Leserkommentare [15548]

[30.05.2016, 14:00:29]
Michaela Machholz 
Sehr geehrte Frau Koch, 
ich habe mit keinem Wort den Männermangel und die Mitgliedschaft in der Kammer miteinander kombiniert (und ja ich weiß, darum ging es ja in dem Artikel).
Nachdem Sie sich ja im Netz informiert haben, kennen Sie sicherlich auch die normalen Beiträge und nicht nur die Strafen. Leider wissen die meisten jedoch den Wert dieser ersten Schritte hin zur selbständigen Profession nicht zu schätzen...
Und so schwer es mir fällt, aber ich muss Herrn Dr. Bayerl hinsichtlich des "Jammerns" Recht geben...und insbesondere die Pflege ist sehr, sehr gut darin...das fällt aber auch deutlich leichter, als aktiv etwas zu ändern. ;-)
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[29.05.2016, 23:08:36]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Bitte erst Nachdenken, dann Sprechen? 
Wenn der Chirurg Prof. Dr. med. Hans-Fred Weiser als Präsident des Verbandes der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) in einem Gastvortrag auf dem 119. Deutschen Ärztetag in Hamburg appelliert: "Ökonomisches Denken darf nicht im Vordergrund stehen", müsste er nicht auch darauf hinweisen, dass Medizinisches Denken immer weiter in den Hintergrund gedrängt wird.

Der Deutsche Ärztetag hat sich ebenso detailliert wie zerknirscht und zugleich laienhaft dilettantisch mit dem GOÄ-Reform-Desaster beschäftigt. Obwohl die Ökonomen in Politik, privater Krankenversicherungswirtschaft, Beihilfestellen, Medien, Wissenschaft und Gesundheits-System-Forschung schon längst die Oberhand gewonnen haben.

Der Hamburger 119. Deutsche Ärztetag beschäftigte sich detailliert mit Arzneimittelpreisen im Zusammenhang mit Forschung und Entwicklung, deren Kalkulation bzw. sozialpolitische Rechtfertigung. Ohne auch nur den Hauch einer Chance zu erlangen, sich gegen die Macht von Forschungspolitik, Pharmakonzernen und Pharmazie-Vertriebsinteressen Gehör verschaffen zu können.

Gleichzeitig sind andere Berufsgruppen gegen medizinische Professionen auf dem Vormarsch. Krankenkasseninteressen, egal ob privat oder gesetzlich, gehen grundsätzlich mit ihren Versicherungs-Fachangestelten gegen ärztliche Fachkompetenz vor. Medizinische Versorgungseinrichtungen, institutionalisierte Pflegeinstitutionen, Heil- und Hilfsmittelanbieter übernehmen das Zepter.

Gipfel sind Versuche über "Health Literacy" Deutungshoheit, Alleinvertretungsanspruch, Wissensüberlegenheit über den gesamten Medizinbereich zu reklamieren. Alles, was Ärztinnen und Ärzte tun, lassen oder falsch machen könnten, wird mit einem umfassenden sozialpädagogischen Überprüfungs-, Aufklärungs- und Belehrungsanspruch konfrontiert, welche u. a. einen multimedial idealisierten Gesundheitsansatz verfolgt und Krankheitsentitäten am liebsten verleugnen möchte. Vgl. dazu meine Kontroverse auf DocCheckBlog:
http://news.doccheck.com/de/blog/post/3875-health-literacy-ist-das-kunst-oder-kann-das-weg/

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[29.05.2016, 20:11:59]
Heidemarie Heubach 
Hoffentlich zeigen Ärzte schon bald Rückgrat - bei der Ausweitung von Medikamententests z.B.! 
Auch die von Hermann Gröhe für Juni (!) geplante gesetzliche Ausweitung von Arneimitteltests mit nicht einsichtsfähigen Menschen (Demente, Behinderte) sollte lauten Ärzteprotest provozieren! - denn auch hierbei ist die Gefahr groß, daß es um "Nutzung" von Patienten für Fremdzwecke geht, nicht um Vorteile für diese Menschen selbst. Kommt dieser Gesetzvorschlag durch, wird das Patientenvertrauen weiter sinken! zum Beitrag »
[28.05.2016, 21:21:11]
Silke Kralenetz 
Abteilungsschließungen nicht das einzige Problem... 
Auch in der Auftaktveranstaltung des DDG-Kongresses in Berlin wurde der Nachwuchsmangel beklagt. Die Ursachen dafür werden scheinbar schnell ausgemacht.
Möglicherweise handelt es sich nur um Einzelfälle, aber eventuell liegt das Problem auch noch an anderer Stelle. Unheimlich gerne wäre ich der erhoffte "Nachwuchs", doch man lässt mich leider nicht. Mein Antrag liegt seit einem halben Jahr bei der DDG. Auf mehrfache Nachfrage erfuhr ich, dass er wohl abgelehnt sei, aber auf einen schriftlichen Bescheid mit Begründung warte ich bisher vergeblich. Ähnliches Problem bei einer diabetologischen Fachabteilung, die derzeit absolut nicht von Schließung bedroht ist. Hier wurde vor etwa einem 3/4 Jahr die DDG-Zertifizierung beantragt. Nach mehreren Nachforderungen ist ein positiver Bescheid bislang immer noch Fehlanzeige. Somit verzögert sich natürlich auch die formale Ausbildung der dort arbeitenden Ärzte, denn die Zeit wird ihnen auf den Diabetologen DDG wohl nicht angerechnet werden.
In den geschilderten Fällen braucht es sicher keinen Papst zur Lösung des Problems, auch wenn einige Schäfchen schon fast vom Glauben abfallen sind ... zum Beitrag »
[28.05.2016, 10:30:17]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Einer flog über das Kuckucksnest"? 
Wenn sich die "G7-Wirtschaftsinitiative von Ise-Shima" zu den Themen Weltwirtschaft, Migration und Flüchtlinge, Handel, Infrastruktur, Frauen, Cyber, Korruptionsbekämpfung, Klima, Energie in Japan trifft, ist das Mega-Thema "Gesundheit" doch nur ein lächerliches Anhängsel!

Dieser Gipfel wollte sich auf die Förderung der sozialen Entwicklungsziele der UNO verpflichten - einer Art "Ise-Shima-Vision" für die Weltgesundheit? Wie soll das funktionieren, wenn man gleichzeitig "die Grundlagen für ein stärkeres, langfristiges weltweites Wachstum zu legen" beabsichtigt?

Denn damit werden der weitere soziale Abstieg, die Ausbreitung von Krankheiten, Seuchen, Armut, Ressourcenknappheit, Territorialkriegen, Terrorismus, Kinder- und Säuglingssterblichkeit in der 2. und 3. Welt aufgewiegelt, angestachelt und nicht befriedet oder gelindert.

Wenn sich Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industriestaaten (G7) treffen, um mit unserer "Gesundheitskanzlerin" Frau Dr. Angela Merkel über "Gesundheitsthemen" zu plaudern, wirkt das eher wie eine Stationsbesprechung der geschlossenen Abteilung bei "Einer flog über das Kuckucksnest".

Denn mehr semantische, krankheitsverleugnende Einfältigkeit beim Thema "Gesundheit" oder gar "Weltgesundheit" geht gar nicht! Geht es denn um gesunde Krankheit oder kranke Gesundheit? Nicht mal das wird klar!

Die drängenden Themen sind nach wie vor
• Weltweite Bekämpfung von Infektionskrankheiten (z. B. Malaria, TBC)
• Ebola-Ausbruch, Dengue-Fieber, West-Nil-Infektion usw.
• Katastrophenhilfe bei den Ertrinkenden im Mittelmeer und Südostasien
• Kampf gegen Antibiotikaresistenzen
• Optimierter Einsatz von Antibiotika in Human- u n d Tiermedizin
• Entwicklung dringend benötigter neuer Antibiotika/Anti-Infektiva
• Praxis- und Krankenhaushygiene für Personal u n d Bevölkerung

Der völlig abgehobenen Politiker-Kaste ins Stammbuch geschrieben:
Es geht hier vornehmlich und ausschließlich um K R A N K H E I T E N, Siechtum, Tod und k e i n e s f a l l s nur um Gesundheit oder Wohlbefinden! Das muss letztlich bei den hermetisch abgeriegelten und abgeschirmten G7-Konferenzen diskutiert werden, wo es sich immer so behaglich über Gesundheit schwadronieren lässt. Weil damit die sich abstrampelnde Menschheit draußen in der so fernen realen Welt mit ihren hässlichen K r a n k h e i t s-, S e u c h e n- und S o z i a l p r o b l e m e n abgeschüttelt und verleugnet wird.

Außer Spesen bzw. Medizin- und Versorgungs-bildungsfernen Sprüchen nichts gewesen!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[27.05.2016, 15:10:16]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Tägliche Fasten- oder Schlafenszeit - Ursache oder Wirkung? 
Tägliche Fasten- oder Schlafenszeit - Ursache oder Wirkung?

Um Missverständnissen vorzubeugen: In der Studie "Prolonged Nightly Fasting and Breast Cancer Prognosis" von C. R. Marinac et al ging es primär n i c h t um die Schlafdauer, sondern um die Zeit der täglichen Nahrungskarenz, also die Fasten-Dauer ("fasting") im Zusammenhang vor und nach dem Nachtschlaf.

Doch mit der Verlängerung der täglichen Nahrungskarenz lässt sich keineswegs "Brustkrebs im Schlaf besiegen", wie die Ärzte Zeitung m. E. irreführend betitelt. Denn ausnahmslos alle 2.413 Studienteilnehmerinnen im Alter von 27 bis 70 Jahren hatten bereits die Vorerkrankung Brustkrebs, waren aber ohne Diabetes ["Design, Setting, and Participants - Data were collected from 2413 women with breast cancer but without diabetes mellitus who were aged 27 to 70 years at diagnosis..."].

Bei der Ergebnis-Darstellung haperte es gewaltig: Eine durchschnittliche Studien-Beobachtungs-Dauer von angeblich 7,3 Jahren sollte das Wiederauftreten invasiver Mammakarzinome und neue Primärtumore detektieren. Die Brustkrebs-spezifische- bzw. die Gesamt-Mortalität seien jedoch gleichzeitig über durchschnittlich 11,4 Jahre nachbeobachtet worden. Und plötzlich ist nicht mehr von Fastendauer, sondern von selbst berichteter Schlafdauer die Rede??? ["Main Outcomes and Measures - Clinical outcomes were invasive breast cancer recurrence and new primary breast tumors during a mean of 7.3 years of study follow-up as well as death from breast cancer or any cause during a mean of 11.4 years of surveillance. Baseline sleep duration was self-reported..."].

Vollends mysteriös sind die Ergebnisse: W e n i g e r als 13 Stunden tägliche Nahrungkarenz war im Mittel nach 7,3 Jahren mit einem um 36 Prozent erhöhten Risiko eines Wiederauftretens von Brustkreb assoziiert, verglichen mit nächtlichem Fasten von 13 und mehr Stunden ["Results...fasting less than 13 hours per night (lower 2 tertiles of nightly fasting distribution) was associated with an increase in the risk of breast cancer recurrence compared with fasting 13 or more hours per night (hazard ratio 1,36; 95% CI, 1,05-1,76)"].

Das Brustkrebs-Sterberisiko war im Mittel nach 11,4 Jahren um 21 Prozent erhöht ["...higher risk of breast cancer mortality (hazard ratio 1,21; 95% CI, 0,91-1,60)"]; das allgemeine Mortalitätsrisiko im gleichen Zeitraum um 22 Prozent ["...significant higher risk of all-cause mortality (hazard ratio, 1,22; 95% CI, 0,95-1,56)"].

Auf die vergleichsweise weniger glorreiche Idee, dass unsere bereits vorerkrankten Patientinnen m i t ihren Brustkrebs-Rezidiven oder mit Zweit-Tumorerkrankungen einfach weniger und seltener ruhig schlafen konnten bzw. längeres Fasten einfach nicht mehr aushalten konnten, ist das gesamte Autorenteam offensichtlich niemals gekommen! Sie werden doch nicht etwa Ursache und Wirkung verwechselt haben?

Mf+kG, Dr. med. Thomas Schätzler, FAfAM Dortmund
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[27.05.2016, 10:26:24]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Durchsichtiges Ärzte-"Bashing"-Manöver der AOK! 
Die AOK-Nordost selbst weist für ihr Rechnungsjahr 2014 Leistungsausgaben über insgesamt 6.435.216.111,09 Euro, also knapp 6,5 Milliarden € aus.
https://portale.nordost.aok.de/unvergessliche_momente/jahresrechnungsabschluss-230982.php
Hinzu kommen noch knapp 322 Millionen Euro Verwaltungs- und sonstige Kosten in 2014. Abschließende Zahlen für 2015 liegen mir nicht vor.

Wenn die AOK Nordost für die Jahre 2014 und 2015 bei Gesamtausgaben von geschätzten 13 Milliarden (!) € nur knapp drei Millionen Euro wegen missbräuchlicher Abrechnung von Leistungserbringern wie Ärzten, Therapeuten oder Pflegediensten zurückfordert, sind das echte "Peanuts":
Weniger als 0,5 Prozent der in diesem Zeitraum aufgelaufenen Verwaltungskosten von ca. 640 Millionen Euro. Und weniger als 0,023 Prozent der gesamten Leistungsausgaben der AOK-Nordost.

Hinzu kommt, dass missbräuchliche Abrechnungen von Leistungserbringern sich auf Apotheken, Zahnärzte, Heil- und Hilfsmittel-Anwendungen, externe Dienstleister oder Pflegediensten beziehen. Hausärztinnen und Hausärzte bzw. Fachärzte waren so gut wie nie dabei!

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[27.05.2016, 09:31:47]
Dr. Utta Petzold 
Früherkennung ist nicht Vorsorge 
Die vorliegenden Daten weisen gleichermaßen auf die Bedeutung der Früherkennung wie der Vorsorge hin:
Beim Hautkrebs kann die Früherkennung durch regelmäßige Inspektion vergleichsweise barrierefrei erfolgen. Echte Vorsorge ist für einige Hautkrebsarten beispielsweise der sinnvoll angewandte UV-Schutz.
Meines Erachtens sollten Medizinjournalisten und Ärzte in der sauberen Nomenklatur mit gutem Beispiel vorangehen, damit Patienten nicht glauben, ein Hautkrebsscreening könne Hautkrebs verhindern. zum Beitrag »
[26.05.2016, 19:27:01]
Karin Koch 
Frau Machholz 
die Zwangsmitgliedschaft in z.B. der Pflegekammer RP:
http://www.100prozent-pflegekammer.de
(eine unterirdische Homepage für einen unterirdischen Zwang für Pfleger/innen, einen Teil ihrer unterirdischen Vergütung für bessere Pflegebedingungen in Deutschland bezahlen zu müssen).
--
Und dafür auch noch kostenpflichtig abgemahnt zu werden:
http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/pflegekammer-rheinland-pfalz-mahnschreiben-an-nicht-registrierte-pflegekraefte/-/id=1682/did=17419014/nid=1682/h1qwo6/
„(…) Sie haben sich nicht in der Pflegekammer registriert und haben nun einen Mahnbrief erhalten: 4.500 Pflegekräfte in Rheinland-Pfalz. In dem Brief droht die neue Kammer mit einem Ordnungsgeld.
Wer die Frist versäumt, bekommt einen weiteren Mahnbrief. Das Ordnungsgeld von 120 Euro verdoppelt sich dann auf 240 Euro. So will die neue Kammer Druck ausüben auf die rund 4.500 Pflegekräfte, die sich bis jetzt nicht oder unvollständig registriert haben. Das Heilberufsgesetz schreibt Pflegern vor, dass sie Mitglied sein müssen. Ein Sprecher der Kammer sagte dem SWR, bis jetzt hätten sich rund 34.000 Pfleger korrekt registriert.“…) (...)"
--
bringt genau GARNICHTS als Kampagne für mehr Männer in Pflegeberufen!
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[26.05.2016, 18:24:58]
Dr. Ulrich Bickel 
So ein Quatsch 
Als langjähriger Algeiologe kann ich über die Aussage von Herrn Kopf nur den gleichen schütteln. Wenn die Indikation stimmt und das Opioid differenziert ausgewählt wird, profitieren sehr viel Schmerzpatienten mit Nichttumorschmerzen deutlich von der Therapie. Aber vielleicht kann Herr Kopf mir mal verraten, auf welche Studien er sich bezieht mit seiner Aussage, dass 3/4 aller Schmerzpatienten mit Nichttumorschmerzen eigentlich einen Entzug machen müssten. zum Beitrag »
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