Ärzte Zeitung online, 26.09.2016

Finanzen

Gegen den Niedrigzins: Umdenken in der Vermögensanlage

Klassische Spareinlagen sind für den Vermögensaufbau nur bedingt geeignet. Wer Vermögen langfristig ertragreich anlegen will, sollte in seine Überlegungen Kapitalmarkt- und Sachanlagen mit einbeziehen. Wertpapiere und Immobilien bieten Anlegern, die neue Wege beschreiten wollen, eine Fülle von Möglichkeiten für jedes Risikoprofil.

Das Gesundheitswesen wächst weitestgehend konjunkturunabhängig: Die Bruttowertschöpfung der Branche ist von 2007 bis 2013 um durchschnittlich 3,5 Prozent im Jahr gestiegen, deutlich schneller als die Gesamtwirtschaft. Bis 2020 wird Wachstum in gleicher Höhe prognostiziert, wie Untersuchungen des Statistischen Bundesamtes von 2015 belegen.

Davon profitieren auch Praxen und niedergelassene Ärzte, die mit höheren Erlösen und einem entsprechenden Vermögenszuwachs rechnen dürfen. Doch das bewahrt Ärzte nicht vor einem finanziellen Dilemma: Wie können sie das erwirtschaftete Vermögen angesichts ultraniedriger Zinsen sinnvoll anlegen?

Niedrigzins bei Sparbüchern und Tagesgeld

Konservative Sparformen wie Sparbücher und Tagesgeldkonten werden zwar immer noch von vielen Deutschen bevorzugt: Laut Bundesbank verwahren die Bundesbürger rund 1,9 Billionen Euro in Bankeinlagen, das sind fast zwei Fünftel ihres privaten Geldvermögens. Doch dort bringt das Vermögen praktisch keine Zinsen und wird von der Inflation allmählich aufgezehrt. Zehnjährige Bundesanleihen erzielten im Juni sogar erstmals eine negative Rendite. Wer solche Papiere erwirbt, zahlt also gewissermaßen eine Gebühr, um dem Staat Geld leihen zu dürfen.

Alternativen: Investitionen und Tilgungen

Vor diesem Hintergrund liegt die Idee nahe, freies Kapital nicht anzusparen, sondern für Investitionen in die Praxis zu verwenden. Diese Lösung ist jedoch unter steuerlichen Gesichtspunkten nicht immer optimal. Anstatt Eigenkapital einzusetzen, können Ärzte für ihre Praxisfinanzierung oft besser ein betriebliches Darlehen aufnehmen. Die Zinsen werden dann als Praxisausgaben verbucht und reduzieren das zu versteuernde Einkommen und ggf. auch die jährliche Steuerbelastung. Sofern private Darlehen vorhanden sind, z. B. für die Eigenheimfinanzierung, kann es dagegen sinnvoll sein, vorhandenes Kapital für Sondertilgungen zu nutzen, da hier Zins- und Tilgungsleistungen aus dem Nettoeinkommen zu bestreiten sind.

Auch Lebensversicherungen unter Druck

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Vermögen, das nicht für die Schuldentilgung verwendet wird, sollte abhän-gig von persönlichen Anforderungen ertragreich angelegt werden. Spareinlagen kommen dafür aus den genannten Gründen nicht infrage. Auch die klassische Kapital-Lebensversicherung, traditionell eine bevorzugte Form des Vermögensaufbaus, leidet unter dem niedrigen Zinsniveau: Der Garantiezins für neue Verträge soll ab 2017 auf 0,9 Prozent abgesenkt werden, viele Versicherer haben sich aus dem Geschäft mit klassischen Policen bereits zurückgezogen.

Wertpapiere und Immobilien im Fokus

Renditechancen finden private Anleger dagegen in Kapitalmarkt- und Sachanlagen wie z. B. Aktien, höher verzinslichen Anleihen und Immobilien. So erbrachten deutsche Wohnimmobilien nach Daten der Deutschen Bank in den vergangenen 25 Jahren je nach Region durchschnittlich eine Mietrendite von 4 Prozent. Anleger, die eine darüber hinausgehende Rendite erwarten, könnten diese auch über Wertpapieranlagen erreichen, müssen dafür jedoch angemessene Risiken in Kauf nehmen und sich vor der Investition über ihre persönliche Risikobereitschaft Gedanken machen.

Auf die Auswahl kommt es an

Der Erfolgsfaktor liegt in der grundsätzlichen Ausrichtung des Portfolios und dem persönlichen Risikoprofil. Anleger können auf Direktanlagen setzen, was in der Regel eine intensive Marktbeobachtung voraussetzt. Alternativ können sie sich von Einzelentscheidungen entlasten und aus einer breiten Palette von Fonds oder anderen Finanzmarktprodukten für die verschiedenen Anlageklassen wählen. Auch moderne Versicherungspolicen können interessante Kapitalmarktchancen bieten – und so helfen, bei der Vermögensanlage neue Wege zu beschreiten.

Lassen Sie sich beraten!

Immobilien oder Wertpapiere? Direktanlage oder Fonds? Tilgen oder investieren? Ärzte, die jetzt eine individuelle Anlagestrategie entwickeln und geeignete Instrumente finden wollen, sollten auf professionelle Unterstützung setzen. Ihr spezialisierter Heilberufe Betreuer kann gemeinsam mit Anlageexperten das Markt- und Produkt-Know-how der Bank bündeln, geeignete Anlagealternativen vorschlagen und helfen, den privaten Vermögensaufbau in eine umfassende Finanzstrategie einzubinden.

Vereinbaren Sie einen Gesprächstermin unter (069) 910-10061.

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