Mittwoch, 22. Oktober 2014

Leserkommentare [11130]

[16.10.2014, 11:55:08]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen! 
Die AOK bzw. alle anderen Krankenkassen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben wohlmeinende Ratschläge der "Big Four" Wirtschafts-Beratungsunternehmen Deloitte-Touche-Tohmatsu AG, Ernst & Young AG, KPMG AG und PwC PricewaterhouseCoopers AG, sich doch mehr um das "operative Geschäft" zu kümmern, offensichtlich nur dahin gehend aufgearbeitet, das dies immer und ganz besonders nur für "die Anderen" Gültigkeit habe.

Wer Zweitmeinungen bei planbaren operativen Eingriffen wie Rolf Buchwitz als stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg fordert, muss doch im gleichen Atemzug darlegen, was ihn zu dieser Aussage beruflich qualifiziert u n d wie dieses Instrument des neuen Versorgungsstärkungsgesetz denn bezahlt werden soll?

Bei gedeckelter Gesamtvergütung o h n e Kosten-, Innovations- und Inflationsausgleich halbiert sich der Fallwert und verdoppelt sich die Fallzahl, was bei einem differenzialdiagnostisch sicherlich hoch aufwendigen Index-Patienten keine Marginalie ist. Dazu gibt es aber weder Antworten von der Politik, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), den Medien und der Öffentlichkeit. Ich schätze, man möchte doch eher mit dem beliebten Ärzte-"Bashing" fortfahren.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[16.10.2014, 11:22:35]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Ein Trostpflaster, das partout nicht halten will! 
Der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) könnte 2015 weit m e h r als um die vom Gesetzgeber beschlossene Beitragssenkung von 15,5 auf 14,6 Prozent verringert werden. Das wäre unter folgenden Bedingungen möglich:

1. Schrittweise A n h e b u n g der Beitragsbemessungsgrenze im Zusammenhang mit den allgemeinen Lohn-, Einkommens- und Altersvorsorge-Zuwächsen, der Lebenserwartung und der zunehmenden Altersmorbidität (demografischer Faktor).

2. Einbeziehung sonstiger Einkünfte in die GKV-Beitragsbemessung, da die "Lohnquote" gegenüber Einkünften aus Verpachtung, Vermietung, Beteiligungen und Kapitalvermögen immer weiter absinkt.

3. Die Wiedereinführung der p a r i t ä t i s c h e n GKV-Finanzierung (Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen gleiche Anteile) bei unter 1.) und 2.) realisierten Beitragssenkungen s e n k t automatisch die Lohnnebenkosten.

4. Das verfassungsrechtlich beschämende Gerangel um den gesetzlich zu garantierenden Bundeszuschuss zur Finanzierung "Versicherungsfremder Leistungen" durch die GKV muss beendet werden. Es kann nicht angehen, dass ein Bundesfinanzminister GKV-Beitragsgelder durch willkürliche Kürzungen des Bundeszuschusses missbraucht, um seine eigenen Haushaltslöcher zu stopfen.

Abschließend sei noch einmal erinnert, dass o h n e jeglichen GKV-Beitragsausgleich jedes Jahr die Folgen von Alkohol-, Tabak- und Drogen-Konsum, Sportverletzungen, Umweltschädigungen, (Verkehrs-)Unfällen, Naturkatastrophen und Großschadenereignissen bleiben: Gleichzeitig hält Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble bei den beiden erstgenannten Punkten über umfangreiche Steuereinnahmen hemmungslos die Hand auf.

Im letzten Familienreport der Bundesregierung war von 16 Milliarden Euro jährlichem GKV-Finanzierungsbedarf für die kostenlose Mitversicherung von Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr ausgegangen worden. Und von zusätzlichen 13 Milliarden Euro GKV-Leistungen für nicht erwerbstätige Ehegatten und den erweiterten Sozialausgleich. Diese 29 Milliarden Euro GKV-Ausgaben wurden im Jahr 2012 nur zu 14 Milliarden vom Bundeszuschuss refinanziert und immerhin zu 15 Milliarden Euro von GKV-Beitragszahlern und Arbeitgeber-Beiträgen gestemmt. Vgl.:
http://www.springermedizin.de/groehe-faellt-beim-schaeuble-test-durch/4995948.html

Der geplante GKV Bundeszuschuss für 2015 von rund 11,5 Milliarden Euro ist demnach ein "haltloses Trostpflaster".

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[16.10.2014, 10:28:39]
Dr. Rüdiger Storm 
Genial 
Genial, den Zusatzbeitrag darf der Versicherte alleine tragen, der Arbeitgeber bleibt außen vor und freut sich über die vorangegangene Beitragssenkung.

Politik zur Verdummung des Versicherten. zum Beitrag »
[16.10.2014, 10:05:26]
Dr. Dr. Cornelia Bauch 
"Methadonsubstitution..." 
Uns erreichte ein Leserbrief von Ulrich Hammerla,

Die beschriebenen Studienergebnisse stehen meiner Erfahrung aus 22 Jahren Substitutionsbehandlung diametral entgegen.
Für die vermeintlichen Abweichungen gibt es einfache, bloß nicht erfasste Gründe.
In der Regel wird eine Behandlung mit Methadon begonnen, eine Umstellung auf Levomethadon erfolgt dann, wenn Unverträglichkeiten dazu zwingen. Da ist eine höhere Dosis ganz einfach zu erklären: Eine ausreichende Dosis Razemat wurde nicht vertragen.
Auch die Häufigkeit von unerwünschten Wirkungen findet eine einfache, ebenfalls nicht erfasste, Begründung: Levomethadon steht nur in flüssiger Form zur Verfügung und wird in der Regel als Rezeptur mit Aromen, Viskoselösungen, Sirup und Konservierungsmitteln, alternativ in Fruchtsaftgetränken verabreicht, Razemat dagegen in erheblichem Umfang in Tablettenform.
Übelkeit und Erbrechen unmittelbar nach der Einnahme habe ich bisher nur bei der Verabreichung der flüssigen Rezepturen beobachtet. Die flüssigen Rezepturen schmecken bitter und sind dazu noch klebrig, sorgen also für ein anhaltendes "Geschmackserlebnis" im Mund.
Ein Vergleich nicht nur der Substanzen, sondern auch der Rezepturen würde sicher ein ganz anderes Ergebnis liefern.
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[15.10.2014, 20:32:13]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
liebe AOK, 
was soll durch eine Zweitmeinung ausgerechnet bei einer Operation besser werden,
warum nicht bei Antibiotika- oder Chemotherapie-Einsatz?
Ich gehe als Chirurg davon aus, dass zwei Chirurgen in der Regel NICHT einer Meinung sein werden
und was dann? Aus Sicht des Patienten???
Wird sein Vertrauen sinken, oder steigen? zum Beitrag »
[15.10.2014, 20:29:39]
Dr. Manfred Stapff 
Manchmal ist übertriebene Vorsicht angebracht 
Nun ja, ist es wirklich hektischer Aktionismus? Die Infektionsfälle auf dem Boden westlicher Krankenhäuser unter angeblich besten Bedingungen zeigen doch, daß wir über den Infektionsweg von Ebola doch noch nicht alles wissen und daß übetrieben scheinende Vorsicht eben doch angebracht sein könnte. Je nach Indolenz sind Patienten bei den ersten Krankheitszeichen noch in ihrer täglichen Umgebung unterwegs aber möglicherweise schon infektiös. Ebola infizierte Körperflüssigkeiten können auch durch Kontamination übertragen werden.
Man stelle sich vor, ein Nachbar der betroffenen Krankenschwester infiziert sich, und man kann nicht auf die Leute mit Schutzanzügen und Sprayern im Vorgarten hinweisen, dann ist das Geschrei aber groß ("Nicht einmal die Umgebung der Wohnung wurde desinfiziert...!!"). zum Beitrag »
[15.10.2014, 11:32:02]
Dr. Helmut Müller 
Gesamtverantwortung! 
Gesamtverantwortung für die Patientenversorgung, genau das ist der Knackpunkt, der einer Substitution im Wege steht. Solange die Ärzte für alles, was rund um den Patienten geschieht, ihren Kopf hinhalten müssen, ist eine Substitution undenkbar. Sollte der Gesetzgeber dies irgendwann einmal anders regeln und den Hilfsberufen auch die vollständige rechtliche Verantwortlichkeit und Haftung übertragen, kann man alles Mögliche diskutieren. Nur: Wie das z.B. mit Haftpflicht-Prämien aussehen kann, erleben derzeit die Hebammen sehr schmerzhaft. Ob das die Pflegeberufe wirklich wollen? Und ein Herr Meißner vom Deutschen Pflegerat tut sich leicht, wenn er von Übertragung "ärztlicher" Leistungen an Pflegepersonal schwadroniert. Erstens wäre das dann per Definitionem keine "ärztliche" Leistung mehr und zweitens arbeitet die Pflege heute ohnehin am absoluten Limit, ambulant wie stationär. Welche Aufgaben sollen denn da noch verlagert werden? Aber allein die Formulierung von Herrn Meißner "Unser arztzentriertes System muss auf den Prüfstand" zeigt die Begehrlichkeiten anderer Player im Gesundheitswesen, etwas vom "Kuchen" abzubekommen! zum Beitrag »
[15.10.2014, 10:33:21]
Dr. Rüdiger Storm 
Ganz normal 
"Es sei widersprüchlich, zu lange Wartezeiten zu beklagen, auf der anderen Seite aber ein Praxis-Abbauprogramm zu betreiben."

Das ist der ganz normale Alltag in der Politik, woanders bekommt so etwas eine Diagnose.

Warum sollte der ärztliche Nachwuchs überhaupt noch eine Niederlassung anstreben?
Im Prinzip bedarf es eher einer Ermutigung, stattdessen wird ein bürokratisches Entmutigungsprogramm geplant, als ob die niedergelassenen Kollegen nicht schon genug mit der immer komplexeren Bürokratisierung kämpfen. Für den Patienten bleibt immer weniger Zeit.

Mir scheint in der Gesundheitspolitik sind viele fachfremde Theoretiker unterwegs, nach dem Motto praktische Erfahrung und medizinisches Fachwissen schränken nur die politischen Entscheidungen ein. Entsprechend "erfolgreich" wird dort agiert.

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[15.10.2014, 09:09:41]
Klaus-Uwe Pagel 
Interessen und Verknüpfungen zu Erkennen geben 
Ich bin sehr überrascht über die Kommentatorin Pirlet-Gottwald. Derzeit (Oktober 2014) recherchiere ich im Zusammenhang mit eigenartig empfundener Werbung und damit genannten "Studien", auch eines Univ.Doc.CA Klopp. Noch immer (Oktober 2014) lässt sich nicht aus den im Internett zugänglichen Informationen erkennnen, wodurch sich sein Institut finanziert. Jedoch werden Publikationen (mit seinem Namen) in Fachmagazinen gerne als Belege für BEMER Anwendungen gebraucht. Es fällt auf, dass es sich hierbei nicht selten um sogenannte Supplemente handelt, bezahlte Beilagen dieser Magazine. Deren Inhalte werden nicht von der Redaktion wissenschaftlich überprüft, sie es die regulären Beiträge sind.

Auch mir ging es so: "Einen auch nur halbwegs nachvollziehbaren wissenschaftlichen Text zur Methode sucht man vergeblich." Videos in Youtube zu mikroskopischen Aufnahmen der Mikrozirkulation (auch für ein Intravitalmiskroskop muss - lebendes - Gewebe präpariert werden), die einen Laien verblüffen können, können Folgen solcher Präparationen und der natürlichen "Erholung" des geschädigten Gewebes zeigen. Zumindest dadurch "verändert" sein. Aber man erfährt nichts über die Aufnahmebedingungen.

Es ist eine klare Ansage, wenn ein Kommentator, der mittels Dr. Titel belegt, wissenschaftlich arbeiten zu können, auf Mängel bei Nachweisen usw. hinweist.

Leider vegaß die in gewisser Weise aggressiv widersprechende Kommentatorin, Frau (auch Dr.!)Pirlet-Gottwald ihre intensiven Beziehungen zur Firma BEMER und zum Fortbildungsveranstalter offen zu legen. Auch sie macht entsprechende Forträge. Ist BEMER-Partnerin.

Es genügt nicht, stur zu behaupten "... wissenschaftlich fundiertes, durch mehrere Studien belegtes, klinisch erprobtes Therapieverfahren aufgrund offensichtlich oberflächlicher Internetrecherchen wagen zu beurteilen!"

Es wäre angemessener, tatsächlich (originale) Beiträge in wissenschaftlich renomierten Publikationen (keine Supplemente!)zu benennen. Gerade sie, die in der BEMER-Fortbildung tätig ist und eine Intenertseite als BEMER Partnerin hat, müsste dazu klare Hinweise geben können. Als Dr. müsste sie auch wissen, wie solche Beiträge aussehen sollten.


Eine Beschimpfung eines Kritikers (mit inhaltsvoller Kritik) in der Art: "P.S. Die Verleumdung des ZAEN der wirtschaftlichen Verbandelung mit Firmeninteressen sind als frech zu bezeichnen!" verbietet sich.

Leider musste ich selbst aus Kreisen von BEMER-Partner so etwas schon erleben. Scheint mir nicht unüblich zu sein.

Eine wirtschaftliche Verbandelung ist nichts Ehrenrühriges und es ist deswegen auch keine Verleumdung, wenn darauf verwiesen wird. Es ist nur für mich nicht mit den Regeln einer ehrlichen Wissenschaft vereinbar, wenn solche Verpflechtungen nicht offen genannt werden. Denn diese sind geeignet, Angaben, Publikationen u.ä. mit entsprechendem "Blick" zu lesen und zu werten. Verschweigen von möglichen Interessenskonflikten ist schon eher "unerwünscht".

Es gilt in der Wissenschaft: nicht einfach behaupten, belegen.

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[15.10.2014, 07:42:47]
Dr. Hartwig Raeder 
Fragliche Einschlusskriterien 
Alle Menschen mit einer Herzinsuffizienz haben diese "auf Basis einer reduzierten linksventrikulären Pumpfunktion". Wenn das Herz nicht genug sauerstoffreiches Blut pumpt, liegt eine Herzinsuffizienz vor. Was hat das mit einer kardialen Anamnese zu tun? Es gibt zahlreiche extrakardiale Ursachen für eine Herzinsuffizienz. Außerdem kann jede der vier Herzhöhlen die Pumpfunktion ursächlich limitieren. Warum sollte der linke Ventrikel diesbezüglich wichtiger sein als die drei anderen Herzhöhlen? zum Beitrag »
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