Leserkommentare [15414]

[06.05.2016, 18:52:45]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Man kann Zucker doch nun wirklich nicht mit Alkohol oder Zigaretten vergleichen! 
Richtig, die Dosis machts, das wäre also eine ungerechte Kollektivbestrafung
und wenn schon, der ist doch noch subventioniert, da wäre selbstverständlich der erste Schritt der Subventionsabbau!!! Besonders für USA diese noch gefährlichere Fruktose, enzymatisch aus subventioniertem Mais hergestellt.
Süßstoff ist dagegen eher ausreichend untersucht und wurde nur von der Zuckerindustrie traditionell madig gemacht, eine uralte Story.
Sinn macht weiterhin bei FERTIGPRODUKTEN, die den Markt überschwemmen, besonders Getränken Einschränkungen evtl. Warnhinweise auch für den Hersteller vorzuschreiben. zum Beitrag »
[06.05.2016, 14:59:02]
Dipl.-Psych. Antje Kräuter 
stimme voll zu 
Auch ich kann sowohl den Artikel als auch Ihren Kommentar, Herr Hürten, bestätigen. Wir müssen die frühen Verletzungen heilen, was heute u.a. mittels moderner Traumatherapietechniken gut möglich ist. Zusätzlich muss die Selbstannahme der Patienten gestärkt werden u.v.m.
Auch ich beklage zutiefst die gesellschaftliche bzw. Medien-Ignoranz dieser therapeutischen Erfolge und die Nichtbereitschaft, dazu Studien durchzuführen bzw. sie zu veröffentlichen. Das Bewusstsein, dass körperliche Prozesse von der gefühlsmäßigen Verfassung abhängen, ist noch wenig akzeptiert. Doch gab es bereits 2004 ein ganzes Psychological Bulletin (die bedeutendste psychologische Fachzeitschrift der Welt) mit relvanten Studien dazu! Dort beschrieb man bereits den "sozialen Schmerz" gehirntechnisch mit seinen Auswirkungen. zum Beitrag »
[06.05.2016, 12:45:27]
Carsten Windt 
Eine Umsetzung wäre mit einer Reihe weiterer Probleme verbunden  
1. Aus Rücksicht auf die Wähler wäre ein Zuckerverbot nicht umsetzbar. Eine Strafsteuer- nichts anderes wäre eine zusätzliche Zuckersteuer- würde zu einer erheblichen Mehrbelastung der Haushalte führen.

Dabei ist Zucker an sich nicht schädlich. Die Menge macht es.

2. Wenn Zucker "bestraft" wird, wird die Industrie noch mehr auf künstliche Süßstoffe setzen, deren Wirkungen und Folgen bis heute nicht sauber abgeklärt sind. GGF treiben wir den Teufel mit dem Belzebub aus.

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[06.05.2016, 12:02:25]
Dr. Christoph Schay 
Arbeitsgemeinschaft 
Das ist das große Dilemma unserer ärztlichen Selbstverwaltung. Als Körperschaft des öffentlichen Rechts, der Rechtsaufsicht unterliegend, haben die Landesärztekammer "vergessen" für ihre Mitglieder einzutreten. Als die Gebührenordnung vor 30 Jahren noch aktuell war und ebenso wie im GKV System die Verdienste der Ärzteschaft angemessen, wurden keine klugen Weichen für die Zukunft der Ärzteschaft gestellt, sondern es erfolgte eine Anbiederung an die Politik. Die Politik soll aber nicht aus ihrer Verantwortung für das Gemeinwohl entlassen werden. Der zahnlose Tiger Arbeitsgemeinschaft Bundesärztekammer versucht nun den Karren aus was eigentlich zu ziehen. Gefordert ist ein energisches Auftreten gegenüber der Politik. Der politischen Realität kann auch gemeinsamer Druck entgegen gesetzt werden, um den berechtigten Forderungen Nachdruck zu verleihen. Alternativer Vorschlag. Die Ärztekammer als AG löst sich, ebenso wie die Landesärztekammern auf und es entwickeln sich neue Strukturen innerhalb der Fachverbände, die für die Interessen ihrer Mitglieder eintreten.  zum Beitrag »
[06.05.2016, 10:19:58]
Clemens M. Hürten 
Volle Zustimmung! - Erkenntnisse in meiner Praxis ständig bestätigt 
In meiner Praxis für Beratung & Psychotherapie finde ich das, was in diesem Beitrag vorgestellt und beschrieben wird, ständig bestätigt! Zudem entspricht es meiner eigenen Lebenserfahrung als Kind und Jugendlicher, der psychischer und körperlicher Gewalt der Eltern ausgesetzt war.

Mich wundert allerdings, was an diesen Erkenntnissen neu sein soll. Viel wichtiger wäre doch, dass diese Erkenntnisse endlich in dem nötigen Umfang und mit Nachdruck in die therapeutischen Fachbücher aufgenommen werden müssen!

Außerdem sehe ich hier ein Erklärungsmodell für die Entstehung psychischer Probleme, das einen genetischen Einfluss nicht nur einseitig von Erbfaktoren abhängig sieht, sondern von den Lebensumständen der Mütter bzw. der Eltern. Wird (wie auch heute leider noch üblich) mit reinen Erbfaktoren argumentiert, leiten sich fast zwangsläufig daraus hirnorganische „Anormalitäten” ab, die zu den bekannten Serotonin- und Dopamin-Hypothesen führen und dann eine für die Pharma-Industrie lukrative Einnahmequelle darstellen.
Die typische psychiatrische Lehrmeinung halt.

Verfolgt man hingegen die hier im Beitrag vorgestellte Sichtweise mit der erforderlichen Konsequenz, so ergeben sich daraus Forderungen an die Politik, die gesellschaftlichen Verhältnisse so zu verändern, dass Mütter (und alle Menschen) endlich ohne Existenzängste leben können. Eine Lösung wäre z.B. die Einführung des Bedingungslosen Grundeinkommen.
Man muss sich einmal sämtliche Konsequenzen auf die psychische Gesundheit der Menschen ausmalen, die ein Bedingungsloses Grundeinkommen mit sich bringen würde: zig Milliarden Euro könnten im Gesundheitsbereich eingespart werden, weil die Menschen kaum noch Gründe hätten, ihr Leid in Form von Depressionen, Ängsten oder sonstigen Symptomen zum Ausdruck zu bringen!

Allerdings würden die Profiteure des gegenwärtigen Systems ihre Märkte verlieren. Und die Herrschenden würden ihre Macht über die Menschen verlieren, weil diese finanziell nicht mehr erpressbar wären und über das Geld in Existenzangst versetzt werden können. Das hätte allerdings zwangsläufig auch die Beseitigung des kapitalistischen Systems zur Folge!

Existenzängste, wie in unserem jetzigen System zunehmend verbreitet, lassen in den Menschen oft eine derartige Spannung entstehen, dass sie diese Spannung in Form von Gewalt abführen. Und leider trifft diese Gewalt oft die Familienmitglieder.

Ich bin daher der Ansicht, dass jede ursächliche und konsequent zu Ende gedachte Psychotherapie letztlich auch in der Systemkritik enden muss. Denn die Lebensumstände der Menschen sind der wichtigste Faktor, der die psychische Gesundheit beeinflusst!

Clemens M. Hürten
Heilpraktiker der Psychotherapie zum Beitrag »
[06.05.2016, 10:11:49]
Ulrike Messerschmied 
Ob Schummel oder Scheinwelt: Hauptsache wir haben unsere Ruhe! 
Mit sog. ,,Demenzdörfern'' wie in Hameln wird eine Haltung im Umgang mit Demenzkranken fundamentiert, die nicht wenige zurecht für bedenklich halten. Wer anderen Scheinwelten vorgaukelt, hat nicht verstanden, worum es in der Pflege und Betreuung von Menschen mit Demenz im Wesentlichen geht:
Auch Demenzkranke haben ein (Grund)Recht darauf, in Ihren Bedürfnissen und inneren Nöten respektiert und ernst genommen zu werden. Dazu bedarf es keiner immerwährenden Urlaubsatmosphäre, sondern Einfühlungsvermögen, Zuwendung, Vertrauenswürdigkeit und der Bereitschaft, auch die unbequemen Herausforderungen im Alltag anzunehmen und gemeinsam durchzustehen. Wer statt dessen in die Irre führt, handelt ethisch und moralisch fragwürdig. zum Beitrag »
[06.05.2016, 08:07:37]
Dr. Jens Wasserberg 
Preiskalkulation nach Gutsherrenart 
Der Preis einer Leistung ergibt sich zunächst einmal nach dem Aufwand, den der Leistungserbringer - hier der Arzt - aufzuwenden hat. Dazu kommt dann noch der Gewinn, der ihm zugesprochen wird.
Die Abrechnungszahlen der Versicherungen als Grundlage einer 'Preiskalkulation' bedeutet schlicht, dass nun das Prinzip des Kostenbudgets gilt, dass der Kostenträger also errechnen lässt, wieviel er insgesamt zu bezahlen bereit ist. Selbstverständlich ist die Überforderung des Kostenträgers zu vermeiden, aber sie ist hier sicherlich nicht das oberste Prinzip, denn immerhin hat dieser seit fast 20 Jahren keinerlei Kostensteigerung der Gebührenordnung zu verkraften gehabt. Ein gänzlich anderer Ansatz wäre z.B. die Kostensteigerung der letzten 20 Jahre in die GOÄ neu einzupreisen, und sich somit nicht auf die Zahlen des Verhandlungsgegners einzulassen. Wer die Gebührenordnungssprünge anderer freier Berufe einmal ansieht, der wird erkennen, wie das dort so läuft.
Das geht aber alles nicht, wenn die ärztlichen Verhandlungsführer fast alle in den Aufsichtsgremien der Versicherungswirtschaft sitzen ...
Herr Montgomery hat die Ärzte hiermit viele Millionen gekostet, die ihnen durch die bizarre Verzögerung der ja schon vor Jahren ' auf der Ziellinie' befindlichen GOÄ-Neu verloren gegangen sind. Wenn das kein Grund ist, zurückzutreten, dann ist das extrem bemerkenswert. zum Beitrag »
[06.05.2016, 08:06:10]
Dr. Henning Fischer 
"Will heißen, wir sind auf externe Kompetenz angewiesen" 

weil man keine interne hat!

Geschwafel, Herr Präsident!

"Wir fordern das seit 20 Jahren und tragen das auch immer wieder den Gesundheitsministern vor. Aber wer glaubt, einfach nur eine Punktwerterhöhung als Teil-Inflationsausgleich zu bekommen, der muss sich noch einmal mit den politischen Realitäten auseinandersetzen. Die Große Koalition ist dazu jedenfalls nicht bereit."

Das sagt doch alles: BÄK als Witzfigur für die Politik.
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[05.05.2016, 23:52:32]
Julia Schulze 
Im Spannungsfeld der Interessen?  
Solch einen schlecht recherchierten Artikel hätte ich der Ärztezeitung nicht zugetraut. Zig Studien und die Erfahrung in Ländern mit hohen! Steuern auf Alkohol wie z. B. Australien (in Deutschland ist Alkohol doch weiterhin zu Discountpreisen zu bekommen) zeigen doch exemplarisch, dass der Preis einer Ware seine Nachfrage bestimmt und saftige Besteuerung zu weniger Konsum führt. Dazu bsp..http://www.theguardian.com/society/2015/may/06/australians-alcohol-consumption-at-lowest-level-since-1960s
Warum sollte dies mit Zucker nicht funktionieren? Mir macht Angst, wenn Konzerninteressen den Ausschlag geben, was wie besteuert wird oder eben nicht.
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[05.05.2016, 09:12:35]
Carmen P. Baake 
Krankenkassen tragen Mitschuld 
Die AOK Bayern fordert bessere Kontroll- und Sanktionierungsmöglichkeiten. Und meint damit, dass die Abrechnungsprüfer der Krankenkasse sich die Pflegedokumentation und alle in diesem Zusammenhang erstellten medizinischen Unterlagen ansehen können. Und zwar die von der Krankenkasse zur Abrechnungsprüfung eingesetzten nichtmedizinischen Sachbearbeiter. Seit Jahren stemmen sich Gesetzgeber und Bundesdatenschutzbeauftragte dagegen. Zu Recht. Medizinische Unterlagen dürfen nur vom MDK geprüft werden.

Doch das ist nicht der einzige Grund, weshalb mir die Forderung der AOK Bayern nicht gefällt. Die Krankenkassen können seit 15 Jahren im Rahmen der Qualitätsprüfungen auch die Abrechnung der vom Pflegedienst erbrachten Leistungen prüfen. Das allerdings bislang nur, wenn der in die Prüfung einbezogene Patient neben der häuslichen Krankenpflege auch ambulante Pflegesachleistungen nach dem SGB XI erhält. Und machen sie das? So gut wie nie!

Bei der außerklinischen Intensivpflege schließen die Krankenkassen für jeden Patienten mit dem Pflegedienst einen Einzelvertrag. In diesem Vertrag sind z. B. der Preis pro Stunde, die Anforderungen an die Qualifikation der eingesetzten Mitarbeiter und die Abrechnungsunterlagen geregelt. Warum regeln die Krankenkassen in diesen Verträgen nicht einfach auch die Kontrolle und Sanktionierung? Weil es zu einfach wäre?

Nein, weil die Krankenkassen leider oft lieber den - vermeintlich - günstigeren Anbieter wählen, statt des Anbieters, der nachweisbar alle Qualitätsanforderungen erfüllt. Der ist natürlich wesentlich teurer, weil er für die Rund-um-die-Uhr-Versorgung pro Patient mit 5 bis 6 Pflegefachkräften kalkuliert, die zudem zusätzliche Qualifikationen für die Intensiv- und Beatmungspflege abgeschlossen haben. (Allerdings gibt es sicher auch Anbieter, die teuer und betrügerisch sind. Eine Pauschalierung möchte ich darum nicht vornehmen.)

Meine Forderungen zur Bekämpfung des Betrugs wären darum:

- Nehmt die Krankenkassen in die Pflicht! Bestraft die Krankenkassen, die ihre schon heute vorhandenen Möglichkeiten zur Kontrolle nicht oder nur unzureichend nutzen.

- Regelt die Qualitätsanforderungen und die Zulassung von Anbietern für für die häusliche Intensiv- und Beatmungspflege bundeseinheitlich, inkl. Preisen und Kontrollmöglichkeiten! Bestraft Krankenkassen, die diese bundeseinheitlichen Vorgaben unterlaufen, um z. B. Kosten zu sparen.

- Sorgt dafür, dass Sachbearbeiter der Krankenkassen medizinische Unterlagen auch weiterhin nicht einsehen dürfen! Sie können die Abrechnung sehr gut anhand der schon jetzt verfügbaren Unterlagen prüfen, wie z. B. Handzeichenliste des Pflegedienstes, Leistungsnachweisen, Dienst- und Tourenplänen.

- Trefft Regelungen, die es allen potenziell betroffenen Behörden erlaubt, ihre Erkenntnisse im Fall eines vermuteten Abrechnungsbetruges abzugleichen und zusammenzuführen! Al Capone wurde schließlich auch erst durch einen findigen Steuerbeamten in den Knast gebracht.

- Sorgt dafür, dass es Staatsanwaltschaften gibt, die ich mit dem komplexen Leistungs- und Vertragsrecht der Kranken- und Pflegekassen auskennen! Ich selbst unterstütze hier gern mit meinem Wissen.

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