Donnerstag, 24. April 2014

Leserkommentare [9905]

[24.04.2014, 11:06:52]
Dr. Ernst Weiland 
Nicht genügend berücksichtigt? 
Es tut mir leid, aber auch mit den formulierten 5 Bedingungen ist das Kindeswohl nicht hinreichend berücksichtigt, sondern bedeutet lediglich wieder einmal das Zurückweichen unserer Rechtskultur, medizinischen Ethik und sogar der Menschenrechte gegenüber archaischen Riten!

Der Gesetzgeber hätte sich vielleicht weniger schwer mit einem Verbot der Beschneidung getan, wenn nicht ausgerechnet auch unsere jüdischen Mitbürger davon betroffen gewesen wären. So aber holt uns die Vergangenheit von 12 Jahren Hitler-Regime wieder ein und führt Grundrechte, deren Nichtbeachtung man gerade diesem Regime zu Recht anlastete (unnötige medizinische Eingriffe an Menschen ohne deren Einwilligung)ad absurdum!

Religionsfreiheit muss auch Grenzen haben, sie kann nicht einfach als Rechtfertigung für Menschen- oder Kinderrechtsverletzungen herhalten! Wer offensichtlich parteiübergreifend nicht bereit ist, unsere Rechtskultur zu pflegen, zu schützen und zu verteidigen und diese, leider auch in anderen Bereichen, immer wieder zugunsten anderer Kulturen aufgibt, muss sich über die Tatsache, dass immer neu und mehr gefordert wird sowie dass man unsere Gesetze nicht mehr ernst nimmt, nicht wundern. zum Beitrag »
[24.04.2014, 09:26:25]
Margarita Moerth 
Gefährliche Schlagzeilen 
Leider habe ich - nicht nur in großformatigen Boulevardzeitungen - schon öfters feststellen müssen, dass sich hinter verblüffenden Schlagzeilen äußerst matte Fakten verbergen.
Die Schlagzeile ist alles.
Selbst das Fragezeichen "Schützt viel Sonne vor Melanomen?" macht diesen Titel angesichts des nachfolgenden Beitrags um kein bisschen seriöser.
So etwas hat die Ärztezeitung doch nicht nötig. zum Beitrag »
[24.04.2014, 09:10:23]
Lars Koschorreck 
Moderate UV Exposition 
Ich kann als Hautarzt die mittlerweile weit verbreitete Dramatisierung von Sonnenlicht nicht weiter umkommentiert hinnehmen. Einzelne Ordinarien versteigern sich hin zu statements wie: Jedes Quantum UV Licht ist zuviel. Wenn es nach diesen Herrschaften ginge, sollte sich die Menschheit am besten nur noch im Keller, von einer 40W Birne illuminiert, aufhalten.
Das alles hat natürlich nichts mit dem normalen Leben und dem Gesundheitsempfinden der Bevölkerung zu tun. Wie Paracelsus treffen formulierte: Die Dosis macht es! Daher rate ich auch meinen Patienten je nach Hauttyp eine moderate UV Exposition, alleine schon um die natürlichen Schutzfunktionen der Haut, wie Pigmentierung und UV Schwiele, zu aktivieren. Denn wie schon im Artikel beschrieben, rächt es sich eher wenn genau diese Schutzmechanismen völlig untrainiert sind. Völlig unsinnig wird es wenn insbesondere Senioren das Sonnenlicht verboten wird (z.B. nach einem NMSC), da hier der dadurch verursachte Vit. D Mangel besonders evident wird.  zum Beitrag »
[24.04.2014, 08:52:36]
Julia Cremasco 
Noch einen Schritt weiter gehen... 
Sehr geehrte Frau Starostzik,

Sie greifen in Ihrem Kommentar einen aus meiner Sicht sehr wichtigen Aspekt auf, der im Schulmedizinischen leider noch zu oft außer Acht gelassen wird - sowohl stationär als auch ambulant. Sicherlich ist der Aufenthalt auf der Intensivstation äußerst dramatisch bis traumatisierend. Seelische Unterstützung und Begleitung ist hier bereits im Anfangsstadium unbedingt gefordert. Doch ich gehe noch einen Schritt weiter und sehe ebenso dringenden Bedarf auf nahezu allen anderen Stationen. Wirft man einen Blick auf die 20 häufigsten Hauptdiagnosen bei vollstationären Krankenhauspatienten, so finden sich auf den ersten sechs Plätzen Diagnosen, die in der Regel nicht einer Intensivversorgung bedürfen:

1. Lebendgeborene
2. Herzinsuffizienz
3. Störungen durch Alkohol
4. Angina Pectoris
5. Intrakranielle Verletzungen
6. Vorhofflimmern
(Quelle: Wikipedia, Angaben gelten für Deutschland 2009)

Auf der gynäkologischen Station liegen Freud und Leid oft dicht beieinander. Betrachten wir das Leid: Frühgeburt, Todgeburt, Fehlgeburt, Eileiterschwangerschaft. Nicht zu vergessen sind hier aber auch die Frauen, die nicht mit Freude der Mutterschaft entgegentreten: Schwangerschaft durch nicht aufgedeckte Vergewaltigung, Trennung vom Partner, Angst vor Armut, klassische Wochenbettdepression, die von der Betroffenen unterdrückt wird bzw. von den Verwandten kleingeredet wird. Kann es im Sinne der Gesellschaft sein, dass die organische Gesundheit wiederhergestellt wird, der Mensch körperlich wieder funktionsfähig ist - und die seelische Gesundheit unbeachtet bleibt? Es ist kein Geheimnis mehr heutzutage, dass sich psychische Belastungen irgendwann in körperlichen Krankheiten manifestieren können.

Schauen wir in die Kardiologie: Angst und Stress sind treue Begleiter der Herzpatienten. Panik gesellt sich gern dazu. Eines bedingt das andere, ein Teufelskreis kann entstehen. Das junge Feld der Psychokardiologie muss aus meiner Sicht unbedingt mehr Beachtung finden. Es kann nicht sein, dass eine Patientin in einer Therapiestunde bei mir erzählt, dass sie nie wieder in Krankenhaus X gehen wird, wo sie wegen Vorhofflimmerns untersucht wurde. O-Ton: Das war ein Albtraum.

Schauen wir auf die Schädel-Hirn-Trauma-Patienten, die oft unfallbedingt stationär aufgenommen werden. Die Störung als solche mag weniger dramatisch oder traumatisierend für den Betroffenen sein - doch wie kam es zum SHT? Welche dramatischen Ereignisse musste er durchleben, die neben den organischen Symptomen zusätzlich belastend wirken?

Last but not least: Die Störungen durch die Droge Nr. 1, Alkohol. Aus meiner Sicht wäre es selbstverständlich, dass gerade in diesem Bereich neben der körperlichen Behandlung die psychotherapeutische Begleitung sofort einsetzt. Doch wie intensiv wird dies tatsächlich umgesetzt…

Ja, Krankenhäuser sind Wirtschaftsunternehmen. Rentabilität und Gewinnmaximierung gehören dazu. Doch am Ende sollte uns allen bewusst sein, dass wir jeder nur eine Gesundheit haben, die eben nicht nur aus dem Körperlichen besteht. Wieviel Lebensqualität beinhaltet organische Gesundheit bei gleichzeitigem seelischen Leiden? Ein Krankenhausmanagement sollte sich evtl. die Frage beantworten, welche Versorgung für das eigene Kind (groß oder klein) wünschenswert wäre.

Dass die Zahl der psychischen Erkrankungen steigt, ist keine neue Information. Jeder im Gesundheitswesen Tätige sollte sich diesem Thema stellen und den Schritt in die Vernetzung wagen, um dem Patienten ganzheitlich begegnen zu können. Raus aus dem eignen Fachgebiet, um fachübergreifend mit Kollegen das Gesamtwohl des Patienten zu fördern - im Großen wie im Kleinen, stationär wie ambulant.

Julia Cremasco
Heilpraktikerin für Psychotherapie
in Hamburg und Neumünster
www.cremasco.de
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[24.04.2014, 08:32:54]
Wolfgang Ebinger 
Neusprech 
Ja, wir haben richtig gelesen: Levonorgestrel ist ein NOTFALL-kontrazeptivum! Wir leben mittlerweile in einer derart promiskuitiven Gesellschaft, in der "die schönste Sache der Welt" zu einem billigen Zeitvertreib geworden ist, statt dass sie in einem durch das Grundgesetz geschützen lebenslangen Bund erfüllend geschenkt und genossen wird. Kinder werden nur noch selten "mit Liebe gemacht", geschweige denn, mit elterlicher Liebe geformt, geprägt und erzogen. Art. 6 Abs 2 und 3 GG ist offenbar VÖLLIG aus den Köpfen unserer Gesellschaft verbannt worden. Kein Wunder also, dass neues Leben eine Wegwerfware geworden ist, dessen Entstehung zu einem "Notfall" mutiert ist. Wenn das nicht als "pervers" (lat. pervertere = verkehren) bezeichnet werden kann, was dann? zum Beitrag »
[23.04.2014, 22:04:58]
Dipl.-Med Matthias Junk 
genau ! 
nix hinzuzufügen. zum Beitrag »
[23.04.2014, 08:59:45]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Versorgungsforschung: Vorbildfunktion in Westfalen-Lippe! 
Die "Impfvereinbarung für Westfalen Lippe" (Stand Februar 2014) sieht mit allen Ergänzungen insgesamt 87 verschiedene Dokumentationsziffern für alle denkbaren Schutzimpfungen und Kombinationen vor, die bei den Gesetzlich Krankenversicherten in der GKV möglich sind.

Differenziert in
- "erste Dosen eines Impfzyklus bzw. unvollständige Impfserie"
- "letzte Dosis eines Impfzyklus nach Fachinformation"
- "Auffrischungsimpfung"
werden Impfstatus und erbrachte Impfleistungen lückenlos dokumentiert.

Das mag zwar vielen Kolleginnen und Kollegen als zusätzlicher bürokratischer Aufwand lästig erscheinen, ist aber auf der anderen Seite unschätzbares Datenmaterial für Impf- und Versorgungsforscher, weil es auch mögliche Impf-Lücken und -Verweigerer erfasst.

Von einem "Datensalat" bei Impfungen kann jedenfalls in Westfalen-Lippe keine Rede sein: Es gibt einen "Datenschatz" bei der KVWL, der nur darauf wartet, gehoben zu werden.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[23.04.2014, 08:50:38]
Eva Pichler 
Freiraum für Eigeninitiative im Beruf ist abhängig von der Führung 
Viele engagierte Lehrer würden sich gerne mehr einbringen, Projekte machen etc., werden jedoch von rigorosen Direktoren gebremst. Wer auch nur einen Handgriff macht, der nicht abgesegnet ist, sorgt selbst für seinen Rausschmiss. Gerade bei Gewaltprävention, Mobbingprävention, soziales Lernen u.ä. sind Direktoren des "alten" Schlags nicht schwingungsfähig, und verhindern alles, was in diese Richtung geht, auch, um eine vermeintliche "Rufschädigung" der Schule hintanzuhalten (so quasi: Mobbing/Bullying gibts nicht - also brauchen wir das alles nicht). Eine Lehrerin verlor ihren Posten, weil sie einem Schüler Hilfe anbat, weil er gemobbt wurde, und das Thema offen ansprach. Damit war ihr Ende besiegelt, denn der Direktor meinte, SIE schädige die Schule (!). Auch hier wird wieder die "klassische Verdrehung" sichtbar, die sich bei Mobbing abspielt (Täter wird geschützt, Mobbingopfer als Täter hingestellt).
http://www.selbsthilfegruppe-mobbing-graz.at/literatur/ zum Beitrag »
[23.04.2014, 07:26:14]
Dr. Halil Alsael 
Hut! 
Der Gesundheitsminister von Saudi-Arabien trägt doch keinen Hut:))) zum Beitrag »
[22.04.2014, 18:19:50]
Dr. Wolfgang Knüll 
Man lese van Lommel ... 
Schon 2001 gab es eine große Veröffentlichung zu Nahtoderlebnissen (NTE), in deren Rahmen auch über solche Erfahrung berichtet wurde. Ob eine Sedativum daran etwas geändert hätte, muss nach van Lommels Untersuchungsergebnissen bezweifelt werden, weil auch unter Narkose und bei Null-Linie im EEG solches berichtet wird.Populär nachzulesen " Endloses Bewusstsein" Pim van Lommel TB bei Knaur 2013. Da wäre ein Paradigmenwechsel im Denken nötig, aber das dürfte noch dauern. Ich würde der Patientin als Therapie dringend dieses Buch empfehlen. zum Beitrag »
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