Leserkommentare [14841]

[12.02.2016, 21:43:40]
Dr. Wolfgang Bensch 
Solidarisch gegen die Verfassung? 
Verfassungswidrig sei, dass die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im SGB V als „Solidargemeinschaft“ definiert werde.
„Das ist eine große Lebenslüge der GKV“, sagt der Verfassungsrechtler Prof.Karl Albrecht Schachtschneider. Pflichtmitglieder der GKV seien keine besondere Solidargemeinschaft.
„Der Gesetzgeber hat nicht das Recht, alle zu einer Solidargemeinschaft zusammenzubringen“. zum Beitrag »
[12.02.2016, 19:17:35]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Liebes Ärzteblatt, sie sollten nicht noch stolz auf die suggestive Umfrage seine: 
"Wenn der Kittel tatsächlich so unhygienisch ist",
sondern sachlich berichten,
dass das nicht der Fall ist!!! zum Beitrag »
[12.02.2016, 16:51:54]
Dr. Wolfgang P. Bayerl 
Liebes Ärzteblatt, sie sollten nicht noch stolz auf die suggestive Umfrage seine: 
"Wenn der Kittel tatsächlich so unhygienisch ist",
sondern sachlich berichten,
dass das nicht der Fall ist!!! zum Beitrag »
[12.02.2016, 15:29:25]
Heidi Hecht 
Wettbewerb? 
Niemand benötigt einen Wettbewerb bei der Behandlung/Versorgung von kranken Menschen. Dies ist unethisch und unmenschlich. Die , die uns das eingebrockt haben, müssen endlich zur Rechenschaft gezogen werden. Und die Werbung der Krankenkassen wird von den Versicherten bezahlt. So verunteut gerade die AOK bis 2017 4 Millionen Euro Versicherungsbeiträge weil sie Hauptsponsor der Handballnationalmannschaft ist. Auch benötigen wir keine Werbung im Fernsehen oder in Zeitungen.  zum Beitrag »
[12.02.2016, 14:00:33]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Lange Ärmel oder "Alte Zöpfe"? 
Die zu Grunde liegende Studie im Am J Infect Control. 2011 Sep;39(7):555-9.
doi: 10.1016/j.ajic.2010.12.016.
mit dem Titel:
"Nursing and physician attire as possible source of nosocomial infections" von Y. Wiener-Well et al. bezieht sich in der Tat auf a l l e Klinikmitarbeiter in medizinischer Pflege u n d ärztlichem Dienst. Nicht nur die Taschen der Pflege-Berufskleidungen und der Bauchbereich waren am stärksten mit resistenten Keimen kontaminiert: "The rate of contamination with resistant pathogens was higher (...) in cultures from nurses’ uniforms compared with physicians’ uniforms (14% vs 6%) (....) and on pockets compared with abdominal zones and sleeve ends (17% vs 8% and 10%, respectively)". Danach kamen erst die Ärmel-Enden!

Die Schlussfolgerungen sind relativ klar und einprägsam: Bis zu 60 Prozent der Dienstkleidung von Klinik-Mitarbeitern ist mit potentiell pathogenen Bakterien, einschl. Antibiotika-resistenten Keimen besiedelt... ["CONCLUSION: Up to 60% of hospital staff's uniforms are colonized with potentially pathogenic bacteria, including drug-resistant organisms. It remains to be determined whether these bacteria can be transferred to patients and cause clinically relevant infection"].

Dazu schrieb Liz Garman bei ELSEVIER mit dem Titel: "Doctors' and Nurses' Hospital Uniforms Contain Dangerous Bacteria a Majority of the Time" - "Washington, DC, August 31, 2011 – More than 60 percent of hospital nurses’ and doctors’ uniforms tested positive for potentially dangerous bacteria, according to a study published in the September issue of the American Journal of Infection Control, the official publication of APIC - the Association for Professionals in Infection Control and Epidemiology."
https://www.elsevier.com/about/press-releases/research-and-journals/doctors-and-nurses-hospital-uniforms-contain-dangerous-bacteria-a-majority-of-the-time

Daraus geht unzweideutig hervor, dass nicht ausschließlich die Ärmel der Kittel das Problem sind, sondern der zu seltene Wäschewechsel, die persönliche Wäsche-Hygiene und das primäre Kontaminationsrisiko seitens der Patienten, da die keimfrei gewaschenen Kittel erst sekundär kontaminiert werden.

Wenn man die langen Ärmel abschneidet, reduziert man, vergleichbar mit der "Neuner-Regel" zur Oberflächenabschätzung des Verbrennungsausmaßes, die kontaminierte Wäscheoberfläche gerade mal um 9% - 91% bleiben weiterhin kontaminationsgefährdet - genauso wie die dann unbedeckte Haut.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[12.02.2016, 13:49:48]
Rudolf Hege 
Imagewerbung 
Es geht nicht darum, dass Coca Cola die Forschungsergebnisse beeinflusst - das mag so sein oder auch nicht. Sondern es geht darum, dass sich der Hersteller so ein "humanes Mäntelchen" umhängen will - und so auf ein besseres Image abzielt. Längst hat man in Marketingkreisen erkannt, dass klassische Werbung immer weniger wirkt. Der Konsument ist zunehmend "werberesistent". Daher bekommen "moderne" Formen des Marketings eine immer größere Bedeutung. In Fachkreisen sind das beispielsweise Kongresse oder gesponserte Studien. Und für die breite Öffentlichkeit gibt es Sponsoring, product placement (z.B. im Fernsehen) oder eben imagefördernde Zusammenarbeit mit renommierten Institutionen - über die dann in der Presse ausführlich berichtet wird.
Klingt doch gut, dass Coca Cola mit der Charité für die Gesundheit der Menschen forscht. Ähnliches erprobten Tabakkonzerne in den USA schon vor Jahren. Dabei wäre die beste Gesundheitsvorsorge das Einstellen der Produktion von Zigaretten - und von Coca Cola. zum Beitrag »
[12.02.2016, 10:19:05]
Bernd Bogert 
Rettet die Altenpflege 
Das Bundeskabinett hat die Zusammenführung der drei Pflegeberufe in einer Nacht- und Nebelaktion politisch auf den Weg gebracht. Dabei sind die Inhalte überhaupt noch nicht definiert ist und der Teufel steckt im Detail. Wie ist die Finanzierung? Wo sollen die Praxisstellen in der Kinderkrankenpflege her kommen. Wie viele Pflegekräfte von der Stammbelegschaft müssen bei der Beschäftigung von Auszubildenden gekündigt werden, usw. usw. Ich finde es sehr bedauerlich, dass der Beruf des/r Altenpfleger/in der viel mit Beziehungen zu tun hat, jetzt durch einen Beruf ersetzt werden soll, der sich auf die "mehrfach chronisch kranken Menschen" in den Pflegeheimen fokussieren soll.
Dadurch werden die in den Heimen lebenden Menschen pathologisiert und das ist das Letzte was wir wollen, dass Menschen auf ihre Krankheiten reduziert werden.
Wir brauchen zukünftig sowohl in der Krankenpflege/Kinderkrankenpflege als auch in der Altenpflege keine Generalisten sondern Spezialisten. Die spezifischen Anforderungen werden immer höher. Im Reparaturbetrieb Krankenhaus muss dafür gesorgt werden, dass die Patienten schnell wieder nach Hause können. Hier ist ein hohes medizinisches und technisches Wissen gefordert. In der Altenpflege braucht es Spezialisten, die in der Lage sind, Beziehungen zu pflegen, damit der alte Mensch einen guten und angenehmen Lebensabend hat. Hier braucht es z.B. keine Kenntnisse von Geburtshilfe oder Operationstechniken. Durch die Zusammenführung der drei Berufe werden zukünftig „Generalisten“ produziert die von Vielem ein wenig wissen (sollen) und die keine routinierte praktischen Fähigkeiten erwerben können, weder in der Altenhilfe noch im Krankenhaus. Durch den dauernden Wechsel der Praxisstellen können sie zudem keine Beziehung zu den Menschen in den Pflegeheimen aufbauen und dadurch können sie auch keine berufliche Haltung entwickeln, die zumindest für die Altenpflege elementar ist.
Hier werden drei Berufe, die sich bewährt haben und auf die die Menschen, die diesen Beruf ausüben zu Recht stolz sind, ohne Not ausradiert. Es hat z.B. 30 Jahre gebraucht um den Beruf der Altenpflege in der Gesellschaft zu etablieren.
Es brauchte nunmehr ein paar Pflegepädagogen und ein paar Berufsverbände die sich auf diese Art und Weise profilieren wollen, um ihn abzuschaffen. Politisch wird auf diejenigen, die dagegen sind, Druck erzeugt. Bezeichnend ist hier insbesondere, dass z.B. die „Freien Wohlfahrtsverbände“ für eine Stellungnahme des unausgegorenen Referentenentwurfes lediglich 14 Tage Zeit hatten

Absicht der Zusammenlegung ist, dass sich mehr Menschen finden, um in diesem Beruf zu arbeiten, damit der Pflegenotstand ausbleibt. Das Gegenteil wird eintreten. Altenpflege war bisher auch ein Beruf für diejenigen, die "nur den Hauptschulabschluss" hatten, zumindest in NRW. Diesen jungen Menschen wird der Zugang zum Beruf zusätzlich erschwert. Aber gerade die Hauptschüler können sich vorstellen, wie eine Untersuchung der Uni Bremen gezeigt hat, in der Altenpflege zu arbeiten, im Gegensatz zu Abiturienten. Die AWO ist sogar der Meinung, dass es am Ende zu einem Minus von 50. 000 Ausbildungsplätzen kommen wird und damit wird ein Pflegenotstand produziert, den kranke und alte Menschen ausbaden müssen.
Das Land NRW hat die umlagefinanzierte Ausbildung eingeführt und vorgemacht wie gute Rahmenbedingungen für die Altenpflegeausbildung geschaffen werden und dabei großen Erfolg gehabt. Die Anzahl der Auszubildenden in der Altenpflege in NRW wurde um 80% gesteigert.
So wird Altenpflegepolitik gemacht, die zukunftsorientiert ist und den Menschen zugutekommt.
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[12.02.2016, 09:40:17]
Dr. Thomas Georg Schätzler 
Valide Studien vs. retrospektives Kaffeesatzlesen bei Benzodiazepin und Demenz-Risiko? 
Zu diesem Thema gab es eine experimentelle Studien-Publikation im JAMA 2014:
http://archneur.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=1875833
der zufolge Schlafunterdrückung oder verlängertes Wach-Sein den physiologischen morgendlichen Abfall von Aß42 (Cerebrospinal Fluid Beta-Amyloid 42) stören würde. Die Hypothese lautete, dass chronischer Schlafentzug die zerebralen Aß42 Spiegel ansteigen lässt, was wiederum das Risiko einer Alzheimer-Demenz-Erkrankung erhöht. ["Conclusions and Relevance - Sleep deprivation, or prolonged wakefulness, interferes with a physiological morning decrease in Aß42. We hypothesize that chronic sleep deprivation increases cerebral Aß42 levels, which elevates the risk of Alzheimer disease."].

Gab man dann jedoch zur Verbesserung des für Morbus Alzheimer und die damit verbundene Demenz typischen fraktionierten Schlafes bei Beta-Amyloid-Ablagerungen im Gehirn als Wirksubstanz Benzodiazepine, um Symptomatik, Demenzprogress bzw. Belastungen für Bezugspersonen zu reduzieren, trat im British Medical Journal ein Publikations-Team unter der Leitung einer Studentin der Pharmakoepidemiologie, Sophie Billioti de Gage, "PhD student am INSERM, U657-Pharmacoepidemiology, Université de Bordeaux, France", auf den Plan, um unter Verwechslung von Ursache, Wirkung und Kausalität gemeinsam mit hochkarätig desorientierten Ko-Autoren mittels einer retrospektiven Fall-Kontroll-Studie etwas zu beweisen, was noch nicht einmal für eine zufällige Koinzidenz hinreicht: "Benzodiazepine use and risk of Alzheimer’s disease: case-control study".
http://www.bmj.com/content/349/bmj.g5205
postulierte auf geradezu fantastische Art und Weise, dass der Gebrauch von Benzodiazepinen mit einem erhöhten Risiko der Alzheimer-Krankheit assoziiert ist ... "Unkontrollierter Langzeitgebrauch dieser Medikamentengruppe sollte als eine ernsthafte öffentliche Gesundheitsgefahr betrachtet werden", heißt es frei von jeglichem Kausalitäts- oder Assoziationsbeweis. ["Conclusion - Benzodiazepine use is associated with an increased risk of Alzheimer’s disease. The stronger association observed for long term exposures reinforces the suspicion of a possible direct association, even if benzodiazepine use might also be an early marker of a condition associated with an increased risk of dementia. Unwarranted long term use of these drugs should be considered as a public health concern."].

Es ist keine Überraschung, dass Prof. Gerd Glaeske von der Universität Bremen als Pharmakovigilanz-Forscher auf diesen Zug aufsprang. Aber dass Prof. Dr. med. Richard Dodel unter
http://www.aerzteblatt.de/nachrichten/60175/Praevention-rueckt-bei-Alzheimer-in-den-Fokus
hier einen vermeintlichen Alzheimer-Präventionsansatz sah, war doch sehr unglaubwürdig: "Wir verfügen im Augenblick über keine kausale, krankheitsmodifizierende Therapie. Diese zeichnet sich leider auch noch nicht ab. Im Augenblick ist daher die Prävention stark in den Fokus gerückt."

Um es ganz deutlich zu sagen: Bei der G r u p p e der Benzodiazepine ist das Diazepam wegen seiner langen Halbwertszeit obsolet. Das alte, 1963 unter dem Handelsnamen Valium® eingeführte Diazepam ist heute keinesfalls gemeint. Wirkstoffe wie Oxazepam und besser noch Lorazepam sind besser steuerbar und als Goldstandard verträglicher. Auch die sogenannten Z-Drugs (Zaleplon, Zopiclon, Zolpidem) sind beim fragmentierten M. Alzheimer-Schlaf lindernd und entängstigend wirksam. Alternativpräparat wäre z. B. Melperonhydrochlorid.

PD Herbert-F. Durwen, Düsseldorf, schreibt in einer Übersicht zur Alzheimer-Demenz: "Bei anderweitig nicht beherrschbarem agitiertem oder aggressivem Verhalten sollte bevorzugt mit einem atypischen Neuroleptikum behandelt werden, wobei lediglich für Risperidon eine signifikante Wirksamkeit gezeigt werden konnte", heißt es unter
http://www.springermedizin.de/mit-allen-mitteln-gegen-das-vergessen/3699286.html
Doch Vorsicht! Das Generikum Risperidon oder Risperdal® sind zur Langzeitbehandlung n u r bei Schizophrenie und mittleren bis schweren manischen Episoden bei bipolaren Störungen zugelassen. Als Co-Medikation bei M. Alzheimer ist es unter einschränkenden Kautelen maximal 6 Wochen erlaubt.

Die hier von ÄZ-Autor Thomas Müller sehr gut referierte Studienpublikation aus dem British Medical Journal (BMJ 2016; 352: i90) mit dem Titel "Benzodiazepine use and risk of incident dementia or cognitive decline: prospective population based study" von S. L. Gray et al
BMJ 2016; 352 doi: http://dx.doi.org/10.1136/bmj.i90
bezieht sich auf ein mehrfaches Demenz-Follow-up im zeitlichen Verlauf und ist damit wesentlich valider, als bisherige Groß-Studien, die sich auf rein retrospektives Studium von Krankenakten bzw. Kaffeesatzlesen möglicher Koinzidenzen verlegten.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund
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[12.02.2016, 08:46:01]
Cordula Molz 
Neutral? 
Wenige Tage nach dem Foodwatch Post in Facebook erscheint ein großer Zeit-Artikel darüber, dass doch inzwischen viele Leute in punkto gesund Essen übertreiben, ganz kurz zusammengefasst. Darin äußert sich ein Experte der Charité in einem Abschnitt über Zucker darüber, dass dieser doch gar nicht so schlimm ist. Aussage auch kurz zusammengefasst.
Wer, der so etwas liest, hat das Hintergrundwissen, wer hier wen unterstützt und dass man durchaus anzweifeln kann, dass solche Aussagen noch neutral sind? Wer glaubt noch an Märchen? zum Beitrag »
[12.02.2016, 07:30:07]
Carsten Windt 
Scheinwettbewerb in der GKV 
In der GKV gibt es keinen Wettbewerb. 95% der Leistungen sind gesetzlich vorgeschrieben und die letzten 5% interessiert ´nur ein geringer Teil der Bevölkerung. Hier gibt es formal keinen Wettbewerb. Punkten kann eine Kasse höchstens mit Service. Aber aktuell steht sparen auf der to-do-liste und nicht Kundenorientierung. Selbst Preiswettbewerb ist bei den gesetzlichen Verwerfungen durch Strukturausgleiche kaum möglich.  zum Beitrag »
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