Ärzte Zeitung online, 18.03.2016

Praxistipp 2

Neues Gesetz macht Kooperationen noch attraktiver

Neues Gesetz macht Kooperationen noch attraktiver

Ärzte mit Kooperationspartner sind bei der Praxisabgabe künftig besser geschützt.

© milosducati / fotolia.com

Größere Praxen liegen im Trend, die Zahl der Berufsausübungsgemeinschaften und der Medizinischen Versorgungszentren steigt seit Jahren. Das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (VSG) macht Kooperationen nun noch attraktiver.

Das sehen auch die betroffenen Ärzte so: Laut einer gemeinsamen Umfrage von Springer Medizin und Deutscher Bank im vergangenen Herbst glauben 55 Prozent der rund 350 befragten Ärzte, dass die verstärkte Bildung von Kooperationen den Gesundheitsmarkt nachhaltig beeinflussen wird. 41 Prozent erwarten dies für den Aufkauf von Zulassungen und 29 Prozent für die Gründung von Praxisfilialen.

"Schon heute bestätigt sich die zunehmende Dynamik in der Veränderung von Praxisstrukturen" erläutert Adalbert Kurkowski, Leiter Zielgruppenmanagement der Deutschen Bank. "Vor allem die Möglichkeit, weitere Zulassungen in die Praxis oder in Filialen zu übernehmen und mit angestellten Ärzten zu besetzen, hat aus unserer Erfahrung zu einer deutlichen Beschleunigung des Trends zu größeren Praxiseinheiten geführt." Neben den bekannten Synergie- und Kosteneffekten hat dieser Trend vielfältige Ursachen:

Der Aufkauf frei werdender Praxissitze in gesperrten Gebieten ist mit dem VSG von der Kann- zur Soll-Vorschrift geworden. Eine über drei oder mehr Jahre bestehende Berufsausübungsgemeinschaft in überversorgten Gebieten kann jedoch vor dem Aufkauf des Praxissitzes durch die Kassenärztliche Vereinigung schützen.

Oft sprechen fachliche Gründe für Kooperationen oder den Zukauf von Zulassungen, zum Beispiel die Vorteile der Arbeit im Team und ein erweitertes Leistungsspektrum. Längere Öffnungszeiten und die Vermeidung von Praxisschließungen in der Urlaubszeit können die Patientenbindung verbessern - ein besonderer Vorteil in Gebieten mit intensivem Wettbewerb.

Auch der Generationenwechsel ist ein Treiber der Entwicklung. Junge Ärztinnen und Ärzte verzichten häufig zunächst auf die eigene Zulassung und ziehen eine Anstellung in Praxen oder ambulanten Einrichtungen vor, die ihnen unter anderem flexiblere Arbeitszeiten ermöglicht. Die Zahl der angestellten Ärzte hat sich im ambulanten Bereich laut KBV von 2005 bis 2015 in auf 27.174 fast verzehnfacht.

Berufsausübungsgemeinschaften, Medizinische Versorgungszentren und Praxisgemeinschaften stehen als kooperative Praxisformen zur Verfügung. Welche Lösung sich konkret eignet, können interessierte Ärzte auch mit Unterstützung ihres Heilberufe-Beraters klären. "Ärzte, die ihre Praxis abgeben wollen, sollten verstärkt auch niedergelassene Ärzte ansprechen, die ihre Praxis sukzessive ausbauen wollen, ohne sich an weitere Praxispartner zu binden", empfiehlt Adalbert Kurkowski. Praxis- und Kooperationsbörsen können bei der Suche nach einem Nachfolger gute Dienste leisten. (ger)

Die Serie Praxistipps zum Jahresstart ist in Kooperation mit der Deutschen Bank entstanden.

Praxistipp 1: Standortbestimmung hilft, Marktchancen zu nutzen
Praxistipp 2: Neues Gesetz macht Kooperationen noch attraktiver
Praxistipp 3: So profitieren Ärzte von vielseitigen Förderkrediten
Praxistipp 4: Der Weg zu günstigen Kreditkonditionen
Praxistipp 5: Vorsicht, Steuerfalle!
Praxistipp 6: Praxisabgabe: Frühzeitige Planung ist entscheidend
Praxistipp 7: Warum eine maßgeschneiderte Investitionsplanung wichtig ist
Praxistipp 8: Praxisnah und effizient: Konten für Mediziner
Praxistipp 9: Deutsche Wohnimmobilien bieten weiter interessante Renditechancen

Weitere Informationen sowie Praxistipps finden Sie unter www.deutsche-bank.de/praxisservices

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