Dienstag, 21. April 2015

Leserkommentare [12664]

[21.04.2015, 10:08:44]
Dr. Wolfgang Bensch 
WIe steht es um die Meinungsfreiheit? 
Eine Riesenchance für den Berufsverband sich kräftig zu blamieren! zum Beitrag »
[21.04.2015, 09:28:29]
Anita Gradl 
waisenkinder 
Das sowas nicht zum Kindeswohl ist, dürfte auch der Mutter klar sein. Es ist schon sehr wahrscheinlich, dass die Kinder früh Vollwaisen werden bzw. keine ausreichend aktive Eltern haben können. Es ist schon immer wiede4 erstaunl8ch wie sich Einzelne auf das Sozialsystem stützen, ohne dass dieses Einfluss auf die Einzelnen nehmen kann. Mein Arbeitsplatz ist jedenfalls gesichert.
Anita Gradl
Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeutin zum Beitrag »
[21.04.2015, 08:35:31]
Carmen P. Baake 
Pflegekassen versagen seit Jahren bei der Beratung 
Nicht vergessen werden darf in diesem Zusammenhang, dass die Pflegekassen bereits seit Beginn der Pflegeversicherung im Jahr 1995 dazu verpflichtet sind, ihre Versicherten zu beraten. Sie versagen jedoch kläglich. Darauf weist das Bundeversicherungsamt fast in jedem Prüfbericht hin. Tatsächlich beantworten die Sachbearbeiter oft nur die Frage, die ihnen von Pflegebedürftigen und Angehörigen gestellt wird und beraten nicht darüber, welche Möglichkeiten oder Ergänzungen vielleicht noch sinnvoll wären.

Mit der Etablierung von Pflegestützpunkten hat sich die Beratungssituation zwar verbessert. Die Mitarbeiter in die Stützpunkten können jedoch nur die Informationen weitergeben, die sie zuvor von Pflegekassen und Städten und Gemeinden bekommen haben. Zudem werden sie anteilig von den Pflegekassen finanziert. Sie sind damit weder finanziell unabhängig noch besser informiert als Pflegekassen.

Der Forderung, die unabhängige Beratung zu stärken kann ich darum nur zustimmen.

Das ändert leider nichts an der gängigen Praxis Gesetze kurz vor Jahresende mit Inkrafttreten ab 01.01. zu verabschieden. Diese Praxis trägt auch dazu bei, dass eine wie auch immer geartete Beratung zu den jeweiligen Änderung ab Jahresbeginnn so gut wie unmöglich ist.

Ärzte, die dennoch gut beraten wollen, sind darum oft dazu gezwungen, sich die zur Beratung nötigen Informationen selbst zu besorgen. Sie greifen auf Ratgeber wie z. B. "Gut informiert für die Pflege zu Hause." zurück, um die Fragen ihrer Patienten mit aktuellen Informationen zu beantworten.

Hinzu kommt, dass auch die Beratung unabhängiger Stellen auf die Leistungen der Pflegeversicherung fixiert ist. Leistungen der Krankenversicherung spielen nur dann eine Rolle, wenn sie wie z. B. Hilfsmittel sowohl von der Pflegekasse als auch von der Krankenkasse übernommen werden können. Dadurch fallen alle Patienten in ein "Beratungsloch", die nur vorübergehend auf Hilfe angewiesen sind, z. B. nach einer Operation. Dabei gibt es hier durchaus Leistungen der Krankenkassen, die in dieser Situation helfen könnten. Dazu gehören vor allem die als häusliche Krankenpflege zur Sicherung der ambulanten ärztlichen Behandlung zusätzlich zu einer Behandlungspflege verordnete Grundpflege und hauswirtschaftliche Versorgung sowie Haushaltshilfe, obwohl kein Kind im haushalt lebt. Viele Krankenkassen haben solche Leistungen in ihren Satzungen festgelegt. Um genau zu sein haben aktuell von den gegenwärtig noch existierenden 124 Krankenkassen bei der häuslichen Krankenpflege 87 eine Satzungsleistung und bei der Haushaltshilfe 72. Das nutzt jedoch nichts, wenn Ärzte, die diese Leistungen verordnen könnten, gar nicht wissen, dass es sie gibt.

Auch hier würde ich mir eine Stärkung der Beratungskompetenz unabhängiger Beratungsstellen wünschen.


 zum Beitrag »
[21.04.2015, 08:31:38]
Siegfried Hauswirth 
Und was ist mit den Wartezeiten ? 
Immer wieder kommt dieses Thema hoch. Sicherlich ist es für die Ärzte ein Ärgernis, wenn Patienten nicht zu den Terminen erscheinen.
Es wäre aber im Gegenzug gut, wenn die Ärzte ihre Terminplanung ernst nähmen und so lange Wartezeiten vermeiden könnten. Wenn Patienten wegen Nichterscheinen zur Kasse gebeten werden sollen, dann bitte auch die Ärzte für die Wartezeit. Wer schneidet wohl schlechter ab ? zum Beitrag »
[21.04.2015, 00:01:03]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Professions-bezogenes Sonderstrafrecht verstößt gegen den Gleichheitsgrundsatz 
Der Frankfurter Oberstaatsanwalt Alexander Badle warnt als Leiter der Zentralstelle zur Bekämpfung von Vermögensstraftaten und Korruption im Gesundheitswesen zu R e c h t vor Risiken des geplanten Antikorruptionsgesetzes § 299a StGB (Strafgesetzbuch), ausschließlich auf das Gesundheitswesen bezogen.

Nicht nur, dass es bei bloßem Anfangsverdacht zu Praxisdurchsuchungen, Untersuchungshaft und Rufschädigungen kommen könnte: Anschwärzen und Denunzieren von unliebsamen Mitbewerbern in der gesamten Gesundheitswirtschaft würden, auch ohne dass es zu einer Verurteilung käme, ausschließlich Selbstständige treffen.

Im Gesundheits- und Krankheitswesen, in Klinik und Praxis, Wissenschaft und Forschung, bei Krankenkassen, Verwaltungen und Behörden unterliegen alle im Angestelltenverhältnis Beschäftigte nach allgemein gültigen StGB-Regelungen dem § 299 "Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr" und § 300 StGB "Besonders schwere Fälle der Bestechlichkeit und Bestechung im geschäftlichen Verkehr".
Für Beamte und Amtsträger gilt zusätzlich strafverschärfend § 331 "Vorteilsannahme", § 332 "Bestechlichkeit", § 333 "Vorteilsgewährung", § 334 "Bestechung" (im Amt) und § 335 StGB "Besonders schwere Fälle der Bestechlichkeit und Bestechung" (im Amt).

Im bisherigen Gesetzentwurf § 299a StGB zur Korruptionsbekämpfung im Gesundheitswesen fehlen eindeutige Grenzziehungen zwischen dem, was strafbar wäre, bzw. dem, was straflos sein soll. Kooperationen und Leistungsbeziehungen bzw. die Abgrenzung zwischen einer zulässigen wirtschaftlichen Betätigung und einer strafbaren Unrechtsvereinbarung sind auf dem Gesundheitsmarkt differenzialdiagnostisch kaum zu trennen. Die Große Koalition (GROKO) hat sich jegliche Konkretisierung erspart.

Zwei Dinge bleiben den Bemühungen der GROKO gemeinsam:

1. Unter dem Deckmantel des berechtigen Kampfes gegen Korruption und Korrumpierbarkeit inmitten unserer gesamten Gesellschaft werden freiberuflich Tätige im Krankheits- und Gesundheitswesen exemplarisch herausgegriffen und mit ihnen ein Exempel statuiert.

2. Mit einem verfassungswidrigen Professions- und Populismus-Strafrecht im Gesundheitswesen, von dem alle anderen Selbstständigen der verschieden Branchen und Berufe wegen fehlender Strafnormen ausdrücklich ausgenommen sind, will die GROKO unter der Prämisse eines undifferenzierten und willkürlichen Generalverdachts ausschließlich gegen Vertragsärzte, für die Unschuldsvermutungen gar nicht erst ernsthaft in Betracht gezogen werden, zu Felde ziehen.

Der Gesetzgeber verlangt z. B. "eine standardisierte Darstellung der Korruptions-Berichte der KVen", ohne selbst Korruptionsvorwürfe überhaupt irgendwie konkretisieren zu können. Einzelheiten:
http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/vertragsarztrecht/article/878709/korruption-kassen-kven-sollen-eng-zusammenarbeiten.html

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund zum Beitrag »
[20.04.2015, 23:38:02]
Britta Wilfert 
Doch! Die E-Ziagrette ist ein Wundermittel! 
Mein Name ist Britta Wilfert und ich bin bei der Lebenshilfe Nürnberg als Physio beschäftigt.

Mein Mann benutzt die E-Zigarette nunmehr seit 4 Jahren - nachdem er etwa 30 Jahre, zwischen 1 und 2 Schachteln am Tag, geraucht hat.

Er hat seit dem keine normale Zigarette mehr konsumiert!
Etwa zwei Wochen nach dem Umstieg waren bei ihm schon gesundheitliche Verbesserungen zu beobachten (mehr Luft beim Sport, weniger Schnarchen in der Nacht, etc.)

Der oben stehende Artikel spricht mir gewissermassen aus der Seele, da ich sehr froh bin, dass mein Mann nicht mehr raucht, sondern die E-Zigarette benutzt.

Trotzdem habe ich ein paar Kleinigkeiten anzumerken:

1. Zitat: "Im Gegensatz dazu seien die seit Jahrzehnten in der Tabakentwöhnung erprobten Nikotinersatzprodukte nicht nur unschädlich, sondern auch sehr wirksam."

Das ist ja wohl ein Kniefall vor der Pharmalobby! Diese Produkte waren noch nie wirksam und werden es bei starken und langjährigen Rauchern auch nie sein!

Unschädlich ja, aber wirksam waren und sind diese Produkte nachweislich nicht!
Mein Mann hat alles durch und nichts hat geholfen. Was geholfen hat ist die E-Zigarette, da er dadurch seine langjährig verinnerlichte Handlungsweise ("mit der Hand etwas zu tun haben", "an etwas ziehen", "man spürt was in der Lunge") weiter beibehalten konnte.

2. Zitat: "Potenzielle Langzeitrisiken wird man frühestens in zehn Jahren kennen."

Hier frage ich mich ernsthaft, warum immer die Beweislastumkehr geübt wird! "Wir wissen nicht ob es schädlich ist, also verbieten wir es!"

Wie wäre es damit: "Solange nicht bewiesen ist, dass es schädlich ist, sollte es erlaubt sein!"

Ich gehe sogar noch weiter: "Solange es nicht bewiesen ist, dass das Benutzen der E-Zigarette schädlich ist, sollte es von allen staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen unterstützt werden!

Denn dies würde möglicherweise viele Raucher dazu bringen sich einmal über die, erwiesenermassen, weniger schädliche Alternative, zu informieren und gegebenenfalls umzusteigen.

3. Zitat: "Mit dem Beheben struktureller Versorgungsdefizite in der Raucherentwöhnung dagegen stünde Deutschland vielleicht irgendwann mal dort, wo sich England schon heute befindet: bei einer Raucherprävalenz von weniger als 17 Prozent; 30 Prozent sind es bei uns."

Die medizinische Versorgung von Briten wird, anders als bei uns in Deutschland, staatlich geregelt. Das heisst, dass der Staat, und nicht Versicherungen - wie bei uns - die Gesundheitsversorgung übernimmt.

Aus diesem Grund ist der britische Staat auch sehr darauf bedacht, dass seine Bürger so lange wie möglich gesund bleiben!

Und eben aus diesem Grund wird auch im Vereinigten Königreich die E-Zigarette nicht bekämpft, sondern begrüßt!

Bei weiteren Fragen können Sie sich gerne an meinen Mann wenden:
Horst Wilfert
Waldrandstrasse 32
90571 Schwaig
Tel: 0160/5864 001

Wenn Sie direkt mit mir sprechen wollen:
britta.wilfert@t-online.de zum Beitrag »
[20.04.2015, 23:20:10]
Dr. Horst Grünwoldt 
Apfel essen 
Das ist schon ein schöner Spruch: an apple a day - keeps the doctor away!
Natürlich ist das kein Allheil-Rezept. Aber es dürfte schon was dran sein. Schließlich ist es nicht nur eine schmackhafte, süß-saure Frucht, sondern auch die mit dem höchsten Pektin-Gehalt. Und der dürfte bei Viel-Sitzern (Büromenschen und Autofahrern) eine große Bedeutung für den normalen "Stuhlgang" haben. Die Substanz ist jedenfalls ein hervorragendes Quellmittel und damit anregend für die normale Darmpassage - ohne laxativ zu wirken.
Jedenfalls habe ich im tropischen Afrika mit teuren Importäpfeln aus dem französischen Supermarkt die sog. Reise-Diarrhoe, die sonst wochenlang dauern kann -bis die Darmflora sich an die neuen Standortkeime angepaßt hat- kurzfristig zum Stoppen gebracht.
Das ist mir alleine mit Bananen, Mangos und Papayas nicht gelungen!
Und wie an unserer Zahnformel abzulesen ist, gehören zum anabolen Fleisch- und Fischverzehr, stets noch eine gehörige Portion Gemüse und danach möglichst Obst, damit die richtige Gemengelage beim Gemischtkost-Esser entsteht. Das dürfte beim bewegungsarmen Neuzeit-Menschen sowieso ein Faktor zur Darmkrebs-Prophylaxe sein.
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock
 zum Beitrag »
[20.04.2015, 19:29:24]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
einfach unseriös! 
wer sich nur ein bischen mit dem Stoffwechsel der Adipösen auskennt, weiß,
dass dieser bereits ERHÖHT ist und sozusagen aus dem letzten Loch pfeift.
Diesen noch weiter zu steigern (20%!!!) ist völlig unrealisatisch und erinnert an die anfänglichen Versuche mit Thyroxin, was man ganz schnell wegen der Toxizität der Schilddrüsenüberfunktion schnell wieder verboten hat.
Es geht also kein Weg daran vorbei, zu zugeführte Kalorienmenge zu reduzieren.
Wie man das richtig macht ist offenbar bereits schwierig genug.
Mit großem Abstand am wirkungsvollsten ist bei krankhaftem Übergewicht (ab 35 BMI) die Chirurgie, gastric bypass etc. zum Beitrag »
[20.04.2015, 19:06:13]
Dr. Wolfgang Bensch 
"Berufsperspektive: voller Optimismus und Tatendrang, die Zukunft fest im Visier." 
Das dürfte während der Jahre 1933 - 1945 nicht anders gewesen sein - eben die Perspektive der Karriere.
" ... gehörten 44,8 Prozent der deutschen Ärzteschaft der NSDAP an."
Damit waren Ärzte als Berufssparte "sehr stark vertreten" - siehe hier:
http://www.aerzteblatt.de/archiv/29733/Geschichte-der-Medizin-Aerzte-im-Nationalsozialismus
Prozentual noch mehr Ärzte gehören heutzutage als "Zwangsmitglieder" den Körperschaften an. Haben jene die "Zukunft" im Visier oder sind sie reine Erfüllungsgehilfen der sozialpolitischen Weichenstellungen z.B. momentan der grossen Koalition? zum Beitrag »
[20.04.2015, 15:55:55]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Industrialisierung der Medizin - schöne, neue Rhön-Welt? 
Es ist wirklich ein heißes Eisen: Für w e n sollen wir als Ärzte/-innen unsere Profession eigentlich ausüben? Für die Patientinnen und Patienten, für unseren eigenen Lebensunterhalt, aus rein(?) altruistischen Motiven, ferngesteuert, fremd- oder selbstbestimmt. Sind es der medizinisch-industrielle Komplex, Pharma-, Gesundheits- und Krankheitsindustrien, die uns lenken? Sind wir 'ferngesteuert' für Kassen, Verwaltungen, Politik und Gesundheitsökonomie tätig?

Werden unsere Freude an der Medizin, unser vitales, leidenschaftliches Interesse an Anamnese, Untersuchung, Beratung, Differenzialdiagnose, differenzierter Therapie und Palliation nur noch von einer hochentwickelten Gesundheitswirtschaft ausgenutzt und ausgebeutet?

Vor einigen Jahren habe ich in Bochum während einer Fortbildungsveranstaltung "Psychosomatische Medizin" der Thure von Uexküll-Akademie Herrn Prof. Paul U. Unschuld persönlich kennen gelernt. Sein Buch: "Ware Gesundheit - Das Ende der klassischen Medizin" gibt es in einer 3. aktualisierten und erweiterten Auflage 2014 (C. H. Beck-Verlag, Paperback). Darin beschreibt er Gesundheit als Menschheitstraum.

Nicht nur die europäische Kultur habe seit über zwei Jahrtausenden oft im Widerspruch zur Theologie versucht, den Traum vom individuellen, individualisierten, existenziellen Wohlbefinden bzw. A b w e s e n h e i t von Krankheit selbstbestimmt zu verwirklichen. Grundlagen dazu seien Erkenntnis, Wissen und Beherrschung der Naturgesetze, Physiologie, Biochemie, Genetik, Infektiologie und Propädeutik als Grundlagenforschung gewesen.

Das heutige Potential, Abweichungen zu erkennen, Krankheiten zu heilen, Leiden zu mindern und das Leben selbst zu beeinflussen, ist enorm. Der Mensch kann mittels medizinischem Erkenntnisfortschritt Kontrazeption, Konzeption, Reproduktion, Geburt, aber auch genetische, endogene, exogene, infektiologische, systemische und degenerative Dispositionen, Leiden und Erkrankungen bis hin zu Alterungsvorgängen beeinflussen oder gar manipulieren.

Zugleich naht damit das Ende der klassischen Medizin in Form der reinen Arzt-Patient-Interaktion. Technischer Fortschritt, geänderte Formen der Wissensbildung, gesellschaftlicher Wandel, medizinisch-technischer Komplex, EDV-Techniken, Arbeitsteilung und die zunehmende Vergesellschaftung bzw. Ökonomisierung haben Ärzte als wesentliche, zentrale Entscheidungsträger verdrängt und neue wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Akteure an die Macht gebracht.

Diese betrachteten erstmals in der Geschichte den Kranken als wirtschafts- und sozialpolitische, ökonomische Ressource: Gesundheit als Ware, Patient als Kunde, Arzt als Dienstleister. Weitgehend Medizin-bildungsferne Schichten übernehmen die überwiegend verwaltende Deutungshoheit über Gesundheit, Prävention, Krankheit und Zugang zu medizinischen Versorgungs-Dienstleistungen.

Besonders abschreckendes Beispiel von ebenso Medizin-bildungsfernem Dilettantismus wie zugleich entfesseltem Ökonomismus zeigen die Positionen von Eugen Münch, Ex-Vorstand und jetziger Aufsichtsratsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG: Diese hatte 2014 "43 Kliniken und Medizinische Versorgungszentren an den Konkurrenten Fresenius verkauft. Das Geld aus diesem Verkauf wolle Münch nun für ein neues Projekt einsetzen, wie Münch vor kurzem auf dem Gesundheitskongress des Westens erklärt hatte: Für den Ausbau und die Konzentration diagnostischer Zentren in Bad Neustadt. Leistungsstarke Computertomographen sollen Münch zufolge künftig einen Ganzkörperscan mit sämtlichen verfügbaren Gesundheitsdaten liefern. In der Region werde dies den Hausarzt vor Ort überflüssig machen." (Quelle: http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/62524)

In einem Protokoll wurde die Rhön-Geschäftsführung damit beauftragt, ein Konzept für neue Strukturen der Ambulanz für den Standort Marburg (Universitätsklinikum Gießen/Marburg - Eigentümer Rhön-Klinikum AG) zu erstellen und dieses „unter Vermeidung von Konsensstrategien mit den ewig Gestrigen umzusetzen“, wie es wörtlich heißt.

Damit sollen alle hausärztlichen Bemühungen für eine Wohnort nahe medizinische, bio-psycho-soziale Versorgungsrealität ad absurdum geführt und durch ein "Ganzkörperscan" substituiert werden?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
 zum Beitrag »
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10vor