Leserkommentare [15692]

[27.06.2016, 13:20:25]
Cornelia Dölling 
Frau Eva Sieg aus Köln schrieb uns folgenden Leserkommentar 
Guten Tag und Hallo,
ich las den Artikel, vom 17.06. „Noch geht es in der Forschung nicht ohne“. Der Satz:“ Bestimmte Mausmodelle korrelieren dabei laut BfR sehr gut mit den meisten Studien am Menschen, andere hingegen nicht.“,sagt eigentlich alles. …das andere hingegen nicht steht auch für 58.000 Tote allein in Deutschland jährlich, die an Medikamentennebenwirkungen sterben, obwohl tierversuchsgetestet und für „gut“ befunden. Übrigens hat eine USA-Studie (Frühjahr 2013) bewiesen, dass gerade das Mausmodell nicht auf den Menschen übertragbar ist! Komisch, dass Ärzte und Wissenschaftler das nicht mitbekommen haben.

Lieben Gruß
Eva Sieg aus Köln
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[27.06.2016, 12:37:35]
Dr. Henning Fischer 
@Herrn Günterberg 

seit Jahrzehnten verlagern Politik und Kassen bürokratische Vorgänge in die Arztpraxen, z.B. bei Transportscheinen, Chronikerbescheinigungen ect. pp.

Die KVen haben das nicht verhindert sondern im Gegenteil fleißig mitgebastelt.

Die PKV zeigt, wie es ohne Bürokratiemoloch mit nur einem einzigen Formular geht.

Deshalb soll sie ja auch abgeschafft werden.
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[27.06.2016, 11:55:33]
Anne C. Leber 
Leserzuschrift von Heinz Christian Esser 
Sie berichten zutreffend, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 19.5.2016 beschlossen hat, die Diagnose „Torticollis spasticus“ (ICD-10 G24.3) ab 2017 in die Indikationsliste für langfristigen Heilmittelbedarf aufzunehmen. Wir können – wie die Deutsche Gesellschaft für Neurologie in ihrer Presseinformation vom 20.6.2016 – im Interesse der Patienten mit Schiefhals nur sagen: endlich und Gott sei Dank.

Wenn in diesem Zusammenhang als Voraussetzung „eine leitliniengerechte Therapie“ genannt wird, so richtet sich diese Aufforderung an den behandelnden Arzt, nicht an den Physiotherapeuten. Denn der G-BA hat in seinem Beschlusstext festgelegt, dass ein langfristiger Heilmittel- (Physiotherapie-) bedarf nur dann anerkannt wird, wenn gleichzeitig eine leitlininiengerechte medikamentöse Therapie erfolgt. Dies ergibt sich aus Anlage 2 zur Heilmittel-Richtlinie: Diagnoseliste zum langfristigen Heilmittelbedarf nach § 32 Abs. 1a SGB V (1.1.2017) Seite 2: Erkrankungen des Nervensystems, Zeile G24.3.

Heinz Christian Esser
Geschäftsführer
Deutscher Verband für Physiotherapie (ZVK) e.V.
Köln
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[27.06.2016, 10:37:11]
Michael Hubert 
Evolution 
Im Laufe der Evolution hat der Mensch die Fähigkeit verloren, das Enzym Uricase zu symthetisieren. Eine Theorie ist: Dadurch steigt der Harnsäurespiegel, was wiederum den Blutdruck erhöht und Vorteile beim aufrechten Gang hat.  zum Beitrag »
[27.06.2016, 10:27:26]
Klaus Günterberg 
Wenn der Arzt die Anwesenheit eines Patienten kundtut, so verstößt das gegen seine Schweigepflicht, er würde sich strafbar machen. 
Ärzte sind durchaus für moderne Informationssysteme; die informationstechnische Ausstattung ihrer Praxen, für die sie mit persönlicher Haftung sehr viel investiert haben, ist dafür ein sichtbares Zeugnis.

Es gibt jedoch zudem viele Beispiele (http://dr-guenterberg.de/content/publikationen/2008/02_elektronische-gesundheitskarte.pdf, Tabelle 3), die jedem Laien verständlich zeigen, dass Menschen ein berechtigtes, oft sogar ein erhöhtes Geheimhaltungsinteresse über ihre gesundheitlichen Angelegenheiten haben, die zeigen, weshalb Ärzte so großen Wert auf die Wahrung ihrer Schweigepflicht und auf den Datenschutz, also auf die Wahrnehmung der Interessen der sich ihnen anvertrauenden Patienten legen: Da gibt es Lebensumstände mit Inanspruchnahme des Gesundheitswesens, für die es in unserem Leben eine historisch begründete und unveränderte Tabuisierung gibt, bei denen die unbefugte Offenbarung zu schweren Nachteilen für den Betroffenen führen könnte. Die uneingeschränkte ärztliche Schweigepflicht ist Voraussetzung für die Inanspruchnahme des Gesundheitswesens, Grundvoraussetzung für das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient, Grundvoraussetzung ärztlicher Tätigkeit; vor allem deshalb vertreten Ärzte so vehement die Wahrung dieser elementaren Interessen ihrer Patienten. Würde man die Schweigepflicht im Interesse moderner Technologie oder im Interesse eines vermeintlichen oder wirklichen wirtschaftlichen Nutzens verkürzen, so würde dies zu schweren Nachteilen für die Bürger unseres Landes führen.
MIT EINEM ONLINE-DATENABGLEICH TÄTE DER ARZT KUND, DASS EIN PATIENT ANWESEND IST. DAS LIEßE RÜCKSCHLÜSSE AUF SEINE ERKRANKUNG UND BEHANDLUNG ZU UND WÄRE EIN VERSTOß GEGEN DIE ÄRZTLICHE SCHWEIGEPFLICHT. DER ARZT WÜRDE SICH STRAFBAR MACHEN.

Natürlich ist es sinnvoll, künftig bei allen Veränderungen der Stammdaten nicht die Karte zu tauschen sondern, der Chip macht es möglich, nur die Änderungen vorzunehmen.
Doch man bedenke auch den zunehmenden Mangel an Ärzten und medizinischem Personal. Die aber sollen sich vor allem um die Gesundheit der Menschen kümmern. Schon heute beklagen viele Versicherte, dass Ärzte, Mitarbeiter und Pflegepersonal für sie zu wenig Zeit haben. Das ist auch verständlich, sind die schon heute mit Bürokratie überlastet.

Und man bedenke auch die Aufgabenverteilung im Gesundheitswesen: Da sind die Ärzte für die Behandlung da, die Krankenkassen für die Verwaltung. Die notwendigen Änderungen der
Stammdaten könnte praktisch bei den Krankenkassen schon der jüngste Auszubildende oder jede Angestellte vornehmen. Diese Arbeit ausgerechnet denen übergeben zu wollen, die im gesamten Gesundheitswesen am höchsten qualifiziert sind, den Ärzten, - wie abwegig, wie unwirtschaftlich.

Doch wie löst man das Problem, die eGK zu aktualisieren? Da könnte in jeder Zweigstelle einer Krankenkasse doch die Änderung auch für andere Kassen vorgenommen werden, auch für die Krankenkassen, die selbst keine Zweigstellen unterhalten. Und für die restlichen Versicherten gibt es immer noch den Postweg.

HIER IST NICHT DIE KNAPPE ZEIT DER ÄRZTE, HIER IST DIE SOLIDARITÄT DER KRANKENKASSEN GEFRAGT!
Wer heute Ärzte mit rechtlichen Problemen und bürokratischen Aufgaben belasten will, möge sich später nicht über noch längere Wartezeiten beim Arzt beklagen.

Dr. Klaus Günterberg
Frauenarzt. Berlin

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[27.06.2016, 07:28:37]
Thomas Georg Schätzler 
Mit SPRINT hatte man die Generation "75plus" systematisch ausgeschlossen,  
um sie durch die Hintertür wieder hereinzulassen?

Als offene Beobachtungs-Studie mit unbrauchbarer US-Leitlinien-Monotherapie als Holz- versus Multimedikations-Luxusklasse und systematischer Ausgrenzung älterer, geriatrischer Hypertonie-Patienten arbeitete die SPRINT-Studie mit unkritisch-naivem Empirisismus. Bluthochdruck-Patienten sollte ein neuer systolischer RR-Zielwert von 120 mm Hg statt bisher 140 mm Hg vorgeben werden: Extrem viele Ausschlusskriterien existierten, welche die reale Welt unserer hypertensiologisch betreuten Patienten gar nicht abbilden kann. Es gab eine "Holzklasse" von Patienten, die gemäß US-Leitlinien primär nur mit Saluretika mehr recht als schlecht und mit Blutdrucksenkung bis 140/80 mm Hg austherapiert wurden ["Chlorthalidone was encouraged as the primary thiazide-type diuretic"].

Es gab eine "Luxusklasse", welche um das Ziel der Blutdrucksenkung bis 120/80 zu erreichen, zusätzlich mit Schleifendiuretika, Betablockern ["loop diuretics (for participants with advanced chronic kidney disease), and beta-adrenergic blockers (for those with coronary artery disease)"] und mit Amlodipin ["amlodipine as the preferred calcium-channel blocker"] behandelt wurde. Doch damit nicht genug: Zusätzlich wurde der in Deutschland nicht gebräuchliche AT1-Rezeptor-Blocker Azilsartan ggf. in Kombination mit Chlothalidon von TAKEDA® gesponsert: „Azilsartan [Edarbi®] and azilsartan combined with chlorthalidone were donated by Takeda Pharmaceuticals International and Arbor Pharmaceuticals; neither company had any other role in the study.“

Bei US-Leitlinien in der Hypertonie-Behandlung muss man die primäre Saluretika-Monotherapie unter anderem deshalb berücksichtigen, weil bei vielen Schwarzen die RAS-Blockade im Renin-Angiotensin-System mit ACE-Hemmern (Angiotensin-Converting-Enzyme) oder AT1-Rezeptor-Blockern zum Teil aus genetischen Gründen nicht funktioniert. Als Erstlinien-Behandlung ist das in Europa und Asien wegen Nebenwirkungen und fehlender langfristiger Adhärenz bzw. Compliance nicht umsetzbar. Diabetiker waren an SPRINT grundsätzlich n i c h t beteiligt. Dafür seien die ACCORD- und ADVANCE-Studien mit Typ-2-Diabetikern zuständig gewesen, welche allerdings bei moderater Blutdrucksenkung mit RR-Werten bis 140/90 mmHg und moderatem Typ-2-Diabetes-Management ein günstigeres Outcome zeigten.

Diese Fakten wurden in der euphorischen National Institutes of Health (NIH) Publikation mit dem Titel: „Landmark NIH study shows intensive blood pressure management may save lives“ nicht mal ansatzweise erwähnt. „Lower blood pressure target greatly reduces cardiovascular complications and deaths in older adults: High blood pressure, or hypertension, is a leading risk factor for heart disease, stroke, kidney failure, and other health problems. An estimated 1 in 3 people in the United States has high blood pressure“ ließ eine Fülle wesentlich entscheidender Faktoren, einschließlich Typ-2-Diabetes-Ausschluss, einfach weg.

Für die SPRINT-Studie hatte man zum Beispiel explizit Rollstuhlfahrer, Pflegeheim-, Grad 3-Hypertonie-, therapieresistente Hypertonie-, Schlaganfall- und Diabetespatienten bzw. sogar Orthostase-Syndrome ausgeschlossen. Die Liste der Ausschluss-Positionen umfasst insgesamt 20 Einzelpunkte: Angefangen mit fehlender Adhärenz/Compliance, Zustand nach ACS, Myokardinfarkt und PCI angefangen, bis zu Zystennieren, Glomerulonephritis, Herzinsuffizienz mit linksventrikulärer Ejektionsfraktion kleiner 35 %, zu dickem oder zu dünnem Armumfang, Krebsdiagnose und –therapie innerhalb der letzten 2 Jahre, Alkoholabusus, Umzugsplänen, unbeabsichtigtem Gewichtsverlust von mehr als 10 %. Um nur einiges zu nennen...

Der mittlere SPRINT-Follow-up betrug nur 3,3 Jahre. Danach wurde die Studie unverständlicherweise abgebrochen, obwohl eine medikamentöse Blutdrucksenkung typischerweise eine lebenslange Intervention bedeutet bzw. der in SPRINT detektierte Morbiditäts- und Mortalitätsunterschied auch mit dem unterschiedlichen Interventionsniveau der Blutdruckkontrolle [„Intensive versus Standard Blood-Pressure Control“] erklärt werden konnte.

Die SPRINT-Studie hielt sich aber gar nicht lange damit auf zu differenzieren, wer und welche Alters- und Risikogruppen mit welchen Antihypertensiva(-Kombinationen) im Detail denn nun in der Intensivbehandlungs-Gruppe therapiert wurde, bzw. welche Medikamente im Standard-Therapie-Arm denn vornehmlich weggelassen wurden. ["All major classes of antihypertensive agents were included in the formulary and were provided at no cost to the participants. SPRINT investigators could also prescribe other antihypertensive medications (not provided by the study). The protocol encouraged, but did not mandate, the use of drug classes with the strongest evidence for reduction in cardiovascular outcomes, including thiazide-type diuretics (encouraged as the first-line agent), loop diuretics (for participants with advanced chronic kidney disease), and beta-adrenergic blockers (for those with coronary artery disease). Chlorthalidone was encouraged as the primary thiazide-type diuretic, and amlodipine as the preferred calcium-channel blocker"].

Meiner Meinung nach ist SPRINT weder eine randomisierte "follow-up"-Studie, noch eine Doppelblindstudie im RCT-Design. Sondern eine offene 2-armige Therapie-Ziel-Beobachtungs-Studie im "wait-and-see-what-happens"-Design. Die im Intensiv-Behandlungsarm forcierte SPRINT-Blutdrucksenkung ist ein Surrogat-Ergebnis. Denn die Blutdrucksenkung bis 120/80 mm Hg bestand im Intensiv-Blutdruckmanagement mit Kombinationen von Anthypertensiva-Polypharmazie mit vasoaktiven, perfusionssteigernden, Kardio-, Nephro- und Schlaganfall-protektiven Substanzen. Im SPRINT-Studientext ist naheliegend und plausibel, dass die Standard-Blutdrucksenkung überwiegend als Thiazid-Monotherapie mit „Chlorthalidone” erfolgte und präferiert wurde [„including thiazide-type diuretics (encouraged as the first-line agent)“]. Ein relativer Kalium-Verlust mit schlechterem kardiopulmonalen und zerebralen Outcome wurde damit langfristig in Kauf genommen.

Für Chlorthalidon, bzw. die gesamte Thiazid-Diuretika-Gruppe insgesamt, gibt es keinen Nachweis von vasoaktiven, perfusionssteigernden Wirkungen bzw. direkter Kardio-, Nephro- und Schlaganfall-Protektion.

SPRINT bringt erst recht keinen Nachweis, dass über 75-Jährige von aggressiver Blutdrucksenkung unter 120 mmHg profitieren. Denn diese Population wurde ebenso wie der verbreitete Typ-2-2-Diabetes mellitus ausgegrenzt.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[25.06.2016, 15:08:18]
Wolfgang P. Bayerl 
nur keine Reklame gegen Demokratie. 
schön, dass es sie noch gibt! zum Beitrag »
[25.06.2016, 14:19:26]
Thomas Georg Schätzler 
BREXIT vs. BREXIT  
Meine persönliche Meinung: Groß-Britannien (GB) musste eigentlich gar nicht per Volksabstimmung aus der Europäischen Union (EU) mit einem BREXIT ausscheiden. GB war und ist niemals reguläres Mitglied der EU gewesen.

1. Die verbindliche Einführung des Euro ist ausgeblieben.
2. Zahllose Ausnahmen auf wirtschafts- und finanzpolitischen Gebieten.
3. In vielen Bereichen (EU-Haushaltsfinanzierung, Flüchtlinge) Sonderregeln.
4. Ständige Sonderwünsche und Alleingänge.
5. Keine einheitlichen Straßenverkehrsregeln (Linksverkehr, Rechtslenkung).
6. Kein kostenloser, Maut- und Barriere-freier Zugang wegen exklusiver Insellage.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[25.06.2016, 11:35:47]
Wolfgang P. Bayerl 
Rücktritt? Man kann auch alles übertreiben. 
... allerdings sollte politische Macht wenigstens zeitlich begrenzt werden, wenn sie glaubwürdig bleiben will.
Sonst wird es eine Plutokratie.
Bitte nur zwei Legislaturperioden, eines der ganz wenigen Vorteile bei der USA. zum Beitrag »
[24.06.2016, 21:16:27]
Wolfgang P. Bayerl 
der neuste Aspekt ist ja ein cardioprotektiver Effekt von Allopurinol 
ganz ohne Gicht oder Hyperurikämie zum Beitrag »
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