Samstag, 23. August 2014

Leserkommentare [10711]

[22.08.2014, 11:26:37]
Dr. Sylvia Sänger 
Re: Psychotherapie braucht dringend stärkere Vernetzung  
Psychotherapie braucht nicht nur Vernetzung sondern auch ein Vorgehen auf dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung. Ziel muss es sein die psychische Gesundheit zu fördern und psychische Erkrankungen früh zu erkennen und nachhaltig zu behandeln. Das ist die Vision des Hamburger Forschungsverbundes "psychenet - Hamburger Netz psychische Gesundheit". In psychenet sind mehr als 80 Partner und nahezu 300 Psychotherapeuten, Psychiater sowie Haus- und Fachärzte in Klinik und Praxis vernetzt. Mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt werden für verschiedene psychische Erkrankungen sektorenübergreifend und auf der Basis des best verfügbaren Wissens neue Behandlungswege wissenschaftlich untersucht. So wird zum Beispiel zur Behandlung von Depressionen ein der Schwere der Erkrankung angepasstes Vorgehen, ein sogenanntes stepped care Modell, angewendet. Die Behandlungspalette reicht hier von einem aktiven, abwartenden Begleiten über die psychotherapeutische Betreuung per Telefon und den Einsatz von schriftlichen Informationsmaterialien bis hin zu Psychotherapie und Psychopharmakotherapie. Speziell ausgebildete Genesungsbegleiter (Peer Berater) beraten Betroffene und Angehörige zum Umgang mit der Erkrankung und zu lebenspraktischen Fragen. Im mehrsprachigen Internetangebot von psychenet finden Patienten und ihre Angehörigen Informationen zu den verschiedenen psychischen Erkrankungen, Entscheidungshilfen zur Behandlung sowie eine umfangreiche Sammlung von Hilfsangeboten und Anlaufstellen für Krisensituationen und eine Langzeitbetreuung.
Nähere Informationen zu psychenet unter www.psychenet.de  zum Beitrag »
[22.08.2014, 10:32:05]
Lutz Hecht 
Chefärzte sind hervorragende Fachleute in der Vita - geborene Führer eher zufällig? 
Bis heute ist im Medizinstudium und in der folgenden Praxis kein Platz zur Vermittlung von Managementwissen und sozialer Kompetenz. Wir suchen in Kliniken die begabten Mediziner für den fachlichen Ruf der Klinik. Die Selektion allein steuert schon sehr viel. Die Komplexität des medizinischen Wissems ist expotential gestiegen und eigentlich nur in Teams am Patientenbett unterzubringen. Trotzdem verharren wir in der gelernten Hierarchie des Klinikmanagementsystems, obwohl wir wissen, dass ein Chefarzt nicht alles wissen kann. Teamentwicklung und die Organisation von Teams kann man höchstens mit viel angeborener und als Kind vorgelebter sozialer Kompetenz selbst als Chef entwickeln. Von den Soziotypisierungen her können das 10-12% einer Jahrgangsgruppe. Der Rest muss sich schulen lassen und seinen Typ für solche Modelle anpassen und mehr über sich wissen wollen, was ihm oder ihr fehlt. Hier greift die Selbstreflektion. Wieviele Chefärzte haben das im Rahmen ihrer Berufskarriere gelernt? Bzw. hatten Lehrer, die es ihnen vorgelebt haben? Unter Berufskollegen wird allgemein reflektiert, dass für ein offenes systemisches Coaching oder Supervidieren wenig Nachfrage ist und wenn ja - auch wenig Bereitschaft besteht, Wahrheiten zu erfahren und dann zu lernen. So etwas als Arbeitgeber anzubieten wird bis jetzt nur von wenig Klinikmanagern unterstützt.

Zum "Schweigen" an sich nur soviel - die systemischen Zusammenhänge zum System Krankenhaus und zum System Gesundheitswesen sind bei diesen Diskussionen wichtig zu wissen, wenn Chefärzte sich äussern sollen. Es ist Verhaltensnormal, wenn sie sich nicht zu Dingen äußern, von denen sie weniger verstehen, wie von der Medizin. In der Berufskarriere haben sie gelernt nicht melden, wenn du etwas nicht weißt oder verstehst - kann sein, dass du dann nicht als nächster in die Funktion XY kommst.
In der Kommunikation "Offener Diskurs und mediatives Verhalten" könnte da im Lehrplan die Defizite nachbessern. Mut zum Mitmachen statt "Mitlaufen" sollte jeder Verantwortungsträger haben bzw. sich nach diesen Zeilen von Professor Reinhard Brunkhorst nehmen. Sie werden lediglich in einen Diskurs kommen - Ende offen - anstelle mitlaufen.

Wir stehen hier glaube ich erst am Anfang einer wesentlichen Veränderung für den Umgang mit uns selbst unseren Patienten und Mitarbeitern. Der Artikel zeigt, dass hier ein Problem beschrieben wird, egal wie unterschiedlich wir es wahrnehmen, wir reden darüber. Das ist schon der Anfang einer Veränderung. zum Beitrag »
[22.08.2014, 09:53:57]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Und wenn die ersten Levi´s Jeans aufgetragen waren, ... 
konnte man sie "in der Pfeife rauchen"???

Nein, lieber Kollege Dr. Udo Fuchs, Sie dürfen wirklich nicht alles glauben, was im Internet kolportiert wird.

Papier aus Hanf ist, wie im Westfälischen Industriemuseum in Hagen zu besichtigen, für den Zeitungs- und Buch-Druck völlig unbrauchbar. Und im "Manufaktum®"- oder "Biber®"-Katalog, den "IKEA®-Katalogen" für Reiche, können Sie zahlreiche Produkte aus Hanf ohne Kaufzwang besichtigen.

Wenn der Weltmarktführer für Spann- und Zuggurte, Ladungssicherung und Beschläge, die Dortmunder Traditionsfirma "DOLEZYCH", immer noch Hanfseile herstellen würde, wäre diese Firma an Schadenersatz-Prozessen wegen ermüdeter, durchgerissener Hanfprodukte schon längst pleite gegangen.

WIKIPEDIA sollte man immer zu Ende lesen: "Cannabinoide, Terpenoide und andere flüchtige Substanzen werden von Trichomen, die fast ausschließlich auf den Kelchblättern und Tragblättern weiblicher Pflanzen" wachsen, gewonnen und haben mit der eigentlichen Hanf-Faser nichts gemeinsam.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[22.08.2014, 08:42:41]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Liebe Ärztezeitung, nachdem der größte Nebel sich etwas gelichtet hat, 
sollte man doch langsam auf das Wort "Skandal" verzichten,
sonst könne der Eindruck entstehen, es handelt sich nur um einen Medienskandal. zum Beitrag »
[21.08.2014, 20:05:24]
Hauke Gerlof 
Ironie des Schicksals 
Zu der Gerichtsentscheidung über den Cannabis-Eigenanbau erreichte uns ein Leserbrief von Dr. Udo Fuchs.
Hauke Gerlof, Ressortleiter Wirtschaft der Ärzte Zeitung

Betr. Weg frei für Anbau von Cannabis. Der Versuch ÄZ Nr. 82


Es wäre wirklich an der Zeit, die Dummheit der Europäer zu karikaturieren, die zum Verbot des Anbaus von Cannabis geführt hatte.
Cannabis ist eine der ältesten und vielseitigsten Kulturpflanzen der Welt. Ihre Nutzung reichte von der Herstellung von Papier über Stoffe, Seile Baumaterialien und vieles mehr. Das Verbot des Hanfanbaus (Marihuana TAX Act von 1937) wurde nicht aus medizinischen, sondern rein wirtschaftlichen und machtpolitischen Gründen erlassen. Treibende Kraft für die Durchsetzung des Gesetzes war der amerikanische Medienmogul William Randolph Hearst, der viel Geld in den US-amerikanischen Chemieriesen DuPont für die Entwicklung eines neuen Papieres gesteckt hatte. Um die lästige Konkurrenz der Papierherstellung aus Hanf auszuschalten, ließ er seine Beziehungen zur Regierung spielen, die dann das Gesetz erließ.
Warum Europa sich diesem Schwachsinn angeschlossen hat, wird wohl immer ein Rätsel bleiben. Man darf es wohl als Ironie des Schicksals bezeichnen, dass ausgerechnet die erste Levi´s Jeans wegen ihrer extremen Haltbarkeit ausschließlich aus Hanf produziert wurde.
Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Udo Fuchs Hamburg
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[21.08.2014, 17:03:59]
Dr. Karl Stroetmann 
Patienten als Versuchskaninchen bei Medizinprodukten 
Kaum zu glauben, aber wohl leider wahr: "Anders bei Medizinprodukten: 'Im Unterschied zur Zulassung von Arzneimitteln findet sich nirgendwo eine explizite Forderung nach einem Wirksamkeits- oder Nutzennachweis.'" D.h. doch, Patienten werden ungefragt zu Versuchskaninchen degradiert, und Ärzte handeln vermutlich im weiteren Sinne unethisch, wenn sie solche Produkte nur aufgrund subjektiver Einschätzung (oder um Geld zu verdienen?) einsetzen. Wo bleibt der Aufschrei der Ärzteverbände, und wo das Handeln der Gesundheitspolitiker?
Oder bleibt nur die Hoffnung auf die anstehende "Revision of the regulatory framework for medical devices" auf EU-Ebene? Auch das wäre ein Armutszeugnis für Deutschland.

Prof. Dr. Karl A. Stroetmann
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[21.08.2014, 14:50:28]
Julius Augustin Hansen 
Politik der GKV 
Bei der aktuellen Politik der GKV ist kaum zu erwarten, dass Eltern, insbesondere in monatär benachteiligten Gruppen, die Kosten dieser beiden Früherkennungsuntersuchungen aus eigener Tasche bestreiten. Vielmehr noch empfinde ich den Anteil von 36 bzw. 43% eher ermutigend.

J.Hansen zum Beitrag »
[21.08.2014, 11:59:57]
Dr. Richard Barabasch 
Noch ein (anderer) Gesichtspunkt 
Ein Staat, der immer wieder betont "marktwirtschaftliche und somit wettbewerbstechnische" Grundsätze (auch!!!) im System der Betreuung Krankenkassenpflichtversicherter Kranken durch VertragsärztInnen zu befürworten und diese dann konsequent durchzusetzen, der tritt sich selber gegen das Schienbein, indem er seine Versorger in diesem System - hier nun auf die VertragsärztInnen fokusiert - mit einem Budget ZWINGT gegen die eigens erstellten Maßgaben für das (marktwirtschaftliche) System 30 % der erbrachten Leistungen UMSONST in einer 51-stündigen Wochenarbeitszeit in angeblich "freier Berufsausübung" zu erbringen. Das ist Fron-Verpflichtung und Versklavung statt marktwirtschaftliche Ökonomie ! Es ist die Verloghenheit und frech-undiszipliniertes Denken zum eigenen Vorteil im Auslaben einer die kurative Tätigkeit an Bürgern widerlich missachtenden Chrakterlosigkeit "der Politik" - sonst gar nichts,
meint
R.B. zum Beitrag »
[21.08.2014, 11:07:51]
Dr. Peter-Michael Röttger 
Hedgehog Inhibitors und Diagnostik 
Die beeindruckende Erfolgsrate einer teilweisen oder sogar kompletten Revision von fortgeschrittenen Basalzellkarzinomen lässt sich durch moderne nicht-invasive bildgebende Verfahren wie z.B. die Optische Kohärenz Tomographie (OCT) gut begleiten. Auch neue Läsionen sind damit in einem Frühstadium erfassbar. zum Beitrag »
[21.08.2014, 08:20:30]
Almut Rosebrock 
Und die Familien? 
Leider werden ja durch die aktuelle Politk die Familien völlig "rausgeholt" aus der Mittagsversorgung der Kinder. Der Druck zum Ganztag - mit Geld werden die Schulträger dazu gelockt und Zukunftsangst der Frauen, die bewusst für ihre Kinder da sein wollen, geschürt - bewirkt, dass es selbstverständlich werden soll, nicht mehr selbst, individuell und gesund für die Ernährung der Kinder verantwortlich zu sein, sondern das "dem Staat" zu überlassen. Ich bin ehrlich gesagt froh, dass meine Kinder das Mensaessen nicht mögen und an den Langtagen lieber nachmittags zu Hause war essen.
Letztlich fehlt in Kita wie Schule die Liebe, die persönliche Fürsorge und bedingungslose Annahme - die NUR eine Mutter / Vater ihrem Kind vermitteln kann. Das Fehlen von Liebe wiederum führt zu "Kompensationsfuttern". Mit Folge Übergewicht.
Leider sieht die derzeitige ideologie- und wirtschaftsgeleitete "Familienpolitik" nicht die Psyche der Kinder - und auch der Eltern.
Es geht sehr viel Gutes verloren, wenn Mütter baldmöglichst wieder in Erwerbstätigkeit getrieben werden - auch die Erfahrung, wie einfach und günstig sich gesundes und leckeres Essen selbst anfertigen lässt!
Ich ermutige Eltern dazu, gegen den Strom des Mainstream zu schwimmen und selbstbestimmt Familie zu leben und zu gestalten.
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