Mittwoch, 20. August 2014

Leserkommentare [10700]

[20.08.2014, 21:51:43]
Dipl.-Psych. Rainer Weber-Thammasut 
Psychotherapeuten haben beim Honorar den größte Nachholbedarf! 
Ich kann nicht beurteilen, welche Honorarsteigerungen den Ärzten zustehen müßten. Aber ich kann als Psychotherapeut meine Honorarentwicklung darstellen.
Warum die psychotherapeutischen Verbände immer als Bezugsjahr 2009 nennen, um zu zeigen, wie wir beim Honorar benachteiligt/beschissen werden, leuchtet mir nicht ein. Ich nehme als Bezugsjahr 1997. Da betrug das Sitzungshonorar bei den Ersatzkassen 145 DM, gleich 72,50 €. 2014 beträgt das Honorar 82,96 €. Das ist eine Steigerung von 14,4% in 17 Jahren! Pro Jahr 0,85%! Das ist nicht nur Beschiß, das ist legalisierter Betrug. Ein Totalversagen der gesamten Honorar- und Gesundheitspolitik! Totalversagen des BMG als Aufsichtsbehörde. Die sozialgerichtlichen und gesetzlichen Vorgaben werden mit Füßen getreten.
Der Bewertungsausschuß (GBA) hatte beschlossen, bis zum 30.6.2014 die psychotherapeutischen Leistungen zu überprüfen, ob die Honorare eine angemessene Vergütung sicherstellen. Heute, 20.8.2014: NIX passiert. Punkt Fertig. Kein Kommentar. Keine Reaktion des BMG. NIX.
Aber jetzt werden sich die Psychotherapeuten wehren, das Maß ist voll! Wir werden massenhaft am 25.9. in Berlin demonstrieren. Fast alle Niedergelassenen sind mobilisiert, die Veranstalter rechnen inzwischen mit knapp 15.000 Teilnehmern. Das wird ein bunter und energischer Zug durch das Regierungsviertel, an dem die (Gesundheits-) Politik nicht mehr vorbei kann.
Dann ist endlich Schluß mit der fortwährenden Ausbeutung unserer Arbeitskraft! zum Beitrag »
[20.08.2014, 17:50:34]
Dr. Axel Jenet 
Tiefe Einblicke??? 
Anhand der KBV-Statistik lässt sich überhaupt kein Enblick in Honorarstrukturen einzelner Fachrichtungen gewinnen, schon gar nicht lassen sich verschiedene Fachgruppen oder auch Bundesländer vergleichen. Auch die 3-4 Säulen schwanken gewaltig (bzw. sind gar nicht vorhanden). Ein Vergleich innerhalb einer Fachgruppe ist zumindest bei den Orthopäden nicht möglich da operative Orthopäden mit konservativ tätigen über einen Kamm geschert werden. Es ist sinnlos daraus eine Statistik erstellen zu wollen. Auch gibt es große Unterschiede zwischen Einzelpraxen und Gemeinschaftspraxen. Ein Vergleich zwischen den Fachgruppen ist (wie jeder weiß) nur möglich wenn man die Kostenstrukturen der Fachrichtungen einbezieht (z.B. teures Röntgengerät, wodurch die erwähnte "3. Säule" wohl kaum eine "tragende" Funktion einnehmen dürfte). Ein Vergleich zwischen den Bundesländern ist aufgrund der gewaltigen infrastrukturellen Unterschiede (z.B. Stadt - Land) ebenfalls problematisch da müssen schon genauere Analysen her. Auch hier sind die Kostenstrukturen zu berücksichtigen (z.B. Miete u. Personalkosten in München oder in Thüringen). Es gibt je nach Bundesland unterschiedliche RLV-Zuschläge für BAGs und nochmals andere für fachübergreifende BAGs. Es gibt in manchen Bundesländern „freie Leistungen“ (z.B. Akupunktur), welche in anderen Bundesländern dem QZV zugerechnet werden. Wie wollen Sie dies in einer gemeinsamen Statistik unterbringen?
Die Server der KBV haben wie jedes Quartal irgendwelche Zahlen zusammengeschmissen, das sind wir gewohnt. Aber diese Zahlen in einem Artikel interpretieren zu wollen zeugt von völliger Unkenntnis der Praxisstrukturen! Die Überschrift könnte in der BILD stehen! WAS SOLL DAS GANZE??? Wieviel verdient denn jetzt ein "typischer" Orthopäde und ein Neurologe???
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[20.08.2014, 17:33:29]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Die "Ärzte" würden bei jedem Strahlenschutzkurs durchfallen. 
Die sollen sich mal lieber nicht "Ärzte" nennen.
Die meisten Atombomben gibt es in USA, die haben bisher auch als einzige solche Bomben auf Menschen (Zivilisten!) geworfen.
Wenn die "Ärzte" was für Menschen tun wollen:
Ost-Ukraine, Palestina, Irak etc. zum Beitrag »
[20.08.2014, 14:34:56]
Dr. Wolfgang Bensch 
Finanzierung, Unter- oder über Finanzierung ein paar Gedanken 
Leistungen der Ärzteschaft sollen bezahlt werden und zwar angemessen in Relation zu anderen Dienstleistungen, wofür z.B. jeder Handwerker seinen Kunden Rechnungen ausstellt, die das in einer Endsumme ausweisen.
Zur "Finanzierung" weiss WIKI dies:
"Die Finanzierung, auch Finanzökonomik, ist einer der drei Teilbereiche der Finanzwirtschaft und umfasst alle betrieblichen Prozesse zur Bereitstellung und Rückzahlung der finanziellen Mittel, die für Investitionen benötigt werden. Darunter fallen alle Maßnahmen von der Beschaffung bis zur Rückzahlung finanzieller Mittel sowie die damit verbundene Gestaltung der Zahlungs-, Informations-, Mitbestimmungs-, Kontroll- und Sicherungsbeziehungen zwischen Unternehmen und Kapitalgebern. Die Finanzökonomik umfasst auch die umgekehrte Betrachtung dieser Sachverhalte vom Standpunkt des Anlegers aus (Finanzplanung)."
Die Wortwahl der Körperschaft fällt - wie seit Jahren gewohnt - in diesen Dingen ziemlich unprofessionell aus. Das Ergebnis dieser Verhandlungen ist daher abzusehen.
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[20.08.2014, 13:24:47]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
DELOITTE dilettiert? 

Das international operierende Wirtschafts-Beratungsunternehmens DELOITTE dilettiert hier in ziemlich stümperhafter Art und Weise auf den Gebieten der Gesundheits- und Krankheits-Systemanalytik bzw. Versorgungsforschung.

Als Beispiel für die besondere „volkswirtschaftliche“ Erfahrung und Kompetenz sei übrigens darauf hingewiesen, dass DELOITTE das e n t s c h e i d e n d e Beratungsunternehmen war, das die Banken- und Wirtschaftskrise bis zum drohenden Staatsbankrott in Island begleitet haben soll.

Die Kernaussage von DELOITTE sollte man sich auf der Zunge zergehen lassen: Dieses Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen will uns allen Ernstes mit seinem "Health Care Indikator" vorrechnen, dass von 2014 bis 2030, also in 16 Jahren, 13,4 Prozent mehr Krankenhaus-"Fälle" zu erwarten sind? Selbst o h n e Blick in die Glaskugel der Zukunft bedeutet dies in BWL- und VWL-Klartext nur einen jährlichen Anstieg um 0,8375 Prozent.

Was soll daran so Besonderes sein, dass eine DELOITTE-Prognose empirisch evaluiert werden musste?

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[20.08.2014, 12:57:36]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Millionen Euro mit überflüssigen PROGNOS-Gutachten einsparen? 
Warum fragt eigentlich niemand den GKV-Spitzenverband Bund (SpiBu) der GKV-Kassen, wie viele Millionen Euro er mit völlig überflüssigen oder grob irreführenden PROGNOS-Gutachten schon zum Fenster hinaus geschmissen hat? Das SpiBu Spitzengespann Frau Dr. Doris Pfeiffer/Magnus von Stackelberg würde spitzbübisch darauf hinweisen, dass dies wegen der Klimaanlagen bedingt fest verschlossenen Bürofenster gar nicht möglich sei.

PROGNOS, der Schweizer Wirtschafts- und Beratungsinstitution mit globalem Kompetenz- und Logistik-Anspruch, mangelt es e n t s c h e i d e n d an medizinischem Grundlagenwissen, Basis-Erkenntnissen medizinischer Versorgungsforschung und grundlegenden Kenntnissen von medizinischer Soziologie, Sozialmedizin und medizinischer Psychologie.

Vergleichbar mit der Autoindustrie wird an Stück- und Fallzahlen, dem operativen Geschäft und der Gesamtbilanz gefeilt, um mit PARETO-Prinzipien (mit 50 Prozent Aufwand 80 Prozent der Anforderungen erfüllen, die restlichen 20 Prozent einfach weglassen) die Kosten zu verschlanken ("lean management").

Warum ich mir da so sicher bin? 2012 wedelte Freiherr Johann-Magnus von Stackelberg als stellvertretender SpiBu-Vorstand mit einem untauglichen PROGNOS-Gutachten, um K ü r z u n g e n des bundesweiten Orientierung-Punktwertes um M i n u s 7 Prozent bei allen Vertragsärzten und -Psychotherapeuten durchzusetzen. Dagegen stand eine betriebswirtschaftlich begründete Forderung von Plus 11 Prozent seitens der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV). Vgl. http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/51267
und
http://www.springermedizin.de/prognos-gutachten-seltsame-zahlen-tollkuehne-ableitungen/3187080.html mit dem Titel: "Prognos-Gutachten: Seltsame Zahlen, tollkühne Ableitungen" ... "Das vom GKV-Spitzenverband der Krankenkassen in Auftrag gegebene Prognos-Gutachten, das eine Punktwert a b s e n k u n g bei den gegenwärtigen EBM-Honorarverhandlungen mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) einläuten soll, ist in seinen Grundannahmen tendenziös bis manipulativ. Das Prognos-Gutachten von Dr. Ronny Wölbing und Mitarbeitern widerspricht in seinem Tenor dem sozialgesetzlichen Auftrag des GKV-Spitzenverbands"...

In der von ÄZ-Autorin Rebekka Höhl hervorragend referierten, aber wie gewohnt Medizin-bildungsfern-aktuellen PROGNOS-Studie bleibt der Gesamtbereich der Medizin ausgeklammert. Die spezifisch ärztliche Beratung, Untersuchung, Differenzialdiagnostik und konservative/interventionelle Therapie bleiben außen vor. Denn unsere Profession lässt sich nicht allein in Prozess-, Ablauf- und Ergebnisqualität optimieren, rationieren und technisieren.

Die Tätigkeit des Arztes ist a priori unwirtschaftlich, weil sie mit überwiegend unbeeinflussbaren Stellgrößen operieren muss. Gesundheitsschädigendes u n d krankheitsförderndes Patientenverhalten bleibt unreflektiert und durch ordnungspolitischen Einfluss- und Stellgrößen unerreichbar. Hinzu kommen Ängste, Verdrängung, Vermeidungs- und Übersprungs-Handlungen bei Patienten u n d Ärzten bzw. Redundanzen und Reibungsverluste.

Ganz praktisch: Vorgestern kommt an meinem ersten Arbeitstag nach 3-wöchigem Abenteuer- und Wanderurlaub in Iceland und Alaska ein langjähriger Patient mit eingestelltem Hypertonus, Schlaf-Apnoe und Adipositas zu mir und berichtet, vor 3 Wochen zu Hause(!) über einen Wäschekorb gestürzt zu sein. Erstversorgung orthopädisch mit Rö-Schädel. Diagnose V. a. Commotio cerebri. Seitdem Leistungsknick, schlurfender Gang re-betont, diskrete Koordinationsstörungen, Zittrigkeit re. Meine Vertretungskollegen werten dies als Commotio-Folgen; von der Arbeit wird der Pat. Montagmittag zu mir geschickt. Eigentlich ungewöhnlicher, atypischer Sturz: Zu Hause fällt man nicht einfache so über einen Wäschekorb (auch wenn ein "Promi" schon mal in eine Wäschekammer mit bekannten Spätfolgen fiel). In der Regel fängt man sich zu Hause in gewohnter Umgebung dann auch ab. Als ich zusätzlich den schlurfenden Gang und den Tremor sah, veranlasste ich sofort ein Schädel-MRT am Folgetag.

Der Radiologe rief mich mit dem Befund eines 22-24 mm großen peritentoriellen Meningeoms und beginnenden Hirndruckzeichen an. Seit heute ist der Pat. stationär in der Neurochirurgie, Klinikzentrum Dortmund (KLIDO). Das waren also ausführliche Anamnese/Fremdanamnese, neurologisch orientierte Untersuchung, Differenzialdiagnose, Beratung, radiologische Spezialuntersuchung, differenzialdiagnostisches Konsil, Erörterung und Prozeduren-Beratung gemeinsam mit der Ehefrau und die risikoadaptierte Zuführung zu einer adäquaten Therapie: Drainage sofort, klinische Stabilisierung, abwartendes offenlassen, ob OP- oder schnelle Photonen-Therapie.

Was da abgelaufen ist, lässt sich in k e i n mir bekanntes BWL-Ablaufschema einpressen. Ein Vorgehen nach dem PARETO-Prinzip hätte den sicheren Tod des Patienten, oder eine Behinderungsperspektive mit erheblicher Teilhabeeinschränkung bedeutet. Und meine Kolleginnen und Kollegen bzw. der Patient hatten ja auch zu 80 Prozent alles richtig gemacht.

Für diesen ganzen Riesen-Aufwand konnte ich im Übrigen bei dem chronisch kranken Patienten (Schlaf-Apnoe) die bisher noch nicht angefallenen HA-EBM-neu Ziffern 03220 und 03221 abrechnen (13,17 plus 4,05 Euro). Wäre das Ganze später im Quartal passiert, hätte ich wohl einfach nur "Pech gehabt".

Ich bitte um Verständnis, dass ich k e i n Verständnis für das haben kann, was diese "Sessel-Pupser" von PROGNOS da für einen völlig abgedrehten, realitätsfremden "Quatsch mit Soße" verzapft haben.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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[20.08.2014, 11:52:07]
Dr. Richard Barabasch 
Wenn"Futter " vergiftet ist 
"Wissenschaft mit gezinkten Karten" ist eben keine Wissen-Schaft, sondern Lobby-ismus mit verquerer Motivation. Nett, dass die Autoren sogar selber ihre Schrott-Produktion noch andeutungsweise bemerken. Dass sie dennoch diese Arbeit nicht dahin schleudern, wo sie hin gehört, nämlich in die Müllpresse, zeigt ihre Absicht, die verstimmt: Stimmungsmache ohen jedweden Anflug von Seriosität, nur Spielwiese vin Datenmanipulationen ohne Real-Bezug,
meint
R.B. zum Beitrag »
[20.08.2014, 08:59:28]
Dipl.-Psych. Anita Gradl 
Vernetzung??? 
Meiner Meinung nach wird die beste Behandlung im Duo zwischen ärztlicher und psychotherapeutischer Betreuung gewährleistet. So wie es auch bei Eltern am besten zu zweit geht, kann man es auf die Therapie übertragen. Bei den Magersüchtigen wird das doch gut deutlich, während der Arzt die "Wächterfunktion" erfüllt, kann der Therapeut sich aud andere Inhalte konzentrieren, oder soll sich der Therapeut (egal ob ärztlich oder psychologisch) um alles alleine kümmern. Also Distanz und Empathie zugleich?
Es liegt meist an der Zusammenarbeit, und die Ärzte sollten sich auch daran gewöhnen, die Therapeuten in ihr Behandlunskonzept mit ein zu binden. (Wäre auch für Zahnärzte usw. sinnvoll, damit diese nicht gerade alle Weisheitszähne reißen, wenn die Patientin gerade wieder mit dem Essen beginnt)

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[20.08.2014, 08:56:46]
Cordula Molz 
Wie wäre es denn mit einer Kombination von Ausdauer- und Kraftsport? 
Ausdauersport wird m.E. notwendigerweise propagiert, weil ein Großteil von uns den Tag zu 99% sitzend und in Innenräumen verbringt. Und heißt doch nicht, jeden Tag 10 km zu rennen - sondern, wie ich es verstehe, mehr Bewegung zu einer Gewohnheit zu machen. Für Übergewichtige heißt das dann halt, regelmäßige Spaziergänge zu machen, die länger dauern als der Weg zwischen Haustür und Auto :-)
Das - verbunden mit etwas Krafttraining, das mit Sicherheit ebenso förderlich ist, tut dem Menschen schlichtweg gut.
Aussage nicht studienbasiert - sondern auf Basis von n=1 und Beobachtung von Mitmenschen :-)  zum Beitrag »
[20.08.2014, 08:13:28]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Eine "Provokation" ist im Gegenteil das Ignorieren von Fakten 
spricht die BEOBACHTUNG = Fakten gegen eine Theorie, so sind nicht die Fakten falsch, sondern die Theorie. Da hilft kein Lamentieren.
@Prof. Dr. Dieter Klaus Sie sollten sich mit den Folgen einer Hyponatriämie beschäftigen.
Man kann nicht wegen einer rel. kleinen Gruppe an NaCl-sensiven Hypertonikern die ganze gesunde Bevölkerung zur Salzrestriktion anhalten.
Das nennt man das Kind mit dem Bade ausschütten. Gilt auch für Diuretika.
Am J Med. 2006 Jul;119(7 Suppl 1):S79-82.
Is asymptomatic hyponatremia really asymptomatic?
Am J Med. 2006 Jan;119(1):71.e1-8.
Mild chronic hyponatremia is associated with falls, unsteadiness, and attention deficits.

aus der bekannten Uni-Klinik in Brüssel zum Beitrag »
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