Ärzte Zeitung, 17.10.2016

Tag der Privatmedizin

Kongress lotet Chancen für Niedergelassene aus

Eine Medizin jenseits von Budgets, Regressen und Erlaubnisvorbehalt für neue Leistungen – das ist der Traum vieler Ärzte. Immer mehr Fachgruppen setzen dazu auf die Privatmedizin. Ein Kongress stellt nun Innovationen auf den Prüfstand.

Von Hauke Gerlof

Kongress lotet Chancen für Niedergelassene aus

Casinogebäude am Campus Westend der Universität Frankfurt: Hier treffen sich am Samstag, dem 29. Oktober, Ärzte, die an Privatmedizin interessiert sind, zum Tag der Privatmedizin.

© Goethe Universität Frankfurt

FRANKFURT/MAIN. Der Privatärztliche Bundesverband (PBV) hat am 29. Oktober in Frankfurt einiges vor: Mit einem neuen Kongress-Format will der Verband die Möglichkeiten der Privatmedizin für niedergelassene Ärzte ausloten. Zum dritten Mal ist der Verband Träger des Tages der Privatmedizin, aber in diesem Jahr ist der Kongress deutlich größer angelegt als zuvor.

Im Mittelpunkt stehen innovative medizinische Leistungen, die bereits von Ärzten erbracht werden können, die aber in der gesetzlichen Krankenversicherung noch außen vor stehen. Denn manchmal dauert es sehr lange, bis Ärzte neue Leistungen bei Kassenpatienten erbringen können.

Dafür gibt es viele Beispiele, etwa telemedizinische Leistungen, die Darmkrebsfrüherkennung über immunologische Tests auf Blut im Stuhl oder, bis vor kurzem, auch PET und PET-CT.

Zögerlicher GBA hat Aufschwung gebracht

Die Zurückhaltung des GBA bei Innovationen ist sicher ein Grund dafür, dass die Privatmedizin in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich an Bedeutung gewonnen hat – einige Fachgruppen verzeichnen mittlerweile im Durchschnitt mehr als 30 Prozent, teilweise über 40 Prozent Privatanteil bei den Honorarumsätzen.

In diesem Kontext will der Privatärztliche Bundesverband (PBV) mit seinem Tag der Privatmedizin in eine Informationslücke vorstoßen. "Wir wollen diese Plattform zukünftig verstärkt nutzen, um der Privatbehandlung in der Praxis berufspolitisch und wirtschaftlich neue Impulse zu geben.

Dazu gehört selbstverständlich auch die Innovationskraft der Industrie als Treiber des medizinischen Fortschritts in Diagnostik und Therapie", äußerte sich Dr. Norbert A. Franz, Vorstandsvorsitzender des PBV, im Vorfeld des Tages der Privatmedizin. Die "Ärzte Zeitung" ist Medienpartner der Veranstaltung.

Neuer Veranstaltungsort: Campus Westend

Das stetige Wachstum der Tagung in den vergangenen Jahren habe den Verband ermutigt, nun mit einem vollständig überarbeiteten Veranstaltungskonzept an neuem Ort – dem Campus Westend der Goethe-Universität in Frankfurt – anzutreten und so die Privatmedizin mit noch stärkeren Impulsen vor größerer Öffentlichkeit zu befördern, so Franz weiter.

Kern des neuen Konzeptes ist es, der Industrie eine Plattform für innovative Leistungen zu geben, die direkt anwendbar sind, und gleichzeitig Ärzten, die sich privatmedizinisch engagieren wollen, Informationen für die Praxis zu vermitteln.

Dazu hat der ärztliche Fachbeirat der Veranstaltung zehn Anbieter ausgewählt, die ihre Innovationen in Frankfurt präsentieren. Aber auch der gesundheitspolitische Aspekt sowie Praxismarketing und -management kommen nicht zu kurz.

Die Teilnahme am 3. Tag der Privatmedizin kostet 165 Euro. Infos und Programm unter: www.tag-der-privatmedizin.de

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