Ärzte Zeitung online, 22.11.2008

Blutprobe soll bald Alzheimer nachweisen

Die blutbasierte Demenz- Diagnostik wird bald zum Standard gehören.

Die blutbasierte neurochemische Demenz-Diagnostik wird in einigen Jahren zum klinischen Standard gehören und Liquor-Untersuchungen bei der Alzheimer-Diagnostik überflüssig machen. Davon ist Professor Jens Wiltfang von der Universität Duisburg-Essen überzeugt.

Krankheitstypische Veränderungen von Biomarkern wie Tau, P-Tau und β-Amyloid (Aβ) weisen bereits im Stadium einer leichten kognitiven Störung auf eine Demenz-Entwicklung in vier bis sechs Jahren hin. Ihre Untersuchung im Liquor ist in aktuell revidierten Leitlinien aufgenommen worden. Zwar ist die Lumbalpunktion inzwischen eine risikoarme Methode, bleibt aber für Patienten dennoch ein invasiver, oft psychisch belastender Eingriff. Daher seien dringend Serum-basierte Biomarker zur Diagnostik von Demenz-Erkrankungen nötig, sagte Wiltfang auf einem Symposium von Eisai und Pfizer. Wiltfang hat in einer Pilotstudie gezeigt, dass erhöhte Plasmakonzentrationen von Aβ-40 bei erniedrigten Konzentrationen von Aβ-38 besonders bei vaskulären Demenzen vorkommen. Erhöhte Aβ-40-Plasmaspiegel bei gleichzeitig niedriger Aβ-42-Konzentration im Blut sind nach Daten einer Studie bei 1800 Teilnehmern mit einem erhöhten Alzheimer-Risiko verbunden. (ugr)

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