Ärzte Zeitung, 23.04.2009

Ausgezeichnet

DMW-Preis für Diagnose seltener Herzkrankheiten

Mit einer speziellen Ultraschall-Technik können Ärzte nahezu sicher einen erkrankten Herzmuskel von einem erkrankten und verkalkten Herzbeutel unterscheiden. Zu dem Ergebnis kommt eine in der "DMW Deutsche Medizinische Wochenschrift" veröffentlichte Studie (DMW 133, 2008, 399). Für ihre Erkenntnisse zur sicheren Diagnose zweier seltener Herzkrankheiten mit der echokardiografischen Gewebedoppler-Analyse verleiht die DMW den Walter-Siegenthaler-Preis.

Bei etwa der Hälfte der Patienten mit einer Herzschwäche füllt sich die Herzkammer während der Entspannungsphase verlangsamt oder unvollständig. Meist ist der Herzmuskel verdickt, etwa bei Bluthochdruck. Seltene Ursache für eine diastolische Herzschwäche ist die konstriktive Perikarditis - der Herzbeutel ist entzündet oder verkalkt ("Panzerherz"). Auch selten ist eine restriktive Kardiomyopathie, bei der sich krankhafterweise Eiweiße im Herzmuskel ablagern.

Nicht mehr als fünf von 10 000 Menschen leiden an diesen seltenen Herzkrankheiten. "Die Unterscheidung ist aufgrund ähnlicher Symptome meist schwierig", so Erstautor Dr. Thomas Butz vom Marienhospital Herne.

Sono klärt: Herzmuskel oder Herzbeutel entzündet?

Topics
Schlagworte
Wiesbaden / DGIM (195)
Organisationen
DMW (106)
Krankheiten
Bluthochdruck (3271)
Herzschwäche (1977)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »