Leserkommentare [16761]

[16.01.2017, 16:17:01]
Thomas Georg Schätzler 
GKV - SPAREN AUF KOSTEN DER VERSICHERTEN? 
1. Es müssten viel mehr als sechs Millionen Menschen in Deutschland von ihren Zuzahlungen befreit werden! Denn Zuzahlungsbefreiungen gelten erst, wenn 2 Prozent des Haushalts-B R U T T O-Einkommens (ein Prozent bei chronisch Kranken) überschritten werden. Das ist aber nicht das verfügbare N E T T O-Haushaltseinkommen.

2. Regionale und individuelle Rabattverträge zwischen GKV-Kassen und Pharmaherstellern sind nicht öffentliche Geheimverträge und -Absprachen, die Haus- und Fachärzte bzw. Patienten und Medien n i c h t einsehen dürfen!

3. Niemand kann und soll zuverlässig wissen, ob, wie lange, warum und in welchem Umfang die aktuell noch 3.706 von Zuzahlungen befreiten Medikamente verfügbar, lieferbar und nachproduzierbar sind und bleiben werden.

Wir Vertragsärzte wissen nie, welche Medikamenten-Marke tatsächlich in der Apotheke ausgeliefert wird? Unsere Patienten sehen ihre Kassenrezepte nie wieder und hoffen auf pharmazeutisch wirksame Substanzen bzw. Korrektheit der Ausgabe. Eine nachprüfbare Qualitätssicherung findet nicht statt.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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[16.01.2017, 16:14:08]
Henning Fischer 
zumindest erkennen die Patienten damit, wie gläsern sie bereits sind 

und wir Ärzte erkennen mal wieder, wie mißtrauisch und negativ die Kassen uns gegenüber eingestellt sind.

Warum hat die Kasse die Versicherten und nicht die Hausärzte bzw. Verschreibenden über mögliche Risiken informiert ???????????

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[16.01.2017, 15:10:42]
Rudolf Hege 
Sehr sinnvoll.... 
Leider gibt es ja immer noch keine zentrale Erfassung aller Verordnungen (Gesundheitskarte). Die Praxis zeigt, dass - gerade ältere - Patienten mit vielen Medikamenten versorgt werden. Gerade "schwierige" Fälle werden dann mit einer neuen Verordnung "zufriedengestellt". Kleines Beispiel, kürzlich in meiner Praxis so aufgetaucht: 81-jährige Patientin mit 18 verschiedenen Medikamenten (darunter 3 Psychopharmaka, Lyrica und ein Opiat.), sowie die üblichen Antihypertonika, PPIs usw. Klar, sie gehört zum Typ "Jammerer" - und ich kann mir gut vorstellen, wie die vielen Verordnungen entstanden sind... (In erster Linie hatte die Frau aber Depressionen..)

Ob der Hausarzt überhaupt darüber informiert ist, was sie alles so nimmt, ist fraglich. Vielleicht will er es aber auch gar nicht so genau wissen, weil sie ihm sonst wieder die Ohren volljammert. zum Beitrag »
[16.01.2017, 12:58:48]
Karl-Georg Vaith 
Die Diagnosemöglichkeit mit PSA auf cancerogene Prostataanteile sollte keine Privatleistung mehr sein. 
Jede Person ab 45 Jahren, sollte während einer Laborkontrolle auch den PSA-Wert testen lassen.
Leider habe ich das auch versäumt, bis ein MRT der Prostata den cancerogenen Focus in der Kapsel darstellte.
Bei rechtzeitiger Kontrolle wäre mir dann die durchgeführte Therapie erspart geblieben.

Beste Grüsse

Karl-G. Vaith zum Beitrag »
[16.01.2017, 12:06:32]
Thomas Georg Schätzler 
"Health Literacy" - Wer soll das denn alles Lesen und Verstehen? 
Nach der Studie 'Health Literacy in Deutschland' der Bielefelder Professorin Doris Schaeffer fällt es mehr als der Hälfte der nicht-medizinisch vorgebildeten Menschen in Deutschland (54,3 Prozent) schwer, Gesundheitsinformationen zu finden, zu verstehen, zu beurteilen und anzuwenden.
Bereits die Ergebnisse einer Voruntersuchung in Nordrhein-Westfalen hatten belegt, dass vor allem Menschen mit Migrationshintergrund, geringem Bildungsgrad und Ältere unterstützt werden müssten.
Sie hätten beispielsweise Schwierigkeiten, Beipackzettel zu verstehen oder Informationen einzuschätzen. 44,5 Prozent der fast 2.000 Befragten äußerten Unsicherheit, die Vor- und Nachteile von verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten zu beurteilen. Das geht Haus- und Fachärzten aber oft ähnlich!

Zweitmeinungen
Entsprechend sieht es bei den ärztlichen Zweitmeinungen aus: 49,3 Prozent der Deutschen empfinden es laut der Studie als „schwierig“, zu beurteilen, wann diese sinnvoll ist. „Ein großer Teil der Bevölkerung kann das Gesundheitssystem nicht effektiv nutzen und sich kompetent darin bewegen“, ist das Fazit von Studienleiterin Professor Doris Schaeffer.

„Literacy“ historisch
Doch was ist eigentlich „Health Literacy“? Korrekt ins Deutsche übersetzt wäre das eine möglichst umfassende Kunde von Gesundheit. „Literacy“ im engeren Sinne ist die Fähigkeit, mit basalen Kulturtechniken wie Lesen, Schreiben und Rechnen umgehen zu können („Literacy is traditionally understood as the ability to read, write, and use arithmetic“).

Das moderne „Literacy“
Der Begriff „Literacy“ ist durch die moderne Sozialforschung umfassend erweitert und modernisiert worden: „The modern term's meaning has been expanded to include the ability to use language, numbers, images, computers, and other basic means to understand, communicate, gain useful knowledge and use the dominant symbol systems of a culture. The concept of literacy is expanding in OECD countries to include skills to access knowledge through technology and ability to assess complex contexts“, so Wikipedia. "Literacy" versteht sich als umfassende/s komplexe Erkenntnis, Verständnis, Reflexion, Selbstreflexion und erweiterte Technologie-Nutzung.

Wissenschaftstheoretischer Wasserkopf
Damit ist die „Gesundheitskunde“ als umfassendes Schul- und lebenslanges Lern-Fach zu Sprach-, Zahlen-, Bilder-, Computer-, Verständnis-, Kommunikations- und Semiotik-Wissenschaften hochstilisiert worden, um technologischen Wissenserwerb und Verständnis komplexer Zusammenhänge zu erreichen.
Mit diesem wissenschaftstheoretisch völlig überladenen „Wasserkopf“ wollen sich Medizin-, Krankheits- und Versorgungs-bildungsferne sozialwissenschaftliche Experten/-innen als Gesundheitsforscher und Gesundheitswissenschaftler profilieren und über ihren neuen Wissenszweig Alleinstellungsmerkmale und weiteres Herrschaftswissen aufbauen.
Die niedergelassenen Vertragsärzte, insbesondere die primär bei Krankheits-, Gesundheits- und Präventionsfragen in Anspruch genommenen Familien- und Hausärzte wurden in einer sich permanent verändernden Wissenschafts-Gesellschaft in einem dauerhaften Diskurs über unterschiedliche Bewältigungs-Strategien bei Schwangerschaft, Geburt, Leben, Krankheit, Gesundheit, Vorsorge, Früherkennung, Chronizität, Behinderung, Palliation und Sterben gar nicht erst berücksichtigt.

Humanmedizin wird falsch eingeschätztzt
Was hat das alles mit der medizinischen Profession, mit Ärztinnen und Ärzten oder mit unseren Patienten/-innen in Klinik, Forschung und Praxis zu tun? Unser humanmedizinisches „Kerngeschäft“ mit Krankheiten bzw. Krank-Sein unserer Patienten über Anamnese, Untersuchung, Differenzial-Diagnosen, Beratungen, multidimensionalen Therapien, Palliation, privat- und vertragsärztlicher Praxis, Krankenhäuser und Universitäten wurde und wird von allen Vertretern der alleinigen Aspekte „Gesundheit“ und „Gesundbeten“ Medizin-bildungsfern falsch eingeschätzt. ??
Das DIMDI (Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information) beschreibt einige zehntausend Krankheitsentitäten nach der Internationalen ICD-10-GM-Nomenklatur: Nach ICD-Diagnosen-Thesaurus, Version 4.0, wurden ca. 31.200 beschrieben. Die aktuelle Version der ICD-10 GM 2014 listet in seiner Systematik ca. 13.400 endständige Kodes auf und verfügt in seinem ICD-10 Alphabet über ca. 76.900 Einträge in der EDV-Fassung.

Unsere Kernkompetenz
Unsere Kernkompetenz sind die Zehntausenden von Krankheitsentitäten, die ambulanten/stationären Pharmako- und Physiotherapien, Heilbehandlung, Operationen, Injektionen/Infusionen, Kuren, Minimalinterventionen oder Hybrid-OPs: Bei Herz- und Hirn-Infarkten, ACS, Herzfehlern, Aneurysma, Miss- und Fehlbildungen, Lungenembolien, akutem Abdomen, eingeklemmten Hernien, KHK, systolischen/diastolischen/pulmonalen Hypertonien, Hyperlipidämien, PAVK, Mesenterialinfarkten, Tumorkrankheiten, Kachexie und Marasmus, zerebralen Krampfanfällen, Gallenstein- und Nierensteinkoliken, entgleisten Typ-1 und 2-Diabetes Krankheiten und Komplikationen, Addison-Krisen, Thyreotoxikosen, Nierenversagen, dekompensierter Herzinsuffizienz, Infektionen mit Viren/Bakterien/Pilzen/Parasiten/Prionen oder chronischen Schmerzen, um nur Einiges zu nennen.

Medizinische Wissenschafts- und Erkenntnistheorie im Fluss
Da hilft auch eine wie auch immer geartete "Health Literacy" unseren Patienten/-innen nicht weiter. Zumal sich medizische Erkenntnisse in Anamnese, Untersuchung, Differenzialdiagnostik, Labor, Apparate-Medizin, Psychosomatik, mehrdimensionaler Therapie, Schmerzlinderung, Palliation und Sterbebegleitung permanent weiterentwickeln, in Frage stellen oder revidieren lassen müssen. Trotzdem wird gegenüber Medien, Politik und Öffentlichkeit insbesondere von Medizinbildungs- und Versorgungsfernen Schichten in Wissenschaft und Praxis immer so getan, als ob Patienten selbst wesentlich klüger und allwissender sein müssten bzw. könnten, als ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte. Ein einheitlich zuverlässig beurteilbares Laien- und Expertenwissen kann es, wie in allen anderen Wissenschaftsdisziplinen auch, schon gar nicht in der Humanmedizin mit ihrer ständig changierenden "conditio humana" geben.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[16.01.2017, 08:44:34]
Thomas Georg Schätzler 
Künstliche Intelligenz beim künstlichen Sex? 
Was haben denn bloß Sexroboter mit Künstlicher Intelligenz (KI) zu tun?

Erste Versionen wie "Roxxxy" - die muss wohl als Analphabetin immer mit drei Kreuzen unterschreiben - sind äußerlich als Gummipuppen anmutende Maschinen, die laut Angaben des Herstellers "True Companion" doch tatsächlich reden, zuhören und auf Berührung reagieren können.

Wenn das allerdings der Beweis für Künstliche Intelligenz (KI) sein soll, unterstelle ich dem selbsternannten KI-Guru David Levy, Experte für Künstliche Intelligenz (KI) und Autor eines einschlägigen Buches einen Intelligenquotienten (IQ) von maximal Raumtemperatur. Da hilft auch die Assistenz einer Kate Devlin, Hochschuldozentin für Computing an der Univer­sity of London, nicht wirklich weiter. Oder haben beide einfach nur zu viele Staffeln von "REAL HUMANS" im Fernsehen gesehen (s.u.)?

Denn hier ist von äußerst interaktiven bio-psycho-sozial-kulturellen und sexuellen zwischenmenschlichen Kommunikationsprozessen und
-problemen die Rede, welche nicht mal von allen normal- bis hochintelligenten Exemplaren der Gattung HOMO SAPIENS immer ohne psychotherapeutische Hilfe gelöst werden können. Geschweige denn von irgendwelchen hergelaufenen "Sexualklempnern" mit Schraubenschlüsseln, Lötkolben und industriell vorgefertigten Sprachboxen zusammengestümpert werden!

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

P.S.: Real Humans – Echte Menschen (Originaltitel: Äkta människor, Schwedisch für Echte Menschen) ist eine schwedische Drama-Serie mit Science-Fiction-Elementen aus dem Jahr 2012 von Lars Lundström.
Zentrales Element der Serie sind menschenähnliche Roboter, sogenannte Hubots (Abkürzung für Human Robots = Menschliche Roboter). Sie können Aufgaben erledigen, die für gewöhnliche Maschinen zu kompliziert sind. So gibt es Haushaltsroboter, die staubsaugen, den Abwasch erledigen, im Garten arbeiten und Mahlzeiten zubereiten. Einige können auch Autofahren, und manche sind zu sexuellen Handlungen fähig. Es gibt Roboter für Baustellen und für die Altenpflege.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Real_Humans_–_Echte_Menschen zum Beitrag »
[16.01.2017, 08:10:38]
Thomas Georg Schätzler 
"Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider Deinen Nächsten, wenn der seinen PSA-Wert kennt"! 
Die Daten der Multicenter-Studie PLCO (Prostate, Lung, Colorectal and Ovarian Cancer Screening) und deren Interpretation seit 2009 sind in der Öffentlichkeit höchst umstritten. Das New England Journal of Medicine hatte sich mit unkritisch-naiven Publikationen zum PSA-Test blamiert (NEJM 2009; 360: 1310-1319, NEJM 2009; 361: 202).

Auch spätere PLCO Veröffentlichungen waren peinlich (J Natl Inst Canc 2011; online 6. Januar). Denn wie soll rein pathophysiologisch ein schlichter PSA Wert direkt auf die Mortalitätsstatistik durchschlagen können?

Prof. Dr. med. Dr. h. c. M. Wirth und Prof. Dr. med. M. Fröhner,
Klinik und Poliklinik für Urologie (Direktor: Prof. Dr. med. Dr. h. c. M. Wirth), Universitätsklinik ”Carl Gustav Carus” Dresden, haben dazu ausführlich Stellung genommen:
http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/prostatakrebs/article/800632/prostatakrebs-jaehrlicher-psa-test-senkt-sterberate-nicht.html

Beim Ovarial-Karzinom die gleiche Leier. Selbst der IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) sagt zum Thema Vorsorge, Prävention und Früherkennung des Ovarial-Karzinoms die Unwahrheit.
http://www.igel-monitor.de/IGeL_A_Z.php?action=view&id=58
ist schon mit seinem Titel: "Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung" völlig irreführend. Denn im Verlauf wird über Vorsorge, Prävention u n d Früherkennung des Ovarial-Karzinoms referiert, o h n e dass die MDS-Autoren überhaupt reflektieren, dass sie n i c h t nur über Tumor-Früherkennung, sondern auch über Tumor-Ausschluss schreiben.

Mit der MDS-Formulierung: "Um den Krebs frühzeitig erkennen und behandeln zu können, werden unterschiedliche Methoden angeboten: das Abtasten des Beckenraums, die Ultraschalluntersuchung und verschiedene Bluttests, beispielsweise der Test auf den Tumormarker CA-125" wird ein ganz wesentliches Untersuchungsziel für ratsuchende Patientinnen unterschlagen. Das ist der investigative A u s s c h l u s eines Ovarialkarzinoms und damit die aktive Prävention (lat. prae-venire), also das Zuvorkommen, b e v o r eine Erkrankung inzident wird.

Geradezu treuherzig naiv bestätigt der MDS: "Besteht kein Verdacht auf Eierstockkrebs, wird von den gesetzlichen Krankenkassen nur das jährliche Abtasten ab dem 20. Lebensjahr bezahlt". Denn selbst PLCO-Experten wissen, dass die jährliche gynäkologische Palpation allein so gut wie nie das frühe Stadium eines Ovarialtumors detektieren kann, selbst kleinere Zysten bleiben dabei unerkannt.

Zugleich heißt es laut MDS spitzfindig: "Bei Verdacht ist die Ultraschalluntersuchung eine wichtige Diagnosemethode und deshalb GKV-Leistung". Damit wird die im Folgenden vom MDS als sinnlos und ineffektiv verteufelte IGeL-Sonografie der Ovarien plötzlich zu einem eminent wichtigen GKV-Leistungskriterium hochstilisiert.

Zugleich wird den von einem konkreten Verdacht betroffenen Patientinnen vom MDS mächtig Angst gemacht: "Die Ultraschalluntersuchung gilt als das wichtigste Verfahren, um bei einer Frau, die bereits Beschwerden hat, einem Krebsverdacht nachzugehen. Wenn eine Geschwulst im Ultraschall entdeckt worden ist, wird aber nicht sofort mit einer umfassenden Krebstherapie begonnen. Man möchte zunächst mit weiteren, so genannten nicht invasiven Untersuchungen und Tests sichergehen, dass tatsächlich ein Krebs vorliegt. Wenn diese wenig belastenden Untersuchungen den Verdacht nicht ausräumen können, muss das Gewebe unter dem Mikroskop begutachtet werden. Um das Gewebe zu gewinnen empfiehlt es sich jedoch nicht, eine Gewebeprobe aus dem Eierstock mit einer feinen Nadel zu entnehmen, wie etwa beim Brust- oder Prostatakrebs, weil sich dabei Krebszellen im Bauchraum verteilen könnten. Stattdessen wird der verdächtige Eierstock entfernt und untersucht. Stellt sich dabei der ursprünglich auffällige Befund dann erst als Fehlalarm heraus, ist der Eierstock unnötig entfernt worden."

Gleichzeitig beschönigt der MDS für die betroffenen Frauen mit dem Frühstadium eines Ovarialkarzinom, das wiederum mit der IGeL-Sonografie wesentlich früher detektiert werden konnte: "Ist der Krebs noch auf Eierstöcke und das kleine Becken begrenzt, bestehen gute Heilungsaussichten, wenn die erkrankten Gewebe und Organe entfernt werden und die Patientinnen eventuell zusätzlich eine Chemotherapie erhalten." Später behauptet der MDS jedoch, dass die Mortalität durch früher detektierte Stadien gar nicht verbessert werden könnte.

Auch dies steht im krassen Widerspruch zu der MDS-Empfehlung des Ultraschalls als GKV-Leistung selbst bei Anfangsverdacht auf einen Ovarial-Tumor: "Der Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung ist also wenig treffsicher." Bewusst weggelassen wird hier der Aspekt der Prävention und der Entlastung der Patientinnen durch einen insgesamt unauffälligen Befund in über 99 Prozent der Fälle.

Obwohl die Studienlage diesen Beweis überhaupt nicht hergibt, konfabuliert der MDS: "Berücksichtigt man den Zufall, der bei Studienergebnissen immer einkalkuliert werden muss, weist die statistische Auswertung darauf hin, dass die Früherkennung keinen Überlebensvorteil bringt. Es gibt also keine Hinweise auf einen Nutzen." Denn eine intensivierte Eierstock-Krebs-Prävention mit gezielten Untersuchungsverfahren erbringt zwangsläufig mehr gesicherte Tumordiagnosen als eine im natürlichen Spontanverlauf beobachtete Kontrollgruppe.

OT MDS: "Ein Ultraschall der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung wäre dann schädlich, wenn der Test selbst oder sich daraus ergebende Maßnahmen die Lebensqualität beeinträchtigen oder eine Gesundheitsgefahr darstellen würden". Das übersieht nach eigenen Angaben des MDS: "Von den knapp 35.000 Frauen, die mit Ultraschall und Tumormarker untersucht wurden, erhielten 212 Frauen die Diagnose Eierstockkrebs" völlig, dass bei diesem Studienansatz immerhin etwa 34.780 Frauen beruhigt nach Hause gehen konnten, o h n e ein Ovarialkarzinom befürchten zu müssen. Damit waren 99,37% tumorfrei ["free of tumor"].

Das gilt entsprechend auch für Prostata-Krebserkrankungen beim Mann.

Die MDS-Literaturangabe zur PLCO-Studie:
"Prostate, Lung, Colorectal, and Ovarian Cancer Screening Trial (PLCO)" ist unzureichend: "The Prostate, Lung, Colorectal and Ovarian (PLCO) Cancer Screening Trial is a large population-based randomized trial designed and sponsored by the National Cancer Institute (NCI) to determine the effects of screening on cancer-related mortality and secondary endpoints in men and women aged 55 to 74. The screening component of the trial was completed in 2006. Participants are being followed and additional data will be collected through 2015. In 2011, the follow up was streamlined and began being moved from the Screening Centers to the Centralized Data Coordinating Center (CDCC). Numerous epidemiologic and ancillary studies are also underway to answer related crucial questions" beschreibt ein bis 2006 abgeschlossenes Screening. Die Auswertungen dieser prospektiven Studie sind noch in vollem Gange und erlauben bis dato keine abschließende Erhebung, Validierung oder gar Beurteilung.
http://prevention.cancer.gov/major-programs/prostate-lung-colorectal

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[16.01.2017, 07:02:12]
Johannes Scholl 
Einmal im Leben Lp(a) messen! 
Die Deutsche Akademie für Präventivmedizin empfiehlt, einmal im Leben das Lipoprotein(a) zu bestimmen. Insbesondere bei einer Familienvorgeschichte für KHK, aber auch bei Halsschlagaderbefunden (Plaques, erhöhte IMT), die nicht durch die traditionellen Risikofaktoren erklärt werden, ist es wichtig, an das Lp(a) zu denken. An der Kausalität des Zusammenhangs zwischen erhöhtem Lp(a) > 50 mg/dl und KHK bzw. Apoplex besteht kein Zweifel mehr.
In unserer Prevention First Kohorte haben rund 16% der untersuchten "gesunden" Check-up-Teilnehmer ein Lp(a) von 50-99 mg/dl und 1,6% der Frauen bzw. 3% der Männer ein Lp(a) >100 mg/dl. Im ersteren Fall bedeutet das eine Steigerung des KHK-Risikos um ca. 80%, im letzteren auf das Vierfache (!).
Aktuell ist eine anti-sense-RNA-Therapie in Entwicklung, die ersten Studien sind vielversprechend (Lp(a)-Senkung -80%; Viney, Lancet 2016). Bis auf weiteres sollte man bei relevant erhöhtem Lp(a) ein strengeres LDL-Ziel anstreben und frühzeitiger eine Statintherapie einsetzen.
Mehr zum Thema: www.akaprev.de

Dr. med. Johannes Scholl
1. Vorsitzender der Deutschen Akademie für Präventivmedizin e.V. zum Beitrag »
[15.01.2017, 20:14:51]
Thomas Georg Schätzler 
@ Kollegen Miroslaw Wyszynski aus Heilbronn und andere! 
Bei ungeimpften Patientinnen und Patienten bzw. bei dringendem Verdacht auf Impfversagen (klinische Zeichen einer Influenza t r o t z vorausgegangener Anti-Influenza-Impfungen) und im HxNx-System an den verschiedenen Influenza-Varianten Erkrankten bestehen u. U. die Indikationen zur Tamiflu® oder Relenza® Therapie, um den klinischen Verlauf abzumildern und/oder  abzukürzen.

In der vorletzten Influenza-Saison 2014/15 und in der Saison 2015/16 hatte ich weniger als jeweils 10 Neuraminidase-Hemmer Therapie-Fälle: U.a. eine hochbetagte, multimorbide und immobile Patientin mit Pneumonie-Anamnese, die bei schwerer klinisch eindeutiger Influenza-Symptomatik mit Oseltamivir von mir erfolgreich behandelt wurde.

Vgl. dazu "Comment - Influenza: the rational use of oseltamivir" von H. Kelly und B. J. Cowling http://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(15)60074-5/abstract

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

P.S. Die konsequente jährliche Durchimpfung meiner Patienten/-innen mit entsprechender Indikatonsstellung bewirkt über Jahre auch bei niedrigem einzelnen Wirkungsgrad eine Herdenimmunität, so dass bisher meine Tamiflu®-Therapien nur äußerst selten eingesetzt werden mussten.  zum Beitrag »
[15.01.2017, 16:12:17]
Haiko Reuter 
besser 20 Milliarden mehr an Niedergelassene als Kaputtsparen 
entweder man investiert 20 Milliarden mehr (lt Prof. Neubauer-GA 10-2016 KVB) oder man macht Staatsersatzmedizin mit der Folge der Zerstörung der Selbständigen-Praxen. Der Staat hat dann weniger Steuereinnahmen, weniger sich selbst ausbeutende Ärzte u.v.a.m. zum Beitrag »
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