Sonntag, 19. April 2015

Leserkommentare [12649]

[19.04.2015, 17:19:50]
Dr. Wolfgang Bensch 
Die Masse macht`s! 
Genial so eine Vorsorgeuntersuchung für alle GKV-Versicherten mit dem Turnus von 2 Jahren. Das schaffen nicht einmal die Dermatologen, Allgemeinärzte dürfen das auch bedienen.
Untersucht alle Gesunden, warum sich noch um Kranke kümmern? Viel zu aufwendig und noch lausig mit Regelleistungsvolumen abgegolten, vorsorgen, damit Gesunde gesund bleiben - echte Prävention, qualitätsgesichert? zum Beitrag »
[19.04.2015, 12:57:28]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Hierzu 2 Anmerkungen. 2) Was sagt das IfSG: 
Zunächst vielen Dank an das Ärzteblatt, dass hier einmal §20 (6) und (7) zitiert wird,
es gibt allerdings auch noch den Abschnitt 5. und 6. des IfSG, der ebenfalls zahlreiche Möglichkeiten der Einschränkungen von Grundrechten auch ohne zusätzliche Rechtsverordnung vorschreibt,
allerdings den Behörden (Gesundheitsamt) in der Regel einen Ermessensspielraum lässt,
was ja wohl auch im "Verdachtsfall" gar nicht anders möglich ist.

Die "Verhältnismäßigkeit" einer allgemeinen Impfpflicht darf man ja durchaus für ein ganzes Land auch für große masernfreie Gebiete in ZUNÄCHST in Zeifel ziehen, aber DAVOR steht ja der akute LOKALE epidemibezogene Notfall, wie in Berlin, also die Postexpositions-Prophylaxe (PEP) bzw. Riegelungimpfung gerade bei Masern, das so hoch ansteckend ist, dass die anderen Waffen der räumlichen Isolierung etc. weitgehend stumpf bleiben,
denn es genügt schon der Aufenthalt im gleichen Zimmer.
Der erste Schritt wäre daher eine Rechtsverordnung für eine solche PEP-Riegelungsimpfung für das Land Berlin.

Zu 2)
Wenn es wirklich stimmt, dass 20-30% der Ärzte in das feindliche Lager der Impfgegner übergelaufen sind,
dann stehen die verbleibenden 70-80% auf völlig verlorenem Posten
und hier muss sowohl Ärzteaufsicht wie Gesundheitspolitik tätig werden.
Mit einer solchen unprofessionellen Berufeinstellung einer abweichenden Minderheit, hätte z.B. die Diphtherie in Deutschland nicht ausgerottet werden können, die noch in der Nachkriegszeit wirklich Tausende Tote jährlich gekostet hat.

Und Mikroorganismen werden niemals (ganz) aussterben, das Problem ist daher ein grundsätzliches,
nicht nur für Masern.
Wir können uns eine solche "Minderheit" wirklich nicht leisten!!! Wir sollten uns dann auch nicht unbedingt so scheinheilig mit Afrika beschäftigen. zum Beitrag »
[17.04.2015, 21:08:20]
Dr. Michael D. Lütgemeier 
WO bleibt der Aufschrei ? 
Und noch wichtiger: Dies Ergebnis hätte man aus gewissen Gründen voraussagen können. WER trägt jetzt die Verantwortung ? WER haftet, WER bezahlt den Schaden und WER wird bestraft? Jawohl. Nur VERFOLGUNG, Ermittlung und ggf. BESTRAFUNG (sei es dienstrechtlich) schützt die Gemeinschaft vor weiteren sinnentleerten Kapriolen zu Lasten der Versichertengemeinschaft. Wer wird entlassen, Wer wird "degradiert" ? zum Beitrag »
[17.04.2015, 18:45:23]
Dr. Adrian Roye 
Was hat das mit der Behandlung von Kranken zu tun ? 
Hilft das beim operieren ?
Wenn das System ordentlich eingerichtet ist und man sich nach dem Prinzip "never change a running system" treten keine Probleme auf.
Sollte ein Problem auftreten, ohne das Niemand irgendwas merkt, es hat Zeit.
Sollte Jemand der Meinung sein sowas in einer Praxis zu brauchen kann OpenNMS verwenden:
http://www.ip-insider.de/specials/tipps/tools/articles/330271/
Vorteile:
1. Es gibt keine Sicherheitsprobleme: "Die Daten werden dabei auf dem zentralen Server in der Praxis gesammelt und per Push-Nachricht an den Hauptserver des Support-Dienstleisters gesendet. "
2. Kostet nichts ;-)
3. Mit iPhone App ...

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[17.04.2015, 13:20:28]
Helmtrud Harnack 
Zehnmal mehr Grippekranke als 2013/14 
Wird bei der statistischen Erfassung und dem Versuch der Ursachenfindung vergessen, dass der Grippeimpfstoff nicht mit den tatsächlichen Grippeviren vereinbar war, außerdem zusätzlich noch zum Abverkauf der Impfstoffe die Impfung dennoch sehr nahe gelegt?
Interessant wäre die Bekanntgabe der Typisierung der tatsächlichen Viren der Grippefälle.
Auffällig war/ist allerdings, dass zu den Grippefällen keine bzw. nur wenig Informationen bekannt wurden, als bekannt wurde, dass es sich bei vielen Krankheitsfällen um die Schweinegrippe handelte. zum Beitrag »
[17.04.2015, 12:22:25]
Dr. Susan Brauner 
@Dr. Thomas Georg Schätzler  
Knapper und treffender ist die Sachlage dazu kaum zu beschreiben. Vielen Dank! zum Beitrag »
[17.04.2015, 11:53:29]
Dr. Wolfgang Bensch 
Gesetzentwürfe der Regierung und die Kunst des Unterlassens 
Ist in den Gesetzentwürfen ein "Standard" unter Rubrik C.
Was liest der geneigte Leser dort regelmässig?
"Alternativen: Keine"

Schon unterlässt man es, Gedanken an andere Lösungen zu verschwenden. Dürfte auch beim Tarifeinheitsgesetz, das in die Schlussphase eintritt, so sein. zum Beitrag »
[17.04.2015, 11:47:05]
Dr. Klaus Günterberg 
Alter Wein in neuen Schläuchen 
Ärztemangel in Deutschland? Altbekannt - ein alter Wein in neuen Schläuchen. Dazu gäbe es viel zu sagen, bspw. zur Demographie der Bevölkerung, zur Demographie und zur Zahl der Ärzte, zur Zahl der nachrückenden Studenten, zur Zu- und Abwanderung von Ärzten, zu neuen ärztlichen Aufgaben, zur Arbeitszeit der Ärzte, zur kürzeren Liegezeit in den Krankenhäusern, zum Einfluss der Informatik auf die ärztliche Arbeit, zur sog. Bedarfsplanung und zu vielen anderen Einflussfaktoren. Das alles würde den Rahmen dieses Forums sprengen, ist aber schon publiziert und mit zugehörigen Zahlen auch nachzulesen: http://www.dr-guenterberg.de/content/publikationen/2011/Landaerzte-120.pdf.

Von besonderer Bedeutung sind mir da einige Aspekte: 1. Die Abwanderung. Gegenwärtig verlassen von zehn in Deutschland ausgebildeten Ärzten drei unser Land. Wir werden es uns wohl dauerhaft nicht leisten können, Fachleute, denen man die längste Ausbildung und das teuerste Studium finanziert hat, in dieser Größenordnung durch Abwanderung zu verlieren.
2. Leistungsbegrenzende Maßnahmen. Man hat vor Jahren auf Drängen der Krankenkassen für die Vertragsärzte sog. „leistungsbegrenzende Maßnahmen“ eingeführt, d.h. von einem bestimmten Umfang an wird Ärzten die Arbeit nicht mehr bezahlt. Vertragsärzte könnten mehr arbeiten, die Maßnahmen erlauben es aber nicht. Da soll man sich heute über einen Ärztemangel nicht beklagen.

Letztlich besteht der einzige sich kurzfristig auswirkende Lösungsansatz gegen den haus- und fachärztlichen Ärztemangel darin, Ärzte von fachfremden und bürokratischen Tätigkeiten zu entlasten, ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern, leistungsbegrenzende Maßnahmen wieder abzuschaffen und durch bessere Entlohnung den Arztberuf in Deutschland wieder so zu gestalten, dass auch die Abwanderung der Absolventen nachlässt.


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[17.04.2015, 11:38:10]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Nosologischer Paradigmenwechsel? 
Nach ICD-10-GM 2015 bezeichnet die "International Classification of Diseases" (ICD) mit der Kodierung "Z73" Probleme mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung; und mit der Kodierung
"Z73.0" Ausgebranntsein (Burn-out, Zustand der totalen Erschöpfung).

Die Begrifflichkeit ist schlecht gewählt: Burn-out bedeutet in der Raumfahrt das Abschalten eines Raketen-Triebwerks, wenn der antriebslose Flug beginnt. Im Flugwesen ist es das "flame-out" eines defekten Strahl-Triebwerks, in der Kernphysik das Durchbrennen von Brennstoffelementen bei Überhitzung, beim Autofahren das gezielte Durchdrehenlassen der Reifen und schlussendlich eine von Criterion Games entwickelte Rennspiel-Reihe mit dem Namen "Burnout" in Anlehnung an die US-Stock-Car-Rennen.

Wie man mit dem neuen Terminus "Systemische Belastungsintoleranz-Krankheit" (Systemic Exertion Intolerance Disease, SEID) weiter kommen will, bleibt unklar. Denn er ist genauso nebulös und subjektiv wie das Myalgische Enzephalomyelitis/Chronische Müdigkeitssyndrom (ME/CFS).

Alle rein deskriptiv-beschreibenden Symptomkomplexe und Syndrome kranken an einer Verwischung zwischen definierbaren Krankheitsursachen und daraus resultierenden pathophysiologisch erklärbaren Krankheitsbildern. Die alten Kliniker haben sich in blumige Umschreibungen wie "ubiquitär, "heterogen", "idiopathisch", "polymorph", "dystroph", "degenerativ" geflüchtet, während professionelle Ärztekritiker am liebsten alles als "iatrogen" oder "factitia" abtun möchten.

Mein Patient erfüllt als selbstständiger Fliesenleger-Meister übrigens nach einem 12-13 Stunden-Arbeitstag auch alle 3 SEID-Kriterien:
1. seine Fähigkeiten sind substanziell vermindert oder eingeschränkt;
2. fühlt er sich nach Anstrengungen unwohl und hat
3. keinen erholsamen Schlaf, weil er an das Finanzamt denken muss.
Kognitive Beeinträchtigung und orthostatische Intoleranz sind Folgen vom vielen Fliesen-Legen in gebückter Haltung.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[17.04.2015, 09:19:44]
Dr. Hans-Jürgen Schrörs 
Erst informieren, dann diskutieren 
Mutmaßungen sind nicht zielführend. Es sollte gelten: Erst informieren, dann nachdenken, dann diskutieren.
Fact ist: Hausärzte, die mehr als 50% alternativmedizinische Therapien anwenden, impfen nach eigener Aussage überwiegend nicht nach STIKO, und nur 70,3% der hausärztlichen Schulmediziner impft nach STIKO (1). Also fast ein Drittel der "Schulmediziner" hält sich nicht an die öffentlichen Empfehlungen!
Fact ist, dass 2013 in Bayern 24% aller hausärztlichen Praxen im gesamten Jahr (!) keine einzige Masernimpfung abgerechnet haben, wo die Leistungen doch budgetfrei sind?(2)
Hauptverantwortlich für die Impfmisere sind nicht die ca. 3% Impfgegner oder die Politik, hauptverantwortlich sind wir Ärzte im hausärztlichen Bereich! Die Hälfte aller Masernerkrankten in Berlin sind älter als 18 Jahre.
(1) Ch. Rautmann - Determinanten für die Umsetzung der Impfempfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO)in den alten und neuen Bundesländern, Dissertation Universität Greifswald, 2013
(2) Quelle KV - Bayern
Dr. med. Hans-J. Schrörs, FA Allgemeinmedizin
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