Mittwoch, 22. Mai 2013

Leserkommentare [8297]

[22.05.2013, 17:02:05]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Frischer Seefisch durch Fischöl-Kapseln nicht zu ersetzen! 
Für die Hersteller von Fischöl-Kapseln und für Patienten, die sie in gutem Glauben massenweise eingenommen haben, sind die jüngsten Studien eine Ernüchterung. Wie gut das m o d e r a t e r Weinkonsum sowohl bei KHK als auch bei Demenz und Krebserkrankungen eine gewisse präventive Wirkung hat. Am besten kombiniert mit mediterraner Ernährung, Nüssen, Olivenöl, wenig Fleisch, kaum Wurst, viel Obst, Salat und Gemüse. Den teuren Kaviar kann man sich getrost schenken. Das wäre doch nur eine Stör-endende Angelegenheit.
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[22.05.2013, 14:27:10]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Aus für Fischöl-Kapseln 
Bei dieser Gruppe von kardiovaskulären Hochrisikopatienten aus Italien waren vermutlich wegen der primär mediterranen Ernährungsweise die Ereignisraten der primären Endpunkten (kumulative Sterberate, nicht-tödliche Myokardinfarkte und Schlaganfälle) niedriger als erwartet. Deshalb erweiterte man nach dem ersten Beobachtungsjahr die primären Endpunkte verallgemeinernd auf den Zeitraum bis zum Tod an kardiovaskulärer Krankheit oder Krankenhausaufnahme wegen kardiovaskulärer Ursachen ["The initially specified primary end point was the cumulative rate of death, nonfatal myocardial infarction, and nonfatal stroke. At 1 year, after the event rate was found to be lower than anticipated, the primary end point was revised as time to death from cardiovascular causes or admission to the hospital for cardiovascular causes."].

Dies stimmt überein mit der signifikanten Senkung des kardiovaskulären Risikos bei der Primärprävention von spanischen Patienten mit weniger ausgeprägten Grundkrankheiten und mediterraner Ernährungsweise, verstärkt durch Olivenöl und Nüsse gegenüber allgemein fettarmer Ernährung. Bis zu 30 Prozent niedrigere Risikoprofile wurden erreicht: Estruch R, Ros E, Salas-Salvadó J, et al. Primary prevention of cardiovascular disease with a Mediterranean diet. N Engl J Med 2013. http://www.springermedizin.de/mittelmeer-kueche-schlaegt-fettarme-kost/4038316.html

Omega-3-Fischölkapsel-Einnahme ist jedoch n i c h t identisch mit dem Essen von fettem See-Fisch. Langkettige mehrfach ungesättigte (O-3-FS) Omega-3-Fettsäuren, auch "n-3 LCPUFA = n-3 long chain polyunsaturated fatty acid" genannt, werden in industrialisierten Ländern mit hohem Risiko von Adipositas, Hyperlipidämie, Hypertonie, KHK, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz und invasiven Herzoperationen pharmazeutisch meist als Ethylester von O-3-FS verkauft. Bei uns in Deutschland enthalten Omacor®/Zodin® Kapseln je 840 mg veresterte O-3-FS. Atlantischer Lachs besteht dagegen zu 1,8 %, Sardellen 1,7 %, pazifische Sardinen 1,4 %, atlantischer Hering 1,2 % und die Makrele zu 1 % aus unveresterten O-3-FS = n-3 LCPUFA. 300 g Lachs als einmalige Großportion bringt etwa 5400 mg und 300 g Makrele 3000 mg Omega-3-Fettsäuren. Leinöl (Linum usitatissimum) hat 56–71 % O-3-FS-Gehalt bzw. Walnussöl 13 %. In einer omega3-loges® Kapsel werden 504 mg O-3-FS, davon 420 mg unveresterte Eicosapentaen- + Docosahexaensäure angegeben. Selbst wenn diese Substanzmenge bei den teuren Fischölkapseln v e r d o p p e l t würde, hätte man immer noch im Verhältnis zu frischem See-Fisch eine viel zu geringe Menge an Wirksubstanz.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[22.05.2013, 14:17:49]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Das trifft sich gut! 
Denn mediterrane Ernährung schützt auch vor kardiovaskulären Erkrankungen. In "The Risk and Prevention Study Collaborative Group. N-3 Fatty Acids in Patients with Multiple Cardiovascular Risk Factors" - N Engl J Med doi:10.1056/NEJMoa1205409 -
hatten Fischöl-Kapseln in galenischer Zubereitung gegenüber Olivenöl-Kapseln bei 12.500 italienischen Patienten/-innen keinerlei Chancen, kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität zu beeinflussen. Im Gegenteil, die Endpunkte mussten sogar nach 12 Monaten erweitert werden, um überhaupt unter italienischen Ernährungsgewohnheiten zu einer ausreichend hohen Ereignisrate zu kommen.

Dies stimmt überein mit der signifikanten Senkung des kardiovaskulären Risikos bei der Primärprävention von spanischen Patienten mit weniger ausgeprägten Grundkrankheiten und mediterraner Ernährungsweise, verstärkt durch Olivenöl und Nüsse gegenüber allgemein fettarmer Ernährung. Bis zu 30 Prozent niedrigere Risikoprofile wurden erreicht: Estruch R, Ros E, Salas-Salvadó J, et al. Primary prevention of cardiovascular disease with a Mediterranean diet. N Engl J Med 2013 oder http://www.springermedizin.de/mittelmeer-kueche-schlaegt-fettarme-kost/4038316.html

Das hohe Risiko, in industrialisierten Ländern bei fett-, zucker- und salzreicher Überernährung bzw. Bewegungsmangel mit großem Kohlehydrat-, Fleisch- und Wurstanteil an Adipositas, metabolischem Syndrom und Hyperlipidämie zu leiden, um Folgeerkrankungen wie Hypertonie, Diabetes, KHK, Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz und degenerative Gelenkerkrankungen zu entwickeln, trifft bedauerlicherweise auf ein z u s ä t z l i c h erhöhtes Demenzrisiko.

Olivenöl, Nüsse zusammen mit fischreicher und fleischarmer mediterraner Frischekost scheinen größte kardiovaskuläre Vorteile und geringstes Demenzrisiko zu bieten. Wenn dann noch moderater Weinkonsum hinzukommt, verbessern sich im Sinne des „French Paradoxon“ sowohl Lebensqualität als auch kardiovaskuläres bzw. demenzielles „Outcome“. Schutz vor Krebserkrankungen sind bei dieser komplexen Ernährungsform auch beschrieben worden.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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[22.05.2013, 12:28:49]
Dr. Horst Grünwoldt 
Trinkwasser-Hygiene 
Ein unter hygienischen Bedingungen gewonnenes Grundwasser ist als "drinking water/ eau potable" krankheits-erregerfrei und muß deshalb nicht aufwendig und wartungs-intensiv "ultrafiltriert" werden, wie der Herr Dipl.Ing. Soddemann uns das wiederholt empfiehlt.
Das gilt sowohl für die Abwesenheit von potentiell pathogenen Virus spp., Bakterien- und Protozooen-Arten sowie Parasiten-Stadien.
Die Ultrafiltrationa dürfte nur zum Virus-Nachweis in verdächtigen ("verseuchten") Wasserproben, z.B. bei H2O-Leitungs-Defekten sinnvoll sein.
Ansonsten sorgt immer noch die schon von Robert Koch vor 100 Jahren propagierte Langsam-Sand-Filtration und heutige Ozonisierung (ggf. auch Sicherheits- Chlorierung) zu gesundheitlich unbedenklichen Trinkwasser aus instand-gehaltenen Verteilungs-Leitungen.
Entscheidend bei der Trinkwasser-Hygiene ist aber, daß das Lebens-Elixir nicht nachträglich durch den Verbraucher fäkal-oral kontaminiert wird; sei es durch die ungewaschenen Hände oder schmutzige Transport- oder Vorrats-Behältniss.
Das ist nach wie vor in allen E-Ländern der Welt ein Problem, weil dort -trotz des Vorhandenseins einer guten Grundwassermenge und Qualität- vor allem die Abwasser-Entsorung nicht funktioniert.
Dr. med. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »
[22.05.2013, 09:48:18]
Dr. Birgit Bauer 
Wieder neue Verwaltungen 
"Wir brauchen Assessment-Center, in denen die Anwärter nach Eignung ausgesucht werden können." -na toll! Herr Montgomery verfällt ins typisch deutsche Konfliktmanagment- eine neue verwaltungsstruktur muß her.
Es geht auch einfacher und praxisbezogener.
Wie wärs mit einem Pflegejahr vor der Immatrikulation ?
Da kann sich der angehende Arzt testen, ob der Beruf ihm Freude macht oder ihn überfordert,er lernt gleichzeitig unter Praxisbedingungen den Umgang mit Patienten und die Stollperfallen dabei und sein Umfeld bemerkt auch ob er für den Beruf geeignet ist oder nicht.
Meiner Generation im Osten unseres Landes hat es jedenfalls nicht geschadet. Außerdem ist es ein geeignetes Mittel die Leistungen und Anforderungen an das Pflegepersonal direkt kennenzulernen, das beugt späterer "Halbgott in weiß - Mentalität" vor.
M.f.G. B.Bauer zum Beitrag »
[22.05.2013, 08:46:55]
PD Dr. Michael Probst-Kepper 
MRSA, MRE, Besiedlung nicht gleich Infektion 
Im Orginal liest man "Damit hat sich auch der Anteil der MRE-Infektionen an allen Krankenhausfällen in fünf Jahren von 0,465 auf 0,941 Prozent mehr als verdoppelt. Der Anteil der MRSA-Infektionen stieg von 0,299 auf 0,526 Prozent. Zu 65,6 Prozent handelte es sich dabei um MRSA-Infektionen, die ohne Krankheitssymptome verliefen."
D.h. es gab den Nachweis einer Besiedlung also keiner Infektion. Diese Meldung ist entsprechend unsachlich. Wer Daten erhebt und auswertet, sollte dies kompetent tun. zum Beitrag »
[22.05.2013, 07:14:55]
Dr. Christian Schulze 
Schneller in den Beruf als Vollzeitkraft 
Heute hat auch schon ein Herr Bahr gemerkt, dass die 1,0er Kandidaten wenig in die Versorgung gehen, plötzlich merkt das jeder. 750-950 neue Allgemeinmediziner pro Jahr bei einem Wegfall von 7000 pro Jahr. Jetzt soll das EIngangskriterium geändert werden, Umsetzung 2015? Studiendauer 7 Jahre im Schnitt 2022, dann FA-Weiterbildung , mit Babypausen und Teilzeit gerne mal 7-9 Jahre und d.h. dass wir aufgrund dieser Änderung im Jahr 2030 einen Effekt sehen können. Hilft das und halten alle bis dahin noch durch? Wie wird die Versorgung sicher zu stellen sein? Ich denke, wir brauchen kurzfristiger bzw. wenigstens mittelfristig greifende Programm pro Niederlassung und Arbeit an der Basis. Und wir brauchen eine stärkere Finanzierung der ambulanten Ärztlichen Versorgung (drittletzter Platz OECD) anstelle von noch mehr stationärer Fallzahlsteigerung (zweiter Platz OECD, relativ gemessen pro Einwohner in dieser Statistik). Warum ist das kein Wahlkampfthema? Wie soll denn die Versorgung der Zukunft aussehen? zum Beitrag »
[22.05.2013, 06:36:16]
Wilfried Soddemann 
Infektionen meist fäkal-oral übertragen und deshalb wasserassoziiert: Trinkwasser filtern! 
Trinkwasser ohne Partikel wie Viren muss das primäre Ziel sein. Die Ultrafiltration filtert auch 20 Nanometer kleine Viren. Die extrem kleinen Noroviren haben einen Durchmesser von 33 Nanometern.Ultrafiltration im Wasserwerk kostet 5 Euro je Person und Jahr. Ohne Zusatz von Chemie.

soddemann-aachen@t-online.de
Dipl.-Ing. Wilfried Soddemann
0 25 82 - 99 15 66 zum Beitrag »
[21.05.2013, 17:33:08]
Denis Nößler 
Per E-Mail erreichte uns folgender Leserbrief 
„Ich bin Hausarzt. Ich arbeite für Ihr Leben gern.“ Haben wir diese erniedrigende, ja anbiedernde Kampagne nötig? – Bei unseren Patienten bestimmt nicht, bei denen genießen wir eben (trotz alle Diffamierungen) nach wie vor hohes Ansehen. Auf die Stellen, auf die es ankommt, Politiker, Krankenkassen, Medien, Gesetzgeber macht dies gar keinen Eindruck! Im Gegenteil, die lachen sich in´s Fäustchen über dieses instinktlose Eigentor der Ärzteschaft! Qui s´excuse s´accuse. Und sie werden sich ebenso wie die Bürger und Patienten sagen: Die verdienen halt zuviel Geld, diese Ärzte. – Millionen für eine Werbekampagne zur besten Sendezeit über Jahre! – Wie wird das bald abgestanden sein, man kann es nicht mehr hören, Widerwillen wird geweckt.

Dazu zementiert dieser Slogan „Ich arbeite für Ihr Leben gern“ geradezu das Image, von dem wir Hausärzte („echte“ Ärzte, wie Herr Laschet persiflierend in der ÄZ vom 26./ 27.04.2013 schreibt) endlich runterkommen müssen, von der Aufopferungsrolle bis hin zur Selbstaufgabe und Hintanstellung aller privater Interessen. Diese Zeiten müssen jetzt endlich vorbei sein! – Gerade dies ist doch auch ein wichtiger Grund, weshalb der Nachwuchs weg bleibt.

Alle sagen sich, die scheinen es nötig zu haben, die Ärzte. Da muss was dran sein an dem, was immer wieder über die Ärzte verbreitet wird. Diese kontraproduktive Verschwendung unserer Beitragsgelder muss schleunigst gestoppt werden! Diese unseelige Kampagne ist peinlich. Marktschreierisch geben wir uns der Lächerlichkeit preis!

Dres. med. Welf und Heike Dieterich zum Beitrag »
[21.05.2013, 08:50:27]
Dr. Michael D. Lütgemeier 
Soso, der Vorstand kann den Ärger nachvollziehen .... 
Wie wäre es denn, wenn der Vorstand mal in Amtshaftung und private Haftung gehen würde? Für michist die Sache sehr einfach: Kein Geld, KEINE LEISTUNG. Jedenfalls nicht auf Kasse. Die Ärzte sind einfach unfähig Fórderungen durchzusetzen- die (faktische) Umsonstarbeit sollte verboten und die Anleitung hierzu unter Strafe gestellt werden.  zum Beitrag »
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