Leserkommentare [14830]

[11.02.2016, 22:29:09]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Ich würde eher von einem "organisierten Chaos" sprechen... 
als von einer "organisierten Verantwortungslosigkeit." Denn eine sektorenübergreifende Steuerungsrolle des Hausarztes ist nicht nur unerwünscht, sie wird in der Gesundheits- und Krankheitspolitik bzw. -Verwaltung ignoriert und konterkariert.

Über den Hausarzt als 'Macher' und Koordinator im zunehmend komplexeren und intransparenten Krankheitsversorgungs- und Betreuungssystem, in dem es gar nicht mehr um Gesundheit, sondern nur noch um Krankheitsbewältigung geht, wird doch unter selbsternannten, theoretisierenden 'Gesundheits'-Experten und Gesundbetern am grünen Tisch einfach abgelästert.

Angesichts der verbreiteten Fehl-, Unter- und Überversorgung bzw. der demografischen Entwicklung entbehrt es nicht einer gewissen Komik zu konstatieren, dass Patienten zum Beispiel bei unkoordinierter Inanspruchnahme von Fachärzten ohne Überweisung durch den Hausarzt an den zusätzlichen "Kosten, die dadurch entstehen, beteiligt werden" sollen. Denn zugleich werden dieselben Patientinnen und Patienten über jetzt bundesweit etablierte, von ihren Haus- und Fachärzten selbst finanzierte Termin-Servicestellen (TSS) der KVen zu ihren Facharztterminen in einer gesetzlich festgelegten 4-Wochenfrist gleichermaßen 'getragen', wenn sie nicht gegen entsprechende Kostenerstattung durch niedergelassene Vertragsärzte selbst an die bereits mit Notfällen völlig überlasteten und überforderten Klinik-Ambulanzen verwiesen werden.

"Informationen über den Patienten (Laborwerte, Krankheiten, Einnahme von Arzneien)" machen doch die sektorenübergreifende Steuerungsrolle des Hausarztes längst aus:
• seit 1992 bekommen meine Patienten einen papiergestützten Medikationsplan.
• seit 1992 bekommen meine Patienten eine Zweitschrift ihrer Laborwerte.
• seit 1992 werden alle gezielten Überweisungen mit relevanten Daten bestückt.
• seit 1995 drucken wir die medizinische Dokumentation EDV-gestützt aus.
• seit 1992 werden relevante Facharzt- und Klinik-Befunde mitgegeben.

Die einzigen, die das nicht raffen, sind die GEMATIK, die GKV- und PKV-Kassen bzw. die BÄK und die KBV, weil sie sich auf EDV-, Telemedizin und IT-Formate einfach nicht einigen können und wollen. Sie müssten nämlich damit zugeben, dass ihre Bild-bestückten elektronischen Gesundheitskarten (eGK) über gar kein ausreichendes Speichervolumen für Krankheitsvorgänge und –berichte verfügen.

Ein letztes 'Nachkarten' bei der Praxisgebühr (PG): Diese hatte von Anfang 2004 bis Ende 2012 nicht mal ansatzweise "zumindest initial eine gewisse Steuerungsfunktion gehabt". Wir registrierten durch diese finanzielle Schwellengebühr im Gegensatz zu unserem hausärztlich 'niedrigschwelligen' Versorgungsangebot besonders bei der Unterschicht Behandlungsverzögerungen, Komplikationen und dramatischere Krankheitsverläufe.

Speziell wir Hausärzte und unsere Patienten wurden dabei administrativ und ökonomisch belastet: Denn einerseits zahlten nur und ausschließlich die Kranken damit in 9 Jahren 18 Milliarden € zusätzlich in die GKV-Kassen ein, andererseits wurden den Ärzten ohne Verwaltungs- und Vorhaltekosten diese 10 € sofort von ihrem KV-Honorar abgezogen. Die PG war damit nichts anderes als angewandte Ergo- und Beschäftigungstherapie!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[11.02.2016, 20:55:43]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Mortalitätsunterschiede 5 Jahre nach dem 1. Myokardinfarkt eher alters- als gender-spezifisch! 
Die Publikation mit dem Titel "AHA Scientific Statement - Acute Myocardial Infarction in Women" hebt auf die besondere klinische Symptomatik, das häufigere non-STEMI-Infarkt-Geschehen, die spezielle Häufung von spontanen Koronardissektionen (SCAD) oder Koronararterien-Spasmen bzw. das insgesamt schlechtere Outcome in der Früh- bzw. Spät-Therapie und Rehabilitation bei Frauen ab.

Bei Gender-Vergleichsstudien werden aber durchschnittlich 10-15 Jahre jüngere Männer mit Frauen und ihren deutlich späteren ersten Myokardinfarkten (MI) verglichen. Wird dabei eine entsprechende demografische Alterskorrektur vorgenommen, nivelliert sich der scheinbar gender-spezifische Unterschied.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[11.02.2016, 19:51:14]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Frauen werden in Deutschland nicht benachteiligt, sondern bevorzugt, besonders in der Medizin. 
Fragen sie einen Versicherer.
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[11.02.2016, 12:17:01]
Peter Friemelt 
Hier gibt es jetzt auch einen direkten Link zum Beherrschungsvertrag 
www.fuer-unabhaengige-patientenberatung.de

Viele Grüße

Peter Friemelt

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[11.02.2016, 12:04:55]
Dr. Joachim Malinowski 
Stamm B/Victoria sei aber in dem Standardimpfstoff nicht enthalten.  
Bislang hieß es letzten Winter, dass wir diesen Stamm nicht bräuchten.
Was soll der Blödsinn mit einer Impfung, die dann im nachhinein als suboptimal (=unwirksam?) bezeichnet wird?
So etwas würde ich mir und meinen Patienten gerne im voraus ersparen. Und die Akzeptanz für die nächste Grippe-Impfung sinkt erneut.... zum Beitrag »
[11.02.2016, 12:00:49]
Dr. Joachim Malinowski 
Sterilisierung durch radioaktive Strahlung 
bleibt zu hoffen, dass die Mücken mit subletalen Strahlendosen nicht zu Monstern mutieren, wie manche TV-Filme schon gezeigt haben. zum Beitrag »
[11.02.2016, 10:50:36]
Dr. Henning Fischer 
das wird schwierig 

im Bereich der KVWL werden im Ärzteblatt so 5-10 Allgemeinarzt- Weiterbildungen gemeldet. Ein Vielfaches wäre nötig, um die geforderten Aufgaben zu erfüllen.

Die Ärzte-Vertreibungspolitik der verschiedenen Bundesregierungen und Parteien wirkt durchschlagend.

Bald gibt es keine Hausärzte mehr. Und dann sterben die Patienten (endlich) wieder früher (sozialverträgliches Frühableben)
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[11.02.2016, 00:01:26]
Markus Martin 
Chronifizierung ein Thema für den pharmakologisch tätigen Spezialisten? 

Liebe Ärztezeitung, sehr geehrter Herr Professor Diener,

Kollege Supp hat auf sehr fundierter Grundlage die effekteinheischende Methode des wenig differenzierten Artikels deutlich gemacht. Sie werden sicher eine entsprechende Richtigstellung/Korrektur der möglichen Fehlinterpretation liefern.

Eine dort nicht gestellte Frage wäre zu ergänzen: Wie sieht es aus mit der Chronifizierung von Rückenschmerzen nach der von Ihnen favorisierten "erfolgreichen pharamakologischer Behandlung"?

Symptome zu beseitigen ist eine Aufgabe der Medizin - Symptomerscheinungen zu verhindern ist eine andere; letztere Methode wird auch Ursachenbehandlung genannt.

Dass NSAR oder Opioide in Akutsituationen schneller wirken als Physiotherapie ist nachvollziehbar - wobei oftmals die mechanische Komponente vergessen wird: was Druck bekommt, verliert nur dauerhaft die Symptome, wenn das Druckereignisse kurzzeitig war ... sollte es bleiben oder immer wieder kommen, wird die Mechanik das organische immer wieder hervorrufen - ein Phänomen vor dem viele Orthopäden und Neurologen die Augen zu verschließen scheinen. Dass die Wahl dieser Methode auch bei vielen Zweit- oder selbst Dritt-Ereignissen wirksamer sein kann, ist ja ebenso nachvollziehbar (Fragestellung eines verantwortlichen Orthopäden oder Neurologen sollte allerdings sein, warum es zum Zweit- oder Dritt-Erlebnis überhaupt kommt!). Was aber das Risiko einer Chronifizierung betrifft, gibt es hier sicher unzweifelhaft keine Alternative zu sinnvoller Bewegungs- und Haltungsmodifikation.
Herr Prof. Diener kann dazu sicher eine klärende Antwort liefern.

Mit freundlichen Grüßen
Markus Martin
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[10.02.2016, 17:34:55]
Dr. Patricia Klein 
Was heißt das "Gesamtüberleben länger"? 
Das möchte ich in so einem Text ganz konkret wissen. Denn wenn die Überlebenszeit von 4 auf 5 Monate steigt, ist das natürlich per definitionem ein "beträchtlicher Zusatznutzen". Ob ich das als Patient wirklich auch so sehe?  zum Beitrag »
[10.02.2016, 15:02:46]
Kurt-Michael Walter 
Das Ergebnis einer seit Jahren verfehlten Personalentwicklung: 
Für Arbeitswissenschaftler und Personalentwickler ist diese Nachricht keine Überraschung. Seit Jahren bestehende Forderungen werden aus
Kosten- und wirtschaftlichen Gründen von den verantwortlichen Sozial- und Gesundheitspolitikern ignoriert.

Die hausgemachten Personalprobleme von Kliniken reihen sich Nahtlos in die seit Jahren gesundheitspolitisch zu verantwortenden Fehlentwicklungen in der Pflegebranche ein.

Selbst beauftragte "Haedhunter" haben Schwierigkeiten noch geeignete Kräfte im Markt zu rekrutieren. Zitat: "Für Niedriglohn und Normaltarif lässt sich heute keine Abwerbung im deutschsprachigen In- und Ausland mehr realisieren".





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