Samstag, 30. Mai 2015

Leserkommentare [12971]

[29.05.2015, 19:42:12]
Dr. Wolfgang Bensch 
App im smartphone - warum eine Lösung aus der Mottenkiste der Gesundheitsreformen? 
Seltsames Beharren auf längst veralteten Lösungen, während das smartphone und ihre Apps den E-Health-Markt erobern.
Erinnern wir uns: Im Koalitionsvertrag vom 16.10.2002 steht auf S.55 wie folgt
"Patientensouveränität stärken – Transparenz erhöhen
Patientenschutz und Patientenrechte werden ausgebaut.
Patientinnen und Patienten haben einen legitimen Anspruch auf unabhängige Beratung, objektive Information und auf Anhörung auch bei Fragen der Sicherstellung der medizinischen Versorgung. Wir werden ihre Rechte durch eine Patientencharta und die Einsetzung eines Beauftragten stärken. Zur Erhöhung der Transparenz und der Sicherung von Wirtschaftlichkeit und Effizienz im System führen wir auf freiwilliger Basis eine Gesundheitskarte ein.
Sie soll vor unnötigen Doppeluntersuchungen schützen, unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen schneller erkennen lassen und die Datensicherheit stärken. Sie enthält die Notfalldaten und informiert über erforderliche Vorsorgeuntersuchungen. Patientinnen und Patienten haben Anspruch auf vollständige Informationen. Deshalb werden wir eine Patientenquittung einführen, mit der die Behandlungen nachvollzogen werden können."
GMG (Gesundheitsmodernisierungsgesetz) Ende 2003 - Modern über 10 Jahre später ist das wohl noch für Gröhe und andere Protagonisten.
FIFA-Strukturen im Gesundheitssystem hierzulande?

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[29.05.2015, 16:56:38]
Dr. Henning Fischer 
habe das damals nicht ganz mitbekommen 

wollten die Psychologen in die KassenÄRZTliche Vereinigung oder wurden sie gezwungen? zum Beitrag »
[29.05.2015, 15:20:22]
Dipl.-Psych. Wolfgang Ebers 
Zynismus als Produktmarketing - Geht`s noch ? 
Mit gleicher Post wie von der KV teilt mir die Psychotherapeutenvereinigung mit:
Die KV zahlt die seit 1996 (!!!!!) vom BSG zugesagten Mindesthonorare nicht ...
Die KV verweigert und verschiebt die seit 2004 vom BSG geforderte Anpassung=Erhöhung an ein lt. BSG-Rechtsprechung zustehendes angemessenes Honorar seit 2004 ...
Die KV "überlegt", ohne jede Rechtsgrundlage, die Psychotherapiehonorare zu kürzen - um nicht nachzahlen zu müssen ...
Die KV verweigert der mitgliederstärksten Berusfsgruppe eine angemessene Vertretung in den Gremien ...
Nein, nein, nein - in den Müll mit den verlogenen KV-Plakaten + KV-Broschüren.
Psychotherapeuten arbeiten gern für die Patienten, dies ja - es wäre aber ein unzumutbares Ausmaß an Selbstverachtung dies auf einem KV-Plakat in der eigenen Praxis lesen zu müssen. zum Beitrag »
[29.05.2015, 14:44:48]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
die Dummköpfe denken wohl an die hohe Tabaksteuer 
Sehr sehr kurzsichtig! zum Beitrag »
[29.05.2015, 14:18:11]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
USB-Sticks und Notrufsysteme kann man um den Hals hängen! 
Meine Patientinnen und Patienten sollen im offenen Dialog mit mir als ihrem Hausarzt sehr wohl für sich selbst entscheiden können, ob und wem sie ihre Gesundheits- u n d Krankheitsdaten offenbaren. Doch dazu sind keine GKV-Bürokratie-anfälligen Zentralserver mit Firewall gegen NSA-Übergriffe bzw. keine Versichertenkarten mit PIN-Nummern erforderlich, die im akuten Notfall sowieso nicht mehr memoriert werden können.

Ein simpler USB-Stick, vielleicht mit einem Roten-Kreuz-Emblem, der mit einem schicken Anhänger ebenso wie der Notruf-Knopf am Hals der Patienten hängt, ist und bleibt die beste Lösung: Patienten bleiben Herr bzw. Frau der Lage, bestimmen, w e r die Daten bekommen darf und wer nicht, bzw. bleiben vor Datenmissbrauch geschützt.

Aber warum haben medizinisch und psychologisch dilettierende "Gesundheits"-Politiker und Sozialversicherungs-Strategen, die das Wort "Krankheit" kaum aussprechen können, beim E-Health-Gesetz nicht multimorbide Patienten und Hausärzte gefragt, was dem Arbeitsauftrag des SGB V entsprechen könnte?

Nach dem GKV- Wirtschaftlichkeitsgebot § 12 SGB V heißt es doch: "Leistungen, die nicht notwendig oder unwirtschaftlich sind, können Versicherte nicht beanspruchen, dürfen die Leistungserbringer nicht bewirken und die Krankenkassen nicht bewilligen". Doch die GKV-Kassen haben sich von der GEMATIK das teuerste und störanfälligste System aufschwatzen lassen.

Auf den mit Milliardenaufwand ausgegebenen Lichtbild-Versichertenkarten wurden Mini-Chips mit lächerlich kleiner Speicherkapazität und kompliziertesten Ein- und Auslese-Algorithmen platziert, die bei Gesunden gar nicht gebraucht bzw. bei Multimorbiden gar nicht ausreichen werden.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[29.05.2015, 13:20:50]
Monika Geissler 
Leistung aus Leidenschaft 
Dafür wird Geld ausgegeben!
Das wäre viel besser in den Organisationsstrukturen und den Einrichtungen der Ärzteschaft aufgehoben, welches dann zu Leistungsverbesserungen und damit zu weniger Klagen von Patienten führen würde. Mit reinen Imagekampagnen lassen sich mangelnde Strukuren nicht eliminieren(siehe Deutsche Bank).  zum Beitrag »
[29.05.2015, 12:47:10]
Anne C. Leber 
Leserzuschrift von Dr. Hartmut Heinlein 
Ca. 80.000 sterben in Deutschland pro Jahr durch Alkohol,
ca. 120.000 durch Rauchen, die Passivraucher nicht mitgerechnet,
ca. 200.000 durch übermäßige Kalorienzufuhr und deren Folgen.
Da kommen die ca. 800 bis 900 Substitutionstoten gerade recht, um mit dem Finger darauf zeigen zu können.
Drei Beispiele aus 20jähriger Substitutionspraxis zeigen, dass der Suchtbegriff wissenschaftlich nicht belegt ist:
1. eine junge Frau erhält 0,3 ml Methadon pro Tag (eine fast homöopathische Menge). Weitere Bemühungen zur Reduzierung scheitern. Die Patientin hat Angst. Nach Rücksprache mit dem Apotheker wird die Konzentration langsam reduziert. Die Patientin erhält einige Wochen pures Wasser ohne es zu merken. Nach "Offenbarung" ist die Freude groß.
2.Ein körperlich Arbeitender erhält 12 ml Methadon pro Tag und erklärt nach mehreren Jahren Substitution, er hört jetzt auf. Ohne Entzugserscheinung ist der Mann bis heute drogenfrei.
3. In einer psychiatrischen Klinik erhält ein Patient 42 ml Polamidon pro Tag.
Nach erfolgreicher "Entgiftung" ist man clean und der Kick ist dann besser. Außerdem kann man vor den Entgiftungskliniken alles kaufen. Substitutionsmittel sind in der Originalverpackung überall zu kaufen. Nach Patientenaussagen gibt es z.B. in Berlin einen Bringdienst für Methadon und Subutex.
Schiller, er war auch Arzt, schrieb in seinem Gedicht "Der Kampf mit dem Drachen": der Pflichten schwerste zu erfüllen, zu bändigen den eignen Willen...
Allen Adipösen, Rauchern, Alkoholikern und Substitutionspatienten einen schwachen Willen zu attestieren wäre politisch nicht korrekt und würde die neue Minderheit in Deutschland, die Normalgewichtigen in ein falsches Licht rücken.

Dr. Hartmut Heinlein
aus Eschershausen
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[29.05.2015, 09:10:45]
Andrea Gerber 
Klinikreform: Vergütung und Existenz der Krankenhäuser von „Qualität“ (?) abhängig  
Die Finanzierung und letztendlich die Existenz der Krankenhäuser soll nach dem Willen der Bundesregierung von der Qualität ihrer Leistungen abhängig gemacht werden. Der GBA soll die Qualitätskriterien definieren und ausgerechnet der MDK soll ihre Einhaltung prüfen.

Dass Krankenhäuser qualitativ hochwertig arbeiten müssen, ist auf allen Ebenen unbestritten. Dass sich die Krankenhausvergütung stärker an Qualitätsaspekten orientieren soll, ist allerdings problematisch. Für Behandlungsleistungen, die "in außerordentlich guter oder unzureichender Qualität erbracht" werden, gibt es dann Zu- bzw. Abschläge. Doch wie macht man Qualität messbar? Auf der einen Seite soll die Routine, also die Häufigkeit bestimmter Behandlungen ein Qualitätskriterium sein. Auf der anderen Seite sollen Häuser, die z. B. mehr Operationen durchführen als die ursprüngliche Planung vorsah, finanziell bestraft werden – durch Mehrleistungsabschläge. Patienten müssten sich darauf verlassen können, dass Operationen und Behandlungen nur dann vorgenommen würden, wenn sie medizinisch sinnvoll seien, so die Begründung des Bundesgesundheitsministeriums.
Nach dem Referentenentwurf sollen diese Häuser aus ihrem eigenen Budget dafür aufkommen, wenn sich wegen ihrer hohen Behandlungsqualität oder der zunehmenden Zahl älterer Menschen besonders viele Patienten gerade in ihnen behandeln lassen.

Auf Dauer sollen Krankenhäuser wegen mangelnder Qualität sogar geschlossen werden können. Den Bundesländern wird es künftig ermöglicht, die Krankenhäuser aus der Planung herauszunehmen, die die Qualitätskriterien nicht einhalten. Doch soll über Qualität und medizinische Sinnhaftigkeit allein der MDK befinden? Wird in letzter Konsequenz der MDK über die Existenz von Krankenhäusern entscheiden? Bei der Auseinandersetzung mit dem MDK ist es für Krankenhäuser oft sinnvoll, sich bei Fragen nach Notwendigkeit, Dauer und Abrechnung von Krankenhausleistungen effektiv von Spezialisten unterstützen zu lassen. Oftmals geht es eindeutig nur um die Kürzung der Erlöse. Das Thema Qualität ist zu wichtig, als dass es lediglich als weiteres Mittel zur Erlöskürzung verwendet wird. Auch ein weiteres Ausufern der vom MDK geforderten Dokumentation kann sich kein Krankenhaus leisten. Es bleibt also in der aktuellen Qualitätsdiskussion wichtig, genauestens zu beobachten, in welche Richtung sie läuft und bei zu erwartenden Fehlentwicklungen frühzeitig zu intervenieren.

Andrea Gerber
Dr. René Holm
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[29.05.2015, 07:56:52]
Lilia Renner 
Verwirrend 
Vor 2 Tagen war gerade in dieser Zeitung ein Artkel mit Überschrift: Einzelpraxis -Auslaudmodel, viele lehnen es ab.
:-? zum Beitrag »
[28.05.2015, 22:40:05]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Hoher Besuch bei "GANOFI-AVENTIS" - Was für eine Ironie der Geschichte? 
Unsere Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel zu Besuch bei Sanofi® im Vorfeld des G7-Gipfels im bayrischen Elmau: Weltweit größter integrierter Forschungs- und Produktionsstandort des französischen Pharmakonzerns SANOFI®, in eingeweihten Mediziner-Kreisen auch als 'GANOFI' bezeichnet.

Wie kam es zu dieser abwertenden Bezeichnung? Der Pharma Forschungs- und Produktionsstandort Frankfurt-Höchst war zunächst Sitz der Farbwerke Hoechst mit einer gewissen Nazi-Vergangenheit. Rechtsnachfolger wurde die deutsche Hoechst® AG nebst verschiedenen Tochtergesellschaften (z. B. Casella-Riedel®). Aus der Fusion der deutschen Hoechst AG (Frankfurt am Main) mit dem französischen Pharmakonzern Rhône-Poulenc® (Lyon) wurde zunächst der Aventis®-Konzern gebildet.

Im Januar 2004 kam es dann zu einem feindlichen Übernahmeangebot des französischen Sanofi®-Synthélabo®-Konzerns an die Aventis-Aktionäre, obwohl Aventis nach Umsatz mehr als doppelt so groß wie Sanofi-Synthélabo war. Der Börsenwert beider Unternehmen lag allerdings wegen einer Misswirtschaft bei Aventis vor dem Übernahmeangebot etwa gleichauf.

Der damalige französische Staatspräsident Jaques Chirac nahm seine Chance war und erklärte das feindliche Übernahme-Gerangel sofort zur Chefsache. Er erkannte ohne Zögern die nationale und wirtschaftliche Bedeutung der Pharmaindustrie für den europäischen bzw. internationalen Markt und umgab diese Branche mit einer nationalstaatlichen Bedeutung. Als federführenden Minister betraute er niemand anderen als den späteren französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy. Der war damals als "Superminister" für Wirtschaft, Finanzen und Industrie in Frankreich zuständig.

Bei der feindlichen Übernahme des deutsch-französischen Pharmaunternehmens Aventis® durch den französischen Konkurrenten Sanofi®-Synthélabo® (seither Sanofi®-Aventis®, später nur noch SANOFI®) ließ sich die deutsche Bundesregierung überrumpeln. Der damalige Bundeskanzler Gerhard F. K. Schröder (geb. 7. April 1944 in Mossenberg) begriff gar nicht, worum es da ging, so sehr war die deutsche Pharmaindustrie bei der SPD in Misskredit geraten. In seiner Amtszeit von 1998 bis 2005 ließ sich der 7. Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland in diesem Fall von seinen französischen Amtskollegen einfach über den Tisch ziehen. Auch seine zuständigen Fachminister für Wirtschaft und Gesundheit blickten nicht durch.

Der französische Konzern hatte mit seiner Fusion geschickt taktiert. Schon kurz nach der Wende sicherten sich Sanofi-Aventis ein Filetgrundstück am Potsdamer Platz in Berlin, direkt neben dem Sony®-Center, um ganz in der Nähe der deutschen Bundesregierung strategisch operieren zu können. Seit dieser Zeit geht es mit dem Gesamtbetrieb weltweit aufwärts: Nutzung von deutscher "Manpower", von Wissenschafts- und Forschergeist mit eingespielter Fach- und Produktionsarbeit an alteingesessenen Pharma-Standorten wie Frankfurt/M-Höchst und anderswo.

Aber von alldem weiß unsere Bundeskanzlerin Frau Dr. Angela Merkel offensichtlich nicht mehr viel, wenn sie sagt: "Wir sollten in Europa dafür kämpfen, ein starker pharmazeutischer Standort zu sein". Den Ausbau des Höchster Industrieparks bewertet Merkel als Beleg, dass der französische Konzern "offensichtlich mit dem zufrieden ist, was der deutsche Teil produziert und herstellt."

Dass Sanofi® dort in den letzten 10 Jahren durchschnittlich 120 Millionen Euro pro Jahr investiert hat, ist allerdings im Vergleich zum aktuellen Gesamtkonzern-Jahresumsatz von 33,7 Milliarden Euro (2014) mit weiteren Gewinnsteigerungs-Erwartungen belegt.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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