Samstag, 19. April 2014

Leserkommentare [9888]

[18.04.2014, 17:36:17]
Dr. Horst Grünwoldt 
Ebola 
Das sind ja mystische Geschichten, die uns die Epidemiologen "aufdecken" über die "Zirkulation des Ebola-Virus" in irgendwelchen "Reservoiren" Westafrikas.
Wenn der verfolgte "Infektions-Weg"(oder "Seuchenzug"?) mehr als drei Monate über nur acht Kontaktpersonen gebraucht hat,-ohne daß ein Mensch in der Infektions-Kette erkrankt oder gestorben ist-, dann kann die Ansteckungskraft (Contagiosität) des vermuteten Filo (fadenförmigen)-Virus ja nicht besonders hoch sein.
Hat das internationale Epidemiologen-Team unter Beteiligung von Forschern des Hamburger "Bernhardt -Nocht-Instituts" nicht ruckzuck feststellen können, ob die fruchtfressenden afrikanischen Flughunde tatsächlich ein Ebola-Virus-Reservoir darstellen?
Diese nächtlichen Flattertiere hängen bekanntlich tagsüber -selbst in größeren Ansiedlungen- im tropischen Westafrika in großen Mengen an Bäumen. Dort werden sie von den Einheimischen auch regelmäßig abgeschossen, um danach geräuchert oder gebraten zu werden.
Das Probenmaterial liegt somit praktisch "auf der Straße"!
Was die Berührung von Verstorbenen in Westafrika anbelangt, so wird der Leichnam i.d.R. unverzüglich nach dem Tod in zahlreiche (Spenden-)Tücher eingenäht. In diesem "Mumien"-Zustand wird er dann zu Grabe getragen oder kommt vorher noch in einem Sarg - je nach Zahlungsfähigkeit der Angehörigen.
Es ist schon erstaunlich, daß ausgerechnet der Erreger eines hämorrhagischen Fiebers drei Wochen Inkubationszeit bis zum "Ausbruch" (apparent werden) der perakuten Infektionskrankheit sich Zeit lassen soll.
Ich unterstelle, daß es für diese Behauptung keinen Menschenversuch gegeben hat...
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »
[17.04.2014, 19:21:17]
Annelies Roloff 
Ratschlag für Mieter 
Sehr geehrte Damen und Herrn,
dass dieses Gesetz nichts weniger als eine Luftblase der GroKo ist, kann als sicher gelten.
Was kann denn der Herr Haimann den Ärzten raten, die sich dank der KBV- Honorarregelungen gerade so durchs Leben schlagen und mit Mühe noch etwas Gewinn aus dem (z.B.)hausärztlichen Betrieb machen, der wiederum keine Geldanlage ermöglicht.
Falls sie meinen, die gibt es nicht, kann ich gern mit einem Beispiel dienen.
Wohnen ist ein Menschenrecht und gehört zur Daseinsvorsorge!
Dieser Ratschlag an die Humanmediziner ist zynisch.

Mit freundlichen Grüßen

Eberhard Roloff zum Beitrag »
[17.04.2014, 19:18:12]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
BfArM kennt seine eigenen Fachinformationen nicht! 
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) kennt offenkundig seine eigenen, von ihm selbst formulierten Fachinformationen nicht! BfArM und EMA irren, dass der Wirkstoff laut ihren Angaben k ü n f t i g bei Kindern unter einem Jahr kontraindiziert ist.

"MCP ist bei Säuglingen kontraindiziert" heißt es in den j e t z i g e n, aktuellen Fachinformationen zu MCP-Tabletten mit 10 mg. Und weiter: "Für die Anwendung bei Kindern über 2 bis zu 14 Jahren sind die Filmtabletten aufgrund des hohen Wirkstoffgehaltes nicht geeignet."

MCP-Tropfen mit 4mg/ml haben eine absolute Kontraindikation bei "Neugeborenen". "Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen wird nicht empfohlen" heißt es wörtlich in den b i s h e r i g e n Fachinformationen.

Für MCP-Suppositorien mit 10 mg besteht die Kontraindikation bei "Säuglingen und Kleinkindern bis zu 2 Jahre". Und weiter
"Für die Anwendung bei Kindern über 2 bis zu 14 Jahren sind die Filmtabletten aufgrund des hohen Wirkstoffgehaltes nicht geeignet."

Selbstverständlich sind Einschränkungen in der nebenwirkungsträchtigen Anwendung von Metoclopramid wichtig und ärztlich relevant. Aber müssen dann EMA und BfArM irreführend und unsachlich behaupten, es habe b i s h e r keinerlei Anwendungsbeschränkungen und Kontraindikationen gegeben - nur, um sich in ihrer vermeintlichen Schutz- und Wächterfunktion gegenseitig auf die Schultern klopfen zu können?

Ich habe jedenfalls MCP bei Säuglingen und Kindern bis 14 Jahren grundsätzlich nicht verordnet.
Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[17.04.2014, 13:22:16]
Lyda Abdallah 
Informieren, dann kommentieren 
Sehr geehrter Herr Döring,
Ich möchte gern zu Ihrem Kommentar Stellung nehmen:
Wenn man in Betracht zieht, mit welcher Häufigkeit (bzw. Seltenheit) schwere Komplikationen während oder kurz nach einer Geburt auftreten (welche das von Ihnen genannte Scenario rechtfertigen würden) relativiert sich so eine Forderung auf Einschränkung des Grundrechtes auf freie Wahl des Geburtsortes (verankert im Sozialgesetzbuch V und bestätigt vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte 2010). Für eine Abruptio placentae liegt das Risiko bei zuvor als unkompliziert eingestuften Geburten bei < 1:10.000, ebenso bei Nabelschnurprolaps. Schulterdystokie sowie Herztonunregelmäßigkeiten stellen zwar etwas häufigere Komplikationen dar, sind jedoch (zu allermeist) auch ohne Notsectio zu behandeln. (Quelle: Cochrane Review 2012: Planned hospital birth vs planned homebirth)
Im Gegenteil, ein Vergleich der Daten aus dem Qualitätsbericht von QUAG e.V. 2011 mit der Bundesauswertung des Institutes für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH aus dem gleichen Jahr zeigt eine deutlich höhere Zahl an schweren Geburtsverletzungen und perinatalen Komplikationen bei den Klinikgeburten, sowie eine höhere Anzahl an sekundären Sectiones bei gleichem kindlichen Outcome. Studien aus Kanada und den Niederlanden weisen ebenfalls darauf hin, dass geplante und betreute Hausgeburten sicher sind und zu weniger geburtshilflichen Eingriffen und Komplikationen führen, als vergliechbare Klinikgeburten (CMAJ 2009: Outcomes of planned home birth with registered midwife versus planned hospital birth with midwife or physician und BMJ 2013;346:f3263).
Zu Ihrem 2. Argument weise ich auf die Angaben des GDV zum Thema „Warum bezahlbarer Versicherungsschutz für Hebammen immer schwieriger wird“ vom 14.02.2014 hin. Ich zitiere:
„Es gibt nicht mehr Geburtsschäden als früher. Aber die Behandlung und Pflege nach schweren Komplikationen werden immer vielfältiger, andauernder und letztlich teurer.“ Zudem ist das Risiko schwer kalkulierbar, da die Verjährungsfristen extrem lang sind, und es gibt nur wenige (nämlich noch genau 3) Anbieter dieser Haftpflichtversicherung im verblieben Konsortium.
Das Problem der Haftpflichtversicherung in der Geburtshilfe betrifft nicht nur Hebammen, sondern auch Belegärzte und (kleinere) Geburtskliniken. (Das Deutsche Ärzteblatt berichtete) Die Versicherungsbeiträge erreichen exorbitante Summen, mit dem Ergebnis, dass schon heute viele der kleinen geburtshilflichen Einrichtungen (v.a. Belegkliniken und Geburtshäuser) schließen müssen. Folge: Eine wohnortnahe, flächendeckende Versorgung mit geschulten und erfahrenen Geburtshelfern/Innen ist schon heute in einigen Gegenden nicht mehr gewährleistet.
Hier ist die Politik gefragt: Eine Deckelung der Schadenssummen wäre eine Option, die Einrichtung eines Fonds eine andere.
Ich denke, bei diesem Thema ist es besonders wichtig, dass sich nicht die einzelnen Träger und Akteure unseres Gesundheitssystems gegeneinander ausspielen, sondern dass wir alle an einem Strang ziehen.
Mit freundlichem Gruß,
L. Abdallah
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[17.04.2014, 10:56:33]
Christina Baris 
Eltern brauchen Wahlfreiheit 
Sehr geehrter Herr Döring,

was Sie hier kommentieren ist schlichtweg falsch. Die Steigerungen der Haftpflichtversicherung für die Hebammen kommt NICHT allein durch Schadensfälle bei Geburten in der Häuslichkeit zu stande. Die Hebammen müssen alle Schadensfälle in der Geburtshilfe deckeln. Heutzutage ist alles teurer geworden und jeder will seinen Stück vom Kuchen haben. Betroffene Kinder sind kostspielig - da will die Pflege bezahlt werden, die Steuern, die dieser Mensch weniger oder gar nicht dem Staat zu kommen lassen kann, weil er nicht dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht, die Rente muss bezahlt werden usw. usf.!

Und generell Eltern brauchen die Wahlfreiheit des Geburtsortes. Um diese Wahl gut treffen und ihren Weg als Familie gehen zu können, brauchen sie eine kompetente Fachfrau - die Hebamme - an ihrer Seite. Dieser Fakt senkt enorm die Risiken von Geburtskomplikationen.
Auch zeigen Studien, dass Hausgeburten NICHT gefährlicher als Klinikgeburten. Demgegenüber sind Klinikgeburten kostenspieliger für die KVs und den Staat, sie ziehen oft eine Kaskade an Apparatemedizin und folglich ursprünglich nicht nötigen Interventionen mit sich.

Und wenn alle Frauen nun zur Geburt in die Kliniken fahren, wer sagt, dass eine 1-2 h Anfahrt bis zur nächsten Geburtstation unter Wehen ungefährlich ist? Ja, so schlecht ist die ländliche Versorgung bisweilen geworden.

Also lieber Herr Döring belesen Sie bitte das nächste Mal genauer!
Nicht für jede Familie gibt es den gleichen Weg, sondern nur den eigenen.

Herzlichst,
C. Baris
Ärztin und Zweifach-Mutter zum Beitrag »
[17.04.2014, 09:36:05]
Prof. Dr. Ingo Heberlein 
Grobe Irreführung! 
Die Überschrift:
"Seltener Krebs nach Beschneidung

Eine Beschneidung verringert offenbar für Männer die Gefahr, an Prostatakrebs zu erkranken. Das zeigt eine kanadische Studie."

ist ein Ärgernis.Der Text des Artikels bringt das nicht, im Gegenteil!
Wer formuliert derart irreführende Überschriften?

Prof. Dr. Ingo Heberlein zum Beitrag »
[17.04.2014, 09:09:04]
Dr. Rolf Ohlrogge 
Prof.Weißbach hat natürlich Recht, 
allerdings nur aus nüchterner wissenschaftlicher Sicht. Die Sichtweise eines betroffenen Patienten dürfte etwas anders sein. Solange nämlich nicht ganz früh, das bedeutet bei Diagnose und Festlegen der Vorgehensweise, bestimmt werden kann, ob ein niedriges Risiko oder ein hohes Risiko Ca. vorliegt, werden sich viele Männer rein vorsorglich für ein radikaleres Vorgehen entscheiden wollen. Wir werden also gut daran tun, weiterhin Operations-und Bestrahlungsverfahren, wie auch die onkologische Behandlung zu optimieren und zu ergänzen. zum Beitrag »
[16.04.2014, 14:04:59]
Carsten Windt 
Der PKW als Wurzel allen Übels 
Es hört sich gut an. Schärfere Abgasnormen und schon haben wir weniger Feinstaub. Die Wahrheit liegt aber woanders. Der PKW-Verkehr hat nur einen marginalen Einfluss am Feinstaub. Die Verursacher sitzen woanders. Wenn die "Queen Mary" Medienwirksam im Hamburger Hafen einläuft springen die Feinstaubwerte in Hamburg in die Höhe. Denn wer Schweröl verbrennt ( ohne Filter wohlgemerkt) tut was für die Umwelt (nix gutes). Die AIDA-Flotte erzeugt mehr Feinstaub als alle PKW in Deutschland. Als Präsident Bush in Mainz einflog (und den Strassen verkehr zum erliegen brachte), stieg die Feinstaubbelastung dort an.

Und was nützt die Umweltplakette wenn es sich um ein Elektroauto handelt? Nichts! Der Strom kommt zwar schadstoffarm aus der Steckdose, wird aber zu einem großen Teil aus Kohle erzeugt. zum Beitrag »
[16.04.2014, 12:49:52]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Arztstatistiken für Anfänger! 
Wer wie Florian Lanz als Sprecher des Spitzenverbandes Bund (SpiBu) der Gesetzlichen Krankenkassen derart unintelligent twittern muss: "Selbst wenn hinter jedem Versicherten ein Arzt stünde, würden KBV und BÄK die Legende vom Ärztemangel erzählen" sollte erst mal versuchen, die neuesten Arztstatistiken der BÄK zu lesen, zu verstehen oder evtl. jemanden zu fragen, der sich damit auskennt.

Zum Ende 2013 gab es lt. Bundesärztekammer (BÄK) 357.200 berufstätige Ärztinnen und Ärzte mit den unterschiedlichsten, auch völlig berufsfremden Tätigkeitsmerkmalen. Im Ruhestand bzw. o h n e Tätigkeit waren 113.000, im a m b u l a n t e n Bereich waren 145.900 tätig. Der stationäre, klinische Bereich hat sich wegen zunehmender Arbeitsteilung, Spezialisierung und Teilzeittätigkeit auf 181.000 Kolleginnen und Kollegen erhöht. In Behörden oder Körperschaften (außer im Bundesgesundheitsministerium!) arbeiteten 9.600, in anderen Bereichen 20.000. Als niedergelassene Vertrags-Ärzte arbeiten nur noch 123.600 Kolleginnen und Kollegen für knapp 81 Millionen Einwohner in Deutschland.

Berücksichtigt werden muss bei diesen Statistiken, dass a l l e Ärztinnen und Ärzte, die jemals eine Approbation in Deutschland erhalten haben und noch nicht verstorben sind, mitgezählt werden. Auch diejenigen, die dauerhaft im Ausland arbeiten.

Um auf Florian Lanz zurückzukommen, der unglückseligerweise zur Vertragspartnerschaft aller Vertragsärzte, der KVen und der GKV-Kassen gehört: Ihm sei nochmals ins Stammbuch geschrieben, dass somit in Deutschland auf 1 Vertragsarzt/-ärztin 655 Einwohner kommen. Und d a s ist u n s e r medizinischer Versorgungsauftrag, n i c h t der des SpiBu!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
Quelle: http://www.bundesaerztekammer.de/downloads/Stat13Abbildungsteil.pdf
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[16.04.2014, 11:20:01]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Kontroverses Phyto-Forum zu Capsaicin 
Beim Phyto-Forum zu Capsaicin bleiben wieder einmal viele Fragen offen: In der "Roten Liste" 2014 ist als einziges Capsaicin-Präparat Qutenza® 179 mg kutanes Pflaster von Astellas® Pharma gelistet. Ein kutanes Pflaster 14 x 20 cm kostet mit 50 g Reinigungsgel einen AVP von 314,22 Euro. Unter "Nebenw.: Sehr häufig: Reakt. an Applik.-Stelle (einschl. Erythem, Hautausschlag, Pruritus, Brennen)..."

Als Wirkmechanismus beschreibt Dr. Rainer C. Görne: "...Depolarisation von sensorischen Nerven (meist C-und Ad-Fasern) durch den Zustrom von Natrium und Calcium-Ionen. Kutane Überempfindlichkeit wird gedämpft. Diese Aktivierung wird als lokale Wärme, Brennen, Stechen oder Jucken empfunden. Pharmakologisch wirken am TRPV1-Rezeptor Capsaicin und verschiedene andere Substanzen (z.B. Anandamid, N-Acyldopamin, bestimmte langkettige ungesättigte Fettsäuren, Lipoxygenase-Verbindungen und mehrere Oxide der Linolsäure) als hoch selektive Agonisten."

Wie bei einem "hoch selektiven Agonisten" die ursprünglichen Krankheitszeichen von neuropathischen und nozizeptiven Schmerzen gedämpft werden können, wenn das applizierte Medikament genau die Nebenwirkungen sehr häufig zeigt, die im Wesentlichen durch die Krankheit selbst charakterisiert sind, wird mir das ein ewiges pharmakologisch-galenisches Rätsel bleiben.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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