Leserkommentare [16796]

[24.01.2017, 10:30:31]
Thomas Georg Schätzler 
Vorsicht, G-BA- und Innovations-"Zeigefinger"! 
Wer, wie Professor Josef Hecken, als angeblich unparteiischer Vorsitzender des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen) und auch noch in Personalunion Vorsitzender des Innovationsausschusses im Gesundheitswesen mit dem Zeigefinger auf nach wie vor "interessengeleitete Beharrungskräfte" der verschiedenen Akteure und Interessengruppen zeigt, deutet mit mindestens drei Fingern dabei auf sich selbst!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[24.01.2017, 10:01:47]
Thomas Georg Schätzler 
Dann ist mir alles klar, Kollege Gerhard Kraus! 
Ein Interview mit RA Wolfgang Putz, München, zur Sterbehilfe-Gesetz-Abstimmung im Deutschen Bundestag aus Legal Tribune Online (LTO):
http://www.lto.de/recht/hintergruende/h/gesetzentwurf-abstimmung-sterbehilfe-fuenf-fragen-an-wolfgang-putz/

"LTO: Was würden Sie tun, wenn Sie als Bundestags-Abgeordneter am Freitag über die vier vorgelegten Gesetzentwürfe abstimmen müssten?

Putz: Ich würde viermal mit Nein stimmen. Man kann qualifizierte professionelle Suizidhilfe – ggf. gegen Geld – moralisch ablehnen. Aber bei den zur Abstimmung stehenden Gesetzentwürfen geht es darum nicht, sondern mit einem Gesetz soll eine moralisch befriedigende Veränderung herbeigeführt werden. Nach meiner Überzeugung werden jene Suizide, die man überhaupt nur begleiten darf, dennoch stattfinden. Die Menschen, die freiverantwortlich und wohlüberlegt handeln, weil die Palliativmedizin keine Option für sie hat oder sie diese ablehnen, werden entweder harten Suizid begehen - was kein anständiger Mensch gut finden kann -, oder, wie schon heute in der Überzahl und künftig sicherlich noch häufiger, sich heimlich und vertuscht das Leben nehmen. Und vermutlich noch häufiger als heute in der Schweiz.

LTO: Nach geltendem Recht ist die Tötung eines anderen auf Verlangen strafbar, die bloße Beihilfe zu dessen Selbsttötung straflos. Die organisierte Sterbehilfe ist derzeit nicht verboten, kommerzielle Angebote wurden aber bereits untersagt, während Sterbehilfe-Vereine in der Schweiz legal arbeiten. Für Ärzte gibt es keine strafrechtliche, in vielen Ländern aber berufsrechtliche Sonderregeln. Wie beurteilen Sie diese Rechtslage in Deutschland?

Putz: Das deutsche Strafrecht ist eindeutig, klar in seinen Abgrenzungen und somit beste Grundlage für die bisherige, Eigenverantwortung und Selbstbestimmung des Suizidenten garantierende Praxis. Die Rechtslage zur Suizidassistenz ist die gleiche wie in der Schweiz, lediglich Barbiturate sind dort, anders als in Deutschland, legal einsetzbar. Unsäglich ist die Idee von zehn von siebzehn Landesärztekammern, den Ärzten durch das Berufsrecht ihre Gewissensentscheidung durch ein striktes Verbot der Suizidbeihilfe zu nehmen. Nach dem Medizinrecht ist die Garantenstellung des Arztes vom Willen des Patienten und nicht vom absoluten Lebensschutz geprägt.

LTO: Halten Sie Änderungen für nötig?

Putz: Es bedarf lediglich einer Aufhebung des Verbots der ärztlichen Suizidbeihilfe in jenen zehn Landesärztekammern.

LTO: Worauf stützen Sie Ihre Auffassung juristisch?

Putz: Auf die Menschenrechte des Grundgesetzes.

LTO: Wie "juristisch" ist Ihre Argumentation - in dieser zutiefst persönlichen, womöglich von Religion, Ethik oder anderen Überzeugungen geprägten Frage?

Putz: Das deutsche Recht muss auch zukünftig mir und gleichgesinnten Ärzten meine weltanschaulich-religiös begründete Einstellung und deren Umsetzung garantieren. Alles andere wäre verfassungswidrig.

Die Fragen stellte Pia Lorenz" (redaktionelle Zwischenüberschriften wurden entfernt)

Aus meiner Sicht ist damit die juristische Argumentation, wo es um eine 150.000 Euro Schadenersatz- und Schmerzensgeld-Forderung des Sohnes H. S. gegenüber dem Hausarzt des Vaters geht, äußerst durchsichtig: Hätte der Hausarzt denn, während der Sohn jahrelang in den USA weilte, beim Vater aktive Sterbehilfe leisten sollen?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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[24.01.2017, 06:52:15]
Gerhard Kraus 
Quelle belegen 
Sehr geehrter Herr Kollege Schätzler,
Meine Recherche war die Nachfrage beim genannten Rechtsanwalt, der mir neben der Pressemitteilung die gesamte Urteilsbegründung hat zukommen lassen. zum Beitrag »
[24.01.2017, 01:21:37]
Wolfgang Bensch 
"Dieses Geschäftsmodell des Upcoding müssen wir im Keim ersticken" 
Tja, wie konnte denn so ein Modell überhaupt entstehen?
Da waren doch Jahre der Entwicklung zuvor, um den Risikostrukturausgleich zu einem Morbiditäts-orientierten "gerechteren" Verfahren zu verfeinern. Gesundheitsökonomen wie Prof. Wasem hatten sich dazu schwer ins Zeug gelegt und Grundlagen dazu erarbeitet.
Nun wundert man sich über "erweiterte Gerechtigkeit" wg. Berücksichtigung der Morbidität gemäss ICD-10 GM, der so messerscharf das morbide Element codiert.
Keimt einmal etwas anderes als nur "verbieten, verbieten, verbieten ..." erlaubterweise auf? zum Beitrag »
[23.01.2017, 13:35:39]
Thomas Georg Schätzler 
Aus meinem Brief an den Flughafen Düsseldorf! 
An
Telefon: +49 (0) 211 421-0 Fax: +49 (0) 211 421-6666
E-Mail: customerservice@dus.com

Sehr geehrte Damen und Herren,
für einen meiner Patienten, einen jungen Ethnologen, der in Uganda erkrankt ist und bei seiner Ankunft am Montag den 3.10.2016 am Flughafen Düsseldorf einen Vertragsarzt benötigt, der ihm die notwendige Anschlussmedikation verschreibt, finde ich keinen der Flughafenklinik in Frankfurt/Main vergleichbaren Ansprechpartner.
Leider fehlt auch bei Ihren Services-Angaben jeglicher Hinweis auf eine medizinische Versorgung für Ihre Passagiere und Besucher.
Es ist erfreulich, dass Sie sich um „Flugangsthilfe“ kümmern und eine „Zahnarztpraxis“ vorhalten, aber eine allgemeinmedizinische, internistisch-chirurgische und reisemedizinische Versorgung fehlt.
Ihr Hinweis auf „Reisemedizin“ läuft ins Leere, da dort nur auf präventive Reisemedizinische Impfungen und nicht auf Akutversorgung hingewiesen wird. Eine von „radprax“ betriebene radiologische Praxis bietet „Hochmoderne Diagnostik und Ganzkörper Check-ups“ ohne weiterführenden medizinischen Hintergrund.
Ich verbleibe mit freundlichen Grüßen
Dr. med. Thomas G. Schätzler
Facharzt für Allgemeinmedizin
Kleppingstr. 24
44135 Dortmund

Als Antwort erhielt ich einen lapidaren Brief, dass man eine "Flughafenklinik" oder eine Notfallambulanz nicht benötigen würde. Sämtliche anfallenden Probleme würden durch Feuerwehr, KTW, RTW und NAW erstversorgt und in die umliegenden Krankenhäuser gefahren.

Damit steht fest, dass im drittgrößten Flughafen Deutschlands nach Frankfurt/M und München, wo es selbstverständlich Flughafenkliniken gibt, offensichtlich mit Billigung der Düsseldorfer NRW-Landesregierung (Miteigner Flughafen DUS), keinerlei medizinisch qualifizierte Vorsorge für Akutkrankheiten, Infektionen/Epidemien, Unfall-/Katastrophenfälle und Terrorgefahren gibt.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[23.01.2017, 13:09:51]
Claus F. Dieterle 
"Bei einigen ist im Hintergrund noch ein menschlicher Therapeut..." 
Es gibt auch online-Therapien, die ausschließlich individuell durch einen Therapeuten per Email erfolgen. Hier ist der Therapeut also nicht im Hintergrund zur Ergänzung der computergestützten Therapie, sondern nimmt individuell zu der Situation des Patienten und zu seinen Fragen Stellung.  zum Beitrag »
[23.01.2017, 10:54:59]
Karl-Otmar Stenger 
Energiebilanz 
Wenn das tatsächlich so wäre, dass es völlig egal sei, welches Lebensmittel als Energieträger wir zu uns nehmen, gäb es die Menschheit / Primaten erst gar nicht. Ausserdem wären zahlreiche Tierarten schon längst ausgestorben. Das liegt daran, dass die Zufuhr von Fruktose - siehe z. B. Bären, die sich an Früchten im Herbst nicht sattfressen können, um mit dem Vorrat an Fett den Winter zu überstehen - auf Dauer dafür sorgt, dass unsere Mitochondrien statt Energie zu erzeugen die Fettsynthese ankurbeln und unterhalten. Unsere Lebensmittelindustrie und andere haben seit Max Rubner (* 2. Juni 1854 in München; † 27. April 1932 in Berlin) nichts dazugelernt.
Es ist doch so einfach: Die WHO hat vor zwei Jahren davor gewarnt, dass derjenige, der mehr als 5% seiner Energiezufuhr in Form von Zucker zu sich nimmt, früher oder später schwer erkranken wird. Deshalb gilt es auf EU-Ebene die Zuckermarktordnung den Bedürfnissen einer gesund zu erhaltenden Bevölkerung anzupassen, statt ab 1.10.2017 den Zuckermarkt der EU zu liberalisieren. zum Beitrag »
[22.01.2017, 13:31:59]
Wolfgang P. Bayerl 
was das nun mit Medizin zu tun haben soll, 
verstehe ich nicht.
Ein Zug der Zeit, sich mit allen Problemen der Welt an "die Medizin" zu wenden,
oder hinter ihr zu verstecken.
Ein Arzt ist nicht zum "Strafen" oder gar "Töten" da, das muss schon der Richter entscheiden.
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[22.01.2017, 11:52:49]
Wolfgang P. Bayerl 
Entsetzlich, mit dem Tod noch Geld verdienen 
Wohin sind wir gekommen,
ein Sohn, der auch noch als "Pfleger" die Pflege seines eigenen Vaters UNTERLÄSST.
Warum wird der Vormund nicht verklagt?
Juristischer Übermut!
Einen Arzt kann man natürlich IMMER verklagen,
wegen Unterlassung oder (nur in Deutschland) wegen Körperverletzung.
Ernährung als Körperverletzung, grotesk!!!
Schande über den missratenen Sohn. zum Beitrag »
[21.01.2017, 12:59:50]
Klaus Günterberg 
Der Haken: Der eArztausweis. Man ahnt, wohin die Sache führt. 
Befunde und Berichte und Arztbriefe per Mail oder per Fax zu versenden, das ist doch längst üblich! Und das soll nun sogar noch sicherer verwenden – wer könnte etwas dagegen haben?
Warum nur machen so wenige Ärzte vom eArztbrief Gebrauch? Wo liegt da ein Haken?

Da ist zum einmal die „Vergütung“ für den eArztbrief. Man will ihn anfangs finanziell fördern, in 2017 mit einer Pauschale von 55 Cent pro Brief. Und danach? Sollen Ärzte dann umsonst arbeiten?
Der absendende Arzt soll von den 55 Cent dann 28 Cent, der den Brief empfangende Arzt soll 27 Cent bekommen. Abgesehen davon, dass die Umsetzung einer solchen Regelung ein Monster an Bürokratie wäre, sind solche Beträge für Ärzte in ihrer „Höhe“ zutiefst entwürdigend. Ist der ärztliche Berufsstand schon so herunter gekommen, dass man glaubt, ihn mit solchen Beträgen motivieren zu können?

Da sind zum zweiten die Kosten eines eArztausweis, der ja eine Voraussetzung ist: Man kennt längst die Kosten der weit verbreiteten Club-, Kunden-, Ausweis-, Zutritts- und Dienstkarten, die teilweise incl. Bild in kleiner Auflage bereits unter zwei Euro zu haben sind. Man kennt auch die Kosten einer banküblichen EC-Karte, jahrelang gültig. Man kennt auch die Kosten für den modernen und fälschungssicheren deutschen Personalausweis, mit Hologramm, Chip und Photo: bei der Beantragung am Wohnsitz 28,80 Euro. Er gilt zehn Jahre.
Die Kosten für den eArztausweis sind je nach Bundesland unterschiedlich. Die Bundesärztekammer nennt einen monatlichen Betrag von 7,90 Euro pro Monat. Im Bereich der Landesärztekammer Rheinland-Pfalz kostet der eArztausweis derzeit 10,40 Euro pro Monat. Mit dem eArztausweis wird auch der Kauf eines Lesegeräts und der zugehörigen Software in Höhe von 139,80 Euro nötig.
Ärzte hätten demnach für den eArztausweis in zehn Jahren 1.087,80 Euro, in Rheinland-Pfalz sogar 1.387,80 Euro zu zahlen. Wer denkt da nicht an die Kosten unseres Personalausweises?
Da empfinden Ärzte sich bei den Kosten für den eArztausweis als eine unfreiwillige und unerschöpfliche Geldquelle für die IT-Industrie.
Wir Ärzte haben in Hard- und Software, immer dort, wo dies wirtschaftlich und medizinisch sinnvoll war, schon sehr viel investiert. Niemand will aber für fremden Nutzen zahlen.

Und wir Ärzte lehnen zum dritten das deutsche Telematik-Projekt im Gesundheitswesen, dessen erklärtes Ziel eine zentrale deutsche elektronische Patientenakte ist, mehrheitlich ab. Mehrere deutsche Ärztetage haben dies bekräftigt. Auch für dieses Ziel, ePatientenakte, ist der eArztausweis nötig.
Da hat man Verdacht, dass man uns den eArztausweis über die Hintertür eArztbrief aufzudrängen versucht. „Nachtigall, ick hör dir trapsen.“, würde der Berliner Volksmund sagen; man ahnt, wohin die Sache führt.

Dr. Günterberg
Gynäkologe. Berlin.
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