Samstag, 29. November 2014

Leserkommentare [11391]

[28.11.2014, 20:09:32]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Einmal das gluten-, histamin-, lactose-, fructose-freie Soja-Lupinen-Menü für ovo-lacto-pesco-carne vegane Vegetarier mit B12 und Ca++ Sorbet!"  
Nach Einschätzung von Experten sind Veganer heute besser denn je über mögliche Nährstoffmängel einer rein pflanzlichen Ernährung informiert. Viele achten auf die Extra-Zufuhr kritischer Nährstoffe wie Vitamin-B-12 (Cyanocobalamin), Kalzium (Ca), Eisen (Fe). Erst kürzlich forderte jemand die Vitamin-B-5 (Pantothensäure) Laborbestimmung wegen Fußbeschwerden und Müdigkeit bzw. des WIKIPEDIA-Eintrags: "Burning-Feet-Syndrom (burning feet = brennende Füße) tritt nach einem drei- bis viermonatigen Pantothensäuremangel auf. Die Krankheitserscheinungen sind zuerst Kribbeln und Taubheit in den Zehen, gefolgt von Brennen und Stechen in den Füßen. Diese Beschwerden werden von psychischen und neurologischen Erscheinungen wie Muskelverspannung oder Nervenreizzuständen begleitet. Bekannt wurde das Syndrom während des Zweiten Weltkrieges bei Kriegsgefangenen in Burma, auf den Philippinen und in Japan, die an Pantothensäuremangel litten." Den Eintrag: "Pantothensäure kommt insbesondere in Innereien, Vollkornprodukten, Avocado, Eiern, Nüssen (insbesondere Pinienkerne), Reis, Obst, Gemüse, Milch und Bierhefe vor", hatte er geflissentlich ignoriert.

Doch weshalb kommen einige Vegetarier und Veganer in meine Sprechstunde, die sich angeblich seit Jahren so gesund ernähren würden, aber nun endlich von mir wissen wollten:

1. Welche Ernährungs-, Mineralstoff- und Spurenelemente-Defizite sie hätten;
2. Welche Mangelerscheinungen bereits auftreten seien;
3. Welche Krankheiten ausgeschlossen werden könnten;
4. Welche Störfaktoren ich ausschließen und
4. was man gegen Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Antriebs- und Lustlosigkeit, Dysphorie, Haarausfall, Dermatitis etc. machen könnte.

Absagen an die Vorstellung, dass man als Vertragsarzt der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) jederzeit trotz § 12 SGB V: "Wirtschaftlichkeitsgebot
(1) Die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sein; sie dürfen das Maß des Notwendigen nicht überschreiten..." Vitamin A, B1, B6, B12, C, D³, Eisen, Folsäure, Jod, Laktat, Magnesium (Mg), Mangan, Selen, Zink usw. laboranalytisch untersuchen könne, wird mit ungläubigem Kopfschütteln quittiert.

Man habe doch bei der Hotline seiner GKV-Kasse die freundliche Auskunft bekommen, die GKV-Versicherten hätten einen Rechtsanspruch darauf, dass jederzeit a l l e s an medizinisch möglicher und machbarer Diagnostik und Therapie, die der Arzt für nötig und verantwortbar hielte, auch durchgeführt werden müsse.

So bleibt mir als Hausarzt nur die Konsequenz, auch Menschen, die sich bewusst in eine missliche Lage, vergleichbar mit Fettsüchtigen, Kettenrauchern, Quartalssäufern und Abhängigkeitskranken auf der anderen Seite, gebracht haben, zu untersuchen, beraten und zu begleiten bzw. ihnen Möglichkeiten und Grenzen kassenärztlicher, medizinischer Tätigkeit aufzuzeigen.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[28.11.2014, 18:05:59]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Animal Farm"? 
"Farm der Tiere", als Roman von George Orwell 1945 publiziert, beschreibt die revolutionäre Erhebung der Tiere gegen die Herrschaft ihres menschlichen Besitzers und brutalen Farmers. Von anfänglichen Erfolgen und beginnendem Wohlstand gemeinschaftlich getragen, übernehmen die Schweine mehr und mehr die Führung. Sie errichten eine neue Gewaltherrschaft, die noch schlimmer als die alte ist, welche mit der Rebellion der Tiere eigentlich abgeschüttelt werden sollte.

Zum Schluss laufen die Schweine plötzlich alle auf zwei Beinen und tragen Kleidung, Anzug und Krawatte, was ihren eigenen Sieben Geboten des Animalismus widerspricht. Und auf der Scheune steht plötzlich nur mehr ein einziges Gebot: „Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher“!

Es gab übrigens auch mal einen gescheiterten Bundesgesundheitsminister der FDP Dr. med. Philipp Rösler, der gab in einem Interview sinngemäß zum Besten, er würde doch mit seinen Kindern niemals zu einem gewöhnlichen Hausarzt gehen, sondern grundsätzlich nur ins Krankenhaus oder zu "richtigen" Fachärzten.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[28.11.2014, 17:00:20]
Dr. Lubica Schlupkova 
Symptome nach zwei Wochen verbessert. 
Nach meinen Erfahrungen kann man schon nach 2 bei Citalopram 2x20 mg pro Tag eine verbesserung von den Symtomen beobachten,wenn dem Patienten Citalopram passt.Problem ist,dass ich kann nicht vorher wissen,ob der Patient die Übelkeit am Anfang der Therapie bekommt und dann das Medikament
ablehnt.Dafür erhöhe ich die Therapie langsam durch zwei Wochen und dabei
kann man nach 2 Wochen das Effekt nicht ganz erkennen,nur wenn der Arzt grosse Erfahrungen mit dieser Therapie hat. zum Beitrag »
[28.11.2014, 13:16:50]
Dr. Richard Barabasch 
Ale Achtung ! 
Holla ! Da sind ja Menschen aufgewacht und stellen Stacheln auf, denen d a s gar nicht m e h r zugetraut wurde - zumindest meinerseits :.)- und nennen den Sachverhalt eindeutig beim Namen: QM als Schadensbegrenzung durch spinnerte Ökonomie. Dieser Beitrag ist ein Guter Anfang einer Argumentationslinie, die WAHRHAFTIG und ENGAGIERT und ZUTREFFEND ist,
meint
R.B. zum Beitrag »
[28.11.2014, 09:35:14]
Dr. Jürgen Clausen 
Unabhängig vom Thema ... 
... seit wann kann man "Sinn machen"?
Ich würde mir bei der Ärztezeitung einen besseren Stil wünschen.
MfG zum Beitrag »
[28.11.2014, 08:38:40]
Dr. Patricia Klein 
Statistik! 
Bei Veränderungen in der Todesursachenstatistik muss auch immer an reine statistische Artefakte gedacht werden. Veränderungen der Kodierung (z.B. durch Schulungsmaßnahmen oder Artikeln zum sachgerechten Verschlüsseln auf dem Totenschein) haben wahrscheinlich mehr Einfluss als irgendeine Veränderung der Mortalität. zum Beitrag »
[28.11.2014, 08:26:42]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Statt hausärztliche Honorarkonvergenz "Geteiltes Deutschland"? 
Viele ahnen nicht nur, sondern wissen, dass ich kein Freund der CDU/CSU-"Gesundheits"- und Krankheitspolitik bin: Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn (CDU), hatte seine Medizin-Bildungsferne schon des Öfteren belegen können. Die SPD bleibt in weiten Teilen auch nicht besser, wenn nicht gerade professorale Weisheiten verbreitet werden. GRÜNE/Bündnis 90-Wendehälse und DIE LINKE sind in den meisten Fragen zum medizinischen und ärztlichen Versorgungssystem in Deutschland noch immer zu unbedarft. Die FDP bleibt bedeutungslos bzw. hat sich konsequent selbst privatisiert ("Privat vor Staat").

Doch was der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU) in die Diskussion einbringt, nötigt mir hohen Respekt ab. Die Tatsache, dass hier endlich mal kein Ärztefunktionär, sondern ein Mensch aus Fleisch und Blut feststellt, dass es absurd aufgespreizte, schikanös-unterschiedliche Bezahlungen der H a u s ä r z t e durch die GKV-Krankenkassen in Deutschland gibt. In Bremen zahlten die Kassen für einen Versicherten im Schnitt 510,25 Euro, im Rheinland nur 458,71 Euro und in Westfalen 428,71 Euro. NRW rangiert damit bei der Haus-Ärztehonorierung am unteren Ende der Tabelle - ganz so, als gäbe es noch ein weiterhin "Geteiltes Deutschland", nur nicht mehr in Ost und West.

Auf die notwendige Konvergenz bei der hausärztlichen GKV-Vergütung hatten vorher schon die Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen, Barbara Steffens, bzw. mein KVWL-Vorsitzender Dr. med. Wolfgang-Axel Dryden, Facharzt für Allgemeinmedizin, hingewiesen. Sogar eine Petition wurde beim Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages zu diesem Thema eingereicht.

Wenn sich daran nichts ändert, wird es wegen des demografischen Faktors mit Steigerung der Multimorbidität bzw. Überalterung von Patienten u n d GKV-Vertragsärzten bzw. der fehlenden Motivation zur Hausarzt-Niederlassung bei den jungen Kolleginnen und Kollegen in NRW zu Versorgungsnotständen kommen.

Allein im Dortmunder Zentrum in meiner unmittelbaren Praxis-Nachbarschaft musste ein erkrankter Kollege wegen schwindender Kräfte seine familienorientierte, hausärztliche Praxis aufgeben. Seine Lebensgefährtin gab ihre Allgemeinpraxis auch auf. Ein weiterer, befreundeter Kollege ist letzten Monat verstorben. Zwei bereits vor Jahren aufgegebene hausärztlich-internistische Praxen wurden trotz steigender Patientenzahlen schon damals nicht mehr neu besetzt.

Die drei erstgenannten Praxen haben bis heute keine Nachfolge, so dass sich diese zusätzlichen Hausarzt-Patienten auf die umliegenden Vertragsarzt-Sitze verteilen. Von den jüngeren Kolleginnen und Kollegen aus den Kliniken will niemand mehr die hausärztliche Kärrnerarbeit machen. Zu groß sind die Erwartungs-, Forderungs- und Anspruchshaltungen der Patienten, die realitätsfernen leeren Versprechungen von GKV-Kassen und KVen/KBV bzw. zu klein sind Vertragsarzt-Pauschalen für eine umfassende 3-Monate-Rundum-Versorgung bei zunehmender Multimorbidität und ungebremst krankheitsfördernden Lebensstilen. Versorgungsansprüche bei Krankheit, Fortbildung und Renten/Pensionen bzw. die gesamte Personalverwaltung und -Steuerung, die in Klinikbetrieben selbstverständlich zum Gehalt dazu gehören, entfallen ersatzlos in der freiberuflichen Praxistätigkeit.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[28.11.2014, 08:14:01]
Prof. Dr. Günter Hennersdorf 
Hirntod 
Denkt man denn auch übe eine mögliche Organspende nach? zum Beitrag »
[28.11.2014, 06:55:12]
Dr. Jens Grothues 
Kritik der Hausärzte 
Sehr geehrte Frau Feldmann,

ihr Video ist leider wieder einmal ein Beispiel für die eine gelungene Ignoranz der Kritik niedergelassener Kollegen. Ihr Unverständnis für für einzelne Kritikpunkte ist nachvollziehbar, auf grundlegende Kritikpunkte, insbesondere die Vereinigungsregeln für HZV Vollverträge gehen sie mit keinem Wort ein.
Bundesländer mit HZV Vollversorgungsverträge werden massiv benachteiligt. Die Strukturpauschale wird soweit korrigiert, das ihre sogenannten Versorgerpraxis keinerlei Förderung bekommt, nur für delegationsfähige NÄPA Hausbesuche eine Helferin zu beschäftigen, die noch dazu automatisch tarifrechtlich in eine höhere Lohngruppe eingestuft wird, ist in höchsten Maße unwirtschaftlich und geht an der Versorgungsrealität vorbei.
Man hat den Eindruck, das hier erneut eine Umverteilung von Honoraranteilen zugunsten der Bundesländer mit reinen add on Hausarztverträgen stattfindet, bitte korrigieren sie mich, wenn mein Eindruck täuscht.

Als letze Frage noch: was wird aus dem Geld, das durch fehlende Anforderung von den 132 Millionen übrig bleibt ?

Verbleibt das bei den Krankenkassen ? Wird wieder am Ende am 23.12.2015 eine Korrektur der EBM Leistungen erfolgen ? Wird man wieder sagen, es tut uns leid, das haben wir nicht erwarten, das hat uns überrascht, leider war nicht mehr drin ?

Oder ist man bereit, dann auch die politische Konsequenz einzugestehen und aufgrund des desaströsen Ergebnisses zurückzutreten ?

Dr.Grothues, immer noch Landarzt
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[28.11.2014, 00:53:51]
Irene Gronegger 
Von welchen Erkrankungen reden wir hier eigentlich? 
Die häufigste Ursache einer Tendenz zur Unterfunktion ist die Hashimoto-Thyreoiditis, die im Artikel der Ärztezeitung gar nicht erwähnt ist. Warum werden die erhöhten TSH-Werte und die möglichen Konsequenzen nicht getrennt nach den jeweiligen Ursachen diskutiert? Es ist doch nicht egal, warum ein TSH-Wert angestiegen ist.

Ärzte sollten sich bemühen, eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse frühzeitig zu erkennen, anstatt die Betroffenen jahrelang damit hinzuhalten, dass der TSH-Wert ja gerade noch irgendwie normal ist, und wenn nicht, dass das auch nicht schlimm ist, und die Symptome wohl von der Psyche kommen werden. Es ist nicht die Aufgabe von Ärzten, ihre Patienten zu paternalisieren und vor der Wahrheit zu schützen.

Wer eine Hashimoto-Thyreoiditis hat, sollte auch deshalb frühzeitig davon erfahren, weil jodreiche Präparate und jodhaltige Kontrastmittel gemieden werden sollen. Hohe Joddosen können nämlich nicht nur eine Hashimoto-Thyreoiditis verschlechtern, sondern auch einen Wechsel zu Morbus Basedow auslösen. Das ist unbestritten, die Frage ist lediglich, welche Jodmengen es dafür braucht. Bei Frauen im gebärfähigen Alter kommt bei unbehandeltem Hashimoto das erhöhte Fehlgeburtsrisiko hinzu, weil die geschädigte Schilddrüse den steigenden Hormonbedarf oft nicht ausreichend ausgleichen kann. wie viele Fehlgeburten sind bis zur Diagnose zumutbar?

Ärzte wollen deutlich mehr verdienen als andere Akademiker, weil sie angeblich mehr Verantwortung tragen. Beim Thema Hashimoto merke ich leider noch wenig davon - hier wird noch zu sehr beschwichtigt.

Wenn der Nutzen eines TSH-Screenings tatsächlich so fragwürdig ist wie hier dargestellt, müssen wir dringend über ein zusätzliches AK-TPO-Screening reden.

Freundliche Grüße
Irene Gronegger
Ratgeber-Autorin
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