannt. Würde das Werdende Wesen grundsätzlich akzeptiert, bräuchte niemand diesen Test und DEN Bericht will ich lesen, der von einem Elterenpaar berichtet, das den Test machte und wissentlich ihr Trisomie-Kind bei der Geburt begrüßt,
meint

R.B. zum Beitrag »
[20.03.2015, 22:50:44]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
@Prof. Dr. Bernd Mayer, Sie demontieren sich selbst, wer sich selbst widerspricht und noch sehr hochmütig in ad hominem flüchtet … 
… muss sich fragen lassen,
1) warum sich die Pharmakologie von Nikotin ändern soll in 9 Jahren (nicht in 10, soviel Korrektheit muss man schon von einem Professor verlangen!)
Als Propädeutik empfehle ich diese kleine Zusammenfassung:
http://whyquit.com/CDC/SGR_2010_How_Tobacco_Smoke_Causes_Disease.pdf

2) ….. und der darf sich nicht wundern, wenn dann auch seine zitierte 60-seitige Meta-Analyse nachgelesen wird, ob denn da wirklich das drin steht, was Sie hier behaupten.
Also die Ungefährlichkeit der eZigarette als empfehlenswerte Raucherentwöhnungsbehandlung.
Dazu steht hier wörtlich, ich hoffe dazu reichen Ihre Englischkenntnisse,

"electronic cigarettes or e-cigarettes are a relatively new, and unregulated, approach to nicotine delivery. Consequently, the safety of these products and their use for quitting cigarette smoking have not been well evaluated. At this time, they are not considered cessation devices, and their contents and risk profiles are just beginning to be explored."

beachten Sie das Wort "beginning"
Hierzu geben die amerikanischen Onkologen auch im März 2015 keinesfalls grünes Licht:
Electronic Nicotine Delivery Systems: A Policy Statement From the American Association for Cancer Research and the American Society of Clinical Oncology,
lesen Sie das nach!

3) Nun, es geht also in Ihrem Verweis NICHT um diese e-Zigarette sondern um die medizinisch eingesetzten pharmakologischen Hilfen. Da steht allerdings das Nikotin zahlenmäßig an erster Stelle,
genannt NRT, (nicotine replacement therapy) völlig harmlos???:

"For NRT, the risk of any CVD event was statistically significantly increased compared with placebo (RR, 1.81; 95% credible interval [CrI], 1.35–2.43)."

Das unterscheidet Nikotin, überhaupt nicht überraschend von allen anderen Ansätzen.
Den Suchtfaktor bitte nicht vergessen. Es gibt leider keine lineare Dosiswirkung bei Zigaretten, wie bei Nikotin,
etwas weniger davon hilft also nicht wirklich.

Das wird die 9 Fachverbände und ihre ungeliebte WHO beeinflusst haben.

Nur Sie Herr Professor haben falsch zitiert, warum wohl?

Freundliche Grüße

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[20.03.2015, 18:13:15]
Prof. Dr. Bernd Mayer 
Schlusswort 
Sie argumentieren mit einem 10 Jahre alten Gutachten von mir. Sehen Sie, damals war ich auf dem Erkenntnisstand, auf dem Sie heute sind. Im Unterschied zu Ihnen habe ich in der Zwischenzeit Literatur gelesen anstatt unreflektiert nachzuplappern, was mir die WHO vorkäut.

Offensichtlich ist Ihnen der Unterschied in der Aussagekraft von Einzelstudien (von denen Sie sich eine ausgesucht haben, die Ihnen passt) und Meta-Studien unbekannt, die eine Vielzahl von Einzelstudien analysieren. Damit demonstrieren Sie eindrucksvoll, dass sie Epidemiologie nicht einmal ansatzweise verstehen.

Damit ist für mich die Diskussion beendet. Wer von uns beiden der Blödmann ist soll die Leserschaft entscheiden. zum Beitrag »
[20.03.2015, 18:09:26]
Dr. Olga Potuzhek 
Nachbarland 
Auch in Österreich liegen ähnliche Verhältnisse vor!Das Allgemeine Krankenhaus in Wien 9.Bezirk ist mit Ärzten sowie mit Pflegepersonal nicht gut versorgt. Viele Ausländer wenig interessierte Inländer.Herr Professor Scekares, der neue WIENER ÄRZTEKAMMERPRÄSITENT, versucht durch Verhandlungen Ordnung in das Chaos zu bringen. Doch es scheint ein "GORDISCHER KNOTEN" zu sein.
Mit kollegialen Grüßen Dr.Olga Potuzhek-pensionierte Internistin aus Wien.20.03.2015 zum Beitrag »
[20.03.2015, 17:23:04]
Dr. Dr. Lars Benjamin Fritz 
So ist es und noch schlimmer - die Pflicht zum Praxisaufkauf ist der falsche Ansatz! 
Ärztinnen und Ärzte, die sich in der Stadt niederlassen wollen, aber politisch gesteuert nicht dürfen, werden nicht nur die Abwanderung auf's Land meiden, sie werden sich möglicherweise sogar eher ganz gegen den ärztlichen Beruf entscheiden, z. B. in die Industrie abwandern und somit zur Verstärkung des Ärztemangels beitragen. zum Beitrag »
[20.03.2015, 15:48:58]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
@Prof. Dr. Bernd Mayer, Sie wollten doch sachlich bleiben??? also keine dummen Unterstellungen! 
Ich habe ausreichend Patienten mit Lungen-Ca gesehen, aber viel viel mehr Herzinfarkte, so dass ich in der Lage bin beides zu unterscheiden, auch ohne Ihrer fragwürdigen "Metastudie",
der ich den "Comment" von Rowland K. entgegen stelle, auch ein Review, der genau das Gegenteil aussagt.:
ACP Journal Club. Review: Nicotine replacement therapy increases CVD events; bupropion and varenicline do not.
Kausale Begründungen sind immer noch überzeugender als Statistik, die ja leider schon mal zielgerichtet zusammengestellt werden kann.
Wenn Sie der Pharmakologe Prof. Dr. Bernd Mayer aus Graz sind, halte ich Ihnen daher Ihr eigenes Gutachten entgegen:
http://www.aerzteinitiative.at/RuyanGutachten.pdf
".... beruht die wesentliche gesundheitsschädliche Wirkung von Nikotin auf einer durch Stimulierung sympathischer Ganglien bewirkten Verengung von Blutgefäßen und daraus resultierender arterieller Hypertonie, Thrombosen und signifikant erhöhtem Risiko für Myokardinfarkt und ischämischen Insult (Schlaganfall)."

daraus eine "vorbehaltlose Empfehlung" zu machen, ist schlicht als bezahltes Parteiengutachten zu bezeichnen!


Die eigentlich Brisanz der eZigarette, das sollte jeder Blödmann erkennen,
liegt nicht in der medizinisch unterstützten Entwöhnung, sondern in der arztunabhängigen Neueinführung einer frei verkäuflichen Alternativdroge mit ebenso hohem Abhängigkeitpotential, wie die normale Zigarette selbst.
Deshalb warnt die WHO und unseren 9 Fachgesellschaften davor.

Freundliche Grüße zum Beitrag »
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