12. Folge: Gicht
... liegt das Risiko für Gichtkranke, an einer kardiovaskulären Krankheit zu sterben, um ein Drittel bis die Hälfte höher als bei Vergleichspersonen ohne Gicht. Und: Gicht erhöht das Sterberisiko um 18 bis 76 Prozent (Curr Rheumatol Rep 2012; 14: 195). Das hat eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Berliner IGES-Institut ergeben.
... hat mindestens jeder zweite Gichtpatient Bluthochdruck, aber nur etwa jeder dritte Proband aus einer Kontrollgruppe (BMJ 2012; 344: d8190).
... gibt es einen Zusammenhang zwischen der Wahl eines Antihypertensivums und dem Auftreten von Gicht. So war in einer Studie (BMJ 2012; 344: d8190) das Gichtrisiko bei Patienten, die mit Calciumantagonisten oder mit dem AT-II-Blocker Losartan behandelt wurden, im Vergleich zur Gesamtpopulation der hypertensiven Patienten um signifikante 13 respektive 19 Prozent geringer. Umgekehrt war das Risiko bei Diuretika, Betablockern, ACE-Hemmern und anderen AT-II-Blockern signifikant erhöht, und zwar um 36, 48, 24 und 29 Prozent.
... ist bei etwa 3 bis 10 Prozent aller Gicht-Patienten, bei denen die Harnsäurespiegel mit Allopurinol gesenkt werden, mit dermatologischen Reaktionen zu rechnen. Das Spektrum reicht von kaum auffälligen Rötungen bis hin zu ausgeprägten, oft juckenden Exanthemen und Nagelveränderungen. Gefürchtet ist die toxische epidermale Nekrolyse (TEN).
Mehrere deutsche Institutionen im Rheumabereich haben sich hier zusammengeschlossen: www.rheumanet.org
Das Angebot der European League Against Rheumatism (EULAR) gibt es unter: www.eular.org