Ärzte Zeitung, 06.03.2012

Bahr begrüßt schrittweises Vorgehen bei der E-Card

"Wir wollten zu schnell zu viel" - Gesundheitsminister Daniel Bahr gesteht auf der weltgrößten Computermesse CeBIT ein zu hohes Tempo bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ein.

Bahr geht E-Card-Einführung zu schnell

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr will bis Ende des Jahres 50 Millionen Versicherte mit der E-Card ausstatten.

© Elke Hinkelbein

HANNOVER (cben). Auf der weltgrößten Computermesse CeBIT gesteht Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) ein zu schnelles Tempo bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ein.

Ärztemangel und alternde Gesellschaft - die IT biete große Chancen, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern. Das sagte Bahr zur Eröffnung der Sonderschau "Health & Vitality" beim Start der Computermesse CeBIT in Hannover.

Viele Patienten überfordert

Aber bei der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) "wollten wir zu schnell zu viel", so Bahr. Durchschnittliche Patienten seien mit den kompletten Anwendungsmöglichkeiten der eGK noch überfordert.

Darum habe man das E-Rezept und die elektronische Krankenakte hinten angestellt. Die Einführung der E-Card beschäftigte alle Redner auf dem Forum der Halle 8 auf dem Messegelände zur Eröffnung der "Health & Vitality".

Jetzt Schritt für Schritt

Die Ausstellung löst die "TeleHealth" ab, auf der während er CeBIT in den vergangenen Jahren die IT-Anwendungen für die Gesundheit präsentiert wurden.

"Wir haben uns auf die jetzt machbaren Teile der eGK konzentriert und gehen jetzt Schritt für Schritt weiter", erklärte Bahr: "Bei der eGK ist unser Ziel, dass Ende 2012 an die 50 Millionen Versicherte mit der Gesundheitskarte ausgestattet sind."

Das wären rund 70 Prozent aller Versicherten. Die CeBIT läuft noch bis Samstag, 10. März.

[06.03.2012, 18:39:44]
Dr. Niki Zuka 
-Daten im Allgemeinen -
Die elektronische Erfassung von persönlichen Daten und die Loslösung von Informationen eines Menschen von seiner Person birgt aus meiner Sicht immer die Gefahr von Fehlern, Mißbrauch und mangelnder Kontrollierbarkeit. Ich sehe die Einführung solcher Medien immer mehr als schleichende Beschneidung des Selbstbestimmungsrechtes. Ich lehne daher die Einführung solcher Technologien insgesamt ab, ob im Gesundheitssystem oder in anderen Bereichen.  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »