Leserkommentare [17453]

[21.06.2017, 13:49:53]
Thomas Georg Schätzler 
Wer macht denn? 
Wer macht denn die Haus- und Heimbesuche auch zu Unzeiten, die Beratungen der Angehörigen, Bezugs- und Pflegepersonen?
Wer die regelmäßigen Routine- und Überwachungs-Laboruntersuchungen, die Kontroll-EKGs, Lungenfunktionen, Intervallversorgungen etc.?
Die differenzialdiagnostischen Erörterungen und Erklärungen bzw. Infos von Krankheitsbildern?
Wer berücksichtigt bio-psycho-soziale Lebens- und Krankheitsumstände?
Wer kümmert sich um die Aufarbeitungen von Nebenwirkungen, Chancen, Risiken, Alternativen?
Wer um Koordination, Kommunikation, Motivation, Empathie, Zuwendung, Steuerung? 
Um Prävention, Impfungen, Vorsorgeuntersuchungen, flankierende psychosoziale Hilfe?
Und wer kümmert sich um die immer notwendiger werdenden Begrenzungen von "Flatrate"- und "all-you-can-eat"-Mentalitäten? 
Wer leistet eigentlich die notwendige Reflexion der medizinisch psychosomatischen Machbarkeiten, der Palliativmedizin und Sterbebegleitung?

Zu diesen Themen schweigen die Facharzt-Funktionäre gerne und überlassen das Feld lieber den Hausärzten. Und damit sind sie k e i n e Grundversorger!

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[21.06.2017, 11:55:59]
Elske Mueller-Rawlins 
Personalvorgaben verschärfen nicht den Fachkräftemangel  
Ursachenbekämpfung ist immer der richtige Weg, da sie den Problemen auf den Grund geht. Die Gründe liegen jedoch nicht allein in der Finanzierung, sondern auch darin, dass Klinikchefs und die Kranken-hausgesellschaften auf den sich verschärfenden Fachkräftemangel nicht optimal reagieren.
Die „Förderung neuer Berufsbilder, neuer Arbeitsprozesse und Ar-beitsmodelle im Qualifikationsmix“, führt nicht zum gewünschten Ziel.
Zielführender wäre es, die vorhandenen Berufsbilder, wie z.B. die MTA-Berufe etc., zu nutzen und sie entsprechend ihrer Kernkompetenzen einzusetzen und sie nicht durch minderqualifizierte, günstigere Gesundheitsberufe zu ersetzen, da dies weder der Patientensicherheit noch der Qualitätssicherung dient und zur Arztbelastung anstelle von Arztentlastung führt.
Die Klinikchefs wie die Hamburger Krankenhausgesellschaft sollten vielmehr auf die Politik einwirken, dass Ausbildungskapazitäten für vom Fachkräftemangel betroffenen Berufe, wie z.B. die MTA-Berufe, geschaffen werden und sich für die Attraktivität der Ausbildung, z.B. durch Abschaffung des Schulgeldes, eine Ausbildungsfinanzierung, für eine Ausbildung in Teilzeit und eine verkürzte Ausbildung für Abiturienten und fachlich geeignete Quereinsteiger, einsetzen. Dass dies geht, zeigt das Beispiel in Schleswig-Holstein, wo nun auf den Druck vieler Krankenhäuser und Labore hin, die Landesregierung eine neue MTLA-Schule in Neumünster eröffnet und die Ausbildungsfinanzierung durch Arbeitgeber attraktiv gemacht wird. Zudem setzen die Arbeitgeber in Schleswig-Holstein ein Zeichen, indem sie MTLA und nicht minderqualifizierte Gesundheitsberufe, für die den MTLA vorbehaltenen Tätigkeiten einsetzen. Nur so kann dem Patientenwohl Genüge getan werden. Dies sollte der Fokus sein.
Zudem muss die Berufsausübung attraktiv sein. Hohe Arbeitsverdichtung, zu wenig Personal, hoher Krankheitsstand etc. zeichnen derzeit die Arbeitsrealität aus. Hier sind die Klinikchefs und die Krankenhaus-gesellschaften gefragt, dem mit einer geeigneten Organisation zu be-gegnen und mehr die Work-Life-Balance als vorrangig den Klinik – und Eigenprofit im Auge zu haben.
Gesetzliche Personalvorgaben für Krankenhäuser bekämpfen sicherlich nicht alle Ursachen, führen aber durch die Verbindlichkeit dazu, dass überhaupt etwas getan wird, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern und den Fachkräftemangel zu minimieren.

i.V. E. Müller-Rawlins
Syndikusrechtsanwältin und Vorstandsreferentin DVTA e.V.
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[21.06.2017, 10:47:33]
Thomas Georg Schätzler 
Traumberuf SpiFa-Mitglied? 
Allein den Vorstoß des Spitzenverbands Fachärzte Deutschland (SpiFa) zur "Grundversorgung" auf die Unterscheidung zwischen unimorbiden und multimorbiden Patientinnen und Patienten gründen zu wollen, beschreibt trefflich den SpiFa-Elfenbeinturm:

Dann müssten ja HNO-Ärzte bei Schnupfen u n d Husten mit dem Stethoskop Herz und Lunge abhorchen, eine Lungenembolie, Bronchitis, Pneumonie o.ä. ausschließen, die Kardiologen in jeden Hals, Nase und Ohr schauen, die Orthopäden Aorten-Aneurysmen und periphere Pulse checken, die Psychiater physikalisch untersuchen, die Augenärzte kardiovaskuläre Risikoprofile zusätzlich erstellen und Pathologen Reanimationsversuche starten.

Nein, liebe SpiFa-Experten, den unimorbiden Patienten gibt es nur in der Theorie, in der Nosologie wirkt sich jede Art von Erkrankung auch auf andere Organsysteme aus.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[21.06.2017, 10:25:58]
Thomas Georg Schätzler 
Sex sells? 
Der Abstract von "Low Energy Shock-Wave Therapy - a Novel Treatment Option for Erectile Dysfunction in Men with Cardiovascular Disease" von Dariusz Kalka et al.
http://www.goldjournal.net/article/S0090-4295(17)30567-8/fulltext
liest sich eher wie ein Besinnungsaufsatz eines sexuologischen
"Leistungskurses" als eine seriöse wissenschaftliche Publikation.

Ohne klare Protokolle sollten allzu hohe Erwartungen an die Methode gedämpft werden. Zumal völlig unklar bleibt, wie man denn eine etwaige Kontrollgruppe einer gleichwertigen "Scheinbehandlung" ("sham procedure") unterziehen sollte. Männer sollen ja gemeinhin unsensibler als Frauen reagieren, aber ich gehe davon aus, dass sie zwischen ein- und ausgeschalteten Geräten mit niedrigenergetischer extrakorporaler Stoßwellentherapie (LESWT, Low Energy Shock-Wave Therapy) im Doppelblindversuch sehr wohl unterscheiden können. Dabei sollten übrigens Arzt u n d Patient gleichermaßen nicht wissen, ob das Gerät an- oder ausgeschaltet ist.

["Abstract -Patients with cardiovascular disease (CVD) are prone to developing erectile dysfunction (ED) due to the common risk factors and pathogenesis underlying ED and CVD. As a result, ED affects nearly 80% of male patients with CVD. The efficacy of phosphodiesterase type 5 inhibitors, vacuum erection devices or intracavernosal injection of vasodilating agents is well established in the treatment of ED; however, their use is limited. Low energy shock-wave therapy (LESWT) is a novel modality that may become a causative treatment for ED. The review aims to assess the efficacy and safety of LESWT in the treatment of ED in men with CVD"].

Oder wollen die Hersteller einfach nur ihre teuren Geräte verkaufen?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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[21.06.2017, 10:17:15]
Jürgen Schmidt 
Wenn zwei sich streiten ... 
Ob die hausarztzentrierte Versorgung "nachgewiesenermaßen die Qualität der Versorgung verbessert" ist eine unbewiesenen und von vielen Beobachtern, auch einigen Krankenkassen bezweifelte Behauptung, schon deshalb, weil auch nur ein Teil der Patienten primär den Hausarzt in Anspruch nimmt.

Auf einen Wttstreit der Behauptungen und Pseudoargumente sollte man sich nicht einlassen. Irgendwann wird sich die Arztfreundlichkeit der Regierung nach einem Wechsel umkehren, auch möglich, dass man wieder Sparnotwendigkeiten sieht, dann wird die Spaltung der Ärzteschaft zum Letalfaktor für die Vergütung.
Die Zeiten, dass man im abgesteckten Claim besser überlebt, sind dann ohnehin vorbei. Berufspolitisch stragisches Denken verbietet den Fachgruppenstreit. Eine gute Kooperation, wie in der Versorgung größtenteils üblich, muss auch in der Berufspolitik wieder beachtet werden. zum Beitrag »
[21.06.2017, 10:07:04]
Horst Grünwoldt 
Cyanobakterien 
Die für Badende und Schwimmer unangenehmen, gelblichen Kettenbakterien-Teppiche (cave: "Blaualgen"!) entstehen bekanntlich immer zur Sommerszeit in mit Nährstoffen überdüngten Gewässern. Sie können -je nach Art- Endotoxine enthalten, die -wenn in größerer Menge verschluckt- Vergiftungserscheinungen auslösen.
Die Cyanobakterien bilden bei ruhiger See und Sonnenbestrahlung großflächige, zusammenhängende "Teppiche" an der Gewässeroberfläche.
Was ich als Hygieniker und Mikrobiologe an der Ostsee den DLRG- Turmbesatzungen empfehle ist, mit dem starken Propeller ihrer Schlauchboote diese zu zerpflügen, und damit unschädlich zu versenken! Dort finden sie nämlich u.a. nicht mehr genug Lichteinfall und Sauerstoff für ihre reproduzierende Photosynthese-Leistung.
Könnten die Berliner Gesunheitsbehörden dies nicht auch auf dem Tegeler See anordnen? Schließlich wurde die Giftigkeit des dortigen Cyanobakterien-Stammes in der Veterinär-Pathologie schon nachgewiesen!
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »
[21.06.2017, 07:02:27]
Hartwig Raeder 
Erklärung 
Jede Verbesserung der Herzinsuffizienz verbessert auch jede Niereninsuffizienz. Die Herzinsuffizienz ist definiert als zu kleines Herzzeitvolumen. Die Niereninsuffizienz ist definiert als zu kleine Glomeruläre Filtrationsrate. HZV und GFR sind immer proportional.

Jede diesbezügliche Studie ist überflüssig. Der Proportionalitätsfaktor a=GFR/HZV des Patienten bleibt konstant. Wenn sich der Zähler vergrößert, dann vergrößert sich automatisch auch der Nenner.  zum Beitrag »
[21.06.2017, 05:16:28]
Stefan Graf 
Banane & Co. 
Den wirkungsvollste Jungbrunnen zeigt vermutlich die Abbildung: die Banane als Symbol für gesunde Ernährung und einen bewegten Lebensstil

Dr. Stefan Graf zum Beitrag »
[20.06.2017, 12:29:15]
Thomas Georg Schätzler 
SpiFa - Das Märchen "Der Hase und der Igel"!  
Als der Hase wieder oben ankam, rief ihm der Igel entgegen: "Ich bin schon da!" Der Hase aber, ganz außer sich vor Eifer, schrie: "Es wird noch mal gelaufen!" "Mir recht, meinetwegen so oft, wie du Lust hast", antwortete der Igel. So lief der Hase dreiundsiebzigmal und der Igel hielt es immer wieder mit ihm aus. Jedes Mal, wenn der Hase unten oder oben ankam, sagte der Igel oder seine Frau: "Ich bin schon da!" Aus http://maerchen.woxikon.de/27/der-hase-und-der-igel

So werden immer weniger Hasen (Hausärzte) von den vielen Igeln (Fachärzte) hereingelegt. Denn zur hausärztlichen Grundversorgung gehört das gesamte Gebiet der ambulant umfassend sicherzustellenden Versorgung unserer Patientinnen und Patienten, nicht nur die fachärztliche Rosinen-Pickerei:

1. Haus- und Heimbesuche auch zu Unzeiten, Beratung der Angehörigen
2. Routine- und Überwachungs-Labor, Kontroll-EKG, Lungenfunktion etc.
3. Differenzialdiagnostische Erörterung/Erklärung von Krankheitsbildern
4. Berücksichtigung bio-psycho-sozialer Lebens- und Krankheitsumstände
5. Aufarbeitung von Nebenwirkungen, Chancen, Risiken, Alternativen
6. Koordination, Kommunikation, Motivation, Empathie, Zuwendung, Steuerung
7. Prävention, Vorsorgeuntersuchungen, flankierende psychosoziale Hilfen
8. Begrenzung von "Flatrate"- und "all-you-can-eat"-Mentalität
9. Reflexion der medizinisch psychosomatischen Machbarkeiten

Das alles kann der Spitzenverband der Fachärzte (SpiFa) in den Arbeitsinhalten seiner Facharzt-Mitglieder nicht konkret verorten, benennen, anregen oder konkretisieren. Er duckt sich wie Herr und Frau Igel in der Ackerfurche, bis Politiker, Medien, Medizin-Journalisten und die interessierte Öffentlichkeit bzw. die hausärztlichen "alten Hasen" vorbeikommen.

Dann springt er wie die Igel-Familie auf und ruft ganz laut: "Ich bin schon da!" Oder wie es auf Plattdeutsch unter dem Titel "De Has un de Swinegel" heißt: "Ick bün al dor"!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[20.06.2017, 11:54:25]
Robert Siebel 
Rest in peace konservative Orthopädie 

Für 1 Versteifungsoperation an der Wirbelsäule kann man wirtschaftlich gesehen 100 Jahre konservativ behandeln, RLV monatlich 7 Euro Flatrate all you can eat ambulant, gezielt gesteuert- noch Fragen... zum Beitrag »
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