14. Folge: Harninkontinenz
...sind Urethrapessare oder Inkontinenztampons für Frauen, die noch Kinder möchten und eine Op ablehnen, eine Möglichkeit, etwa beim Sport die Blase "abzudichten". In einer Studie hatten zunächst 33 Prozent der Patientinnen mit Pessar und 49 Prozent der Frauen nach dreimonatiger Verhaltenstherapie keine relevante Inkontinenz mehr (Obstet Gynecol 2010; 115: 609-617). Dieser Unterschied hatte sich aber nach einem Jahr verloren; über 50 Prozent der Patientinnen in beiden Gruppen waren mit ihrer Behandlung zufrieden. Der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe zufolge können solche Hilfsmittel nützen; allerdings sei die Datenlage begrenzt und die Evidenz eingeschränkt.
...hat Tamsulosin plus Solifenacin (orales Fixpräparat EC905) in einer Phase-III-Studie den Harndrang bei LUTS im Vergleich zu Placebo signifikant reduziert (Uro-News 2012; 16 (5): 63). Auch war die Kombi aus 0,4 mg Tamsulosin OCAS und 6 oder 9 mg Solifenacin (Vesikur®) der Monotherapie mit Tamsulosin OCAS™ (0,4 mg) deutlich überlegen; der Punktwert im Internationalen Prostata-Symptomenscore IPSS und die Lebensqualität besserten sich. An dieser Studie (NEPTUNE) hatten mehr als 1300 Männer ab 45 teilgenommen. Die Zulassung für den europäischen Markt ist beantragt.
Die aktualisierten Leitlinien der European Association of Urology EAU zu Harninkontinenz sowie ein Update zu "male LUTS" (auch als Pocket-Format) gibt es im Internet unter der Adresse: www.uroweb.org/guidelines
Wichtige Assessments für geriatrische Patienten mit Harninkontinenz enthält die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie: www.dggeriatrie.de
Die Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe zu Belastungsinkontinenz und überaktiver Blase: www.dggg.de
Aktuelles und Veranstaltungen zu Harninkontinenz bietet die International Continence Society: www.icsoffice.org