Montag, 24. November 2014

Leserkommentare [11351]

[24.11.2014, 09:45:50]
Dr. Rüdiger Storm 
Kunde statt Patient 
"Plattformen wie "trivago" für Hotelbuchungen oder "billiger-mietwagen" für ein Gefährt im Urlaub sind längst Standard. Sie bündeln Online-Buchungssysteme und schaffen für den Kunden einen einzigen Zugang, wo er sich vorher durch zahlreiche Internet-Seiten klicken musste."

Schön, damit hat man den passenden Vergleich gefunden, statt Arzt-Patient nun also ein Kunden-Verkäufer-Verhältnis.

Vermutlich versteht das der der Patient noch gar nicht, was ihm nun droht.
Herzlich willkommen in der Welt des Verkaufs und des totalen Markts.

Medizin 2.0 eben, nur das Geschäft zählt.

Kunden die keinen Umsatz bringen bzw. unrentabel sind werden hinauskomplimentiert. Der Verkäufer arbeitet derweil an seiner neuen Verkaufsoffensive mit ordentlich Marketinggedöns.
Der geschwächte Kunde ist da ein gutes Opfer.

Ich persönlich möchte lieber zum Arzt gehen, als windigen Verkäufern zum Opfer zu fallen und denen dabei auch noch sehr persönliche Dinge anzuvertrauen.
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[24.11.2014, 08:46:16]
Dr. Rainer Michael Stiebing 
Schöne blöd... 
dafür, sich in den ohnehin vollen Terminkalender von Fremden noch zusätzliche Termine einbuchen zu lassen, auch noch Geld zu bezahlen. Die Portale verdienen ihr Geld so recht leicht: Sie lassen andere arbeiten - prima Geschäftsmodell.
Im Allgemeinen ist es Patienten auch nicht egal, von wem sie behandelt werden. Sie suchen sich !Ihren! Arzt aus. zum Beitrag »
[24.11.2014, 08:33:50]
Angelika Severin 
Ein Lösungsansatz - wieder Kochen und Genuß lernen 
Die Studien bringen keine neuen Erkenntnisse, weil wir das naheliegendste dabei vergessen. Viele von uns, da kann ich mich auch nicht völlig frei davon sprechen, haben den Genuss am gemeinsam kochen und essen verlernt oder nie kennen gelernt. Da helfen auch keine Kochshows mit edlen Lebensmitteln, wenn das gemeinsame Erleben fehlt. Auch wird essen immer mit dem Wort "Gesundheit" verdorben. Es kann ja gesund sein, aber ich muss ja nicht immer davon reden.  zum Beitrag »
[24.11.2014, 08:07:40]
Margarita Moerth 
Erfrischende Einsichten 
Man kann und darf es gar nicht oft genug sagen und schreiben: Adipositas ist bereits ein zutiefst gesellschaftliches Problem geworden, dessen Wurzeln an verschiedenen Stellen zu finden sind.

Leider lassen sich mit klangvollen Diät- bzw. Guru-Namen, meist kräftig unterstützt von Massenmedien, immer noch viele Euros umsetzen, und kachektische, hochgejubelte "Stars" tragen das Ihre dazu bei, dass vor allem sehr junge Menschen einen völlig falschen Anspruch an ihr eigenes Körperbild entwickeln. zum Beitrag »
[23.11.2014, 08:36:11]
PD Dr. Jan Lehmann 
Geringeres kardiovaskuläres Risiko mit LHRH-Antagonisten bei vorbelasteten Männern 
Die Therapie mit einem LHRH-Antagonisten (z.B. Degarelix) gegenüber einem LHRH-Agonisten senkt das relative Risiko von kardiovaskulären (CV) Ereignissen im ersten Jahr um 56% bei Patienten mit vorbestehender CV-Erkrankung. Zu diesem Schluß kommt eine aktuelle Metaanalyse von Albertsen et al (European Urology 65, 565–573, 2014), welche 6 randomisierte Studien zum Vergleich LHRH-Antagonist &-Agonist an über 2300 Männern ausgewertet hat.
Die Reduktion des absoluten Risikos für ein CV-Ereignis von 8,2% in dieser Analyse entspricht dabei der "number-needed-to-treat" von knapp 12 vorerkrankten Männern, die mit einem Antagonisten statt Agonisten behandelt werden müssten, um bei einem von 12 ein entsprechendes CV-Ereignis innerhalb des ersten Jahres zu vermeiden. Diese Zahl ist meiner Meinung nach klinisch relevant und bedeutsam.
Eine mögliche Erklärung für diesen Zusammenhang ergibt sich aus der
Aktivierung von T-Zellen (Th1) mit entsprechenden LH-Rezeptoren durch eine LHRH-Agonisten Therapie, was zur Aktivierung von Makrophagen und einer nachfolgenden Destabilisierung atherosklerotischer Plaques führen kann. zum Beitrag »
[23.11.2014, 00:59:04]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Gestorben wird immer" - "Six feet under"? 
Nicht nur diese sozialpsychologisch sehr interessant und differenziert dargestellte US-Fernsehserie um ein Beerdigungsinstitut mit kinderreich-schräger Nachkommenschaft bringt uns näher, dass nicht immer klar ist, an was, weshalb und warum wir sterben müssen. Nur Diagnosen müssen es in Klinik und Praxis immer sein, damit sich die medizin-bildungsferne Medienmeute darauf stürzen kann.

Die MRSA-Diagnose (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) A49.0 nach ICD-GM 2014 bei verstorbenen Klinikpatienten kann mit 4-facher Varianz und Häufung auftreten: Die Klassifikationen G V Z A stehen für "Gesichert", "Verdacht auf", "Zustand nach" und "Ausschluss von". Auch um ORSA=Staphylococcus aureus mit Resistenz gegen Oxacillin U80.00 ICD-10-GM kann es sich handeln.

Dasselbe gilt für ESBL-Infektionen als Escherichia-, Klebsiella- und Proteus-Infektionen mit Resistenz gegen Chinolone, Carbapeneme, Amikacin, oder mit nachgewiesener Resistenz gegen alle Beta-Laktam-Antibiotika [ESBL-Resistenz] nach U80.4 ICD-10 GM.

Vancomycin-resistenten Enterokokken, kurz VRE genannt, als A40.2 nach ICD-GM 2014 können ebenfalls in den Klassifikationen G V Z A bis zu 4-fach hochgerechnet werden.

Doch damit nicht genug, Staphylococcus aureus wird z u s ä t z l i c h als Erreger unter B95.6 nach der Internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD) geführt. Escherichia coli, Klebsiella bzw. Proteus als Erreger werden alle vereinfachen unter B96.2 subsummiert. Enterokokken haben den Code B95.2 o h n e Zuordnung zu einer wie auch immer gearteten Resistenz. Enterococcus faecium mit High-Level- Resistenz kann die Codes U80.20, U80.21, U80.30 und U80.31 tragen.

Damit will ich herausarbeiten, dass sich die Klassifikation von Krankheiten nach dem ICD-10 GM in k e i n s t e r Weise zur Todesursachen-Statistik eignet. Der ICD-10 ist lediglich ein Hilfsmittel für Ärzte, die unüberschaubare Menge an Krankheitsentitäten beschreibend einzugrenzen.

Das DIMDI (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information) beschreibt einige zehntausend Krankheitsentitäten nach der Internationalen ICD-10-GM-Nomenklatur: Nach ICD-Diagnosen-Thesaurus, Version 4.0, wurden ca. 31.200 beschrieben.
Die aktuelle Version der ICD-10 GM 2014 listet in seiner Systematik ca. 13.400 endständige Kodes auf und verfügt in seinem ICD-10 Alphabet über ca. 76.900 Einträge in der EDV-Fassung. Vgl.
https://www.dimdi.de/static/de/klassi/faq/icd-10/allgemein/faq_0008.htm_319159480.htm

Nicht mal Schätzungen sind möglich, weil Mehrfachnennungen, unterschiedlich deskriptive Systematik und Vierfach-Modifikationen nach den Zusatz-Codes G V Z A möglich sind. Von R=rechts, L=links und B=beidseits will ich hier gar nicht anfangen.

Politik, Medien, Öffentlichkeit, aber auch Epidemiologen, Soziologen, Psychologen, Ökonomen, Gesundbeter und Heilpraktiker haben mangels eigener Erfahrung mit ICD-Kodierungssystemen leider bis heute noch nicht allzu viel davon begriffen bzw. üben sich lieber in spektakulärem, pseudo-infektiologischem Kaffeesatz-Lesen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[22.11.2014, 22:03:32]
Dr. Horst Grünwoldt 
Seuchen-Diagnostik 
Wie ich immer wieder beobachte, wird nach der wundersamen Heilung von vermeintlichen Ebola-Patienten in D und den USA stets in vermanschter Art von "Feststellung der Krankheit", und dann wieder nur vom "positiven Seuchentest" gesprochen. Beides sind aber zwei Paar Schuhe!
Wir wissen alle, daß ein seropositiver Test bei der indirekten Virus-Erreger-Diagnostik nicht nur falschpositiv sein kann, sondern zunächst lediglich die körpereigene Immunreaktion zu einem bestimmten Antigen-Kontakt dokumentiert.
Dadurch wird ein gesunder, früher einmal kontaminierter Mensch aber noch nicht zum "Seuchenfall" und Ausscheider eines infektiösen Agens, sondern tatsächlich erst, wenn er Patient mit typischen Krankheitssymptomen ist, und ein pathogenes Virus massenhaft seinen Körper über Exkrete und Sekrete verläßt.
Da merkt man doch, daß die meisten Laborleute vom Klinikbetrieb und der Patientennähe weit entfernt sind.
Jedenfalls freuen wir uns über die proklamierten Therapie-Erfolge und erwarten baldige Behandlungs-Anweisungen und klare Rezepte für die apparenten, leidenden Ebola-Patienten im Sinne eines humanmedizinischen Schneeball-Effektes.
Die o.g.mangelnde "Differential-Diagnostik" vermisse ich leider immer wieder auch noch bei meinen tierärtzlichen Berufskollegen und ihren panischen "Keulungsaktionen" im variierenden Vogelgrippe-Fall HxNy und anderen vermuteten Tierseuchen.
Für die Beurteilung eines realen Seuchengeschehens ist aber zunächst die Feststellung von Morbiditäts- zu Mortalitäts- Zahlen wichtig.
Dazu müßte vor allem das labortechnisch bestausgerüstete FLI auf dem Riems mit seinen Tiergesundheits-Experten in Zusammenarbeit mit den Amtstierärzten allfällige Aufklärung leisten, bevor sich massenhafte Tiertötungen und Kadaververnichtungen öffentlich rechtfertigen lassen.
Die ideologisch belasteten, aber tierhygienisch isolierten "Massentier"-haltungen (sprich: moderne Intensivtierhaltungen) bieten dafür ein hervorragendes Beobachtungsfeld zur Einschätzung von realen Epidemien. Damit verglichen sind die weiträumigen, spekulativen Umwelt-Untersuchungen nach virtuellen "Seuchenquellen und -wegen" für irgendein Virus wahrscheinlich der Vorstellung von "Myasmen" entsprungen und eher als fruchtloses Beschäftigungsfeld anzusehen. Schließlich unterliegen die Nicht-Lebewesen Viruspartikel als Biomaterie außerhalb von lebenden Zellen dort auch der baldigen "Verwesung" (sprich: Inaktivierung und Verlust der Infektiosität durch Tageslicht oder pH-Wertverschiebungen)
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock
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[22.11.2014, 21:02:13]
Dr. Horst Grünwoldt 
Virus-Freiheit 
Wenn die ugandische Gesundheits-Ministerin das zentralafrikanische Land "jetzt frei vom Marburg-Virus" erklärt, so entspricht das politischem Wunschdenken.
Kein seriöser Bakteriologe oder Virologe wird jemals etwas "frei von irgendeinem Bakterium oder Virus" erklären, sondern in aller Zurückhaltung nur sagen, daß die untersuchten Proben keinen Erregernachweis geliefert haben.
Auch die WHO und ihre Vertreter können weder irgendwelche Länder, noch die ganze Welt vollmundig für "frei von einer Seuche" erklären, sondern lediglich aussagen, daß in einem willkürlich definierten Zeitraum und Gebiet kein neuer Krankheitsfall mehr aufgetreten ist.
Schließlich hat eine globale Beprobung und lückenlose Untersuchung bis in den letzten Winkel unserer Welt niemals stattgefunden. Insofern gilt sogar "globale Pockenfreiheit" nur bis zum nächsten "Ausbruch", sprich: Apparentwerden einer bisher latenten Infektion.
Ich stelle immer wieder fest, daß die unseriösen "Kämpfer gegen den unsichtbaren Feind" -einige Virologen und Epidemiologen- jedenfalls sprachlich uns alle im Nebel tappen lassen mit unsinnigen Ausdrücken wie "Seuchenausbruch", "Erregerverbreitung" und "Artenüberspringung eines Virus spp."! Entspricht das etwa reiner Geltungssucht?
Jedenfalls kann damit auch verantwortungslos eine Psychoseuche ausgelöst werden. Die gespenstischen Aktionen im Ebola-Gebiet Westafrikas und die Reaktionen von gesunden Menschen sind dafür z.Z. ein deutliches Indiz.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt (FTA für Hygiene) aus Rostock zum Beitrag »
[22.11.2014, 15:14:54]
Dr. Klaus Rodens 
Hier fehlt ein Selektivvertrag des BVKJ in Baden-Württemberg 
Die Liste der aufgeführten Selektivverträge des BVKJ ist unvollständig.
Im Sommer 2013 hat die Service GmbH des BVKJ in Baden-Württemberg mit der AOK-Baden-Württemberg einen Komplettvertrag nach § 73b SGB V abgeschlossen. Der MEDI-Verbund fungiert hierbei als Managementgesellschaft. Der Vertrag, der als kinderärztliches Modul der Gesamt-HzV konzipiert ist, läuft seit dem 1.April 2014.
Dieser Selektivvertrag mit hochwertigen pädiatrisch-versorgungsspezifischen Leistungsinhalten sucht seinesgleichen in der pädiatrischen Versorgungslandschaft. So sind sämtliche Paed.Check-Vorsorgen (U2 bis J2) Bestandteil, ebenso wie das Amblyopie-Screening, ein Präsenzlabor oder eine Transitionsleistung für chronisch kranke Jugendliche am Ende ihrer pädiatrischen Betreuung. Hinzu kommt neben anderem eine sozialpädiatrische Beratungs- und Koordinationsleistung.
Seit neuestem bindet das attraktive Vertragskonzept auch die Subdisziplinen in der Fachgruppe der Pädiater mit ein. Die pädiatrische Teilnehmerinnen und -teilnehmer sind hochzufrieden mit diesem Vertrag mit der AOK-BW. Und die teilnehmenden Versicherten ebenso.

Dr. Klaus Rodens
Vorstandsmitglied des BVKJ und ehemaliger (bis 10-14) Landesvorsitzender des BVKJ in Baden-Württemberg
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[22.11.2014, 14:22:23]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Das perfide ist die Scheinheiligkeit der Politik 
Ein Politiker Willi Brand nannte als einziger das erste Gesetz zur Einschränkung der Krankenhauskosten:
Krankenhauskostendämpfungsgesetz. Das war noch ehrlich!
Alle Nachfolger meinten das Gleiche, wählten dafür aber wohlklingendere Worte, meist mit "Reform" verbunden,
am schönsten finde ich das Gesundheitsreformgesetz, bei dem "die Gesundheit" selbst reformiert wird.
Am brutalsten war Seehofer mit der Einführung der Budgetierung.
Kompensiert wird das "schlechte Gewissen" immer mit der gesetzlich verordneten Qualitätsverbesserung, die ja naheliegend mit weniger Personal und Mittel verbunden ist?????????
Eine Schande ist das immer größer werdende Heer der finanziell bei den rückläufigen Einnahmen parasitierenden privaten Zertifizierer und "totalb quality advisors".
Ich frage mich hier:
Wo bleibt denn hier die Ökonomisierung,
wenn immer mehr Geld aus der eigentlichen Therapie abgezweigt wird?
Das trifft inzwischen leider auch für manche Hygieniker zu,
die Dinge verlangen, die keine AOK bezahlt.
Vielleicht sollte man Ärzte ganz abschaffen,
liebe Politiker!
Ein ernsthafter Dialog mit den Ärzten findet jedenfalls NICHT statt! zum Beitrag »
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