Mittwoch, 19. Juni 2013

Leserkommentare [8418]

[18.06.2013, 22:05:29]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Liebe Kollegin Bauer, 
ich sehe in meiner täglichen Praxis eine Reihe von Patienten, die von qualifizierten Schmerztherapeuten derart medikamentös "abgeschossen" wurden, dass die Sturzprophylaxe oft als einziger Ausweg bleibt. Man sollte als Schmerztherapeut im Glashaus der diffizilen und differenzierten Schmerztherapie auch nicht mit Steinen nach Hausärzten schmeißen. Denn unser Horizont reicht i. d. R. auch weit "über Ibuprofen, Diclofenac und Fentanyl hinaus". Tägliches Problem sind orthopädische Schmerzpatienten, die entweder abgewiesen und vertröstet oder mit über 4 Stunden Wartezeit hingehalten werden, weil sie keine IGeL-Patienten sind. Allgemeine Schmerztherapie muss integraler Bestandteil a l l e r Fachrichtungen (außer Pathologie) sein. Spezielle Schmerztherapie ist sicher etwas für Fach- und Spezialärzte.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[18.06.2013, 18:05:25]
Dr. Manfred Stapff 
Qualitätsniveau des deutschen Gesundheitswesens 
Wie im Artikel richtig erwähnt, geht es nicht um die Messung individueller Fehler von einzelnen sondern um die Qualität des gesamten Systems. Allerdings ist "Behandlungsfehler im Promillebereich" eine sehr vage Beschreibung für die Qualität eines Systems, in dem Fehler letale oder irreversible Konsequenzen haben können. 1889 Fehler bei 558 Millionen Fällen klingt als "99,9997 prozentige Qualität" beeindruckend und selbst unter Einbeziehung der etwa zwanzigfach höheren Dunkelziffer mit 99,993% immer noch sehr gut, doch kaum jemand kann sich unter diesen Zahlen etwas konkretes vorstellen, und transparente Vergleiche sind schwer möglich. Aus diesem Grund wird seit vielen Jahren in verschiedensten Industrie- und Servicebereichen die Six Sigma Methodologie verwendet. Das deutsche Gesundheitswesen arbeitet demnach (umgerechnet) in etwa bei 6 Sigma, was ein industrie-übergreifend angestrebtes durchschnittliches Qualitätsziel darstellt. Nimmt man jedoch die Dunkelziffer dazu, sinkt das Qualitätsniveau schon auf 5,3 Sigma ab. Zum Vergleich: Die Luftfahrtindustrie arbeitet nach 7 bis 8 Sigma, ein extrem hoher Qualitätsstandard, der sich in Prozentzahlen nicht mehr vernünftig darstellen läßt.
Es scheint also sicherer zu sein in ein Flugzeug zu steigen als zum Arzt zu gehen. Trotz dieses Rückstandes in der Qualität wird das deutsche Gesundheitsystem immer mehr nach wirtschaftlichen, nicht nach qualitativen Gesichtspunkten gesteuert und geregelt - eine Strategie, die in der Luftfahrt Empörung hervorrufen würde. Man stelle sich vor, für eine Triebwerksreparatur würde der Zulieferer gezwungen eine Billigkopie zu liefern anstatt des Original-Ersatzteils; oder: Piloten würden überdurchschnittliche Treibstoffkosten vom Einkommen abgezogen, die Zeit für eine sorgfältige Flugvorbereitung würde nicht honoríert, etc...  zum Beitrag »
[18.06.2013, 17:25:43]
Dr. Birgit Bauer 
Ahnungslos ? 
Wäre schön wenn die Hausärzte eine qualifizierte Schmerztherapie durchführen würden, dann hätten wir nicht so viele hochchronifizierte Schmerzpatienten. Meist wird ein neuropatischer Schmerz gar nicht erkannt und vielfach sehe ich völlig morphinüberdosierte Pat. weil es ja schön einfach ist ohne Schmerzanalys die Pat. mit Fentanylpflastern zu bekleben.
Lieber Kollege Hausarzt, es wäre schon ein wirklicher Fortschritt wenn Hausärzte und Orthopäden mehr über Schmerzchronifizierung und geeignete Therapien wüssten. So mach verkorkster Lebenslauf könnte den Pat. erspart bleiben. Im übrigen ist schon jetzt die Qualifizierung zum Schmerztherapeuten sehr zeitaufwendig, aber auch sehr interessant und erweitert auf jeden Fall den therapeutischen Blick über Ibuprofen, Diclofenac und Fentanyl hinaus !
M.f.G. B.Bauer Praxis für spezielle Schmerztherapie zum Beitrag »
[18.06.2013, 15:25:11]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Is this big enough? 
Dazu eine Anekdote aus Berlin. Ein dicker Amerikaner schob seinen Bauch durch den Frühstücksraum eines Hotels am Tauentzien, d e m Einkaufsviertel mit dem KADEWE im Westen der Hauptstadt. Am Büffet stehend, meckerte er die Bedienung wegen der seiner Meinung nach viel zu kleinen 'Frühstückstellerchen' an. Diese war als Berlinerin nicht auf den Kopf gefallen, holte sofort einen riesengroßen Essteller aus dem Schrank und fragte mit höflich-freundlichem Lächeln: "Is this plate big enough for You?"

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »
[18.06.2013, 13:11:01]
Hildegard Fuchs 
Verwaltungsmehraufwand und Patientenrechtegesetz 
Das Patientenrechtegesetz muss nicht geändert werden, es bündelt nur die rechtliche Ausgangslage, die bisher schon bestand! Fakt ist, dass nun die "Spielregeln" verdeutlicht werden, die bislang vernachlässigt oder ignoriert wurden - nämlich: Akribische Dokumentation, sachliche Aufklärung, sorgsame Patientenversorgung! Der Verwaltungsaufwand wäre immer derselbe gewesen, hätte man korrekt seine "Hausaufgaben" erledigt, jetzt ist eben Nachsitzen die Folge. Damit es nicht zu ausufernd wird, braucht man ab sofort ein transparentes und effektives Praxiskonzept: Behandlungsverträge, Patienteninformationen, Abrechnungsaufklärung u. v. m., vorgefertigt, anwendungsfreundlich und effizient.
Hildegard Fuchs
Die professionelle Arztpraxis
18513 Grammendorf zum Beitrag »
[18.06.2013, 11:44:48]
Dieter Döring 
Tausende Schmerz­therapeuten fehlen? 
Kann ich, als Hausarzt, nicht glauben.
Hier geht es nur darum einen neuen Facharzt oder ähnliches mit neuen Abrechnungsziffern zu generieren. Für diesen neunen Facharzt sind dann wieder neue kosten- und zeitintensive Kurse erforderlich. Die müssen dann absolviert werden, denn sonst kann man die Schmerztherapie, die zur Selbstverständlichkeit des Hausarztes gehört, nicht abrechnen.
Und die Kollegen die das dann generiert haben können mal die dicke Kohle mit den Kursen machen. zum Beitrag »
[18.06.2013, 11:24:07]
Dr. Jörg Müller 
Sind jetzt die Ärzte verantwortlich für den Ärztemangel? 
Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen will unter Angabe einer Notbeauftragung Praxen zur Behandlung von Patienten verpflichten. Dr. Jörg Müller, Augenarzt und 2. Vorsitzender des Hartmannbundes (Landesverband Thüringen) reagierte auf die Meldung mit völligem Unverständnis: "Ich lade jeden Interessierten ein, mit mir eine Praxishospitation zu vereinbaren, um sich selbst ein Bild zu machen." Schon seit langem weist der Hartmannbund - mit Blick auf die demographischen Veränderungen und die damit verbundenen Folgen - auf die Gefahren des Ärztemangels für die Patientenversorgung hin. "Es ist absolut absurd, die Folgen des Ärztemangels auf gerade diejenigen abzuwälzen, die an der Basis jeden Tag versuchen, auch unter den schwierigen Verhältnissen weiter eine gute Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Hier sieht sich der Hartmannbund auch in der Verantwortung, für die jungen angehenden Kollegen zu kämpfen, die künftig die Lasten der demographischen Entwicklung schultern müssen," so Dr. Müller weiter.

Ein wichtiges Ziel der Forderung des Hartmannbundes Thüringen ist daher neben festen und angemessenen Honoraren, die Herstellung von Transparenz und Leistungsgerechtigkeit. Dies ist eine Grundvoraussetzungen, auch junge Kolleginnen und Kollegen für eine Tätigkeit in der ambulanten Praxis und die Sicherstellung der Patientenversorgung zu interessieren.

Als einziger freier Ärzteverband vertritt der Hartmannbund die beruflichen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen aller Ärzte, Zahnärzte und von über 25.000 Medizinstudierenden. zum Beitrag »
[18.06.2013, 06:54:31]
Wilfried Soddemann 
Coronaviren fäkal-oral übertragbar - via Trinkwasser 
http://www.dvg.net/index.php?id=319
„… 
Coronaviren sind behüllte, oft unregelmäßig geformte RNA-Viren mit einem Durchmesser von 120 bis 160 nm.

Vorkommen und Bedeutung der Coronaviren
Coronaviren sind weit verbreitet. Sie infizieren zahlreiche Säuger- und Vogelarten, bei denen sie sich vor allem in den Epithelien des Atmungs- und des Verdauungstrakts vermehren. Aber auch Zellen des Nervengewebes, des Immunsystems oder verschiedener Organe können infiziert werden. Die Viren können dort Erkrankungen auslösen oder auch ohne Schädigung des Organismus über eine längere Zeit verweilen (persistieren). Die Übertragung kann als Tröpfcheninfektion (aerogen), als Schmutz- und Schmierinfektion (fäkal-oral) oder auch einfach durch Kontakt (mechanisch) erfolgen. Infektionen treten gehäuft im Winter auf. Jüngere infizierte Organismen können schwerer erkranken als ältere. Störungen des Immmunsystems und die unterschiedlichsten Belastungssituationen verstärken die Krankheitserscheinungen. Coronaviren verursachen zwischen 15 und 30 % der Erkältungskrankheiten des Menschen („grippaler Infekt“), sie gelten hier eher als „harmlos“. Hierzu ganz im Gegensatz gehen die meisten der zahlreichen für die Veterinärmedizin bedeutsamen Coronavirus-Infektionen mit hohen Erkrankungs- oder sogar Todesraten einher. … “

Coronaviren gelangen über den Verdauungstrakt in das Abwasser, damit in die Gewässer und schließlich in das Trinkwasser. Unsere Wasserwerke können die sehr kleinen Viren nicht filtern. Die empfindlichen umhüllten Coronaviren werden im kalten Trinkwasser konserviert. Deshalb treten die Infektionen gehäuft im Winter auf. Eintrittspforten der Coronaviren aus dem Trinkwasser sind beim Menschen die Augenbindehaut, die Nasenschleimhaut, die Mundschleimhaut und die Ohrtrommelfellmembran. Auch deshalb muss das Trinkwasser mit der Ultrafiltration, die die sehr kleinen Viren aus dem Wasser entfernen kann, für 5 Euro je Person und Jahr gefiltert werden.

Wilfried Soddemann
Bauassessor Dipl.-Ing.
Ltd. Regierungsbaudirektor a. D.
Mühlenstraße 5 b
48351 Everswinkel
Tel.: 0 25 82 - 99 13 66
Mail: soddemann-aachen@t-online.de
Homepage: http://sites.google.com/site/trinkwasservirenalarm/Trinkwasser-Viren  zum Beitrag »
[17.06.2013, 19:38:37]
Ursula Brockmueller 
duale Bronchodilatation 
sind wir also wieder beim Berodual angelangt, das Jahrzehnte lang gute Dienste geleistet hat zum Beitrag »
[17.06.2013, 18:00:23]
Thomas Sitte 
Suizid wegen Schmerzen 
Aus gut 15 Jahren Schmerztherapie habe ich zwei Patienten schmerzlich im Sinn. Einer tötete sich wohl mehr wegen der depressiven Grunderkrankung als wegen des chronischen Schmerzes. Aber wer weiß, der Zweite tötete sich, weil die Spezialisten für sein Malignom sagten, er müsse die Schmerzen ertragen. Man könne nichts tun. Er vertraute seinen Behandlern so sehr, dass er keinen Palliativmediziner und keinen Schmerztherapeuten um Rat fragte. Man hätte etwas tun können.

Wie groß die Dunkelziffer ist, kann ich nicht beurteilen. zum Beitrag »
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