Leserkommentare [17560]

[21.07.2017, 08:27:36]
Manfred Krüger 
"Ärzteflucht" 
Statistisch gesehen herrscht in Griechenland eigentlich kein Ärztemangel, wenn man sich die Zahlen ansieht.
Griechenland hat 10,75 Millionen Einwohner,aber hatte 2015 68000 Ärzte.
Wenn man sieht, daß Deutschland bei 80 Millionen Einwohnwern 2015 371000 Ärzte hatte, ist demnach die Ärztedichte in Griechenland erheblich höher ist, als in Deutschland. Bei gleicher Ärztediche müßte Deutschland etwa 544000 Ärzte haben
Da kann man wohl nicht von einen Ärztemangel in Griechenland sprechen. zum Beitrag »
[21.07.2017, 07:37:17]
Frank Weinert 
Hochvolumen-Injektion, nicht Kortisonspritze 
Sehr geehrter Herr Leiner,

bevor die Leser Ihres Artikels falsche Schlussfolgerungen aus der so von Ihnen zitierten Therapieformen ziehen:
HVI (= high volume injection) ist eine Injektion mit einer Mischung aus Lokalanaesthetikum und Kochsalz. Es werden einmalig insgesamt 50 ml Volumen anterior zwischen Sehne und umgebendes Gewebe injiziert um eine mechanischen Effekt zu erzielen. Kortison ist dieser Lösung nur beigemischt und nicht die Hauptwirkkomponente. Unterschiedliche Studien konnten bislang nachweisen, dass der Therapieeffekt einer Hochvolumeninjektion auch ohne die Beimischung von Kortison erzielt wird.
HVI als Steroidinjektion zu bezeichnen ist definitiv nicht korrekt und fordert fast dazu auf beim nächsten Patienten lediglich Kortison an die Achillessehne zu spritzen.
Davor kann ich nur ausdrücklich warnen, da die alleinigen Effekte von Kortison allenfalls kurz sind (4-6 Wochen), mittel bis langfristig die Nachwirkungen bis zur Rupurgefahr nicht absehbar sind. zum Beitrag »
[21.07.2017, 06:30:32]
Jürgen Schmidt 
Fakten statt Fiktionen 
Auf dem Weg von harten Fakten zu Wunschbildern der Selbsteinschätzung kann man trotz aller Redundanz schon einmal an Abgründe geraten.
Die "fachärztliche Rosinenpickerei" entspricht dem Umfang der fachärztlichen Leistungserbringung in keiner Weise und die Bemerkung "zur hausärztlichen Grundversorgung gehört das gesamte Gebiet der ambulant umfassend sicherzustellenden Versorgung unserer Patientinnen und Patienten" ist in diesem Zusammenahng nicht nur dazu angetan, die fachärztliche Tätigkeit zu diskriminieren, sondern auch die hausärztliche Selbsteinschätzung in einer Weise zu überhöhen, die außerhalb der allerengsten - oder soll ich sagen verengten - Hausarztkreise wenig Zustimmung findet, insbesondere auch nicht bei Patienten. zum Beitrag »
[21.07.2017, 06:19:08]
Jürgen Schmidt 
Ideologie ist keine Währung 
Was in der Formulierung "sektorenübergreifendes, indikationsbezogenes und weitgehend pauschaliertes Vergütungssystem" fehlt, ist das Wörtschen "leistungsbezogen".
Hingegen zielt der Vorschlag des Barmer Chefs Straub auf die Ausdehnung des Fallpauschalensystems für die ambulante Versorgung. Dies wäre, so die Worte eines ehemaligen Chefs der Hausärzte unschädlich, wenn die Pauschalen hoch genug wären.
Die Währung in der dann wohl bezahlt werden soll, ist jedoch reine Ideologie.
Man hat - nicht das erste Mal - den Eindruck, als ob der Vorsitzende des Sachverständigenrates, der auch einmal, wenn auch nur kurze Zeit ärztlich tätig gewesen ist, bereit ist, unüberlegt in nahezu jedes populistische Horn zu tuten, das ihm vor den Mund gehalten wird.
Die Attraktivität einer ärztlichen Niederlassung hängt nicht zuletzt von einer leistungsbezogenen Vergütung ab, eine der berufpolitischen Maximen, die nicht vergessen werden darf.
 zum Beitrag »
[20.07.2017, 21:52:16]
Thomas Georg Schätzler 
Naiver Empirismus?  
Bemerkenswert naiv, die Publikation im LANCET: "Dementia prevention, intervention, and care" von Gill Livingston et al.
http://www.thelancet.com/pdfs/journals/lancet/PIIS0140-6736%2817%2931363-6.pdf
Denn wenn ein Drittel aller Demenzfälle verhindert werden könnten, werden 2/3 und damit 66,6% eben n i c h t aufgehalten.

Und wer behauptet, die Entwicklungen zu Depression, Diabetes, Rauchen, mangelnde Bewegung und Übergewicht lasse sich als Demenz-Prävention bereits in der Kindheit auf einen Schlag besiegen, hat den Faktor "Mensch" nicht auf dem Schirm.

Einfältig auch der Kurzschluss und völlig schief der abschließende Vergleich: Hätten alle Kinder auf der Welt schlagartig Zugang zu ausreichender Bildung, ließe sich beinahe jeder zehnte Fall (acht Prozent) von Demenz vermeiden, berechneten die Autoren. Nur der Verlust des Gehörs habe größere negative Auswirkungen als mangelnde Schulausbildung."

Das vergisst völlig, dass Zugang zu Bildung und höherer Wohlstand ebenso Fehl- und Über-Ernährung, Bewegungsmangel (EDV), metabolisches Syndrom und Übergewicht implementieren kann, wie insbesondere in aufstrebenden Schwellenländern und in wohlhabenderen arabischen Ländern zu erkennen ist.

Was an dieser Stelle der Verlust des Gehörs diskriminierend zur Demenz-Genese beitragen soll, bleibt mir persönlich unerfindlich und grob vereinfachend. Ich kenne viele Gehörgeschädigte und Menschen mit anderen Handicaps, die damit keinerlei Demenz-Entwicklungen provozieren wollen!

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[20.07.2017, 17:59:44]
Ivar Leben 
DIPAT Patientenverfügungen 
leider 48 euro im Jahr zum Beitrag »
[20.07.2017, 17:38:13]
Thomas Georg Schätzler 
Einatmen, Ausatmen, Kaffee- oder Teetrinken - was ist gesund- oder krankmachender? 
Das Ganze erinnert an den Streit, ob Ausatmen oder Einatmen förderlicher für die Gesundheit und Krankheits-verhindernder seien. Hochgradig gefährlich ist in der diagnostischen Radiologie ("Einatmen, Ausatmen - bitte Luftanhalten!") partout nicht mehr weiter atmen zu wollen. Deswegen auch beim Ende der Auskultation der Halsschlagadern zur Sicherheit die Aufforderung: "Bitte weiteratmen!"

Doch wie steht es nun mit der Gefährlichkeit von Einatmen und Ausatmen? Der Volksmund hat die Antwort parat: "Leben bis zum letzten Atemzug" bedeutet, dass Einatmen ein geringeres Mortalitätsrisiko aufweisen könnte. In Süddeutschland und Österreich bedeutet "seinen letzten Schnaufer tun" etwas Vergleichbares.

Aber vielleicht liegt es daran, dass Einatmen, noch dazu präfinal, in der Regel hörbarer ist und den Einsatz aktiver Atemmuskulatur erfordert, als das eher passive Ausatmen.

Zusammenfassend ist Kaffee- und Tee-Trinken ubiquitär so verbreitet, dass es wohl kaum geeignete und zugleich repräsentative Vergleichsgruppen gibt, die derartiges im Leben niemals tun würden. Eine doppelte Verblindung, in der weder Arzt noch Proband wissen, was sie da über Jahrzehnte vielleicht getrunken oder nicht getrunken haben, bleibt undurchführbar.

Bis dahin gilt: "Leben gefährdet die Gesundheit", ob mit Atmen, Kaffee, Tee oder anderen Getränken.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[20.07.2017, 17:20:58]
Fritz Gorzny 
Das Alter ist sicher der Hauptfaktor 
So schön es wäre Mittel und Programme gegen die Demenz zu haben, die Zunahme dieser traurigen Störung dürfte aber wohl überwiegend in der zunehmenden Überalterung der Menschen mit der begleitenden Cerebralsklerose zu suchen sein.Schon die alten griechischen Philosophen fanden: "Wen die Götter lieben , der stirbt jung". Die bedrückenden Alterserscheinungen hatte sie auch schon erkannt. zum Beitrag »
[20.07.2017, 17:00:57]
Thomas Georg Schätzler 
GOP 03230: Selbst für betriebswirtschaftliche Laien eine Lachnummer! 
Die GOP 03230 für Hausärzte bzw. die GOP 04230 für Kinderärzte ist eine selbst für betriebswirtschaftliche Laien leicht durchschaubare Lachnummer: Bei optimal strukturierten Praxisabläufen könnte sie wegen Dokumentations-, Wechsel- und Transferzeiten maximal 5 X pro Stunde abgerechnet werden.

Das entspräche einem Praxisumsatz von 47,40 € pro Stunde. Nach Abzug betriebswirtschaftlich anerkannter Kosten von 50 % würde ein Brutto-Vertragsarzt-Lohn von 23,70 € vor Steuern und sonstigen Abgaben generiert werden?

Wenn, ja wenn das kleine Wörtchen "Wenn" nicht wäre!
Denn zur GOP 03230 heißt es: "Das Punktzahlvolumen beträgt (nur!) 45 Punkte multipliziert mit der Anzahl der Behandlungsfälle" (Präambel des hausärztlichen Kapitels zum hausärztlichen Gespräch Nr. 9). Das bedeutet, wenn bei a l l e n unseren haus- oder kinderärztlichen Patientinnen und Patienten, bei denen ein "Problemorientiertes ärztliches Gespräch, das aufgrund von Art und Schwere der Erkrankung erforderlich ist" tatsächlich durchgeführt werden muss, schmilzt der reale Punktwert der GOP 03230 auf 45 Punkte und damit auf ganze 4,74 € zusammen. Der Brutto-Vertragsarzt-Lohn schrumpft damit auf 11,85 € vor Steuern und sonstigen Abgaben. Er überschreitet damit geringfügig den gesetzlichen Mindestlohn.

Und wer das, lieber Kollege Peter Schlüter und verehrte Leserinnen und Leser der Ärzte Zeitung nicht glauben kann oder will? Die Kassenärztliche Vereinigung (KBV) schreibt unter
http://www.kbv.de/html/13259.php?srt=relevance&stp=fulltext&q=03230&s=Suchen
zur GPOP 03230 selbst:
"Beschreibung - Problemorientiertes ärztliches Gespräch, das aufgrund von Art und Schwere der Erkrankung erforderlich ist - Obligater Leistungsinhalt - Gespräch von mindestens 10 Minuten Dauer, mit einem Patienten und/oder einer Bezugsperson.

Fakultativer Leistungsinhalt - Beratung und Erörterung zu den therapeutischen, familiären, sozialen oder beruflichen Auswirkungen und deren Bewältigung im Zusammenhang mit der/den Erkrankung(en), die aufgrund von Art und Schwere das Gespräch erforderlich macht (machen),

Abrechnungsbestimmung - je vollendete 10 Minuten
Anmerkung - Die Gebührenordnungsposition 03230 ist im Notfall und im organisierten Not(-fall)dienst nicht berechnungsfähig.
Bei der Nebeneinanderberechnung diagnostischer bzw. therapeutischer Gebührenordnungspositionen und der Gebührenordnungsposition 03230 ist eine mindestens 10 Minuten längere Arzt-Patienten-Kontaktzeit als in den entsprechenden Gebührenordnungspositionen angegeben Voraussetzung für die Berechnung der Gebührenordnungsposition 03230.
Abrechnungsausschlüsse - Leistungen Kapitel in derselben Sitzung 03370, 03372, 03373, 35100, 35110, 35150, 35151, 35152 35.2.1, 35.2.2
im Behandlungsfall 30700
Berichtspflicht - Nein
Ausschluss der Berechnungsfähigkeit der Pauschale für die fachärztliche Grundversorgung - Nein

Gesamt (Punkte) 90
Gesamt (Euro) 9,48“

Geschickt verschweigt die KBV auf ihrer Infoseite mit Datum 4.7.2017 ihre Präambel und die Tatsachen der Rationierung und Limitierung auf ganze 45 Punkte im hausärztlichen/kinderärztlichen Alltag, wenn diese Standard-Gesprächsleistung bei jedem einzelnen Behandlungsfall mindestens 1 x im Quartal medizinisch-ärztlich begründet erforderlich wird.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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[19.07.2017, 12:05:35]
Jörg Dähn 
In einer normalen Wirtschaft . . .  
wären die beiden GOPs 01701 und 01702 mit dem zehnfachen, unbudgetierten Wert hinterlegt. "Wer nur Peanuts zahlt, muss mit (irgendwann) Affen arbeiten"  zum Beitrag »
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