Mittwoch, 23. Juli 2014

Leserkommentare [10438]

[22.07.2014, 23:21:46]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Besser keine ideologischen Schlagworte, weniger Antibiotika reicht doch! 
Nach bundesamtlichen Ermittlungen, soweit die sich herablassen, etwas zuzugeben (in der Landwirtschaft!)
ist das Mengenverhältnis von Antibiotikaeinsatz für
a) alle Deutschen Krankenhausintensivstationen unter 10 Tonnen pro Jahr
zu
b) "Landwirtschaft" viele TAUSEND Tonnen.

Da hat der Bayrische Ärztetag wenigsten ein echtes Problem angesprochen.

Ich schlage vor, dass das wachsende Heer der politisch und "kostenträgerseits" unterstützten sehr ärztekritischen Heilpraktiker und "Komplementär-Therapeuten" sich erst mal liebevoll um die armen falsch behandelten Tiere kümmern. zum Beitrag »
[22.07.2014, 23:10:50]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Wissenschaft sieht anders aus, gilt auch für Kollegen hier 
zu den Liquidatoren:
http://tinyurl.com/pq25xj3

Observations on the Chernobyl Disaster and LNT
Zbigniew Jaworowski
Auszug wörtlich:
"observations that in comparison with general population of Russia, a 15% to 30% deficit of solid cancer mortality was found among the Russian emergency workers, and a 5% deficit solid cancer incidence among the population of most contaminated areas."

"deficit" heißt bitte WENIGER KREBS, nicht mehr!

Es wird hier nichts "verheimlicht"! Tschernobyl-Folgen wurden exzellent nachuntersucht von UNSCEAR (United Nations Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation ), die JÄHRLICH und öffentlich in Wien tagen und darüber regelmäßig öffentlich berichten (Reports).
Gerade weil es schon solange her ist, sind auch Spätschäden empirisch beurteilbar, davon konnte man viel lernen. Wilde Spekulationen sind daher unseriös!!!

Dr.Bayerl zum Beitrag »
[22.07.2014, 22:00:12]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Auch wenn viele Zeit-Genossen (und -Genossinnen?) mich jetzt niedermachen möchten ... 
ich habe an Frau Sibylle Lewitscharoff einen persönlichen Brief geschrieben:

Sehr geehrte Sybille Lewitscharoff,

ich zögere immer noch, Ihnen zu schreiben. Denn ich finde, Sie haben in der menschlichen Fortpflanzung-Debatte etwas sehr kluges und "Denkt-doch-endlich-mal-nach" gesagt, aber leider viel zu früh aufgegeben. Ich bin zögerlich, weil ich Ihnen keine Vorschriften machen sollte; aber auch, weil ich den Volkszorn derjenigen fürchte, die Weisheit und "political correctness" für sich gepachtet zu haben meinen, um Andersdenkende auszugrenzen.

Ich fand Ihren Beitrag mutig, notwendig, bemerkenswert und umwälzend, einen dringend notwendigen gesellschaftlichen Diskurs anstoßend. PR-mäßig war sicher suboptimal, den primär negativ besetzten Begriff "Halbwesen" zu verwenden - doch an Gottes Allmacht, die Jungfrauengeburt Mariens und die Wiederauferstehung des wundertätigen Herrn glauben noch so viele Menschen, dass auch "Halbwesen" toleriert werden müssten. Doch befinden sich nicht Säuglinge und Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene schon seit Jahrzehnten in einer Art Halbwelt?

Sie werden nur noch wahr genommen über die reproduktiv-steuernde, induzierende, diagnostizierende und planend-katalogisierende Erwachsenen-/Elternwelt. Geschlecht, Intelligenz, Empathie, Charakter, Risikofaktoren, technischer Konzeptions-, Schwangerschafts- und Geburtsablauf bzw. perinatologisches Procedere sind vorhersehbar und vorhersagbar geworden. Kita- und Schulbesuch sind bereits vor der Geburt fest eingeplant. Die Anmeldung beim Sportverein, Studienplatzbewerbungen liegen schon vor der Entbindung in der konzeptionellen Schublade; ebenso, wer einmal die Dissertation schreiben wird.

Was ist für viele unmerklich, für kulturell Reflektierende grundlegend anders geworden?

Frauen haben 13 Ovulationen pro Jahr; Männer "bringen es" auf +/-200 Millionen Spermien pro Ejakulation. Die fertile Lebensphase von Frauen wird gesamtgesellschaftlich kontrolliert, hormonell eingegrenzt und biografisch eng austariert. Chaos, Anarchie, Lust und Begehren im Sexuellen werden hormonell technisiert und entpersonalisiert. Karriere, Macht, Einfluss und psychosoziales Anerkennungsstreben haben bei Männern traditionell und bei Frauen mit einer beispiellosen Aufholjagd sozialpsychologischen Vorrang gewonnen. Dieser Impuls hat jedoch bei beiden "Geschlechtern" (was für ein Wort?) nicht nur Gutes, sondern auch zu Frustration geronnene Sinnlichkeit entwickelt.

Menschheitsgeschichtlich war das für fast ewig andauernde Epochen völlig konträr: Frauen waren vom jugendlichen Alter an bereits 14 Tage vor der Menarche fertil bis zur Menopause. Gesamtgesellschaftliches Ziel war von der Prähistorie bis in die Neuzeit hinein, die weibliche Fertilität vom durchschnittlich 11. bis 40. Lebensjahr so schnell und repetitiv wie möglich für eine möglichst hohe Kinderzahl auszunutzen. Wenn die Frauen nicht mit 25-35 Jahren bereits im Kindbettfieber gestorben waren. Die gigantische Reproduktion von Menschen-"Material" war erforderlich, um nicht auszusterben, Vernichtungsfeldzüge zu überstehen und nicht zuletzt, um gigantische Sakral- und Herrschafts-Bauten der bekannten Hochkulturen zu errichten. Manche davon starben aus - an ökologischem Raubbau, an Klimakatastrophen, an Hybris, an logistischen Fehleinschätzungen, an Entkräftung, Überforderung, Ausbeutung, Hunger, Erschöpfung und fehlendem reproduktivem Nachschub?

Entwicklungsgeschichtlich lebten reproduktive Überproduktionen noch lange fort: Im Mittelalter mit dem institutionalisierten "jus primae noctis" der Fürsten und Lehnsherrn. Der "Lebensborn" der Nazis war ein letzter pervertierter Schachzug im allgemeinen Reproduktionszwang gegen Frauen.
Von daher ist nachvollziehbar, mit welcher euphorischen Begeisterung die perspektivische Entlastung vom Gebärzwang durch Pille, Kondome, Sterilisation, Zyklus- und Fertilitätskontrolle begrüßt und gefeiert wurden (für die pharmazeutische Industrie auch noch d a s Geschäft des Jahrtausends). Kulturgeschichtlich ist diese neue Ära aber nicht mehr als ein Wimpernschlag der Zeitgeschichte des „homo sapiens erectus“. Die Nachteile von entfremdeter Sexualität, jederzeit folgenloser Verfügbarkeit und Präsenz, die Entsinnlichung der Fortpflanzung, die Fertilität zu einem späteren Zeitpunkt „zurückholen“ zu wollen, die „Vergänglichkeit“ der reproduktiven Kompetenz besonders bei Frauen ab 40 wollte zunächst niemand hören und sehen.

Die neuen Perspektiven multidimensionaler Möglichkeiten der Reproduktionsmedizin (IVF im homologen/heterologen System, Eizellen- und Samenspende, Leih-Mutterschaft, Klonen, PID oder interventionelle Begrenzung von Mehrlingsschwangerschaften) demonstrieren die Kehrseite, dass koitale Fortpflanzung demnächst o h n e direkten ärztlichen Beistand nur noch als stigmatisierende Antiquiertheit erlebt wird. Die Generationenfolge verkommt zu medizintechnischem Procedere, der tatsächliche genitale Vollzug verliert sich in virtuellen Internet-Welten mit Austausch von Körperflüssigkeiten nur noch im Reproduktionslabor.

D a s sind die Fragen, die Sie mit Ihrem emotional reflektierenden Statement angestoßen haben. Und die die breite Masse maßlos ängstigenden, möglichen Antworten haben diese furcht- und angstgesteuerten Abwehrreaktionen in Öffentlichkeit, Medien, Politik und Feuilleton ausgelöst. Damit sollte wieder Ruhe “in diesem unseren Lande“ herrschen, mit diesen seltsam „blühenden Landschaften“ in Ost und West?

Doch dürfen Literatur, Philosophie, Kulturwissenschaften und Sozialpsychologie dazu schweigen? Dürfen Bekanntschafts-Anzeigen wie „Einsamer sucht Einsame zum Einsamen“ überhaupt noch formuliert werden? Mittlerweile ist ein Geschlechts- und/oder Zeugungsakt doch nur noch mit qualifiziertem ärztlichem Zeugnis, mit infektiologischer Unbedenklichkeitsbescheinigung in Bezug auf HIV, Hepatitis A+B+C, Chlamydien, humanen Papilloma-Viren (HPV) und dem Ausschluss traditioneller sexuell übertragbarer Erkrankungen wie Lues, Gonorrhoe und haftungsrechtlichen Verzichtserklärungen „lege artis“ möglich.

Dass die Zeiten romantischer Liebesschwüre, die Tragik von Romeo und Julia, die Entsagung von Königin Elisabeth I., die Dramatik von Porgy and Bess längst vorbei sind, merken wir daran, dass es nicht mehr heißt: „Gehen wir zu mir oder zu Dir?“ sondern „kennst Du einen guten Reproduktionsmediziner?“

In der Hoffnung, dass ich Sie mit meinem Schreiben nicht zu sehr genervt und doch wenigstens etwas amüsiert habe, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen
Ihr Thomas G. Schätzler

Dr. med. Thomas G. Schätzler
Facharzt für Allgemeinmedizin
Kleppingstr. 24
44135 Dortmund
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[22.07.2014, 21:39:54]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
GKV-Berechnungen: Tipps und Tricks bei der Bundesbank? 
Die Deutsche Bundesbank ist in ihren Monatsberichten Garant für Verwirrung, Desinformation und Täuschung der Öffentlichkeit - zumindest was die Finanzen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angeht.

Zur Erinnerung:
• Ärzte Zeitung (ÄZ) vom 24.09.2012 - "Bundesbank - GKV-Rücklagen nicht verfrühstücken! Die Bundesbank sieht die Rücklagen der Krankenkassen bedroht - und warnt vor 'Begehrlichkeiten der Leistungserbringer'. Kritik übt die Notenbank an der gerade erst beschlossenen Pflegereform."
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/krankenkassen/article/822510/bundesbank-gkv-ruecklagen-nicht-verfruehstuecken.html
Dazu der von mir sehr geschätzte Kommentar von Helmut Karsch, Münster: "Dass der Bundesminister der Finanzen die Sozialversicherungsbeiträge als Teil des Gesamtsteueraufkommens betrachtet ist für sich betrachtet schon ein Stück aus dem Tollhaus."

• ÄZ vom 30.09.2013 - "Kassen-Finanzen - Bundesbank erwartet Überschuss im Gesundheitsfonds - Nach dem ersten Halbjahr weisen die Kassen ein Plus, der Gesundheitsfonds aber ein Minus von zwei Milliarden Euro aus. Die Bundesbank erwartet, dass auch der Fonds am Ende des Jahres schwarze Zahlen verbucht."
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/krankenkassen/article/846750/kassen-finanzen-bundesbank-erwartet-ueberschuss-gesundheitsfonds.html

• ÄZ vom 02.01.2014 - "GKV - Überschuss von 27,5 Milliarden Euro errechnet - Für 2013 erwartet die Deutsche Bundesbank erneut einen GKV-Überschuss. Künftig könnten aber Zusatzbeiträge von knapp zwei Prozent drohen, schätzen Experten.
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/krankenkassen/article/852735/gkv-ueberschuss-275-milliarden-euro-errechnet.html

• ÄZ vom 24.3.14 - "Der aktuelle Umgang mit dem Bundeszuschuss zur GKV lehrt aus Sicht der Bundesbank, dass Skepsis angebracht ist. Im laufenden Jahr stellt der Bund lediglich 10,5 statt der eigentlich vorgesehenen 14 Milliarden Euro als Zuschuss zur Verfügung, im kommenden Jahr sollen es dann 11,5 Milliarden Euro sein. - Überschüsse wecken Begehrlichkeiten"
http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/pflege/article/857649/pflegereform-bundesbank-haelt-vorsorgefonds-staatsregie.html

Völlige Verwirrung herrscht im aktuellen Monatsbericht der Bundesbank: Statt zu kritisieren, dass mit dem Haushaltsbegleitgesetz, mit dem der Bundestag über den Bundeshaushalt und unter Enteignung von GKV-Beitragszahlungen beschlossen hat, den Steuerzuschuss zu U n g u n s t e n der GKV um 3,5 Milliarden von 14 auf 10,5 Milliarden Euro zu senken, hängt man sich in der privat versicherten "Beamten-Hochburg-Bundesbank" daran auf, dass die Abschaffung der Praxisgebühr im vergangenen Jahr das eigentliche Desaster gewesen sei.

Doch bei einem Kostenumfang von etwa 2 Milliarden Euro, den die Praxisgebühr in ihrem neunjährigen Bestehen jährlich ausschließlich und diskriminierend die e r k r a n k t e n GKV-Mitglieder gekostet hatte, ist dies bei einem jährlichen GKV-Gesamtvolumen an Ausgaben von ca. 180 Milliarden Euro nur eine Marginalie.

Blanke Naivität und illusionäre Verkennung zeichnet die Bundesbank bei ihrem vorgeschlagenen Systemwechsel aus:
• Patienten sollten Informationen über ihre krankheitsbedingten Behandlungen und Kosten erhalten, als ob sie davon gesünder würden.
• Man wolle einen "(teilweisen) Wechsel vom Sachleistungs- zum Kostenerstattungsprinzip", obwohl GKV-Beitragszahler bereits jahrzehntelang in Vorleistung getreten sind.
• Die Abschaffung der Praxisgebühr sei als Fehlentscheidung zu brandmarken.

Da kann man sich als Hausarzt, der nunmehr fast 39 Jahre in der speziellen und allgemeinen Versorgung von GKV-Patientinnen und –Patienten tätig ist, nur noch an den Kopf fassen ob solcher naiven und weltfremden Einfältigkeit.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[22.07.2014, 18:35:58]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
einer Eizelle (=monoploid) fehlt der zweite Chromosomensatz zur "Teilung" 
Vermutlich handelt es sich also um eine diploide Oozyte, vor der Meiose, also der Reifung zur Eizelle.
Müsste auch bei "Spermien" möglich sein.
Da ist die Auswahl dann etwas größer :-) zum Beitrag »
[22.07.2014, 18:24:13]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Das mit den "Preisen" kennen wir doch ... 
... unsere von allen geliebte (homo-) Alice hat ja das Bundesverdienstkreuz bekommen,
für dem Kampf um die Abtreibung auf AOK-Kosten,
und den Kampf gewonnen.
Sibylle Lewitscharoff wollte hat Alice noch übertreffen.
"Wut" ist ja ethisch inzwischen ein hohe Qualifikation,
nur bei Frauen natürlich. zum Beitrag »
[22.07.2014, 18:06:05]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Ich dachte, jetzt sitzt erst mal der "Gerichtsgutachter" 
auf der Anklagebank! zum Beitrag »
[22.07.2014, 17:49:26]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
man sollte auch wegen selbst Schnapsbrennen  
vor Gericht ziehen.
Schnaps ist einfach zu teuer! zum Beitrag »
[22.07.2014, 17:43:07]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Juristen machen eigentlich immer Blödsinn, 
wenn es um Medizin geht. zum Beitrag »
[22.07.2014, 17:31:56]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
kann die GKV noch "Umsatz" von "Honorar" trennen? 
und dann nennt man das noch "Gutachten".
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