Donnerstag, 27. November 2014

Leserkommentare [11374]

[27.11.2014, 11:19:33]
Dr. Klaus Günterberg 
So einfach ist das Problem nicht! 
Natürlich braucht jeder Flüchtling und Asylbewerber Hilfe bei Krankheit und Schwangerschaft. Die jüngsten Fälle von Masern und Windpocken in den Asyl-Unterkünften in Berlin haben aber auch gezeigt: Diese Menschen brauchen auch sehr schnell einen Impfschutz. Das sind wir Ihnen und unseren Mitbürgern schuldig.

Nun haben wir in Deutschland aber keinen Impfzwang; jeder Mitbürger, der ins Ausland reist, weiß aber: Wenn er in fremden Ländern den nötigen Impfschutz nicht vorweist, wird er nicht eingelassen oder sofort zurückgeschickt. Insofern scheint mir die Akzeptanz nötiger Impfungen durch jeden, der sich hier aufhalten will, durchaus angemessen.

Die Aufnahme aller Flüchtlinge in unsere gesetzliche Krankenversicherung aber würde völlige Gleichberechtigung bedeuten. Wie helfen wir Ihnen dann bei der Verhütung? Bei einem Wunsch nach Schwangerschaftsabbruch? Und bei Kinderwunsch? Wie weit geht die Zahnbehandlung und die Brillen-Versorgung? Und wie verhalten wir uns bei den unseren Mitbürgern zustehenden Früherkennungs-Untersuchungen (beim Haus-. beim Haut-, beim Frauenarzt, beim Urologen und bei der Koloskopie)??

Man sieht, das Problem ist vielschichtig und braucht dringend akzeptable, finanzierbare und praktikable Regelungen. Eine Übernahme dieser Menschen in die GKV wäre wohl die simpelste, wäre aber wohl nicht die beste Lösung.

Dr. Klaus Günterberg
Gynäkologe. Berlin zum Beitrag »
[27.11.2014, 11:15:15]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Verfassungsrechtliche Bedenken 
Ein Sonder- und Gesinnungs-Strafrecht gegen freiberuflich als Selbstständige tätige Ärztinnen und Ärzte einführen zu wollen, die Umsätze generieren, kooperieren und mit ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen wollen, wird verfassungsrechtlich keinen Bestand haben kann. Es verstößt gegen Gleichheitsgrundsatz und verfassungsmäßig gebotene Verhältnismäßigkeit, einseitig und unverhältnismäßig eine extra definierte, somit stigmatisierte und diskriminierte Berufsgruppe und ihr zugehöriges Berufsfeld zu kriminalisieren bzw. zu pönalisieren.

Zugleich werden damit andere Bereiche und Branchen der Freien Berufe über Handwerksmeister, Freie Gewerbetreibende, Firmeninhaber, Versicherungsagenturen, Architekten, Abgeordnete, Anwälte, Handels-Agenturen bis zu Profi-Fußballvereinen privilegiert und vom möglichen strafrechtlichen Vorwurf der Bestechlichkeit und Bestechung freigestellt. Sie dürften weiterhin für Provisionen, Transfers, Vermitteln, Organisieren und Ausführung von Aufträgen bzw. Extra-Leistungen, Bevorzugungen und Terminverkürzungen straffrei die Hand aufhalten.

Vor dem Gesetz müssen alle gleich sein: vom Landtags- und Bundestags-Abgeordneten über Ärzte, Angehörige der Heilberufe, GKV- und PKV-Mitarbeiter, Heilpraktiker, Hilfsmittelhersteller, Krankenhausträger, Medizinprodukte-Hersteller, die Medizin- und EDV-Technik, Pharmafirmen und deren Mitarbeiter bis zum Bestattungsunternehmer.

Und weil in allen Lebensbereichen, einschließlich Sport, moralisch-ethisch verwerfliches bzw. kriminelles Handeln möglich ist, brauchen wir ein a l l g e m e i n verbindliches und auch d u r c h s e t z u n g s f ä h i g e s Strafgesetzbuch (StGB), u n a b h ä n g i g von Angestellten-, Beamten-, Arbeiter- oder Selbstständigen-Status.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[27.11.2014, 10:15:17]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Das bestätigt tierexperimentelle Untersuchungen, 
dass bei gleichem Übergewichte "unregelmäßige" Nahrungsaufnahme (Abnehmen und Zunehmen) der Stoffwechselschaden geringer ist.
Trotzdem ist der Verzicht auf JoJo natürlich besser, auch wenn ein Normalgewicht nicht ganz erreicht wird.
BMI 35 ist besser als BMI 45.
Jo Jo Vermeidung ist nur möglich bei ausreichender Eiweißzufuhr in der Abnahme-Phase.
Der Körper soll das Fett abbauen und nicht den Rest.  zum Beitrag »
[26.11.2014, 21:53:19]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
war wohl noch ein jüngerer Richter 
[26.11.2014, 21:03:40]
Dr. Jürgen Sobtzick 
Bayern stellt die Weichen 
Die geplante Vereinbarung zur Beseitigung von Regressen hat nur einen Sinn,wenn anerkannt wird, dass große Versorgerpraxen auf dem Land ein viel größeres Verodnungsvolumen als kleinere Praxen in den großen Städten haben,wo viele Fachärzte in unmittelbarer Nähe praktizieren.Wenn überhaupt, dann müssen Praxen mit vergleichbarer Patientenzahl verglichen werden.Ist die Verordnungsschwelle zu niedrig, so könnte es passieren, dass große Praxen mit ständigen Beratungen gegängelt werden. Dr.Jürgen Sobtzick Euerdorf zum Beitrag »
[26.11.2014, 17:08:48]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
"Fürchtet Euch nicht vor Kopf- oder Bauchschmerzen" ! 
"Auf die Allgemeinmedizin bezogen fürchten sie die Breite des Faches und die Verantwortung, die sie übernehmen müssen, wenn ein Patient mit unspezifischen Kopf- oder Bauchschmerzen in die Praxis kommt", so Prof. F. Gerlach als Direktor des Institutes für Allgemeinmedizin Uni Frankfurt und Vorsitzender des Sachverständigenrates.

Lieber Kollege Gerlach, wenn es nur um "Kopf- oder Bauchschmerzen" ginge, wäre Ihr Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" völlig überflüssig. Sie belegen damit, dass unser hausärztlich-humanmedizinisches "Kerngeschäft" mit Anamnese, Untersuchung, Differenzial-Diagnose, Beratung, multidimensionaler interventioneller bzw. konservativer Therapie, Begleitung u n d Palliation in der vertragsärztlichen Hausarzt-Praxis nicht nur von Politik, Medien und Öffentlichkeit, sondern auch von der e i g e n e n Zunft dissimulierend falsch, beschönigend und beschwichtigend eingeschätzt wird.

A n g s t haben die jungen Kolleginnen und Kollegen eher wegen der vom Deutsches Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) beschriebenen zigtausend Krankheitsentitäten nach der "International Classification of Diseases", dass sie keine folgenschweren Fehler machen: Der ICD-Diagnosen-Thesaurus Version 4.0 beschreibt ca. 31.200. Die aktuelle Version des ICD-10 GM 2014 listet in seiner Systematik ca. 13.400 endständige Kodes auf und verfügt in seinem ICD-10 Alphabet über ca. 76.900 Einträge (https://www.dimdi.de/static/de/klassi/faq/icd-10/allgemein/faq_0008.htm_319159480.htm).

S o r g e n haben die jungen Kolleginnen und Kollegen, wie sie 3 Monate lang eine Rund-um-die-Uhr-Hausarzt-Medizin für den Preis und damit ihren Praxisumsatz gestalten sollen, der dem eines einmalig-einfachen Friseurbesuchs oder einer einzigen Arbeitsstunde in eine Billig-Autowerkstatt entspricht? Wie sie investieren, Mitarbeiter/-innen bezahlen, die EDV finanzieren, Bürokratie vor und nach der Niederlassung bewältigen, eine Praxis einrichten, in Geräte investieren, Miete, Neben- und Sachkosten, Gebühren, Abgaben, Steuer(-beratung) und Versicherung bezahlen, Fortbildung, Personalentwicklung, Dokumentation, Archivverwaltung, Investitionen und Abschreibungen machen und nebenbei auch noch ratsuchenden Patienten zuhören sollen?

F u r c h t wegen einer dilettierenden Kassenärztlichen Bundesvereinigung, die einen stigmatisierenden "Hausarzt-EBM" geschaffen hat: "Ab 1200 Behandlungsfällen gibt's mehr Honorar! - Ein Patient mehr kann einem Arzt rund 1700 Euro Honorar pro Quartal einbringen: Praxen mit über 1200 Behandlungsfällen erhalten mit dem neuen EBM einen 10%igen Aufschlag auf die Vorhaltepauschale....für kleine Praxen mit weniger als 400 Scheinen, die einen Abschlag von 10 % auf die Vorhaltepauschale hinnehmen müssen. Statt 14 Euro erhalten sie bis zum 400. Patienten nur 12,60 Euro" (http://www.medical-tribune.de/home/fuers-praxisteam/artikeldetail/ebm-ab-1200-behandlungsfaellen-gibt-s-mehr-honorar.html).

P a n i k vor Bundes- und Landesärztekammern, die vom Marburger Bund (mb) majorisiert werden, welcher ausschließlich die Interessen seiner angestellten und beamteten Ärzte verfolgt und damit k e i n e r l e i Interesse an Verbesserung der Bedingungen ausgerechnet bei freiberuflich niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten zeigen kann. Im Gegenteil: Die eigenen mb-Tarifabschlüsse würden gemindert, wenn die Freie Praxis attraktiver würde. Deshalb auch seit 5 Jahren keinerlei Verhandlungsabschlüsse zu einer n e u e n Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), deren Systematik vom 16.4.1987 (BGBl. I, S. 1218) mit Punktwert-Anhebung in 31 Jahren (1983-2014) um ganze 14 % bei einem kalkulatorischen Punktwert von 10 (1983), 11 (1988) und 11,4 Pfennige (1996) stammt.

A b s c h e u gegenüber einer Bundesregierung, die mit kaum zu überbietender Dreistigkeit im Entwurf eines „Präventionsgesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention“ des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) schreibt: "Die ärztliche Präventionsempfehlung ... stellt für die Krankenkassen eine wichtige Grundlage für die Entscheidung über die Gewährung von Leistungen zur primären Prävention im Individualfall dar". Und weiter: "Dafür erhalten die Ärzte kein zusätzliches Honorar – ihnen entstehe als vertraglichen Leistungserbringern kein zusätzlicher Erfüllungsaufwand". Ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass dies zusätzliche Mehrarbeit mit bedarfs-, krankheits- und versorgungs-adaptierten ä r z t l i c h e n Untersuchungs- und Diagnosemaßnahmen bedeutet.

Im Idealfall ist die familienorientierte, hausärztliche Allgemeinmedizin allerdings i n h a l t l i c h äußerst spannend: Biografisch begleitend im anamnestisch-untersuchenden, diagnostisch-therapeutischen Prozess von der Prävention über Intervention zur Palliation. "Von der Wiege bis zur Bahre" sozusagen, geht es um Soziale Familien-Medizin im weitesten Sinne, um Krankheitserkennung, Verhütungs-, Versorgungs- und Bewältigungsstrategien im Generationenverlauf.

Alles natürlich qualitätsgesichert, monitorisiert, kategorisiert, qualifiziert, quantifiziert, validiert, evaluiert und publiziert, aber keineswegs angemessen monetarisiert. Extrapoliert wird hier übrigens auch: Schätzungsweise 80-85 Prozent aller Beratungsanlässe werden auf der hausärztlich-allgemeinmedizinisch-internistischen Ebene gelöst. Fach- und spezialärztliche Konsultationen, Interventionen, stationär-klinische Versorgung vom regionalen Kreiskrankenhaus bis zum Fach-, Schwerpunkt-, Hochleistungs- und Universitäts-Klinikum sind in der erlebten und gelebten medizinischen Versorgung unserer Patientinnen und Patienten durchaus gerechtfertigte, aber seltenere biografische Ereignisse.

Was hatte die Allgemeinmedizin für mich persönlich zu bieten? Adrenogenitales Syndrom (vom Kollegenvater nicht erkannt), Turner-XO-Syndrom, Borrelien-Monarthritis beim 4-jährigen Kind durch Punktion diagnostiziert, agitierte wahnhafte Psychose (von Radiowellen verfolgt) mit blutigem Faustschlag in mein Gesicht beim Verlassen der Praxis, frühzeitige Endokarditis- und Myokarditisdiagnosen, Soforttherapien bei dekompensierter Herzinsuffizienz und Lungenödem, ebenso bei Gallen-, Nierenkoliken und akuten Gichtanfällen.

Frühe Primärdiagnosen bei Hodgkin-, Non-Hodgkin- und anderen Lymphomen bzw. Leukämien (ich hatte selbst 2000 und 2007 ein kombiniert hoch- und niedrig-malignes NHL mit initialer Hochdosis-Chemotherapie, autologer Stammzelltransplantation und späterer retroperitonealer OP und Chemo mit Rituximab), Zyklothymiediagnostik, Depressionen mit/ohne erfolgreiche Suizidprävention, Sucht- und Abhängigkeitserkrankungen, HIV-Infektion mit primär pulmonaler Hypertonie als Primärdiagnostik, Osteosarkom (ein Fall mit Hemipelvektomie in der UK Münster) und Knochenmetastasen bei unbekannten Primärtumoren.

Psychiatrische Dekompensation nach medikamentösem Raucherentzug, Depersonalisation nach wenigen "Ecstasy"-MDMA-Tabletten, wahnhafte Psychose nach Lariam®-Einnahme mit "Tanz" auf einer viel befahrenen Schnellstraße. Akut-Neuraltherapie bei orthopädischen Wirbelsäulenblockierungen mit segmentalen Infiltrationen der kleinen Wirbelgelenke und „Wunderheilungen“ zwischen die-Praxistreppe-Hochkriechen und völliger Bewegungs- und Belastungsfähigkeit. Nicht zu vergessen, die palliative "bed-side" Begleitung bis zum Tod bei dekompensierter Herzinsuffizienz, vielen Bronchialkarzinomen, Pleuramesotheliomen, HIV-Infektion mit pulmonaler Hypertonie, Ovarialkarzinomen, Peritonealkarzinosen, Prostatakarzinomen, um nur einiges zu nennen.

Von Impf- und Reisemedizin, Diabetes, KHK, Hypertensiologie, MS, Orthopädie, HNO, Dermatologie, früher Infarktdiagnostik, Kontrazeptions- und Konzeptions-(Kinderwunsch-)Beratung will ich gar nicht erst anfangen. Ein besonders spektakulärer Fall blieb klinisch-ambulanter Gesprächsstoff: Ein Gastprofessor der hiesigen Dortmunder Universitäten, aus dem ost-asiatischen Partnerland gerade eingeflogen, wurde von seinen Studenten in präfinaler Urämie kaum ansprechbar in meine Praxis getragen. Verständigung nur in Englisch mit asiatischem Akzent. Seine Flugreise war bei einem Serum-Kreatinin von 13 mg% noch ärztlich befürwortet worden. Er wurde telefonisch sofort auf der Intensivstation in einer befreundeten Klinik avisiert und traf dort notfallmäßig mit einem Kreatinin von 18 mg% ein. Eine sofortige Peritoneal-Dialyse rettete ihm das Leben. Am Folgetag war er wieder ansprechbar und ist mit regelmäßiger Nierendialyse wieder an seiner Heimatuniversität aktiv.

Deshalb, und nur deshalb setzt ich mich so für Ausbildung, Qualität, Wahrnehmung, Anerkennung, Respekt, Honorierung in der h a u s ä r z t l i c h e n Sache mit viel Transpiration, Achtsamkeit und hoffentlich ausreichender Inspiration ein. Das mag manchmal arrogant, überheblich, besserwisserisch und unduldsam klingen. Aber familienorientierte, hausärztliche Allgemeinmedizin, Innere, Pädiatrie bzw. in Teilen auch Gynäkologie und Geburtshilfe sind i n t e g r a l e r Bestandteil des Medizinstudiums und Staatsexamens.

An konkurrierenden Fachdisziplinen orientierte Spartenmedizin wird von der Realität konterkariert: Viele der später im Berufsfeld ambulante Medizin dann überhaupt noch ärztlich Tätigen werden über kurz oder lang in der Grundversorgung von Allgemeinmedizin und verwandten Fächern landen. Deswegen auch die DEGAM-Forderung nach einem Pflichtquartal in der Allgemeinmedizin. Es bedeutet zudem ökologisch wie ökonomisch optimale Ausnutzung vorhandener Ausbildungs-Ressourcen in der gesamten Humanmedizin.

An Herrn Prof. Dr. med. Ferdinand Gerlach, den ich persönliche sehr schätze: Ängste, die sie bei den jungen Ärzten postulieren, sind auch die Ängste der Anderen: Dass diese als potenzielle Patienten gar keine Helfer mehr finden werden, die sich als Angehörige der Heil- und Pflegeberufe i n s g e s a m t im Akut- und Notfall wirklich um sie kümmern möchten bzw. hoch motiviert sind: Helfen, Heilen, Lindern und Schützen!

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[26.11.2014, 16:54:21]
Petra Janine Dröscher 
Potentielle Gefahrenquelle oder hilfreiche Unterstützung - Outing einer Depressionserkrankung auf Sozialen Plattfornen, im Internet 
"Sehr geehrte, werte Damen und Herren Patient/innen !

Eine endgültig zufriedenstellende Antwort kann es derzeit auf diese häufig gestellte Frage nicht geben; dafür gibt es diese Sozialen Netzwerke noch nicht (ca. 10 Jahre) lange genug.

Meines Erachtens gibt es keine zuverlässig gesicherte Garantie, für die Sicherheit von persönlichen Daten und persönlichen Inhalten in sogenannten Posts.
Ich finde es aber sehr wichtig und gut, dass die ernstzunehmende Erkrankung nicht mehr so stark tabuisiert wird und auch als eine solche Anerkennung erfährt!

Ich habe im Übrigen grossen Respekt davor, wenn Jemand zu seinen Dingen, so auch zu seiner Erkrankung steht!

Es ist ratsam, zuvor reiflich zu überlegen und abzuwegen, was 'man' mit solch einer Veröffentlichung erreichen möchte und was man davon erwartet.


Mit lieben Grüßen und guten Wünschen für Ihre Gesundheit!

Frau Petra J. Dröscher,
Autorin
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[26.11.2014, 15:46:14]
Dr. Thomas Leßmann 
Regress 
Berechtigte Regressangst ist ein wesentlicher Abschreckunggsfaktor vor der Niederlassung als Hausarzt. Die Politik konnte hier durch Nebelkerzen ("Beratung vor Regress") nichts bewirken. Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß potentielle Hausarztkandiidaten in der Weiterblidung zur Allgemeinmedizin entsetzt sind, wenn sie mitbekommen, mit welchem Aufwand an Kraft und Nerven Regressverfahren verbunden sind. Sie entscheiden sich dann für die sichere Variante, eine spezialisierte Weiterbildung in dr Klinik. Die Folge sind ausscheidende Hausärzte ohne Nachfolger, sprich freie Arztsitze. . Eine Kollegin von mir stammt aus einer Artzfamilie. Sie hat die dauernde Regressbedrohumg ihres als niedergelassenen Arzt tätigen Vaters als das Lebensgefühl ihrer Kindheit bestimmenden Alptraum empfunden. Zu einer Anstellung in der Niederlassungi ist sie deshalb nach entsprechenden Vereinbarungen bereit. zum Beitrag »
[26.11.2014, 14:08:49]
Christian Papageorgiou 
Realitätsfremd 
Für die "zuwendungsintensive Allgemeinmedizin" habe ich pro Patient etwa 5-7 Minuten Zeit.Der Andrang akut erkrankter und unangemeldeter Patienten wird immer grösser und ist kaum noch zu bewältigen.Kein Wunder,werden doch mehr und mehr Patienten in anderen Praxen mit den Worten: "Gehen Sie zum Hausarzt" weggeschickt.
Eigentlich bin ich so eine Art "Hausnotarzt" geworden.
Die existentiellen Ängste sind mehr als berechtigt,ich kenne sie gut.
Wie soll man etwas planen,wenn man bei gleichbleibender Arbeit auf einmal jedes Jahr 20% weniger Gehalt hat?
Wenn alles so rosig ist,wie es einige sehen wollen,sollen sich junge Kollegen und Kolleginnen doch mal schriftlich von der zuständigen KV garantieren lassen,dass sie bei gleichbleibender Scheinzahl auch ein garantiertes Mindesteinkommen behalten!
Dies wird keine KV unterschreiben... zum Beitrag »
[26.11.2014, 13:31:14]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Beim Präventionsgesetz sitzen Ärztinnen und Ärzte wieder mal am "Katzentisch" 
Selbst der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) dämmert's schlussendlich, dass im Entwurf eines Gesetzes "zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention" 550 Millionen Euro jährlich verteilt werden sollen, o h n e irgendein angemessenes Arzthonorar für diese so wichtige z u s ä t z l i c h e ärztliche Präventionsarbeit abzubilden.

Mit kaum zu überbietender Dreistigkeit heißt es im Entwurf des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG): "Die ärztliche Präventionsempfehlung ... stellt für die Krankenkassen eine wichtige Grundlage für die Entscheidung über die Gewährung von Leistungen zur primären Prävention im Individualfall dar". Und weiter: "Dafür erhalten die Ärzte kein zusätzliches Honorar – ihnen entstehe als vertraglichen Leistungserbringern kein zusätzlicher Erfüllungsaufwand". Ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass dies zusätzliche Mehrarbeit mit bedarfs-, krankheits- und versorgungs-adaptierten ä r z t l i c h e n Untersuchungs- und Diagnosemaßnahmen bedeutet, fragt man sich ernsthaft, ob hier unsere GKV-Praxisumsätze mit den Gagen der "Post-Punk"-Band "Die Ärzte" verwechselt werden?

Die KBV muss geradezu zwanghaft den Entwurf eines Bundes-Präventionsgesetzes grundsätzlich positiv sehen, ist sie doch an dem Ärzte-Präventions-Desaster mitschuldig: Jahrzehntelang hatte sie in billigen Sonntagsreden die Prävention allgemein und die Krankheitsfolgen von Rauchen, Saufen, Risikosportarten, Fehlernährung, Bewegungsmangel und bio-psycho-sozialer Inaktivität beschworen, o h n e jemals notwendige Leistungs- und Abrechnungsziffern in den Praxen zu implementieren.

Im Gegenteil: Leistungsinhalte der "Gesundheitsuntersuchung" GESU mit dem 2-jährlichen Check-Up 35 wurden um das fakultative EKG und die Kreatinin-Nierenfunktionsbestimmung abgespeckt. Die GESU-Dokumentationen bleiben ebenso wie die Krebsvorsorgeuntersuchungen bis heute als milliardenfacher Daten-"Müll" o h n e jegliche Evaluation liegen. Selbst beim aufwändigen, angeblich Risiko- und Nebenwirkungs-trächtigen Mammografie-Screening gibt es nicht die Spur einer wissenschaftlichen Aufarbeitung in Deutschland. Raucherentwöhnung und Abspeckbehandlung bzw. Motivation zu mehr Bewegung, Lebensstiländerung und gesunder Ernährung sollen zusätzlich im Regelleistungsvolumen versenkt, statt angemessen gewürdigt werden.

Tagtäglich praktizieren wir Ärzte e n t g e g e n der Ansicht medizin-bildungsferner Schichten schon längst Primär-, Sekundär- und Tertiärprävention. Achtsamkeit, Respekt und Anerkennung gegenüber diesen Bemühungen lassen Politik, Medien und Öffentlichkeit schmerzlich vermissen. Nun tritt auch noch die KBV hinzu.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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