Leserkommentare [15542]

[27.05.2016, 15:10:16]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Tägliche Fasten- oder Schlafenszeit - Ursache oder Wirkung? 
Tägliche Fasten- oder Schlafenszeit - Ursache oder Wirkung?

Um Missverständnissen vorzubeugen: In der Studie "Prolonged Nightly Fasting and Breast Cancer Prognosis" von C. R. Marinac et al ging es primär n i c h t um die Schlafdauer, sondern um die Zeit der täglichen Nahrungskarenz, also die Fasten-Dauer ("fasting") im Zusammenhang vor und nach dem Nachtschlaf.

Doch mit der Verlängerung der täglichen Nahrungskarenz lässt sich keineswegs "Brustkrebs im Schlaf besiegen", wie die Ärzte Zeitung m. E. irreführend betitelt. Denn ausnahmslos alle 2.413 Studienteilnehmerinnen im Alter von 27 bis 70 Jahren hatten bereits die Vorerkrankung Brustkrebs, waren aber ohne Diabetes ["Design, Setting, and Participants - Data were collected from 2413 women with breast cancer but without diabetes mellitus who were aged 27 to 70 years at diagnosis..."].

Bei der Ergebnis-Darstellung haperte es gewaltig: Eine durchschnittliche Studien-Beobachtungs-Dauer von angeblich 7,3 Jahren sollte das Wiederauftreten invasiver Mammakarzinome und neue Primärtumore detektieren. Die Brustkrebs-spezifische- bzw. die Gesamt-Mortalität seien jedoch gleichzeitig über durchschnittlich 11,4 Jahre nachbeobachtet worden. Und plötzlich ist nicht mehr von Fastendauer, sondern von selbst berichteter Schlafdauer die Rede??? ["Main Outcomes and Measures - Clinical outcomes were invasive breast cancer recurrence and new primary breast tumors during a mean of 7.3 years of study follow-up as well as death from breast cancer or any cause during a mean of 11.4 years of surveillance. Baseline sleep duration was self-reported..."].

Vollends mysteriös sind die Ergebnisse: W e n i g e r als 13 Stunden tägliche Nahrungkarenz war im Mittel nach 7,3 Jahren mit einem um 36 Prozent erhöhten Risiko eines Wiederauftretens von Brustkreb assoziiert, verglichen mit nächtlichem Fasten von 13 und mehr Stunden ["Results...fasting less than 13 hours per night (lower 2 tertiles of nightly fasting distribution) was associated with an increase in the risk of breast cancer recurrence compared with fasting 13 or more hours per night (hazard ratio 1,36; 95% CI, 1,05-1,76)"].

Das Brustkrebs-Sterberisiko war im Mittel nach 11,4 Jahren um 21 Prozent erhöht ["...higher risk of breast cancer mortality (hazard ratio 1,21; 95% CI, 0,91-1,60)"]; das allgemeine Mortalitätsrisiko im gleichen Zeitraum um 22 Prozent ["...significant higher risk of all-cause mortality (hazard ratio, 1,22; 95% CI, 0,95-1,56)"].

Auf die vergleichsweise weniger glorreiche Idee, dass unsere bereits vorerkrankten Patientinnen m i t ihren Brustkrebs-Rezidiven oder mit Zweit-Tumorerkrankungen einfach weniger und seltener ruhig schlafen konnten bzw. längeres Fasten einfach nicht mehr aushalten konnten, ist das gesamte Autorenteam offensichtlich niemals gekommen! Sie werden doch nicht etwa Ursache und Wirkung verwechselt haben?

Mf+kG, Dr. med. Thomas Schätzler, FAfAM Dortmund
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[27.05.2016, 10:26:24]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Durchsichtiges Ärzte-"Bashing"-Manöver der AOK! 
Die AOK-Nordost selbst weist für ihr Rechnungsjahr 2014 Leistungsausgaben über insgesamt 6.435.216.111,09 Euro, also knapp 6,5 Milliarden € aus.
https://portale.nordost.aok.de/unvergessliche_momente/jahresrechnungsabschluss-230982.php
Hinzu kommen noch knapp 322 Millionen Euro Verwaltungs- und sonstige Kosten in 2014. Abschließende Zahlen für 2015 liegen mir nicht vor.

Wenn die AOK Nordost für die Jahre 2014 und 2015 bei Gesamtausgaben von geschätzten 13 Milliarden (!) € nur knapp drei Millionen Euro wegen missbräuchlicher Abrechnung von Leistungserbringern wie Ärzten, Therapeuten oder Pflegediensten zurückfordert, sind das echte "Peanuts":
Weniger als 0,5 Prozent der in diesem Zeitraum aufgelaufenen Verwaltungskosten von ca. 640 Millionen Euro. Und weniger als 0,023 Prozent der gesamten Leistungsausgaben der AOK-Nordost.

Hinzu kommt, dass missbräuchliche Abrechnungen von Leistungserbringern sich auf Apotheken, Zahnärzte, Heil- und Hilfsmittel-Anwendungen, externe Dienstleister oder Pflegediensten beziehen. Hausärztinnen und Hausärzte bzw. Fachärzte waren so gut wie nie dabei!

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund  zum Beitrag »
[27.05.2016, 09:31:47]
Dr. Utta Petzold 
Früherkennung ist nicht Vorsorge 
Die vorliegenden Daten weisen gleichermaßen auf die Bedeutung der Früherkennung wie der Vorsorge hin:
Beim Hautkrebs kann die Früherkennung durch regelmäßige Inspektion vergleichsweise barrierefrei erfolgen. Echte Vorsorge ist für einige Hautkrebsarten beispielsweise der sinnvoll angewandte UV-Schutz.
Meines Erachtens sollten Medizinjournalisten und Ärzte in der sauberen Nomenklatur mit gutem Beispiel vorangehen, damit Patienten nicht glauben, ein Hautkrebsscreening könne Hautkrebs verhindern. zum Beitrag »
[26.05.2016, 19:27:01]
Karin Koch 
Frau Machholz 
die Zwangsmitgliedschaft in z.B. der Pflegekammer RP:
http://www.100prozent-pflegekammer.de
(eine unterirdische Homepage für einen unterirdischen Zwang für Pfleger/innen, einen Teil ihrer unterirdischen Vergütung für bessere Pflegebedingungen in Deutschland bezahlen zu müssen).
--
Und dafür auch noch kostenpflichtig abgemahnt zu werden:
http://www.swr.de/landesschau-aktuell/rp/pflegekammer-rheinland-pfalz-mahnschreiben-an-nicht-registrierte-pflegekraefte/-/id=1682/did=17419014/nid=1682/h1qwo6/
„(…) Sie haben sich nicht in der Pflegekammer registriert und haben nun einen Mahnbrief erhalten: 4.500 Pflegekräfte in Rheinland-Pfalz. In dem Brief droht die neue Kammer mit einem Ordnungsgeld.
Wer die Frist versäumt, bekommt einen weiteren Mahnbrief. Das Ordnungsgeld von 120 Euro verdoppelt sich dann auf 240 Euro. So will die neue Kammer Druck ausüben auf die rund 4.500 Pflegekräfte, die sich bis jetzt nicht oder unvollständig registriert haben. Das Heilberufsgesetz schreibt Pflegern vor, dass sie Mitglied sein müssen. Ein Sprecher der Kammer sagte dem SWR, bis jetzt hätten sich rund 34.000 Pfleger korrekt registriert.“…) (...)"
--
bringt genau GARNICHTS als Kampagne für mehr Männer in Pflegeberufen!
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[26.05.2016, 18:24:58]
Dr. Ulrich Bickel 
So ein Quatsch 
Als langjähriger Algeiologe kann ich über die Aussage von Herrn Kopf nur den gleichen schütteln. Wenn die Indikation stimmt und das Opioid differenziert ausgewählt wird, profitieren sehr viel Schmerzpatienten mit Nichttumorschmerzen deutlich von der Therapie. Aber vielleicht kann Herr Kopf mir mal verraten, auf welche Studien er sich bezieht mit seiner Aussage, dass 3/4 aller Schmerzpatienten mit Nichttumorschmerzen eigentlich einen Entzug machen müssten. zum Beitrag »
[26.05.2016, 17:45:25]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Das einzige, was wir von denen (USA) lernen könnten, 
ist eine bessere Bezahlung des Arztes und etwas mehr "öffentliche" Anerkennung,
z.B. den National Doctors Day,
aber das ist wohl eher nicht mit TTIP gemeint, müsste man ja auch nicht so streng geheim halten.
Was den meisten wohl entgangen ist, obwohl es nur so von Anglizismen in der Medizin wimmelt,
- es soll ja angeblich was mit Freihandel sein -
dass in dieser offiziellen Bezeichnung nirgendwo das Wort frei oder Freiheit vorkommt.
Deshalb ist Wachsamkeit angesagt, die unserer Regierung leider gänzlich fehlt. zum Beitrag »
[26.05.2016, 17:31:36]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Nach dem nachfolgenden Text ist die Überschrift falsch 
sowohl bei Mäusen wie bei Menschen sind Übergewichtige bei gleichem Gewicht stoffwechselgesünder mit langen Nahrungspausen, die den Insulinspiegel (endlich einmal) senken können mit all den bekannten Zusammenhängen.

Alles andere widerspricht auch den Kenntnissen über die NACHTEILE von langem Schlaf,
die man in unserer Wunschwelt immer ausblendet. zum Beitrag »
[26.05.2016, 17:21:34]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Liebe Frau Koch, 
mein Beitrag war eigentlich nicht schwer zu verstehen, und er hat sich KEINESWEGS gegen den Pflegeberuf gerichtet, sondern nur um das antimännliche Gejammere, das schlicht auf die Nerven geht.
Wie Sie selbst bestätigen, geht es den Frauen beruflich erheblich besser als 1848.
Ob der Beruf jedoch der gültige Maßstab für Lebenszufriedenheit darstellt, wird von Ihnen, wie von allen Genderdeppen penetrant ausgeblendet. Wer hier von Empathie redet müsste wissen was damit gemeint ist.
Ich möchte mal was positives von euch Frauen über arbeitende Männer hören, z.B. gäbe es kein Handwerk mehr ohne Männer.
Männer arbeiten einfach mehr auch mit geringerer Ausbildung und beziehen weniger Sozialhilfe!
Sicher ist allerdings, dass Männer, gerade auch wenn sie schwer schuften müssen eigentlich NICHT jammern und zufriedener sind,
.... gäbe es nicht die Frauen, die das einschränken.
Stellen Sie sich vor, auch der möchte in der Regel nicht nur arbeiten. zum Beitrag »
[26.05.2016, 13:16:02]
Dr. Karl-Otmar Stenger 
Gen-Methylierung und vorbeugende Gesundheitsfürsorge 
Schön und gut was die Forschungsergebnisse uns an Neuigkeiten bescheren. Denkt man den Vorsorgegedanken zuende, ist man wohl auch in Zukunft auf dem Holzwege; denn wer soll das - möglicherweise auf Krankenkassenkosten - bei wem untersuchen ? Vorbeugende Gesundheitsfürsorge stelle ich mir anders vor: Die WHO hat da einen besseren Vorschlag: Begrenzung des Anteils von Zucker auf < 5% der Energiezufuhr. Forschungsvorhaben mit dem Hintergedanken, die wirklich wichtigen Maßnahmen zu unterlassen, sollten nicht mehr gefördert werden. zum Beitrag »
[26.05.2016, 13:11:20]
Dr. Henning Fischer 
@Dr. Karopka: es ist noch viel schlimmer 

mit Seehofer haben die Bundesregierungen erkannt, daß man die Ärzteschaft beliebig in den Hintern treten kann, ohne erkennbare Gegenreaktion fürchten zu müssen.

- für 2-3 Jahre geplante Honorarbudgets gelten heute noch, die Fallwerte der Allgemeinärzte sind heute so hoch wie vor 30 Jahren, die GOÄ wurde ebenfalls nicht angepaßt

- sich rasant ausdehnende Frustration bei ÄrztInnen, die von Bürokratie- und Sparlawinen überrollt werden, die Motivation sinkt. Viele eigentlich hoch motivierte ÄrztInnen wandern ab.

was machen die Bundesregierungen? Zwangsfortbildungen, Ärzte aus dem minderbemittelten Ausland abwerben (offensichtlich ohne jegliches Gewissen), Ärzte durch medizinisches Hilfspersonal und Telemedizin ersetzen.

Der Staat nutzt die fehlende Gegenwehr der Ärzteschaft schamlos aus. Peitsche ohne Zuckerbrot.

Es stellt sich die Frage: hätte eine Verfassungsklage Aussicht, wenn der Staat seiner Verpflichtung einer Anpassung der GOÄ über Jahrzehnte nicht nachkommt?

Aber mit unserer "Interessenvertretung" KBV und BÄK können Sie das alles vergessen.

Daher: Nachwuchs! Überlegt es Euch sehr gut, ob Ihr Euch das antun und Euch von solchen Dünnbrettbohrern vertreten lassen wollt.

Wenn es geht, ab ins Ausland, wo man ÄrztInnen noch schätzt.

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