Leserkommentare [15834]

[22.07.2016, 14:24:58]
Thomas Georg Schätzler 
Na großartig - Klinik-Notfallsysteme finanzieren sich selbst? 
Laut IGES–Institut Berlin (Institut für Gesundheits- und Sozialforschung) gebe es 3,4 Millionen vermeidbare stationäre Notaufnahmen. Nach weiteren IGES-Berechnungen belaste dies das Gesundheitssystem mit jährlich 4,8 Milliarden Euro. Das wären durchschnittlich 1.412 € pro Krankenhaus-Fall, der eigentlich gar keiner sein sollte!

Dies bedeutet auf der anderen Seite, dass Krankenhäuser Patienten zu jeder Tages- und Nachtzeit im vermeintlichen Notfall der Selbsteinweisung mehrere Tage stationär behandeln und über mehrere Tage ("diagnosis-related-groups") DRG-Pauschalen abrechnen, die ihnen eigentlich wegen Fehlallokationen gar nicht zustehen. Kein Wunder, dass sich die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) zu diesem alternativen Finanzierungsmodell seiner Mitglieder noch nicht ein einziges Mal kritisch geäußert hat.

Das Zentralinstitut für die K a s s e n ä r z t l i c h e Versorgung in Deutschland (ZI) ist allerdings so blauäugig und naiv-nachplappernd, die gesamte ambulante Vertragsärzteschaft bloß zu stellen: Wie sollen denn bitteschön, vielbeschäftigte Haus-, Fach- und Spezialärzte, die mit vollem Einsatz ihre Patientinnen und Patienten für unterirdisch niedrige Quartalspauschalen behandeln und 3 Monate lang damit die "flatrate-" und all-you-can-eat"-Mentalität der GKV-Versicherten befriedigen sollen, dafür zusätzliche Personal- und Materialressourcen hernehmen? W i r müssten doch dann jährlich 4,8 Milliarden Euro zusätzlich als Umsatzhonorar bekommen, um diese irrlichternden Notfälle einzufangen.

Liebe ZI-Kolleginnen und Kollegen, versuche S i e doch mal tagsüber und nachts einen Akut-Termin beim vertragsärztlich niedergelassenen Kardiologen, Pneumologen, Pädiater, Gynäkologen, Neurologen, Psychiater, Radiologen, Angiologen, Endokrinologen, Diabetologen, Rheumatologen, Orthopäden usw. usf. zu kriegen, der dafür seinen laufenden Praxisbetrieb einstellen müsste?

Und wir Vertrags-Hausärztinnen und -Hausärzte mit 40 bis max. 60 € Quartalsumsatz (!) und Sprechstundenarbeit bis zum Anschlag können nur ungläubig mit dem Kopf schütteln, dass andere für jeden einzelnen fehl-allokierten Patienten knapp 1.500 Euro erhalten?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Quelle:
http://www.zi-berlin.de/cms/index.php
"22. Juli 2016 - Vermeidbare Notfälle kosten das Gesundheitssystem Milliarden Euro
Vermeidbare stationäre Notaufnahmen in Krankenhäusern kosten das Gesundheitssystem jährlich Milliarden Euro. Auch während der regulären Praxisöffnungszeiten suchen häufig Menschen auf Eigeninitiative und ohne ärztliche Einweisung die Krankenhäuser auf. Wie das IGES Institut im Auftrag des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) berechnet hat, summieren sich die Kosten für die Aufnahme und die stationäre Behandlung dieser Menschen, denen ein niedergelassener Arzt gut hätte helfen können, auf knapp 4,8 Milliarden Euro jährlich. (Pressemitteilung)
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[22.07.2016, 13:21:29]
Horst Grünwoldt 
Phantom Doping 
Für alle Sportbegeisterten dürfte der Ausschluß der Sportnation Russland von den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro ein riesiger Verlust sein. Damit verliert der Sport, insbesondere die Leichtathletik, seine besten Athleten im fríedlichen Wettstreit.
Da es überhaupt keine fiktive, dauerhaft "leistungssteigernde" Substanz gibt, können doch jederzeit verdächtige Athleten auf die wettkampfnahe Einnahme getestet werden.
Und, warum werden die Kontrollen nicht grundsätzlich auf die ersten drei, attraktiven Medaillien-Ränge beschränkt? Oder würde das den riesigen, teuren "Anti-Doping-Verein" sogar überflüssig machen?
Stattdessen werden mit feinanalytischen Labormethoden, und sogar aus überlagerten Probenröhrchen Athleten strafbewehrt "überführt", weil da noch Metaboliten in (pharmakologisch unwirksamen) Spuren nachgewiesen werden können.
Für jeden Demokraten dürfte auch die Verpflechtung von Ämtern, Posten und Personen zwischen WADA, CAS und IOC höchst bedenklich sein.
Darf man eine sog. "Sportgerichtsbarkeit" überhaupt von ordentlichen Gerichten abtrennen, wenn es beim "Doping"*) angeblich um Straftaten geht?
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock

*) das ist der Versuch, sich mittels sog. "unerlaubter Substanzen" eine eingebildete (fiktive) Leistungssteigerung zu ermöglichen, die -wenn unter ärztlicher Kontrolle durchgeführt- bestenfalls der Optimierung des individuellen Potentials dienen kann. Den besten "Doping"-Effekt dürfte i.d.R. beim austrainierten, gesunden Sportler aber das psychogene Placebo haben. Und danach können die Spurenjäger ja mal im Bereich der körpereigenen Endo-Morphine suchen.  zum Beitrag »
[22.07.2016, 12:55:15]
Roswitha Poppel 
Mammografie-Screening 
Prof. Dr. Ingrid Mühlhauser von der Universität Hamburg hat bereits im Jahr 2000 plausibel dargelegt, dass das Mammografie-Screening keinen nennenswerten Vorteil bringt. Nach 16 Jahren Strahlenbelastung und Kosten für den Beitragszahler, kommt die "neue" Erkenntnis doch recht spät.Die Studie wurde wohl weitestgehend ignoriert. Die Gmünder ErsatzKasse GEK hat ihren Patienten 2005 immerhin eine Informationsschrift dazu angeboten. zum Beitrag »
[22.07.2016, 12:41:17]
Dr. Henning Fischer 
wer Freibier anbietet 

muß sich nicht über Zulauf wundern.
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[22.07.2016, 12:34:13]
Thomas Georg Schätzler 
Epidemiologie des Mammakarzinoms - Mit und ohne Brustkrebs-Screening?  
Epidemiologisch bestehen bei unseren Patientinnen für Brustkrebs die höchsten Prävalenz-, Inzidenz- und Mortalitätswahrscheinlichkeiten aller malignen Tumorerkrankungen. Zusätzlich führt der "demografische Faktor" bei steigender Lebenserwartung und sinkender Reproduktionsrate zu einem relativen Prävalenz- und Inzidenz-A n s t i e g bei allen alten und neuen Krankheitsentitäten.

Allgemeine Vorsorgeuntersuchungen, verschiedene Früherkennungs-Maßnahmen, Screening- und Reihenuntersuchungen, weiterführende Untersuchungen ermöglichen primär nur Erkrankungen früher zu detektieren oder auf breiter Front auszuschließen. Das interventionsfreie Abwarten und spontane Auftreten Lassen definitiv interventionsbedürftiger Krankheiten vermag dies n i c h t zu erreichen.

Die morbiditätsbezogene Mortalität s e l b s t lässt sich durch Vorsorge und Früherkennung n i c h t direkt senken. Das funktioniert auch eher nicht bei besonders gesundheitsbewussten Verhaltens- und Ernährungsweisen, Diäten, Religiosität und Spiritualität: Es sei denn, es geht um direkt durch diese bio-psycho-soziale Verhaltensänderungen beeinflussbare Krankheiten.

Kurative Therapiemöglichkeiten und -Erfolge bis hin zur längerfristigen Palliation werden mit "Stahl, Strahl und Chemo" und durch die differenzierte Weiterentwicklung (z. B. intraoperative Radiatio) möglichst effektiver Behandlungsverfahren selbst definiert. Primäre und sekundäre Krebsmortalitäten werden nahezu ausschließlich durch "Staging", "Grading", Evidenz-gestützte Therapieverfahren (OP, Radiatio, Chemotherapie), alternative oder adjuvante Verfahren bzw. Nebenwirkungen und/oder ernsthafte Komplikationen definiert.

Die bis in die 90er Jahre praktizierte, veraltete, sekundär schädigende und besonders radikale Brustkrebs-OP nach Rotter/Hallstedt missachtete das Mammakarzinom als Systemkrankheit bzw. führte statistisch eindeutig zu h ö h e r e r Brustkrebsmortalität als die aktuell differenzierteren loko-regionäre OP-Verfahren (Sentinel-Lymphknoten), auch mit präoperativer Chemotherapie, intraoperativer Radiatio oder Hormon-/Rezeptor-Analysen kombiniert.

Die inzidente Krankheitshäufigkeit ist bei Früherkennungs-Detektion virtuell erhöht, weil sie sich der grundsätzlich höheren Prävalenz angleicht. Interventionsfreies Abwarten bis zur klinisch relevanten, spontanen Brustkrebs-Manifestation ergibt in letzter Konsequenz eine deutlich niedrigere Inzidenz.

Jährliche Stuhlbrief-Untersuchungen ab 50 (gFOBT und iFOBT) und die Vorsorge-Koloskopien im 55. bzw. 65. LJ schlagen dagegen aus folgenden Gründen direkt auf eine verringerte Mortalitätsstatistik durch, weil „Präventive Darmspiegelungen“ zugleich interventionelle Früherkennungen darstellen: Suspekte Polypen, Adenome und Carcinoma in situ werden in gleicher Sitzung kurativ im Gesunden entfernt und verhindern später manifeste, invasive Kolonkarzinome. Das ist der Unterschied!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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[22.07.2016, 08:50:17]
Dr. Henning Fischer 
als Kassenarzt habe ich 4 Wochen Frist, um gegen den Honorarbescheid Widerspruch einzulegen 

die Krankensparkassen können 4 Jahre, mit Tricks sogar 6 Jahre rückwirkend Regresse fordern.

Vor dem Gesetz sind alle gleich. Kassenärzte zählen nicht dazu.
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[21.07.2016, 21:05:51]
Robert Künzel 
Was um alles in der Welt hat denn die KV damit zu tun ? 
Die Entlastung der Niedergelassenen ist ja ein hehres Ziel. Aber müßten hierzu nicht die Sozialhilfeträger (anstatt der KV) mit den Krankenhäusern Verträge abschliessen? Oder wird hier hintenherum die gedeckelte Gesamtvergütung der Ärzte angezapft um den klammen kommunalen Haushalt in Bautzen zu schonen ? "Flexibilität in der Versorgung" klingt schön, "Flexibilität in der Finanzierung zu Lasten der Ärzteschaft" dürfte der Wahrheit wohl näher kommen.
Grundsätzlich wäre gegen das Projekt rein gar nichts einzuwenden, aber die Rechnungen der Klinik in Euro und Cent dann bitteschön auch dahin, wo sie hingehören ! zum Beitrag »
[21.07.2016, 17:49:51]
Dr. Henning Fischer 
"Derart holzschnittartig über "Krebskranke" und "Depressive" zu konfabulieren, wie Karin Koch und auch Kollege Dr. Henning Fischer es tun" 
"LESEN heißt VERSTEHEN!"

Und wer Lesen kann, ist klar im Vorteil
Wo konfabuliere ich über Krebskranke? zum Beitrag »
[21.07.2016, 16:43:08]
Wolfgang P. Bayerl 
erstaunlich 
dass nur in Russland gedopt wird, offenbar auch von den vielen sauberen zum Beitrag »
[21.07.2016, 16:41:54]
Thomas Georg Schätzler 
Deutsche-Presse-Agentur (dpa) oder Ärzte-Zeitung - Wer war's? 
Selbst BILD schreibt als Überschrift: "Wissenschaft - Programmierte Salmonellen greifen Krebsgeschwüre an"
http://www.bild.de/lifestyle/aktuelles/programmierte-salmonellen-greifen-krebsgeschwuere-46916404.bild.html

Die ÄZ-Titelzeile lautet dagegen "Programmierte Salmonellen greifen Geschwüre an". Leider ist der Begriff "Geschwür" insgesamt irreführend und in der Medizin anders definiert:

Ulcus – Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Ulcus
Ein Ulcus oder Ulkus (Mehrzahl Ulcera bzw. Ulzera), zu Deutsch etwa Geschwür, bezeichnet in der Medizin einen „tiefliegenden Substanzdefekt“ der Haut oder Schleimhaut...

Krebs (Medizin) – Wikipedia
https://de.wikipedia.org/wiki/Krebs_(Medizin)
Krebs bezeichnet in der Medizin eine bösartige Gewebeneubildung (maligne Neoplasie) bzw. einen malignen (bösartigen) Tumor (Krebsgeschwulst, syn. Malignom). Im engeren Sinn sind die malignen epithelialen Tumoren (Karzinome), dann auch die malignen mesenchymalen Tumoren (Sarkome) gemeint. Im weiteren Sinne werden auch die bösartigen Hämoblastosen als Krebs bezeichnet, wie beispielsweise Leukämie als „Blutkrebs“.

Bei der gesamten medizinischen Krebsproblematik wäre es m. E. weniger irreführend, wenn ausschließlich von "Krebsgeschwulst", syn. Neoplasie, Malignom, Krebstumor, etc. gesprochen würde. Eine Neubildung entarteter Krebs-Zellen ist grundsätzlich etwas anderes als Haut- oder Schleimhautdefekte eines "Geschwürs".

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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