Donnerstag, 24. April 2014

Leserkommentare [9903]

[24.04.2014, 09:26:25]
Margarita Moerth 
Gefährliche Schlagzeilen 
Leider habe ich - nicht nur in großformatigen Boulevardzeitungen - schon öfters feststellen müssen, dass sich hinter verblüffenden Schlagzeilen äußerst matte Fakten verbergen.
Die Schlagzeile ist alles.
Selbst das Fragezeichen "Schützt viel Sonne vor Melanomen?" macht diesen Titel angesichts des nachfolgenden Beitrags um kein bisschen seriöser.
So etwas hat die Ärztezeitung doch nicht nötig. zum Beitrag »
[24.04.2014, 09:10:23]
Lars Koschorreck 
Moderate UV Exposition 
Ich kann als Hautarzt die mittlerweile weit verbreitete Dramatisierung von Sonnenlicht nicht weiter umkommentiert hinnehmen. Einzelne Ordinarien versteigern sich hin zu statements wie: Jedes Quantum UV Licht ist zuviel. Wenn es nach diesen Herrschaften ginge, sollte sich die Menschheit am besten nur noch im Keller, von einer 40W Birne illuminiert, aufhalten.
Das alles hat natürlich nichts mit dem normalen Leben und dem Gesundheitsempfinden der Bevölkerung zu tun. Wie Paracelsus treffen formulierte: Die Dosis macht es! Daher rate ich auch meinen Patienten je nach Hauttyp eine moderate UV Exposition, alleine schon um die natürlichen Schutzfunktionen der Haut, wie Pigmentierung und UV Schwiele, zu aktivieren. Denn wie schon im Artikel beschrieben, rächt es sich eher wenn genau diese Schutzmechanismen völlig untrainiert sind. Völlig unsinnig wird es wenn insbesondere Senioren das Sonnenlicht verboten wird (z.B. nach einem NMSC), da hier der dadurch verursachte Vit. D Mangel besonders evident wird.  zum Beitrag »
[24.04.2014, 08:32:54]
Wolfgang Ebinger 
Neusprech 
Ja, wir haben richtig gelesen: Levonorgestrel ist ein NOTFALL-kontrazeptivum! Wir leben mittlerweile in einer derart promiskuitiven Gesellschaft, in der "die schönste Sache der Welt" zu einem billigen Zeitvertreib geworden ist, statt dass sie in einem durch das Grundgesetz geschützen lebenslangen Bund erfüllend geschenkt und genossen wird. Kinder werden nur noch selten "mit Liebe gemacht", geschweige denn, mit elterlicher Liebe geformt, geprägt und erzogen. Art. 6 Abs 2 und 3 GG ist offenbar VÖLLIG aus den Köpfen unserer Gesellschaft verbannt worden. Kein Wunder also, dass neues Leben eine Wegwerfware geworden ist, dessen Entstehung zu einem "Notfall" mutiert ist. Wenn das nicht als "pervers" (lat. pervertere = verkehren) bezeichnet werden kann, was dann? zum Beitrag »
[23.04.2014, 22:04:58]
Dipl.-Med Matthias Junk 
genau ! 
nix hinzuzufügen. zum Beitrag »
[23.04.2014, 08:59:45]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Versorgungsforschung: Vorbildfunktion in Westfalen-Lippe! 
Die "Impfvereinbarung für Westfalen Lippe" (Stand Februar 2014) sieht mit allen Ergänzungen insgesamt 87 verschiedene Dokumentationsziffern für alle denkbaren Schutzimpfungen und Kombinationen vor, die bei den Gesetzlich Krankenversicherten in der GKV möglich sind.

Differenziert in
- "erste Dosen eines Impfzyklus bzw. unvollständige Impfserie"
- "letzte Dosis eines Impfzyklus nach Fachinformation"
- "Auffrischungsimpfung"
werden Impfstatus und erbrachte Impfleistungen lückenlos dokumentiert.

Das mag zwar vielen Kolleginnen und Kollegen als zusätzlicher bürokratischer Aufwand lästig erscheinen, ist aber auf der anderen Seite unschätzbares Datenmaterial für Impf- und Versorgungsforscher, weil es auch mögliche Impf-Lücken und -Verweigerer erfasst.

Von einem "Datensalat" bei Impfungen kann jedenfalls in Westfalen-Lippe keine Rede sein: Es gibt einen "Datenschatz" bei der KVWL, der nur darauf wartet, gehoben zu werden.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[23.04.2014, 08:50:38]
Eva Pichler 
Freiraum für Eigeninitiative im Beruf ist abhängig von der Führung 
Viele engagierte Lehrer würden sich gerne mehr einbringen, Projekte machen etc., werden jedoch von rigorosen Direktoren gebremst. Wer auch nur einen Handgriff macht, der nicht abgesegnet ist, sorgt selbst für seinen Rausschmiss. Gerade bei Gewaltprävention, Mobbingprävention, soziales Lernen u.ä. sind Direktoren des "alten" Schlags nicht schwingungsfähig, und verhindern alles, was in diese Richtung geht, auch, um eine vermeintliche "Rufschädigung" der Schule hintanzuhalten (so quasi: Mobbing/Bullying gibts nicht - also brauchen wir das alles nicht). Eine Lehrerin verlor ihren Posten, weil sie einem Schüler Hilfe anbat, weil er gemobbt wurde, und das Thema offen ansprach. Damit war ihr Ende besiegelt, denn der Direktor meinte, SIE schädige die Schule (!). Auch hier wird wieder die "klassische Verdrehung" sichtbar, die sich bei Mobbing abspielt (Täter wird geschützt, Mobbingopfer als Täter hingestellt).
http://www.selbsthilfegruppe-mobbing-graz.at/literatur/ zum Beitrag »
[23.04.2014, 07:26:14]
Dr. Halil Alsael 
Hut! 
Der Gesundheitsminister von Saudi-Arabien trägt doch keinen Hut:))) zum Beitrag »
[22.04.2014, 18:19:50]
Dr. Wolfgang Knüll 
Man lese van Lommel ... 
Schon 2001 gab es eine große Veröffentlichung zu Nahtoderlebnissen (NTE), in deren Rahmen auch über solche Erfahrung berichtet wurde. Ob eine Sedativum daran etwas geändert hätte, muss nach van Lommels Untersuchungsergebnissen bezweifelt werden, weil auch unter Narkose und bei Null-Linie im EEG solches berichtet wird.Populär nachzulesen " Endloses Bewusstsein" Pim van Lommel TB bei Knaur 2013. Da wäre ein Paradigmenwechsel im Denken nötig, aber das dürfte noch dauern. Ich würde der Patientin als Therapie dringend dieses Buch empfehlen. zum Beitrag »
[22.04.2014, 17:12:59]
Dr. Horst Grünwoldt 
Profession Lehrer 
Natürlich beinhaltet der Beruf des Lehrers nicht nur das planmäßige Unterrichten in einem bestimmten Fach der schulischen Grundbildung. Das wäre plattes Schubkasten-Denken!
Vielmehr steht die Persönlichkeit des Lehrers mit allen Facetten und Charaktereigenschaften frontal im Blickfeld der neugierigen Schüler; nnd das meist jahrelang. Den Heranwachsenden bleibt da auf Dauer wohl nichts verborgen auf der Vorbildsuche.
Mit wem sonst -als ihrem Klassenlehrer- verbringen die Lernenden so viel gemeinsame Zeit? Die dürfte bei manchem in der Adoleszenz länger dauern, als im berufstätigen Elternhaus.
Insofern ist die anstrengende -und manchmal nervtötende- Tätigkeit unserer Lehrer in ihrer Auswirkung auf die Zukunft der Kinder und Jugendlichen -im positiven, wie auch negativen- gar nicht hoch genug einzuschätzen.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock

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[22.04.2014, 15:30:58]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Zulässiger Sarkasmus beim Hörsturz? 
Allgemeine Verwirrung bei theoretisch möglichen Ursachen für Hörsturz (SSHL) "Sudden Sensorineural Hearing Loss": Keiner hat die passende Theorie, Experten und Laien reden wild durcheinander, keiner weiß Bescheid. Am besten spiegelt dies die beliebte "Apotheken-Umschau" wieder. Unter
http://www.apotheken-umschau.de/Ohren/Hoersturz-Ursachen-11708_2.html
heißt es: "Dazu haben Mediziner verschiedene Theorien. Wirklich bewiesen ist aber noch keine: ... nicht selten streikt das Hörorgan genau dann, wenn der Stress am größten ist. Doch ein Zusammenhang konnte bis heute nicht bewiesen werden. Es gibt zwar allgemeine Hinweise, dass uns Dauerstress nicht gut tut. Theoretisch ist es auch denkbar, dass Stress Entzündungen oder Durchblutungsstörungen im Ohr begünstigen könnte."

Beim Thema Durchblutungsstörungen und deren mögliche Ursachen überkam eine taiwanesische Forschergruppe blitzartig der Gedanke "Eisenmangelanämie" (iron-deficiency anemia INA), nachdem SSNHL bei der extrem seltenen Sichelzell-Anämie empirisch beobachtet worden war. Nach dem weltweit beliebten Motto wissenschaftlicher Studien LUZID: "Lass' uns Zahlen irgendwie durchnudeln" wurden 4.004 Studienteilnehmer m i t Hörsturz mit einer 3-mal so großen Kontrollgruppe o h n e Hörsturz rein retrospektiv befragt ["participants with SSNHL (n?=?4004) were identified, and controls (n?=?12?012) were randomly selected."] Doch die Ergebnisse waren mehr als mager: Von insgesamt 16.016 Studienteilnehmern hatten nur 3,3% vorher die Diagnose Eisenmangelanämie gestellt bekommen. Der Unterschied zwischen den SSNHL-Patienten mit dieser Anämie von 4,3 Prozent zu der Kontrollgruppe mit 3,0% ist geradezu lachhaft gering ["Of the 16?016 sampled participants, 533 (3.3%) had previously been diagnosed with IDA, including 172 (4.3%) participants with SSNHL and 361 (3.0%) controls."] Denn mit 98,7 Prozent Vorhersage-Wahrscheinlichkeit bestanden k e i n e r l e i Unterschiede mit oder ohne Hörsturz.

Das einzige, was diese Bevölkerungs-basierte Studie hochsignifikant belegt, ist die Ergänzung von bisher insuffizienten Hörsturz-Hypothesen durch eine äußerst fragwürdige weitere Theorie. Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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