Dienstag, 2. September 2014

Leserkommentare [10801]

[02.09.2014, 22:01:39]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Leserbrief dazu in der FAZ 
Zu einem tendenziösen Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) vom 18.8.2014 schrieb ich folgenden Leserbrief:

"Übung macht den Meister: Mindestmengen machen eher ungeübte Chirurgen"
THOMAS G. SCHÄTZLER (DR.SCHAETZLER) - 20.08.2014
"Prof. Dr. M. Geraedts von der Universität Witten/Herdecke ist mit „Krankenhausreport-2014“ im Auftrag der AOK zu Patientensicherheit, Stuttgart 2014, schon unangenehm aufgefallen. Mit den jeder Logik widersprechenden Analogieschlüssen zwischen frei geschätzten, jährlich angeblich 19.000 tödlichen ärztlichen Behandlungsfehlern in Krankenhäusern und den 4.000 Verkehrsunfalltoten/Jahr wurde die Öffentlichkeit in die Irre geführt. Jetzt die gleiche Nummer: Geübte Chirurgen wachsen bekanntlich nicht auf Bäumen, sondern lernen und qualifizieren sich durch Übung und Erfahrung. Dafür sind Mindestmengenvorgaben kein Dogma, sondern Zielkorridore. Notfall-OP's mit transportunfähigen Patienten müssen sein. Mein chirurgischer Oberarzt und Abdominalchirurg operierte bei fast tödlicher Messerattacke, Herzbeuteleinblutung und sterbendem Patienten erfolgreich, während ich als 2. Assistent das Lehrbuch der Thoraxchirurgie in der Hand hielt, weil es nicht sein Fachgebiet war. Der Patient überlebte!"

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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[02.09.2014, 21:40:38]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Neue Impfstrategie gegen Polio? 
Seit meiner Praxisgründung 1992 hat kein/e einzige/r Patient/in meine Praxis verlassen, ohne nicht mindestens einmal auch gegen Polio geimpft worden zu sein. Da kann die in der Polio-Frage eher verschnarchte, sonst aber die Impf-Industrie immer anhechelnde STIKO sagen, was sie möchte. Es hat in den Niederlanden um 1995 (UNICEF April 2013) einmal einen Polio-Ausbruch bei einer calvinistischen Impfgegner-Sekte ("was der HERR gegeben hat, soll ER auch wieder nehmen") gegeben.

Der Polio-IPV-Totimpfstoff erzeugt gegenüber der früheren OPV- Schluckimpfung mit abgeschwächtem, attenuiertem Lebendimpfstoff nur eine zeitlich begrenzte Immunität. In den Jahren des Wechsels von der Schluckimpfung als orale Polio-Vaccination zur Spritzenimpfung mit inaktiviertem Polio-Impfstoff (IPV) lag 1999 der Durchimpfungsgrad für Polio noch bei 96 %.

Die so erfolgreiche Schluckimpfung in Deutschland seit 1962 musste u. a. deswegen zur IPV modifiziert werden, weil es in Berlin einen spektakulären Impfpoliofall gegeben hatte. Dieser beschäftigte selbst den Bundesgerichtshof (BGH). Damals hatte eine junge Mutter ihr frisch geimpftes Kleinkind einem jungen Mann mit negativem Impfstatus zur längeren Betreuung anvertraut, der offensichtlich nicht nur mit der e i g e n e n Hygiene beim Windelwechseln völlig überfordert war und sich dabei selbst mit Polio-I m p f-Viren infizierte.

Der damals den Säugling impfenden Amtsärztin wurde höchstrichterlich vorgehalten, sie hätte die Mutter über diese extrem seltene Polio-Impfkomplikation aufklären und über die Infektionsgefahren einer derart marginalen, aber grundsätzlich möglichen Konstellation informieren müssen.

In Übereinstimmung mit internationalen Gepflogenheiten empfahl die STIKO deshalb seit 1998 nur noch die Verwendung des inaktivierten Polio-Impfstoffes (IPV), um die im Zusammenhang mit der Lebendvakzine auftretenden Impfpoliofälle (VAPP) zu vermeiden. Diese Regelung muss offensichtlich weltweit revidiert werden.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[02.09.2014, 16:11:51]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
"Frequenz" oder Klinikgröße ist ein höchst unseriöses Qualitätskriterium. 
Die Krankenkassen haben wesentlich bessere Qualitätsstatistiken ihrer eigenen Mitglieder.
Warum werden die nicht direkt verwendet.
Die BG als seriösester Kostenträger macht nichts anderes. zum Beitrag »
[02.09.2014, 16:05:39]
Dr. Wolfgang Bensch 
Seltsame Logik zum Schiedsamt 
Weil man schon vorher mit allem einverstanden war, ist es nun eine bessere Lösung, Herr Gassen?
Ist die Zahl 5 Milliarden als Forderung der KBV von den Kassen so "aus der Luft gegriffen worden"?
Hatten Sie sich schon vorab davon distanziert?
Lauter "High Potentials" am Herbert-Lewin in BERLIN? zum Beitrag »
[02.09.2014, 15:10:01]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Kollege Dr. Peter Köhler, die (ernährungsbiol.) Vernunft spricht gegen einen Zusammenhang: 
ein bischen Gemüse dazu, und schon ist der Unterschied nicht mehr nachweisbar.
Es sind daher andere Faktoren, die dem Fleisch von den Vegetariern gerne untergeschoben werden.
In USA hat man auch untersuchungen gemacht, die die unterschiedliche Zubereitung betreffen.
Und tatsächlich, je stärker "verbrannt" desto ungesunder.
Der Hauptnachteil von gutem Fleisch ist global:
es ist nicht eben billig.
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[02.09.2014, 14:48:52]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Kein Alkohol ist auch keine Lösung! 
Ein Ärgernis vorweg: Die "European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition" (EPIC) Studie mit knapp 450.000 europäischen Teilnehmern ist ein krankheitsepidemiologischer Euphemismus. EPIC war und ist nie und nimmer prospektiv. Es handelt sich in Wahrheit um eine simple "Follow-up"-Studie im "wait and see"-Design mit ex-post Befragung von Ernährungs- und Lebensgewohnheiten. Im zeitlichen Verlauf wurden von verschiedenen Studiengruppen höchst unterschiedliche, spekulative Hypothesen vorformuliert, um sie an Hand von invalidem Datenmaterial verifizieren zu wollen. Denn niemand kann im Voraus p r o s p e k t i v definieren, was er die nächste Zeit essen und trinken bzw. wie er sich verhalten wird.

Die Arbeit von Kuanrong Li, Anika Hüsing und Rudolf Kaaks: "Lifestyle risk factors and residual life expectancy at age 40: a German cohort study" entspricht in den Kernaussagen bereits in ihrem Abstract der oben erläuterten, irritierenden EPIC-Verwirrung:
Als Hintergrund ihrer Studie geben die Autoren für "westliche Populationen" (was immer das sein mag?) die Assoziation von Rauchen, Adipositas, ungesunder Ernährungsweise, schwerwiegendem Alkoholkonsum und körperlicher Inaktivität als Ursache für etwa die Hälfte aller vorzeitigen Sterbefälle an. ["Background - Cigarette smoking, adiposity, unhealthy diet, heavy alcohol drinking and physical inactivity together are associated with about half of premature deaths in Western populations. The aim of this study was to estimate their individual and combined impacts on residual life expectancy (RLE)."].

Schlussfolgerungen lesen sich dann aber folgendermaßen: Förderung gesunder Lebensstile, speziell keine Zigaretten zu rauchen und ein gesundes Körpergewicht beizubehalten sollte die Kernkomponente öffentlicher Gesundheitsempfehlungen sein, um vorzeitige Todesfälle in Deutschland und vergleichbaren Wohlstandsgesellschaften zu reduzieren ["Conclusions
Promoting healthy lifestyles, particularly no cigarette smoking and maintaining healthy body weight, should be the core component of public health approaches to reducing premature deaths in Germany and similar affluent societies."].

Das ist so banal und schlicht gestrickt, dass den Autoren doch glatt entfallen ist, m o d e r a t e n Alkoholkonsum (und damit verbundenes Genussverhalten im Lebensstil) als eine Komponente der Verlängerung der Lebenserwartung und der Lebensqualität zu würdigen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[02.09.2014, 11:32:51]
Dr. Peter Köhler 
Rotes Fleisch = ? 
Wie ist die Verringerung der Lebenserwartung wissenschaftlich einwandfrei belegt? Es ist doch eher durch das Blut/Eisenangebot eine Verbesserung zu erwarten. zum Beitrag »
[02.09.2014, 09:14:43]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Männer rauchen weniger, Frauen rauchen mehr 
das ist der Trend.
political correct = Lüge zum Beitrag »
[02.09.2014, 08:10:32]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
sehr geehrter Herr Tobias Effertz,  
ihre Anti-Raucher- und Anti-Kinder-Marketing-Analysen sind doch ganz hervorragend.
Sie zeigen, was verführerisches Marketing bewirkt. Wenn Sie ehrlich sind, müssen Sie zugeben, dass die Steuererhöhung für die Opfer dagegen nicht viel ausgerichtet hat.
Dagegen sind die Gewinne der Tabakkonzerne weiter gestiegen.
Es geht auch anders, wie das Beispiel Australien zeigt.
Machen Sie erstmal hier Druck auf den Staat und nicht nur bei den Opfern. zum Beitrag »
[02.09.2014, 07:55:11]
Dr. Hans-Jürgen Schrörs 
Polio Stand der Eliminierung weltweit 2014 
Im Jahr 2013 und 1. HJ 2014 gab es nach angaben der WHO nicht drei sondern acht Endemieländer: Nigeria, Kenia, Äthiopien, Kamerun, Somalia, Pakistan, Syrien, Afghanistan und Irak. In den Ländern Tschad und Niger wird WPV (Poliowildvirus) vermutet, die Behäörden machten aber gegenüber der WHO keine Angaben. Siehe auch Übersichtstabelle im Impfbrief-online: http://www.impfbrief.de/index.php?nav=30&uunav=999
Dr.med. Hans-Jürgen Schrörs, Herausgeber Impfrief-online zum Beitrag »
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