Ärzte Zeitung online, 21.11.2008

Blutdruckmessung nach Leitlinien mit neuen Geräten

Drei neue Messgeräte für die Praxis und für zu Hause vorgestellt.

Blutdruckmessung nach Leitlinien mit neuen Geräten

Obwohl Leitlinien das praktische Vorgehen beim Blutdruckmessen genau beschreiben, wird dies bisher in der Praxis nicht ausreichend umgesetzt.

Foto: Klaro

Auf der Medica werden auch neue Blutdruckmessgeräte vorgestellt, die sich nach den Vorgaben internationaler Leitlinien zur Hypertoniediagnose richten. Zu dem Komplettsystem gehören drei Einzelgeräte, die für Praxis-, Heim- und Langzeitmessung vorgesehen sind. Das Unternehmen Microlife bietet mit dem WatchBP™ das erste leitliniengerechte komplette Blutdruckmesssystem an. Es wurde gemeinsam mit der europäischen Hypertonie-Gesellschaft (ESH) entwickelt und orientiert sich an den Empfehlungen europäischer (ESH), amerikanischer (AHA) und internationaler (WHO) Leitlinien zur Blutdruckmessung. So wird etwa mit dem Praxisgerät bei der Erstuntersuchung dreimal simultan am linken und rechten Arm gemessen. Das Heimgerät erfasst automatisch zwei Blutdruckwerte im Abstand von einer Minute, was der empfohlenen Zweifachmessung am Morgen und Abend entgegenkommt. Das dritte Gerät ist ein Hybridgerät, mit dem sowohl einzelne Heim- als auch ambulante Langzeitmessungen möglich sind.

Wie Dr. Thomas Mengden vom Uniklinikum Bonn bei einer Veranstaltung des Unternehmens in Berlin berichtet hat, hilft die Kombination aus Praxis- und Heimmessungen bei der Diagnose der Hypertonie. Bei einzelnen Messungen in der Praxis oder zu Hause werde der Blutdruck oft über- oder unterschätzt. Beim diastolischen Blutdruck betragen die Abweichungen vom Realwert schon mal 5 mmHg nach oben und unten. Werde dann im Falle zu niedrig gemessener diastolischer Werte auf eine Therapie verzichtet, steige das Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen.

Obwohl die Leitlinien das praktische Vorgehen beim Blutdruckmessen genau beschreiben, werde dies bisher in der Praxis nicht ausreichend umgesetzt. Mit den neuen Geräten sei es nun einfacher, so Mengden. Die drei Geräte sind mit einer speziellen Software ausgestattet und liefern eine Analyse der Blutdruckwerte mit. Die Gerätekosten liegen zwischen 100 Euro (Heim-Gerät mit integriertem Messplan) und 700 Euro (professionelles Praxis-Gerät).

Microlife Corporation,
www.microlife.com, media@microlife.ch
Medica: Hall 11 / B 60

Topics
Schlagworte
MEDICA 2008 in Düsseldorf (110)
Organisationen
AHA (287)
WHO (2950)
Krankheiten
Bluthochdruck (3201)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »