Samstag, 20. September 2014

Leserkommentare [10918]

[20.09.2014, 08:57:30]
Dr. Silvia Krempin 
Entlassrezept 
IM PRINZIP finde ich die Idee eines "Entlassrezeptes" super, denn wie oft stehen die Patienten am Wochenende ohne Medikamente da oder sie tauchen ohne Termin in der vollen Sprechstunde auf mit einem ellenlangen Entlassbrief und aufwändiger Medikation mit viel Erklärungsbedarf. Solche Situationen könnte man damit vermeiden.
ABER leider habe ich zu oft erlebt, dass die Medikamentenliste im Entlassbrief fehlerhaft ist. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: da wird auf ein Sartan umgestellt und vergessen, den ACE-Hemmer zu streichen oder ein NOAK angesetzt und aus Versehen das Marcumar weiter aufgeführt ...
Solche Fehler fallen in der Hausarztpraxis auf und können korrigiert werden.
Mein Vorschlag: die Patienten bekommen ihre Medikamente vom Krankenhaus für 2-3 Tage mit nach Hause und haben dann Zeit und Ruhe, sich mit Termin in der Hausarztpraxis einzufinden. zum Beitrag »
[19.09.2014, 22:06:07]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Etwas mehr Kollegialität wäre noch netter, Frau Sommer! 
Es ist schon peinlich, mangelnde Transparenz ausgerechnet bei Prof. Arne May aus der Hansestadt Hamburg anzumahnen: Einfach "prof. arne may uke hamburg" eingeben!

I n h a l t l i c h weist Professor Arne May vom Institut für systematische Neurowissenschaften der Uniklinik Eppendorf in Hamburg mit gewohnt wissenschaftlicher Brillanz auf das komplexe Problem des a t y p i s c h e n Kopfschmerzes hin. Nicht nur Art, Schwere, Lokalisation und Periodik sind bei der sehr häufig vom Arzt geforderten Zephalgie-Diagnostik gefragt, sondern Umstände, Begleiterscheinungen und B-Symptomatik müssen eruiert werden.

Fallbeispiel aus meiner hausärztlichen Arbeit:
Am ersten Arbeitstag nach meinem 3-wöchigen Abenteuer- und Wanderurlaub in Island und Alaska mit rappelvoller Sprechstunde kommt ein langjährig bekannter, 59-jähriger Patient mit gut eingestelltem Hypertonus, Schlaf-Apnoe (CEPAP-Therapie) und Adipositas zu mir und berichtet, vor 3 Wochen zu Hause(!) über einen Wäschekorb gestürzt zu sein. Erstversorgung orthopädisch mit Rö-Schädel. Diagnose V. a. Commotio cerebri. Seitdem Leistungsminderung, jetzt gering schlurfender Gang re-betont, diskrete Koordinationsstörungen, subjektiv Zittrigkeit re. Meine Urlaubs-Vertretung wertete dies bei bisher blandem Verlauf als Commotio-Folgen; von den Arbeitskollegen wird der Pat. Montagvormittag zu mir geschickt.

Eigentlich ungewöhnlicher, atypischer Sturz: Zu Hause fällt man nicht einfach so über einen Wäschekorb (ein B-"Promi" fiel allerdings schon mal in eine Hotel-Wäschekammer mit bekannten Spätfolgen). In der Regel fängt man sich zu Hause in gewohnter Umgebung auch ab, um eine mögliche Kopfverletzung zu parieren. Als ich zusätzlich den schlurfenden Gang und den Tremor erkannte, veranlasste ich sofort ein Schädel-MRT am Folgetag.

Der Radiologe rief mich mit dem Befund eines 22-24 mm großen peritentoriellen Meningeoms und beginnenden Hirndruckzeichen an. Einen Tag später Vorstellung in der neurochirurgischen Ambulanz; stationäre Aufnahme Neurochirurgie, Klinikzentrum Nord, Dortmund (KLIDO) mit OP nach entsprechenden Voruntersuchungen. Leider sind postoperative Komplikationen bei Hydrozephalus und zusätzlicher Shuntanlage noch nicht ganz überwunden.

Das waren also ausführliche Anamnese/Fremdanamnese, neurologisch orientierte Untersuchung, Differenzialdiagnose, Beratung, radiologische Spezialuntersuchung, differenzialdiagnostisches Konsil, Erörterung und Prozeduren-Beratung gemeinsam mit der Ehefrau und die risikoadaptierte Zuführung zu einer adäquaten Therapie. Passt durchaus in die Ausführungen von Prof. Arne May.

M. E. ist den Kollegen/innen in der Vertretung kein Fehler vorzuwerfen. Sie kannten den Patienten nicht lange genug und haben die nahe liegende Verdachtsdiagnose gestellt. Und auch ich war in dieser Situation zunächst bei vollem Wartezimmer in Eile. Ich möchte auch keineswegs behaupten, nicht selbst einmal Warnzeichen, atypische Befunde oder "red flags" übersehen zu haben. Aber meine klinischen Lehrer, die Neurologen Prof. Hans Schliack und Prof. Roland Schiffter haben mir vor Jahrzehnten an der FU Berlin doch einiges beigebracht. Dafür bin ich Ihnen an meinem ersten Arbeitstag nach den Praxisferien dankbar gewesen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[19.09.2014, 21:04:14]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Zur Polio in Pakistan gibt es sehr wohl Einiges zu sagen: 
Am 25.5.2014 schrieb ich dazu auf meinem DocCheck®Blog
http://news.doccheck.com/de/blog/post/1437-die-haessliche-variante-biologischer-kriegsfuehrung/

"Im Jahr 2011 hatten die USA mit einer vorgetäuschten Impfaktion in Pakistan das Versteck von Osama bin Laden aufgespürt. Nach dramatischen Einbrüchen bei den Impfkampagnen und der Impfbereitschaft in islamistisch geprägten Ländern in der Folgezeit, hatten die Vorsitzenden von zwölf führenden US-Gesundheitsinstituten im Januar 2013 einen Brief an US-Präsident Barack Obama geschrieben.

Sie beklagten darin ernsthafte Auswirkungen auf die internationale Zusammenarbeit im Gesundheitswesen und, schlimmer noch, fundamentalistisch und anti-amerikanisch begründete, z. T. tödliche Attentate auf humanitär agierende Impfteams.

Es sei nun zunehmend schwer, so die Experten, z. B. pakistanische Kinder gegen Polio zu impfen. Denn die Pakistaner sind sehr misstrauisch bis zu völliger Ablehnung gegenüber Impfaktionen. Laut Medienberichten haben die USA erst j e t z t angekündigt, k e i n e derartigen Täuschungsmanöver mehr zu unternehmen.

Auf die Frage, warum das Weiße Haus erst 16 Monate später auf den Brief reagiert habe, erklärte ein Geheimdienst-Mitarbeiter den Medien, die Regierung kommentiere selten bis gar nicht ihre eigene Aufklärungsarbeit im Antiterror-Bereich. Die Anti-Terror-Beraterin von US-Präsident Barack Obama, Lisa Monaco, musste aber zugeben, dass der US-Geheimdienst CIA mittels einer vorgetäuschten Impfaktion vor drei Jahren die Familie des Al-Kaida-Chefs Osama bin Laden in deren Versteck im nordpakistanischen Abbottabad aufgespürt hatte.

Da "bereichert" das angeblich "freieste Land der Welt" ("Freedom and Democracy"), die Vereinigten Staaten von Amerika, die abstruse Welt der ABC-Kriegswaffenführung um eine neue Variante der "biologischen Kriegsführung". Besonders perfide: Impfhelfer, die sich in vermeintlich humanitär-karitativ-präventivem Auftrag unters Volk mischen und unauffällig umherziehen können, sind in Wahrheit verdeckte Ermittler, Kombattanten, CIA-Spione gewesen und missbrauchten den Schutz von N i c h t-Kombattanten nach der Genfer-UN-Konvention.

Noch schlimmer: Militärische US-Geheimdienst-Operationen tragen aktiv dazu bei, dass in Pakistan, Afghanistan und den Nachbarländern bzw. auch in Nigeria und Zentralafrika weiter Polio-Endemien über Kinder und Erwachsene wüten können und m e h r Menschen als bisher sterben müssen. Länder mit einem Poliomyelitis epidemica Erregerreservoir gefährden aus infektionsepidemiologischer Sicht aber auch andere Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländer, in denen die Polio-Schutzimpfung aktuell nur lückenhaft und n i c h t flächendeckend umgesetzt wurde. Damit könnten letzten Endes auch die USA s e l b s t belastet werden.

Am stärksten von Polio-Neuerkrankungen werden allerdings die weniger USA-freundlichen Entwicklungs- und Schwellenländern betroffen sein, wo Prävalenz und Inzidenz der Poliomyelitis am höchsten sind: Bei gleichzeitig weniger entwickelten medizinischen Versorgungs- und Infrastrukturen und dem zusätzlich neu implementierten, generellen Misstrauen gegenüber Poliomyelitis Erst- und Auffrischungsimpfungs-Programmen."

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[19.09.2014, 19:24:30]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Wer oder was ist eigentlich dieser "Ethikrat", oder Ethik(3)rad? demokratisch gewählt? selbsternannt? ... 
.. religiös? welche Religion?, politisch?, welche Partei?
Was sagt er denn beim Embryonenschutz der Abtreibung?
Die armen Embryos.

Immerhin könnte die Gentechnik "Transplantationsskandale" überflüssig machen,
samt der ganzen postoperativen Immunblockade gegen Transplantatabstoßung.
Allein für die vielen Nieren würde das sich schon (ökonomisch, Entschuldigung) lohnen. zum Beitrag »
[19.09.2014, 19:07:53]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Der Kongo wurde noch vergessen 
Und bei der Sectio c.-Frequenz, wirklich ein unerschöpfliches Thema, Brasilien, das erstaunlicherweise deutlich über Deutschland liegt. zum Beitrag »
[19.09.2014, 18:56:16]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
guter Kommentar, es ist in der Tat Stückwerk, vermutlich mit Vorsatz. 
Eine lineare Betrachtung eines einzigen Faktors "Op-Häufigkeit" ist sowohl medizinisch wie wissenschaftlich unseriös.
Ob es den Patienten besser oder schlechter geht, scheint unwichtig zu sein.

Dahinter steck vermutlich der Wunsch (Auftrag) nach WENIGER Medizin,
und hier sind seit 40 Jahren die eher schlecht bezahlten Operationen immer Prügelknabe Nr.1
Das sieht man auch an der völlig veralterten GOÄ in Deutschland,
in der skandalöserweise z.B. eine offene Leistenbruch-Operation besser bezahlt wird als eine ungleich anspruchsvollere und für den Patient nicht nur schonendere, sondern auch rezidivsicherere "endoskopische" Operation. Die wird daher ambulant schlicht NICHT angeboten.

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[19.09.2014, 14:09:31]
Kerstin Sommer 
Auftraggeber des Artikels? 
Transparenz wäre nett zum Beitrag »
[19.09.2014, 10:05:11]
Dr. Fritz Gorzny 
Die Augenärzte fehlen 
Störungen des Binokularsehens führen regelmässig zu Kopfzwangshaltungen, sind somit mitverantwortlich für HWS Syndrom und Torsionen der Wirbelsäule.
Aber auch ohne Beteiligung des Skelettsystems führen visuelle Wahrnehmungsstörungen sehr häufig zu Diplopie und damit verbundenen Schwindelerscheinungen, die nach Aussgleich der Probleme natürlich wieder verschwinden. Diese Zusammenhänge sind interdisziplinär leider viel zu wenig bekannt. So wurden offensichtlich auch keine darauf spezialisieretn Ophthalmologen eingeladen. Für die betroffenen Patienten bedauerlich, da ihnen keine echte Hilfe angeboten werden kann.
Dr. Fritz Gorzny, Augeenarzt Koblenz, VIzepräsident der Internationalen Gesellschaft für Binokularsehen (IVBS) zum Beitrag »
[19.09.2014, 09:54:58]
Dr. Richard Barabasch 
Dran denken ist das Wichtigste 
1964 hatte ich an der Neurologie Innsbruck bereits in einer Promotions-Arbeit über "die subjektive Symptomatik bei Hirntumoren" als Metaanalyse im Visier und diese neuere Untersuchung aus Hamburg nun bestätigt meine damaligen Ergebnisse erneut. Dass inzwischen 50 Jahre vergangen sind und die Möglichkeiten von CT und NMR die Diagnosefindung beschleunigt hat, ändert nun aber andereseits gar nichts am "Prinzip 7 Sinne" und eben an der Tatsache der Diagnosefindung durch aufmerksame Anamnese und dem feinen ärztlichen Gespür für DIESEN MENSCHEN vor mir mit DIESEN Hinweisen auf SEIN Leiden - den Rest macht dann als Beschleuniger der tatsächlichen Diagnose die moderne Technik,
meint
R.B. zum Beitrag »
[19.09.2014, 07:31:31]
Dr. Franz-Josef Wittstamm 
Arztbriefe sind Einbahnstrassen 
Der Nutzen der mit der Entlassung erstellten Arztbrief ist für den niedergelassenen Arzt und somit den Patienten sicher sehr hoch. Umgekehrt ist der Informationsfluß aus der Praxis in der Regel dürftig.
Haben Sie schon einmal einen vollständigen Sonografiebericht aus der Praxis erhalten ? zum Beitrag »
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