Mittwoch, 23. Juli 2014

Leserkommentare [10443]

[23.07.2014, 16:14:33]
Dr. Manfred Stapff 
Unzulässige Schlußfolgerung 
Sowohl das Design als auch die Berichterstattung dieser double dummy Studie bieten jeweils einen Ansatzpunkt zur Kritik an:
- Die Patienten wurden angehalten, zuerst den Breezhaler (glycopyrronium oder placebo) zu verwenden und danach den HandiHaler (tiotropium oder placebo). Dadurch kann ein designbedingter Bias zugunsten von Glycopyrronium nicht ausgeschlossen werden (z.B. compliance, inkomplette Inhalation beim zweiten Mal) der sich im Peak, aber möglicherweise auch im Trough zeigen könnte.
- Die Wirkungen an Tag 1 der Behandlung waren weder primäres noch vordefiniertes sekundäres Zielkriterium. Akuteffekte am Tag 1 nach einer studienbedingten 2 bis 3 wöchigen Washout Phase sind ohnehin nicht repräsentativ für die tägliche Praxis. Für einen schnellen Wirkungseintritt in der Dauertherapie, der relevant für die Alltagsaktivitäten und Compliance des Patienten wichtig sein könnte, müßte man schon im Steady State, also nach 12 Wochen nachsehen, wo sich in der Studie aber kein Unterschied zwischen Seebri und Spiriva zeigte. Insofern ist die Schlußfolgerung "Glycopyrronium könnte sich günstig auf die morgendlichen Alltagsaktivitäten der Patienten sowie auch auf die Therapieadhärenz auswirken" weder klinisch noch statistisch haltbar. Einen nachträglich gefundenen Zufallsbefund (Tag 1 Ergebnis) so aufzubauschen mag allerdings aus der Sicht des Herstellers, der vielleicht verzweifelt nach einer Differenzierung für ein Me-Too-Produkt sucht, durchaus verständlich sein.

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[23.07.2014, 14:56:22]
Rudolf Hege 
Wen wundert es? 
Ist doch kein Wunder: Auf der einen Seite fallen die klassischen Seelenstabilisierer (Familie, Religion, Werte etc.) immer mehr weg, die Konsumwelt bietet keinen Ersatz bzw. nur Illusionen, die niemand erreicht und daher nur Unzufriedenheit schüren. Und auf der anderen Seite steht ein immer größerer Glücks- und Wohlfühlanspruch, der auch in den Praxen eingefordert wird.
Und ganz nebenbei verdient auch eine ganze Reihe von Therapeuten gutes Geld damit, überall "Störungen" zu entdecken. Die ständig anwachsende Zahl von psychischen ICD-Diagnosen spricht eine deutliche Sprache. zum Beitrag »
[23.07.2014, 14:43:36]
Anne C. Leber 
Leserzuschrift von Dr. Steffi Koch-Stoecker 
Mit großer Empörung habe ich den Bericht zur Kenntnis genommen, in dem die neuen Entwicklungen im GBA zur Bedarfsplanung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung dargestellt werden.
Von Seiten der Psychiatrischen Institutsambulanzen (PIAs) war der GBA Beschluss, jede PIA mit 0,5 Sitzen anzurechnen, von Beginn an als nicht annehmbar deklariert worden, da eine Versorgungsverschlechterung zu erwarten wäre. In der Folge dieses Beschlusses, der von allen Akteuren im ambulanten Behandlungsfeld als falsch bewertet wurde, kam es von Seiten der KV Seiten zu einer wenig qualifizierten
Welle von Schuldzuweisungen an die PIAs, die quasi als Sündenböcke für die allgemeine Kritik am Beschluss herhalten mussten.
Diese unverständliche Kampagne hat sich der Vorsitzende des GBA, Herr Hecken, nun offenbar kritiklos zu eigen gemacht, nicht um den unisono kritisierten GBA Beschluss erneut zu prüfen, sondern um die "black box" PIA genauer unter die Lupe zu nehmen und die Zulassung von PIAs nach Möglichkeit zu beschränken!
Herr Hecken hat offenbar gesetzliche Regelungen, Struktur, Inhalte und die dem InEK vorliegenden Leistungsdaten nicht präsent, von der Versorgungsrealität und dem Leistungsspektrum für schwer psychisch kranke Menschen ganz zu schweigen, das die PIA seit mehr als 30 Jahren vorhält.

Dr. med. Dipl. Psych. Steffi Koch-Stoecker
Leitende Ärztin der Psychiatrischen Institutsambulanz der
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
EvKB, Bethel
Bielefeld
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[23.07.2014, 14:36:05]
Anne C. Leber 
Leserzuschrift von Prof. Dr. Thomas Pollmächer 
der Artikel zu den psychiatrischen Institutsambulanzen hat innerhalb von nur 24 Stunden einen Sturm der Entrüstung ausgelöst, der mich als Vorsitzenden der Bundesdirektorenkonferenz der leitenden Ärzte und Ärztinnen psychiatrischer Krankenhäuser, erreicht hat.
Es ist in der Tat ein schon seit einigen Wochen diskutierter Skandal, dass der gemeinsame Bundesausschuss mit dem Taschenspielertrick einer Anrechnung psychiatrischer Institutsambulanzen bei der Bedarfsplanung die teilweise desaströse Unterversorgung im ambulant psychiatrischen(!, nicht psychotherapeutischen) Bereich kaschieren will.
Diesen Trick nun aber auch noch mit einem unqualifizieren Generalangriff auf die PIAs zu verbinden, die seit mehr als 2 Jahrzehnten mit großem Erfolg ihrem gesetzlich klar geregelten Auftrag nachkommen, ist entweder eine bodenlose Unverschämtheit oder Zeichen von Inkompetenz und mangelnder Sachkenntnis. Der Vorsitzende des Gemeinsamen Bundesausschusses, Herr Hecken, hat ja schon vor Monaten durch seinen Hinweis, man könne die psychotherapeutische Behandlung durch den Konsum alkoholischer Getränke ersetzen, zweifelhafte Berühmtheit erlangt. Auch im Nachgang zu diesem Lapsus scheint es ihm aber nicht gelungen zu sein, die Essentialia der Versorgungsstrukturen für psychische Kranke auch nur ansatzweise zu verstehen.
Wie allen Playern, offenbar mit Ausnahme von Herrn Hecken, bekannt ist, haben die psychiatrischen Institutsambulanzen die Aufgabe schwer psychisch kranke Menschen multiprofessionell psychiatrisch zu versorgen. Dies tun sie auf einer eigens dafür in §118 SGB V geschaffenen gesetzlichen Grundlage, die sicherstellen soll, dass solchen Menschen, die häufig wiederholt stationär behandelt werden müssen oder bei denen eine stationäre Behandlung nur durch aufwändige ambulante Maßnahmen verhindert werden kann, eine adäquate Behandlung finden. In diesem Gesamtkonzept spielt Richtlinienpsychotherpapie - das einzige Betätigungsfeld niedergelassener Psychotherapeuten - eine absolut untergeordnete Rolle, sodass die Behauptung, die PIAs stellten eine gewaltige Blackbox zulasten der ambulanten psychotherapeutischen Versorgung dar, jeglicher Grundlage entbehrt.
Selbstverständlich sind die Details des komplexen Hilfsangebots für psychisch Kranke in Deutschland nicht ganz leicht zu verstehen. Dass der Vorsitzende des GBA nun aber schon zum zweiten mal offenbart, dass er davon nicht das geringste verstanden hat, disqualifiziert ihn für seine im deutschen Gesundheitswesen herausragende Position.
Prof. Dr. Thomas Pollmächer
Vorsitzender der Bundesdirektorenkonferenz
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[23.07.2014, 11:18:44]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Scheidungen nach der Silberhochzeit? 
Das 85-jährige Ehepaar wird vom Reporter gefragt, warum sie sich denn jetzt, nach der "Eisernen Hochzeit", doch noch scheiden lassen wollten?
Darauf die Frau, etwas verschämt: "Wir wollten warten, bis die Kinder tot sind!" MfG zum Beitrag »
[22.07.2014, 23:21:46]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Besser keine ideologischen Schlagworte, weniger Antibiotika reicht doch! 
Nach bundesamtlichen Ermittlungen, soweit die sich herablassen, etwas zuzugeben (in der Landwirtschaft!)
ist das Mengenverhältnis von Antibiotikaeinsatz für
a) alle Deutschen Krankenhausintensivstationen unter 10 Tonnen pro Jahr
zu
b) "Landwirtschaft" viele TAUSEND Tonnen.

Da hat der Bayrische Ärztetag wenigsten ein echtes Problem angesprochen.

Ich schlage vor, dass das wachsende Heer der politisch und "kostenträgerseits" unterstützten sehr ärztekritischen Heilpraktiker und "Komplementär-Therapeuten" sich erst mal liebevoll um die armen falsch behandelten Tiere kümmern. zum Beitrag »
[22.07.2014, 23:10:50]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Wissenschaft sieht anders aus, gilt auch für Kollegen hier 
zu den Liquidatoren:
http://tinyurl.com/pq25xj3

Observations on the Chernobyl Disaster and LNT
Zbigniew Jaworowski
Auszug wörtlich:
"observations that in comparison with general population of Russia, a 15% to 30% deficit of solid cancer mortality was found among the Russian emergency workers, and a 5% deficit solid cancer incidence among the population of most contaminated areas."

"deficit" heißt bitte WENIGER KREBS, nicht mehr!

Es wird hier nichts "verheimlicht"! Tschernobyl-Folgen wurden exzellent nachuntersucht von UNSCEAR (United Nations Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation ), die JÄHRLICH und öffentlich in Wien tagen und darüber regelmäßig öffentlich berichten (Reports).
Gerade weil es schon solange her ist, sind auch Spätschäden empirisch beurteilbar, davon konnte man viel lernen. Wilde Spekulationen sind daher unseriös!!!

Dr.Bayerl zum Beitrag »
[22.07.2014, 22:00:12]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Auch wenn viele Zeit-Genossen (und -Genossinnen?) mich jetzt niedermachen möchten ... 
ich habe an Frau Sibylle Lewitscharoff einen persönlichen Brief geschrieben:

Sehr geehrte Sybille Lewitscharoff,

ich zögere immer noch, Ihnen zu schreiben. Denn ich finde, Sie haben in der menschlichen Fortpflanzung-Debatte etwas sehr kluges und "Denkt-doch-endlich-mal-nach" gesagt, aber leider viel zu früh aufgegeben. Ich bin zögerlich, weil ich Ihnen keine Vorschriften machen sollte; aber auch, weil ich den Volkszorn derjenigen fürchte, die Weisheit und "political correctness" für sich gepachtet zu haben meinen, um Andersdenkende auszugrenzen.

Ich fand Ihren Beitrag mutig, notwendig, bemerkenswert und umwälzend, einen dringend notwendigen gesellschaftlichen Diskurs anstoßend. PR-mäßig war sicher suboptimal, den primär negativ besetzten Begriff "Halbwesen" zu verwenden - doch an Gottes Allmacht, die Jungfrauengeburt Mariens und die Wiederauferstehung des wundertätigen Herrn glauben noch so viele Menschen, dass auch "Halbwesen" toleriert werden müssten. Doch befinden sich nicht Säuglinge und Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene schon seit Jahrzehnten in einer Art Halbwelt?

Sie werden nur noch wahr genommen über die reproduktiv-steuernde, induzierende, diagnostizierende und planend-katalogisierende Erwachsenen-/Elternwelt. Geschlecht, Intelligenz, Empathie, Charakter, Risikofaktoren, technischer Konzeptions-, Schwangerschafts- und Geburtsablauf bzw. perinatologisches Procedere sind vorhersehbar und vorhersagbar geworden. Kita- und Schulbesuch sind bereits vor der Geburt fest eingeplant. Die Anmeldung beim Sportverein, Studienplatzbewerbungen liegen schon vor der Entbindung in der konzeptionellen Schublade; ebenso, wer einmal die Dissertation schreiben wird.

Was ist für viele unmerklich, für kulturell Reflektierende grundlegend anders geworden?

Frauen haben 13 Ovulationen pro Jahr; Männer "bringen es" auf +/-200 Millionen Spermien pro Ejakulation. Die fertile Lebensphase von Frauen wird gesamtgesellschaftlich kontrolliert, hormonell eingegrenzt und biografisch eng austariert. Chaos, Anarchie, Lust und Begehren im Sexuellen werden hormonell technisiert und entpersonalisiert. Karriere, Macht, Einfluss und psychosoziales Anerkennungsstreben haben bei Männern traditionell und bei Frauen mit einer beispiellosen Aufholjagd sozialpsychologischen Vorrang gewonnen. Dieser Impuls hat jedoch bei beiden "Geschlechtern" (was für ein Wort?) nicht nur Gutes, sondern auch zu Frustration geronnene Sinnlichkeit entwickelt.

Menschheitsgeschichtlich war das für fast ewig andauernde Epochen völlig konträr: Frauen waren vom jugendlichen Alter an bereits 14 Tage vor der Menarche fertil bis zur Menopause. Gesamtgesellschaftliches Ziel war von der Prähistorie bis in die Neuzeit hinein, die weibliche Fertilität vom durchschnittlich 11. bis 40. Lebensjahr so schnell und repetitiv wie möglich für eine möglichst hohe Kinderzahl auszunutzen. Wenn die Frauen nicht mit 25-35 Jahren bereits im Kindbettfieber gestorben waren. Die gigantische Reproduktion von Menschen-"Material" war erforderlich, um nicht auszusterben, Vernichtungsfeldzüge zu überstehen und nicht zuletzt, um gigantische Sakral- und Herrschafts-Bauten der bekannten Hochkulturen zu errichten. Manche davon starben aus - an ökologischem Raubbau, an Klimakatastrophen, an Hybris, an logistischen Fehleinschätzungen, an Entkräftung, Überforderung, Ausbeutung, Hunger, Erschöpfung und fehlendem reproduktivem Nachschub?

Entwicklungsgeschichtlich lebten reproduktive Überproduktionen noch lange fort: Im Mittelalter mit dem institutionalisierten "jus primae noctis" der Fürsten und Lehnsherrn. Der "Lebensborn" der Nazis war ein letzter pervertierter Schachzug im allgemeinen Reproduktionszwang gegen Frauen.
Von daher ist nachvollziehbar, mit welcher euphorischen Begeisterung die perspektivische Entlastung vom Gebärzwang durch Pille, Kondome, Sterilisation, Zyklus- und Fertilitätskontrolle begrüßt und gefeiert wurden (für die pharmazeutische Industrie auch noch d a s Geschäft des Jahrtausends). Kulturgeschichtlich ist diese neue Ära aber nicht mehr als ein Wimpernschlag der Zeitgeschichte des „homo sapiens erectus“. Die Nachteile von entfremdeter Sexualität, jederzeit folgenloser Verfügbarkeit und Präsenz, die Entsinnlichung der Fortpflanzung, die Fertilität zu einem späteren Zeitpunkt „zurückholen“ zu wollen, die „Vergänglichkeit“ der reproduktiven Kompetenz besonders bei Frauen ab 40 wollte zunächst niemand hören und sehen.

Die neuen Perspektiven multidimensionaler Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin (IVF im homologen/heterologen System, Eizellen- und Samenspende, Leih-Mutterschaft, Klonen, PID oder interventionelle Begrenzung von Mehrlingsschwangerschaften) demonstrieren die Kehrseite, dass koitale Fortpflanzung demnächst o h n e direkten ärztlichen Beistand nur noch als stigmatisierende Antiquiertheit erlebt wird. Die Generationenfolge verkommt zu medizintechnischem Procedere, der tatsächliche genitale Vollzug verliert sich in virtuellen Internet-Welten mit Austausch von Körperflüssigkeiten nur noch im Reproduktionslabor.

D a s sind die Fragen, die Sie mit Ihrem emotional reflektierenden Statement angestoßen haben. Und die die breite Masse maßlos ängstigenden, möglichen Antworten haben diese furcht- und angstgesteuerten Abwehrreaktionen in Öffentlichkeit, Medien, Politik und Feuilleton ausgelöst. Damit sollte wieder Ruhe “in diesem unseren Lande“ herrschen, mit diesen seltsam „blühenden Landschaften“ in Ost und West?

Doch dürfen Literatur, Philosophie, Kulturwissenschaften und Sozialpsychologie dazu schweigen? Dürfen Bekanntschafts-Anzeigen wie „Einsamer sucht Einsame zum Einsamen“ überhaupt noch formuliert werden? Mittlerweile ist ein Geschlechts- und/oder Zeugungsakt doch nur noch mit qualifiziertem ärztlichem Zeugnis, mit infektiologischer Unbedenklichkeitsbescheinigung in Bezug auf HIV, Hepatitis A+B+C, Chlamydien, humanen Papilloma-Viren (HPV) und dem Ausschluss traditioneller sexuell übertragbarer Erkrankungen wie Lues, Gonorrhoe und haftungsrechtlichen Verzichtserklärungen „lege artis“ möglich.

Dass die Zeiten romantischer Liebesschwüre, die Tragik von Romeo und Julia, die Entsagung von Königin Elisabeth I., die Dramatik von Porgy and Bess längst vorbei sind, merken wir daran, dass es nicht mehr heißt: „Gehen wir zu mir oder zu Dir?“ sondern „kennst Du einen guten Reproduktionsmediziner?“

In der Hoffnung, dass ich Sie mit meinem Schreiben nicht zu sehr genervt und doch wenigstens etwas amüsiert habe, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Ihr Thomas G. Schätzler

Dr. med. Thomas G. Schätzler
Facharzt für Allgemeinmedizin
Kleppingstr. 24
44135 Dortmund
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[22.07.2014, 21:39:54]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
GKV-Berechnungen: Tipps und Tricks bei der Bundesbank? 
Die Deutsche Bundesbank ist in ihren Monatsberichten Garant für Verwirrung, Desinformation und Täuschung der Öffentlichkeit - zumindest was die Finanzen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angeht.

Zur Erinnerung:
• Ärzte Zeitung (ÄZ) vom 24.09.2012 - "Bundesbank - GKV-Rücklagen nicht verfrühstücken! Die Bundesbank sieht die Rücklagen der Krankenkassen bedroht - und warnt vor 'Begehrlichkeiten der Leistungserbringer'. Kritik übt die Notenbank an der gerade erst beschlossenen Pflegereform."
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/krankenkassen/article/822510/bundesbank-gkv-ruecklagen-nicht-verfruehstuecken.html
Dazu der von mir sehr geschätzte Kommentar von Helmut Karsch, Münster: "Dass der Bundesminister der Finanzen die Sozialversicherungsbeiträge als Teil des Gesamtsteueraufkommens betrachtet ist für sich betrachtet schon ein Stück aus dem Tollhaus."

• ÄZ vom 30.09.2013 - "Kassen-Finanzen - Bundesbank erwartet Überschuss im Gesundheitsfonds - Nach dem ersten Halbjahr weisen die Kassen ein Plus, der Gesundheitsfonds aber ein Minus von zwei Milliarden Euro aus. Die Bundesbank erwartet, dass auch der Fonds am Ende des Jahres schwarze Zahlen verbucht."
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/krankenkassen/article/846750/kassen-finanzen-bundesbank-erwartet-ueberschuss-gesundheitsfonds.html

• ÄZ vom 02.01.2014 - "GKV - Überschuss von 27,5 Milliarden Euro errechnet - Für 2013 erwartet die Deutsche Bundesbank erneut einen GKV-Überschuss. Künftig könnten aber Zusatzbeiträge von knapp zwei Prozent drohen, schätzen Experten.
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/krankenkassen/article/852735/gkv-ueberschuss-275-milliarden-euro-errechnet.html

• ÄZ vom 24.3.14 - "Der aktuelle Umgang mit dem Bundeszuschuss zur GKV lehrt aus Sicht der Bundesbank, dass Skepsis angebracht ist. Im laufenden Jahr stellt der Bund lediglich 10,5 statt der eigentlich vorgesehenen 14 Milliarden Euro als Zuschuss zur Verfügung, im kommenden Jahr sollen es dann 11,5 Milliarden Euro sein. - Überschüsse wecken Begehrlichkeiten"
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/pflege/article/857649/pflegereform-bundesbank-haelt-vorsorgefonds-staatsregie.html

Völlige Verwirrung herrscht im aktuellen Monatsbericht der Bundesbank: Statt zu kritisieren, dass mit dem Haushaltsbegleitgesetz, mit dem der Bundestag über den Bundeshaushalt und unter Enteignung von GKV-Beitragszahlungen beschlossen hat, den Steuerzuschuss zu U n g u n s t e n der GKV um 3,5 Milliarden von 14 auf 10,5 Milliarden Euro zu senken, hängt man sich in der privat versicherten "Beamten-Hochburg-Bundesbank" daran auf, dass die Abschaffung der Praxisgebühr im vergangenen Jahr das eigentliche Desaster gewesen sei.

Doch bei einem Kostenumfang von etwa 2 Milliarden Euro, den die Praxisgebühr in ihrem neunjährigen Bestehen jährlich ausschließlich und diskriminierend die e r k r a n k t e n GKV-Mitglieder gekostet hatte, ist dies bei einem jährlichen GKV-Gesamtvolumen an Ausgaben von ca. 180 Milliarden Euro nur eine Marginalie.

Blanke Naivität und illusionäre Verkennung zeichnet die Bundesbank bei ihrem vorgeschlagenen Systemwechsel aus:
• Patienten sollten Informationen über ihre krankheitsbedingten Behandlungen und Kosten erhalten, als ob sie davon gesünder würden.
• Man wolle einen "(teilweisen) Wechsel vom Sachleistungs- zum Kostenerstattungsprinzip", obwohl GKV-Beitragszahler bereits jahrzehntelang in Vorleistung getreten sind.
• Die Abschaffung der Praxisgebühr sei als Fehlentscheidung zu brandmarken.

Da kann man sich als Hausarzt, der nunmehr fast 39 Jahre in der speziellen und allgemeinen Versorgung von GKV-Patientinnen und –Patienten tätig ist, nur noch an den Kopf fassen ob solcher naiven und weltfremden Einfältigkeit.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[22.07.2014, 18:35:58]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
einer Eizelle (=monoploid) fehlt der zweite Chromosomensatz zur "Teilung" 
Vermutlich handelt es sich also um eine diploide Oozyte, vor der Meiose, also der Reifung zur Eizelle.
Müsste auch bei "Spermien" möglich sein.
Da ist die Auswahl dann etwas größer :-) zum Beitrag »
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