Medica Aktuell, 17.11.2011

Rechtzeitige Op rettet das Schultergelenk

Die Kombination aus manueller Therapie und Op verhindert bei Impingement-Syndrom der Schulter irreversible Schäden.

Von Stefan Käshammer

Rechtzeitige Op rettet das Schultergelenk

Was ist zu tun, wenn‘s im Schultergelenk klemmt?

© Springer Verlag GmbH

DÜSSELDORF. Wenn es im Schultergelenk klemmt, ist der Verschleißprozess von Gelenkkapseln und Sehnen der Rotatorenmanschette meist schon weit fortgeschritten.

Ohne Behandlung kommt es fast immer zu einzelnen oder sogar zu irreversiblen Massenrupturen der beteiligten Sehnen, wie Dr. Jörn Kircher, Orthopäde an der Uniklinik Düsseldorf berichtete.

Die Patienten sollten deshalb möglichst früh behandelt werden.

Bei Patienten mit Impingement-Syndrom, also einer eingeschränkten Beweglichkeit der Schulter, sind meist etwa der M. supraspinatus, der M. subscapularis oder die Bizepssehnen beteiligt. "Arthroskopisch sehen wir das gesamte Spektrum von kleinen partiellen bis zu großen kompletten Rupturen", so Kircher.

Nach einer Massenruptur atrophieren die beteiligten Muskeln und es lagert sich Fett ein. In diesem Zustand sei eine Therapie kaum noch möglich. In einer Studie mit fast 1700 Patienten kam es im Schnitt drei Jahre nach Beginn der Beschwerden zu einer moderaten, und fünf Jahre danach zu einer schweren fettigen Degeneration.

Die muskuläre Atrophie setzte meist nach gut vier Jahren ein (Clin Orthop Relat Res 2010; 468: 1498).

"In der Schulter-Chirurgie hat sich in den letzten 15 Jahren enorm viel getan", so Kircher weiter. "Per Arthroskopie und mit modernen Nahtverfahren können wir heute bei Sehnenrupturen der Schulter viel bewirken."

Vor einer Operation sollte jedoch gerade bei Patienten mit leichten und mittelgradigen Befunden eine konservative Behandlung versucht werden. Damit sei häufig schon direkt nach der Anwendung eines manuellen Verfahrens eine signifikante Verbesserung der Schulterbeweglichkeit zu erzielen.

Die Zeit für einen konservativen Therapieversuch sei bei den meisten Patienten vorhanden, so Kircher. Das Ergebnis nach einer operativen Therapie sei nicht beeinträchtigt, wenn zwischen Indikationsstellung und Op-Termin vier Monate liegen. Das habe eine weitere Studie belegt (J Shoulder Elbow Surg 2011; 20: 62).

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »