Donnerstag, 23. Oktober 2014

Leserkommentare [11138]

[22.10.2014, 18:08:25]
Dr. Dieter Huelsekopf 
Regressabwehr mal anders 
Die Rechtmäßigkeit der bundesdeutschen Regressmaschinerie darf bezweifelt werden.
Mit Artikel 6, Absatz 1 der Europäischen Menschenrechtskonvention dürfte
die Form des Regressverfahrens locker auszuhebeln sein, weil nach dem derzeitigen Ablauf dieser Verfahren ein Schadenersatz von einem Beklagten kassiert werden kann, ohne dass ein ordentliches Gericht entschieden hat.
Betroffenen empfehle ich wenigstens die Lektüre von Art. 6, Abs. 1 der EMRK.

Mit freundlichem Gruß,
D. Huelsekopf zum Beitrag »
[22.10.2014, 15:17:08]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
GKV-Reform an Haupt u n d Gliedern! 
Ein bereits abgeschlossenes Forschungsprojekt (Auftraggeber GKV-Spitzenverband) durchgeführt vom Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) trug den Titel: "Mengenentwicklung und Mengensteuerung stationärer Leistungen" (Endbericht – Mai 2012). Die Autoren waren damals:
Dr. Boris Augurzky, Rosemarie Gülker, Dr. Roman Mennicken (RWI); Prof. Dr. Stefan Felder (Leiter), Stefan Meyer (Universität Basel); Prof. Dr. Jürgen Wasem (Universität Duisburg-Essen) - alles ausgewiesene BWL/VWL- und „Gesundheits“-Ökonomie-Experten. Als Mediziner waren nur der ehemalige Chef der Kardiologie (HELIOS-Klinikum Wuppertal) und hervorragende klinische Lehrer Prof. Dr. Hartmut Gülker und der FA für Orthopäde/Chirurgie Dr. Nikolaus Siemssen dabei. Vgl. https://www.gkv-spitzenverband.de/media/dokumente/presse/pressekonferenzen_gespraeche/2012_2/120529_mengenentwicklung_krankenhausbereich/RWI-Gutachten_Mengenentwicklung_2012_06_08_19832.pdf

Die hier aktuell vorgestellten "Sieben Empfehlungen für eine Klinikreform" des vdek der GKV-Ersatzkassen werden vom RWI nicht mal als "Gutachten" tituliert:
"PROJEKT: ERARBEITUNG VON UMSETZUNGSVORSCHLÄGEN DER POSITIONEN DER ERSATZKASSEN ZUR KRANKENHAUSPLANUNG - Projektlaufzeit 05/2014 - 09/2014 (laufend) - Projektfinanzierung Verband der Ersatzkassen - vdek, Projektteam (RWI), Dr. Boris Augurzky (Leiter)" heißt es da ganz unverfänglich. Inhaltlich ist man ebenfalls weitgehend harmlos: "Zusammenfassung - 2014 wird die politische Weichenstellung für die zukünftige Krankenhausplanung erwartet. Dazu sollen einzelne Aspekte der Krankenhausplanung mit konkreten Umsetzungsvorschlägen bzw. nationalen oder internationalen Praxisbeispielen hinterlegt werden. Die zu untersuchenden Themenbereiche umfassen u.a. Bedarfsgerechtigkeit, Fehlversorgung, Qualitätsindikatoren, Angebotsmonitoring, sektorenübergreifende Betrachtung, Notfallversorgung, Grundversorgung, wohnortnahe und hochwertige Versorgung sowie Innovationszentren. Das Ziel des Projekts besteht darin, diese Themenfelder zu bearbeiten und im Hinblick auf konkrete praktische Umsetzung unter Beachtung wissenschaftlicher Standards zu bearbeiten."
http://www.rwi-essen.de/forschung-und-beratung/gesundheit/projekte/313/

Doch die 7 Punkte als bahnbrechend für die Klinikreform in Deutschland anzusehen, wäre eine Fehleinschätzung, nicht zuletzt, weil dem Projekt der ärztlich-medizinische Sachverstand abgeht:
1. "Einheitliche Vorgaben für bedarfsgerechte Versorgung" sind ein alter Hut.
2. "Klare Definition von Kliniken der Grund- und Regelversorgung" - bekannt.
3. Fehlen "sauberere Kodierungen für echte medizinische Notfälle" nach den DRGs wurde die Klinik-Notfallversorgung bis dato wohl u n s a u b e r abgerechnet?
4. "Einheitliche Standards zur Erreichbarkeit" innerhalb von 30 Auto-Minuten bleiben substanzlose Worthülsen, wenn Projektleiter Dr. Augurzkys offenkundig 'herbeifantasiert', 99,6 Prozent der Bevölkerung in Deutschland könnten jederzeit über ein Auto verfügen. Die medizinisch nahe liegende e i n g e s c h r ä n k t e Fahrtüchtigkeit im A k u t- oder N o t f a l l wird als Problem gar nicht begriffen.
6. und 7. "Einheitlichen Qualitätsvorgaben", "Erhebung einheitlicher Daten" und "systematisches Versorgungsmanagement" sind Makulatur, so lange ausschließlich Krankenhäuser deren Implementierung umsetzen müssen, während die GKV-Kassen sich dieser Selbstverpflichtung systematisch entledigen.

Niedergelassene Vertragsärzte kennen genügend Beispiele für das Organisationsversagen der GKV-Kassen: Unterbesetzte, inkompetente Hotlines, unverbindlich märchenhafte Versprechungen von Kassenmitarbeitern, mangelhaftes Krankengeld-Management, unsinnige Anfragen, Aushebeln der ärztlichen Schweigepflicht, abwegige Sprechstundenbedarfs-Prüfung, Regressanträge in Serie, undurchsichtige Rabattverträge, fehlende Erreichbarkeit kompetenter Sachbearbeiter, „Nachcodierungs-Forderungen der Kassen etc. Da wäre eine Reform an Haupt u n d Gliedern angezeigt!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[22.10.2014, 15:10:55]
Dr. Cornelia Karopka 
Den guten Draht als Hausarzt 
braucht man, wenn man seine Patienten selbst adäquat versorgen möchte und nicht nur als Überweisungsaussteller fungieren will. In aller Regel funktioniert das auch sehr gut, man bekommt auch mal einen schnellen Tip, denn auch bei großer Motivation kann ich als ausgebildete Internistin nicht alles aus allen Fachgebieten wissen.
Generell wäre meiner Ansicht nach ein Umdenken von Facharztseite, gerade bei den "Grundversorgern" sinnvoll, die zu viele Termine durch nicht immer sinnvolle und oft auch hausärztlich machbare Kontrollen vergeben. Wenn der chronisch Rückenkranke alle drei Monate zum Orthopäden geht, der ihm dann Krankengymnastik "empfiehlt", die der Hausarzt verordnen möge, oder zur vierteljährlichen kardiologischen Kontrolle einer Carotisstenose von 30% oder der COPD Patient vier mal jährlich zum Pulmonologen geht (ohne Exacerbation), die akute Sinusitis vom HNO Kollegen nach drei Monaten "noch mal kontrolliert werden muss"... dann ist das Verschwendung von Ressourcen und ich frage mich dann oft, ob denn den Kollegen diese Routinearbeiten wirklich mehr Spaß machen als die Herausforderung durch Außergewöhnliches.
Mit einer Kurzinformation an den Hausarzt, wie die chronische Erkrankung weiter zu behandeln ist und unter welchen Umständen sich der Patient wieder fachärztlich vorstellen muss, ließe sich die Zahl der Überweisungen bei den Hausärzten erheblich reduzieren und die Freude an der Arbeit möglicherweise auch fachärztlicherseits steigern. Nebenbei würden auch unsere häufig älteren und chronisch kranken Patienten nicht die Hälfte ihrer Zeit in Wartezimmern verbringen.
Ärgerlich ist dagegen, dass manche Fachkollegen es nie für nötig halten, einen Kurzbericht an den Hausarzt zu senden ("Für solchen Quatsch habe ich keine Zeit!"), das diskriminiert den Hausarzt und schadet dem Patienten, denn im Akutfall ist er der erste Ansprechpartner. zum Beitrag »
[22.10.2014, 12:34:41]
Dr. Richard Barabasch 
Die Perfidie im System 
Die Perfidie im System ist nicht, dass so etwas - wie oben geschildert - überhaupt möglich ist und berichtet werden kann, ja muss - sondern dass seitens all jener Institutionen, die damit befasst sind UND VON DENEN EIN VERTRAGSARZT ES ERWARTET, dass es geschehe: keine hilfreiche Hand kommt, sondern noch die barsche Äusserung: "Wir haben keinerlei Grund an der Korrektheit der Verfahren im Prüfungsausschuss zu zweifeln". Nett ! War dieser "Verlautbarung" eine Prüfung des individuellen und (aus Ohnmacht) in die Öffentlichkeit getragenen Sachverhaltes vorausgegangen ? Wenn tatsächlich "ja": warum wurde er dem Beschwerdeführer nicht so verstehbar gemacht, dass dieser sich nicht in seiner Ohnmacht doch an die Öffentlichkeit hat wenden müssen ? Welche Moral, welche Motivation bewegt in diesen Tagen der hochnotpeinlichen Problematisierung dieser Zustände eine KV-No sich derart unsensibel und kaltschäuzig in der Öffentlichekit zu äussern ? In der Tat: das ist die perfekteste Anti-Werbung VON OFFIZIELLER SEITE gegen eine Niederlassung als Krankenkassenpflichtversicherte betreuender Vertragsarzt und das Auf-die-Spitze-Treiben eines wesentlichen Teils der Grundproblematik der Vertragsarzttätigkeit,
meint
R.B. zum Beitrag »
[22.10.2014, 12:12:01]
Michael Peuser 
Erhöhte Infektionsgefahr bei Diabetikern 
Diabetiker müssen Disziplin und ihre Zuckerwerte niedrig halten. Bei erhöhten Zuckerwerten kommt es zu einer Störung der Mikrozirkulation in den 150.000 km Kapillaren zur Versorgung der 75 Billionen Zellen. Deshalb sollte sich jeder Zuckerkranke besonders um seine Kapillaren kümmern. Diese sind zwar nur 1,5 mm lang und nur 7 mikron im Innendurchmesser, sind aber für die Gesunderhaltung lebenswichtig. In den 100 Milliarden Kapillaren findet der Metabolismus statt.
Es gibt 4 Schritte zur Optimierung der Mikrozirkulation:
a) Den gesunden und normalen Innendurchmesser wieder herstellen durch das Trinken von Aloe vera Saft (im ersten Gesamtdeutschen Apothekerbuch der Pharmacopoeia Germanica aus dem Jahre 1873 steht schon geschrieben, dass die Aloe seit Menschheitsgedenken für Heilzwecke benutzt wird und daß die Aloe seit der christlichen Zeitrechnung eines der meist genutzten Heilmittel ist.)
b) Die Fließfähigkeit der roten Blutkörperchen verbessern durch die Gabe von Nachtkerzenöl, und/oder Omega-3.
c) Das Zusammenfallen der hauchdünnen Kapillarenwände vermeiden durch die Gabe von Silizium in Form von SILICEA oder Weizenkleie.
d) Den pH-Wert vom Morgenurin und Morgenspeichel messen. Falls dieser sauer ist eine Ernährungsumstellung vornehmen oder basische Mineralien geben, um bei der pH-Messung auf Werte knapp am neutralen pH-Wert von 7,0 zu kommen. Bei einem zu sauren pH-Wert werden die roten Blutkörperchen weniger elastisch, sie verhärten und ihr Durchzug durch die Kapillaren erschwert sich damit. Bei einer pH-Messung bei den Primaten im Zoo von Hannover wurden nur leicht alkalische Werte gefunden. Nur der Mensch durch seine verkehrte Ernährung ist in 80 % der Messungen sauer. Der Mensch kommt aus einem alkalischen Ambiente. Das Meerwasser und das Fruchtwasser der Mutter ist doch alkalisch!

Offene Beine und Erblindungen, die häufig bei Diabetikern auftreten sind die Folgen einer Störung der Mikrozirkulation. Eine Störung der Mikrozirkulation ist auch die Ursache von erhöhten Infekten bei Diabetikern.
Gute Literatur dazu: Kapillaren bestimmen unser Schicksal.
Michael Peuser
Staatspreisträger in Brasilien zum Beitrag »
[22.10.2014, 10:55:33]
Irmgard Landgraf 
Mein Kommentar als Hausärztin 
Ein sehr guter Artikel, der die Probleme bei der Zusammenarbeit von Hausärzten und Fachärzten sehr treffend beschreibt und praktikable Lösungsmöglichkeiten aufzeigt. zum Beitrag »
[22.10.2014, 10:30:32]
Carsten Windt 
gute Sozialversicherung vs. böse Privatversicherung 
Es ist eine Schizophrene Situation. PKV und Lebensversicherer unterliegen einer ständigen Kontrolle, Sie müssen Stresstests und SOlvency-II Regeln erfüllen. Sie dürfen Ihr Geld nicht frei Anlegen sondern nur im Rahmen gesetzlicher Grenzen. ... Eben weil sie per Definition wohl Böse sind.
Alles gilt nicht für die Sozialversicherung. Da können irgendwelche Laien Geld anlegen und man wundert sich, dass es zu unnötigen Risiken kommt.

Man darf nicht vergessen, dass bei der Bankenkrise auch die Landesbanken ganz vorne bei den Verlusten rangierten nachdem diese genausowenig kontrolliert wurden zum Beitrag »
[22.10.2014, 08:59:13]
Dr. Georg Pfisterer 
Regresse 
2011 habe ich meine Praxis wegen der jährlichen Regressforderungen geschlossen. Bei jedem ausgestelltem Rezept für Medikamente und Physiotherapie zweifelte ich ob mir das noch leisten kann kann. Die vielen teuren chronischen Patienten wegzuschicken konnte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Aber ich kann dem Kollegen Mut machen den Schritt zu wagen,denn bei dem vorhandenen Mangel an Allgemeinärzten gibt viele Alternativen in Deutschland und auch nahem Ausland. Zudem kommt die Freude
an der Arbeit wieder zurück.


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[21.10.2014, 21:13:35]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
will mir hier jemand ernsthaft erzählen, 
dass eine "soziale" Indikation für einen Schwangerschaftsabbruch "moralisch" völlig o.k. sei,
nur wenn das Kind SCHWER behindert ist, muss das verboten werden???
All diese merkwürdigen Bedenkenträger sollten sich mit den über 100.000 Abtreibungen gesunder Kinder befassen!
Wir haben bereits eine rationierte Medizin, das erwünschte Austragen einer Trisomie, belastet dieses System ganz erheblich. Die bedauernswerten Eltern leben nicht so lange.
Normalerweise reguliert das "die Natur", Trisomien sind bei Frauen ab 30 sehr sehr häufig und führen zum unbemerkten Abort. Die Natur selektiert also selbst sehr effektiv. zum Beitrag »
[21.10.2014, 20:51:43]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Zur Klarstellung: 
Eizellen müssen natürlich getötet werden, nicht eingefroren,
so verstehe ich die Empörung, oder? zum Beitrag »
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