Leserkommentare [15393]

[03.05.2016, 15:20:11]
Ria Hinken 
Es gibt dazu eine Studie und eine Folgestudie 
Ich (foodwatch übrigens auch) glaube, dass die Sprossen nicht der Auslöser waren. Aber natürlich ist alles möglich, denn das Gesundheitsamt meldete sich erst viele Tage nach der Erkrankung. Und wer weiß schon, was er/sie die letzten 3 Wochen gegessen hat. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich keine Sprossen gegessen habe.
Allerdings waren die hygienischen Bedingungen im Krankenhaus extrem schlecht. Ich habe noch das Video, das ich damals gemacht habe. Man kann von Glück sagen, dass dadurch andere Patienten nicht angesteckt wurden.
Ein Versagen auf der ganzen Linie.
Aber schön, dass jetzt alles besser sein soll. zum Beitrag »
[03.05.2016, 14:56:32]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Geht's noch ein bisschen größer? 
Der Medikationsplan, für GKV-Versicherte nach dem E-Health-Gesetz ab 1. Oktober 2016 verpflichtend, solle Angaben zum Wirkstoff, zum Handelsnamen, zur Stärke, zur Darreichungsform, Hinweise zur Dosierung und zur sonstigen Anwendung sowie zum Anwendungsgrund der angewendeten Arzneimittel enthalten. Genau in dieser Reihenfolge. Dabei sollen sowohl die ärztlich verordneten Medikamente, als auch die vom Patienten in der Apotheke gekauften Arzneimittel verzeichnet werden.

Das sieht die Rahmenvereinbarung vor, welche Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Deutscher Apothekerverband (DAV) zum 1. Mai zusammengezimmert haben. Anspruch auf einen Medikationsplan sollen Kassenpatienten, die drei oder mehr verordnete Arzneimittel einnehmen, haben.

Und warum gibt man dann nicht gleich alle verfügbaren Beipackzettel mit?

Und wie stellen sich unsere "Experten" dann die Formulierung: "Anwendungsgrund der angewendeten Arzneimittel" vor?

Soll dann, für alle Familienmitglieder ersichtlich, draufstehen:
- Gegen Syphilis?
- Gegen Tripper?
- Gegen Hepatitis C?
- Gegen HIV-Infektion?
- Gegen Läuse, Flöhe, andere Ekto- und Endoparasiten?
- Gegen TBC?
- Gegen multiresistente Keime?
- Bei Genital-, Brust-, Haut-, Lungen-, Darm- oder Knochenkrebs?
- Bei multipler Sklerose, rheumatischen Systemkrankheiten etc.?

Drei bis sechs Medikamente, haus- und fachärztlich Morbiditäts-adaptiert, Leitlinien-gerecht und Evidenz-basiert für GKV-Patienten persönlich verordnet, bedeuten für unsere oft bio-psycho-sozial eingeschränkten Kranken je nach Marktlage bis zu v i e r u n d z w a n z i g verschiedene Verpackungen, Logos, Tabletten-Formen und -Farben, Herstellernamen oder Reimporte aus EU-Ländern in einem e i n z i g e n Behandlungsjahr.

Denn die Apotheken können o h n e "aut idem"-Kreuz in Eigenregie willkürlich i r g e n d e i n zu der Wirkstoffverordnung des Arztes halbwegs passendes Billig-Präparat heraussuchen, um ein fiktives Einsparpotenzial zu erreichen.

Zugleich muss dann aber auch der Medikationsplan bis zu 24-mal im Jahr um- und neugeschrieben werden!

Das ist nichts weiter als ein "Medikations-Destabilisations-Management" (MDM) mit erhöhten Arzneimittelrisiken durch Verringerung von Compliance und Adhärenz bei Patientinnen und Patienten auf der beratungs- und versorgungs-fernen pharmazeutischen Suche nach tagesaktuellen Medikamenten-Höchstrabatten.

Bei dieser Verunsicherung landen Medikamente bzw. deren Umverpackungen und verwirrende Medikationspläne reihenweise im Haus- Müll, werden vorsorglich nicht eingenommen oder müssen kostentreibend mehrfach verordnet werden.

Wir Hausärzte/-innen schreiben schon seit Jahrzehnten (in meiner Praxis seit 1.4.1992) Verordnungspläne. Wesentliche Ursachen für Verunsicherung, Desorientierung und Noncompliance unserer Patienten/-innen sind, dass diese bisher nie eine Kontrolle über ihre Rezepte und Medikationen haben sollten, weil ihnen das rote GKV-Kassenrezept nach Muster 16 mit Medikamenten und der Arzt-Signatur (Dosierungshinweise) darauf in der Apotheke weggenommen wurde, damit sie ihre Verordnungen nur ja nicht nachkontrollieren können.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[03.05.2016, 14:53:13]
Carsten Windt 
Versicherung ist eine Gemeinschaft, kein Sparbuch 
Versicherung bedeutet, dass alle Versicherte für den Schaden des einzelnen gerade stehen. Das gros Rückstellungen ist als kollektive Rücklagen gebildet worden. So verbleiben z.B. die Rückstellungen beim Tod eines Versicherten im Topf und steigern die Geldmittel der übrigen Versicherten. Ähnliches gilt bei Kündigung der Verträge. Profitieren tut die Gemeinschaft (nicht etwa der Versicherer, der verwaltet das Geld nur. Gibt man die Rücklagen nun bei einem Wechsel mit, kommt es zur Ent-Solidarisierung der Gemeinschaft. Gerade in der Krankenversicherung würden Schwerkranke benachteiligt werden, da ein Wechsel in eine andere Versicherung nicht möglich ist und andere den Topf beim verlassen der Gemeinschaft plündern. Dadurch käme es zu massiven Beitragssteigerungen und letztlich zu einer finanziellen Schieflage eines Versicherers.

Natürlich kann man eine freie Portabilität der Rücklagen kalkulieren- nichts ist unmöglich- aber niemand soll glauben, dass dieses nichts kostet. Ohne die Portabilität brauchte der Versicherte für "seine" Rücklagen nur ca. die Hälfte der erforderlichen kalkulierten Geldmittel fürs Alter selbst aufbringen. Der Rest setzte sich aus Zinsen(die es zur Zeit nicht gibt) und eben die verbliebenen Gelder der vorzeitig ausgeschiedenen Versicherten zusammen.
Wer also die Portabilität will muss den Versicherten auch erklären, dass sie doppelt soviel Beiträge für Rücklagen aufbringen sollen. zum Beitrag »
[03.05.2016, 10:21:28]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Fleischallergie nach Zeckenstich? - Bitte keine falsche Panik! 
Zwei Dinge, die bei dem beschriebenen Übertragungs- bzw. Sensibilisierungsweg zu einer möglichen Fleisch-Allergie und einer Allergie gegenüber dem gegen epidermale Wachstumsfaktor-Rezeptor EGFR gerichteten monoklonalen Antikörper Cetuximab durch vorherigen Zeckenkontakt zu ergänzen sind:

1. Cetuximab wird parenteral verabreicht und führt bei vorbestehender, spezieller allergischer Zecken-Sensiblisierung eher zu primärer Allergie bzw. zum anaphylaktische Schock. Eine enteral aufgenommene Fleischportion bewirkt eher eine Verzögerung zwischen dem anfänglichen Fleischkonsum und den später folgenden allergischen Reaktionen.

2. Bei der US-amerikanischen Schildzecke Amblyomma americanum ("Lone Star Tick") der gemeinsamen Gattung IXODIDAE, die auch das Rocky-Mountain-Fleckfieber, die Hundebabesiose und auch die Lyme-Borreliose (Southern Tick-Associated Rash Illness) hervorrufen kann, handelt es sich n i c h t um den eurasischen Ixodes ricinus ("Holzbock") oder Dermacentor marginatus ("Schafzecke")!

Der eurasische Ixodes ricinus ("gemeine Holzbock") kann die Borreliose (Erreger: Borrelia burgdorferi), die Babesiose (Piroplasmose) bzw. regional die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen.

Dermacentor marginatus ("Schafzecke"), im reifen Zustand wesentlich größer als Ixodes ricinus (bis 10mm im Durchmesser!), kann das Q-Fieber (Erreger: Coxiella burnetii), die Tularämie, die Hundebabesiose, das Rocky-Mountain-Fleckfieber (Erreger: Rickettsia rickettsii) bzw. die Rinderanaplasmose verursachen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Autoren aus Charlottesville (Virginia) und Chapel Hill (North Carolina) von der USA-Ostküste genügend Überblick haben, dass es sich bei den von Ihnen beschriebenen Phänomenen um eher regional gehäufte Reaktionen in den Südstaaten der USA handelt.

Ihr Abstract liest sich jedenfalls äußerst kryptisch und gibt die Publikationsinhalte nicht mal ansatzweise wieder. "The glycan did it: how the a-gal story rescued carbohydrates for allergists — a US perspective" von Scott P. Commins , Maya R. Jerath, Thomas Platts-Mills
"Abstract - IgE antibodies to carbohydrate epitopes on allergens are thought to be less common than IgE antibodies to protein epitopes and also of much less clinical significance. Our recent work, however, has identified a novel IgE antibody response to a mammalian oligosaccharide epitope, galactose-alpha-1,3-galactose (alpha-gal). IgE to alpha-gal has been associated with two distinct forms of anaphylaxis including delayed allergic reactions after eating beef, pork or lamb. IgE antibody responses to alpha-gal have now been found globally. Therefore, establishing the mechanism of the specific IgE antibody response to alpha-gal will be an important aspect to address as this area of research continues."
"Key words - alpha-gal - IgE - red meat allergy - delayed anaphylaxis - cetuximab - glycan"

Vor einer europäischen Panikmache bei Zeckenkontakt, Allergie gegen "rotes Fleisch" und Cetuximab parenteral sollte man sich bei diesen regionalen USA-Erkenntnissen hüten.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[03.05.2016, 09:54:36]
Dr. Jens Wasserberg 
Verschwendung nicht vorhandener ärztlicher Ressourcen 
Wenn man nur voraussetzt, dass jeder dieser neuen Medikationspläne auch nur 5 Minuten ärztliche Behandlungzeit pro Patient und Quartal zusätzlich verbrauchen, dann kommt man bei 400 Chronikern pro Praxis und Arzt in Nordrhein auf 400 x 5 Min. = 33.33 Stunden. Realistisch dürften es aber 10 Min. werden, was dann entsprechend 66 Stunden ausmacht.
Je nach Betrachtungsweise wird den Hausärzten damit pro Quartal also ca. eine gesamte Arbeitswoche nur mit neuer Bürokratie genommen. Dass die Hausärzte diese Zeit übrig haben - ganz zu schweigen von der bisher nicht einmal angedachten Honorierung - ist überraschend ...
Im Kern geht es doch darum, den Apothekern durch kostenlose ärztliche Mehrarbeit deren Übernahmebestrebungen auszutreiben. Dies zuzusagen, ohne dafür einen konkreten Preis zu fordern und zu erhalten, ist wieder einmal ein Beispiel für die fehlende Verhandlungskompetenz der ärztlichen Selbstverwaltung.
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[03.05.2016, 09:29:43]
Dr. Henning Fischer 
gut, nach üblichen Gebühren in der Verwaltung: 15 Euro für die Erstellung des Plans 

bis 5 Arzneimittel, dann 20 Euro

und

natürlich extrabudgetär!

Ich träume !!
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[02.05.2016, 23:33:03]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Populistischer Schmu!  
Die AOK-Nordost weist für das Rechnungsjahr 2014 Leistungsausgaben über insgesamt 6.435.216.111,09 Euro, also knapp 6,5 Milliarden € aus.
https://portale.nordost.aok.de/unvergessliche_momente/jahresrechnungsabschluss-230982.php
Hinzu kommen noch knapp 322 Millionen Euro Verwaltungs- und sonstige Kosten in 2014. Abschließende Zahlen für 2015 liegen mir nicht vor.

Wenn die AOK Nordost für die Jahre 2014 und 2015 bei Gesamtausgaben von geschätzten 13 Milliarden (!) € nur knapp drei Millionen Euro wegen missbräuchlicher Abrechnung von Leistungserbringern wie Ärzten, Therapeuten oder Pflegediensten zurückfordert, sind das echte "Peanuts":
Weniger als 0,5 Prozent der in diesem Zeitraum aufgelaufenen Verwaltungskosten.
Weniger als 0,023 Prozent der gesamten Leistungsausgaben der AOK-Nordost.

Hinzu kommt, dass missbräuchliche Abrechnungen von Leistungserbringern sich auf Apotheken, Zahnärzte, Heil- und Hilfsmittel-Anwendungen, externe Dienstleister oder Pflegediensten beziehen. Hausärztinnen und Hausärzte sind so gut wie nie dabei!

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[02.05.2016, 20:41:05]
Dr. Michael Hill 
Es gebe keinen Grund zu Aktionismus 
Ja wenn das so ist, besorge ich gerne ein polizieliches Führungszeugnis wenn es um Beträge von 20-30 TSD Euro monatlich geht in einem Bereich ohne Abrechnungsziffern und Überprüfung. Ambulante Intensivpflege ist in Deutschland im Abrechnungsbereich gleich "black-jack oder Roulette" mit steter Gewinngarantie. Dieses Modell könnte nach Las Vegas exportiert werden und würde auch dort hohen Zuspruch finden!
"Wir haben auch vorher schon auf Missstände hingewiesen. Es hat aber niemand reagiert." Ja warum wohl nicht? Es ist wohl zur Zeit kein Kassenarzt greifbar, der für diese Betrugsmasche verantwortlich zu machen ist.
Das der Ärztemangel so weitreichende Folgen einer "Nichtverantwortlichkeit" in einer Betrugsaffaire nach sich ziehen kann, damit hat auch wohl niemand gerechnet.
Also muß folglich ein neues Gesetz geschaffen werden, das die Unterlassung einer Bescheinigung einer Notwendigkeit einer Intensiv-Versorgung einem ärztlichen Nichtsbescheiniger angelastet werden kann.
Nur so kann das Problem gelöst werden!
Denn reagiert werden kann man anscheinend nur, wenn man populistisch wirkende Schuldiger, hier Ärzte, als Verursacher zu benennen in der Lage ist.
Pflegeeinrichtungen sind "out of topic" und damit medienwirksam uninteressant. zum Beitrag »
[02.05.2016, 19:51:15]
Matthias Männel 
Die Überschrift ist Nonsens 
Alle Materie besteht aus Atomen - wie geht da eine "atomfreie Welt" ??
Etwas mehr sprachliche Sorgfalt bitte.
m.m.
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[02.05.2016, 14:32:22]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Vielleicht sollte man bei Aminosäuren grundsätzlich daran erinnern, 
dass es dafür, ebenso wie auch für das aus diesen Bausteinen bestehende lebenswichtige Eiweiß, keine Speicher gibt, wie wir das für das viele Fett bestens kennen und für das eher mikrig wenige Glycogen bei Zucker.
Der sog. frei AS-Pool auch im Serum, zu dem besonders die aktive Glutaminsäure gehört, ist viel mehr ein Ausdruck des obligatorischen permanenten Umbaus im Organismus, das kann netto sowohl Abbau bei unzureichender Zufuhr von außen (Katabolismus), wie Aufbau (Anabolismus) sein, wobei man letzteren leider durch vermehrte Nahrungszufuhr nicht erzwingen kann, sondern nur begünstigen.
Permanente Zufuhr mit Nahrung ist allerdings erforderlich um Katabolismus zu vermeiden, genannt tägliches Eiweißminimum, wichtig für den Dialysepatient.
Die (logische) Besonderheit des Bedarfes bei fehlender Speichermöglichkeit liegt dabei immer in einem kompletten gleichzeitig angebotenem AS-Ensemble insbes. bei den essentiellen AS. Das zuviel bei einer AS kann nicht durch ein zuwenig bei einer anderen "ausgeglichen" werden, im Gegenteil.
Man hat dafür auch vor wirklich langer Zeit Rattenversuche unternommen und das getestete tägliche Eiweißminimum/Tag gezielt in zwei Portionen aufgeteilt, die jeweils nur die Hälfte der notwendigen Mischung enthielt. Und es reichte bei diesen Tieren bereits die Zeitdifferenz zwischen Morgen- und Abendmahlzeit um einen Katabolismus (Gewichtsabnahme) des Stoffwechsels auszulösen, weil jeweils immer eine Hälfte fehlte.
Wer jetzt mitgedacht hat, versteht warum man zur Verhinderung von Katabolismus weniger tierisches Eiweiß benötigt als pflanzliches. Und zurück zum Glutamin, dass besonders viel von einer einzigen Aminosäure den ganzen Stoffwechsel (etwas) durcheinander bringen muss.
Deshalb lieber Fleisch als ominöse und teure Eiweißnahrugsergänzungpräparate (z.B. für Sport)
Bei Vit. und Spurenelement sieht das wieder ganz anders aus. zum Beitrag »
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