Ärzte Zeitung online, 14.05.2010

Ärztetag fordert das Aus für die E-Card

Ärztetag fordert das Aus für die E-Karte

Delegierte beklagen Verschwendung von Versichertengeld durch Gesundheitskarte

DRESDEN (fuh). Der Deutsche Ärztetag fordert die Bundesregierung auf, das Projekt der elektronischen Gesundheitskarte endgültig aufzugeben.

Ärztetag fordert das Aus für die E-Card

Droht das Aus für die E-Card? Die Mehrheit der Delegierten beim Deutschen Ärztetag stimmte für einen entsprechenden Entschließungsantrag. © Jürgen Lösel

"Vier Jahre nach dem ursprünglichen Einführungsjahr der E-Card 2006 ist die neue Versichertenkarte noch immer nicht praxisreif", heißt es in der Begründung des mit 105 zu 86 Stimmen angenommenen Entschließungsantrags. 700 Millionen Euro an Beitragsgeldern seien allein im Jahr 2009 für die erste Phase des Rollouts im Gesundheitsfonds eingeplant. Mit dem Stopp des Projekts könnten 14 Milliarden Euro eingespart werden, heißt es weiter.

Die Delegierten wenden sich "gegen die Verwandlung der Arztpraxen in Außenstellen der Krankenkassen durch Verlagerung des Versichertendatenmanagements in die Praxen." In Zeiten drohenden Ärztemangels vor allem in ländlichen Regionen sei dieses Vorhaben kontraproduktiv.

Dr. Franz-Joseph Bartmann, Kammerchef in Schleswig-Holstein und Berichterstatter des Ausschusses Telematik der Bundesärztekammer, hatte zuvor vergeblich vor der Annahme dieses Antrags gewarnt. "Verweigerung oder gar Fundamentalopposition führt zwangsläufig dazu, dass wir als Ärzteschaft auf der Tribüne sitzen, während das Spiel auf dem Feld entscheiden wird", sagte er.

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