Samstag, 4. Juli 2015

Leserkommentare [13276]

[03.07.2015, 13:59:21]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Blick in die Zukunft? - Eher ein Blick in die Glaskugel?  
Nicht nur die Praxis, sondern auch das Leben wird 2025 digital sein:
6.00 morgens, das Bett vibriert automatisch, um die vom Matratzensensor erkannten muskulären Rückenverspannungen zu lösen.
6.10 Der japanische Urinanalyser unter dem beheizbaren WC-Sitz mit Massagedüsen und Gesäßtrockner misst den persönlichen Gesundheitszustand. Urinwerte, Blutdruck, Körpertemperatur und Gewicht werden erfasst, noch während der Benutzer sein Geschäft verrichtet. Wegen auffälliger Alkoholausscheidung (feucht-fröhliche Geburtstagsfeier am Vorabend) geht eine automatisierte Mail an das zuständige Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) und an den Arbeitgeber, da der Betroffene als Verkehrspilot arbeitet und somit für heute gesperrt ist.
6.30 Da der implantierte Schrittzähler ein Minus von 2.000 Schritten aufweist, wird die automatische Frühstücksausgabe kalorienmäßig reduziert.
6.35 Der rein präventiv implantierte VCD-Schrittmacher gibt einen kurzen Stromstoß ab, weil beim zu hastigen Trinken von eiskaltem Wasser ein Vagusreiz ausgelöst wurde.
6.55 Das Auto fährt über Induktionsschienen gesteuert aus der Tiefgarage vor.
7.55 Das Gesichts- und Pupillen-Erkennungssystem ergibt eine leichte Anisokorie und einen diskreten feinschlägigen Nystagmus. Der PKW fährt automatisch zum MVZ und sendet per Auto-SMS eine dringende Terminanfrage.
8.15 Der Arzt im MVZ, ebenfalls um 6.00 per Rückenmassage aus dem Schlaf gerissen (gestern war ein langer OP-Tag), versucht verzweifelt, eine elektronische Liste mit 50 Terminanforderung nach Dringlichkeit zu priorisieren. Schon früher, als er noch auf dem Notarztwagen fuhr, waren bis zu 80 Prozent der Einsätze ohne eigentliche Dringlichkeit. Jetzt werden allerdings die Patienten im Minutentakt per Drohne eingeflogen.

Das war jetzt mein Blick in die Glaskugel der Zukunft. Die medizinisch-ärztliche Welt der Krankheiten, der Anamnese, Untersuchung, Beratung, Differenzialdiagnostik und multidimensionalen Therapien ist allerdings gar n i c h t digital, sondern analog. Selbst digitale Palpationstechniken und Untersuchungen sind nun mal ein rein analoges Vorgehen.

Unsere Kernkompetenz sind Zehntausende von Krankheits-Entitäten, die ambulanten/stationären Pharmako- und Physiotherapien, Heilbehandlungen, Operationen, Injektionen/Infusionen, Kuren, Minimalinterventionen oder Hybrid-OPs: Bei Herz- und Hirn-Infarkten, ACS, Herzfehlern, Aneurysma, Asthma/COPD, Miss- und Fehlbildungen, Lungenembolien, akutem Abdomen, eingeklemmten Hernien, KHK, systolischer/diastolischer/pulmonaler Hypertonie, Hyperlipidämien, PAVK, Mesenterialinfarkten, Carotisstenosen, Tumorkrankheiten, Kachexie und Marasmus, zerebralen Krampfanfällen, Gallenstein- und Nierensteinkoliken, entgleisten Typ-1 und 2-Diabetes Krankheiten mit Komplikationen, Addison-Krisen, Thyreotoxikosen, Rheuma, Kollagenosen, endokrinen Störungen, Nierenversagen, Neuropathien, Systemerkrankungen, dekompensierter Herzinsuffizienz, Infektionen mit Viren/Bakterien/Pilzen/Parasiten, chronischen Schmerzen usw. usf.

Medizinische "Gesundheits"-Apps, E-Health und Telemedizin bzw. die gesamte Digitalisierung des Gesundheitswesens sind nur Hilfsmittel und notwendiges Accessoire. Prozess- und Ergebnisqualitäten in der Humanmedizin werden aber eher durch analoge Kommunikations-, Interaktions-, Kontemplations-, Empathie- und Reflexionsfähigkeit bzw. selbstkritische Wahrnehmungsfähigkeit bei Ärzten und Patienten definiert.

Digitalisierung der gesamten Medizin, Apps, Telemedizin-Anwendungen und E-Health-Gesetz berücksichtigen nicht unsere bewegungseingeschränkten, teilhabegeminderten, bio-psycho-sozial benachteiligten, EDV-fernen, älteren, multimorbiden Patientinnen und Patienten. Ärztliche, psychotherapeutische, pflegerische und physiotherapeutische Professionen, deren Empathie- und therapeutisch interventionellen Fähigkeiten sind grundsätzlich analoger Natur.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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[03.07.2015, 12:21:13]
Heidemarie Heubach 
Mal bei Watzlawik reinschauen ! 
"Was nicht sein darf, kann nicht sein" - lieber Dr. Bayerl: jetzt müssen nur noch mehr Ärzte aktiv werden in der `Ad-Hoc-Gruppe Hirntod` rund um Dr. Gero Winkelmann, das würde auch die 7 abtrünnigen Mitglieder des Deutschen Ethikrates stärken gegen die herrschende Profitorientierung! zum Beitrag »
[03.07.2015, 12:05:55]
Heidemarie Heubach 
Von langer Hand geplant ? 
`Dank` Zeit-, Arbeits-, Leistungs- und Wettbewerbsdruck quasi vom Kindergarten sowie oft irreführender Informationsüberflutung ist offensichtlich die Masse der Bürger so ausgepowert, daß sie keine Kapazitäten mehr frei für wirklich Wichtiges, z.B. die Entscheidungen für politische Weichenstellungen. Wie anders kann es sein, daß es - trotz Buchveröffentlichung von Dr. Regina Breul! - immer noch keinen Aufschrei gab, nachdem 2010 in Usedom auf einer öffentlichen, pharmaziegesponserten Tagung vorgeschlagen wurde, man solle doch den Organmangel in Deutschland verknüpfen mit dem Pflegenotstand angesichts wachsender, oft dementer Alter in den Heimen, von denen doch noch viele gut funktionierende Organe (für das Programm "old-for-old") hätten..........
Schöne neue Welt des Raubtierkapitalismus - gefressen werden aber sicher nicht die 1% Superreichen. Alle anderen, auch die Ärzteschaft / sog. Mittelstand bilden sich ein, selbst verschont zu bleiben von dieser rasanten, menschenverachtenden Entwicklung. zum Beitrag »
[03.07.2015, 10:27:05]
Dr. Richard Barabasch 
"DER Arzt soll" 
"Man" soll vieles und "der Arzt" speziell soll noch mehr sollen. Herrjeh ! Erdet doch endlich einmal diese Diskussionen im Hinblick und Gesichtspunkten auf udn wie z.B. (Auswahl)
1)das begünstigte Klientel (etwa Krankenkassenpflichtversicherte unter der VertragsarztKnute der KVen und krankenKassen ???),
2) Lebensarbeitszeit und Berufsbild (hier: "des Arztes", nicht IT-Experte),
3) Investitions- und Unterhalts-Kosten,
4) Abgleichung derzeitiger gesetzlicher Vorgaben einschließlich visionärer Wünsche und deren derzeitige und evtl. zukünftige Regelungsmöglichkeiten
Etc,etc,etc.
Fraglos kann manches als Wunsch in die Zukunft projeziert und als Machbarkeit breitgetreten werden - indes hat die Geschichte bewiesen, dass manches Projezierte sich als pure Zeitverschwendung an sinnfälligem Hirnschmals erwiesen hat. da muss nicht unbedingt beispielhaft die Jahres-Buchreihe "Universum" in meiner Jungend dafür herhalten,
meint,
R.B. zum Beitrag »
[03.07.2015, 08:14:00]
Ulrich Kabis 
Ärztezeitung - Fachblatt für Mediziner 
Liebe Redaktion,
was soll eigentlich diese Überschrift in einem Fachblatt für Mediziner??
"Dauerstreit um das Recht auf den Rausch"! Als chronischer Schmerzpatient bin ich sehr enttäuscht, dass sie sich auf eine so dekratierende Überschrift herablassen. Mir ist kein Patient bekannt, der sich berauschen will. Wir wollen ärztliche Hilfe und die ggf. auch mit Cannabis als Medikament. Im Namen meiner Selbsthilfegruppe und auch vieler mir persönlich bekannter Schmerzpatienten wäre mir sehr daran gelegen, wenn SIE die vielen, wirklich kranken Menschen ERNST nehmen würden. zum Beitrag »
[03.07.2015, 07:42:48]
Harold F. Reichel 
Wirklich??? 
Wirklich, Herr Gröhe??? Drei Pflegekräfte pro Klinik mehr? Donnerwetter! zum Beitrag »
[02.07.2015, 20:43:14]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
warum immer nach dem Staat rufen? 
Die Frage nach der Ursache des (vermehrten?) Wunsches nach Suizid kann sicher nicht der Staat beantworten oder lösen. Für mich ist dieser Wunsch sehr selten beobachtet selbst bei totkranken Krebspatienten.
Was ist mit dem persönlichen Umfeld. Fühlen sich gar alte Menschen manchmal verpflichtet, anderen nicht zur Last zu fallen?
Was mich etwas stört an der Ärztezeitung, dass hier permanent eher abschreckende Bilder alter Menschen auftauchen, muss das sein?

Die unermüdlichen Appelle von Frau @Heidemarie Heubach zu etwas mehr Spendenbereitschaft in Deutschland kann ich gerne unterstützen. Ist nur eine anderes Thema, etwas aufdringlich. zum Beitrag »
[02.07.2015, 20:30:21]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Streik verbieten, ebenso wie bei der Kita ist mein Vorschag. 
[02.07.2015, 20:27:00]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
"Niemand von uns weiß, wie das geht - das Sterben" ... lässt tief blicken in unserer Gesellschaft für eine alltäglichen Vorgang. 
Ich sehe das als Zugeständnis für eine Verdrängung, ich will nichts damit zu tun haben.
Erlebt keiner mehr den Tod eine Verwandten, der Eltern? Schon Kinder sollten das als "normal" erleben, wie ein Besuch auf dem Friedhof.
Ein Arzt in einem entspr. Fachbereich erlebt das noch häufiger.
In Zukunft nur noch für "Spezialisten"???
Aus Sicht des Sterbenden? NEIN. zum Beitrag »
[02.07.2015, 20:19:04]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
aus meiner ärztlichen Sicht eine erfreuliche und auch sehr ernsthafte Position. 
Ernsthaft als grundsätzlich positive Einstellung zum Leben.

Liebe Frau@Heidemarie Heubach, jetzt müsste nur noch die Organ-Spendenbereitschaft in Deutschland wieder deutlich zunehmen. zum Beitrag »
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