Ärzte Zeitung online, 25.11.2009

Kampf gegen Klimawandel macht gesünder

LONDON (dpa). Der Kampf gegen den Klimawandel nutzt scheinbar auch der Gesundheit: Wer etwa weniger Fleisch isst, entlastet nicht nur das Klima, sondern senkt auch sein Herzinfarktrisiko, wie Forscher am Mittwoch in London betonten.

Ein knappes Drittel weniger Fleischkonsum würden demnach allein in Großbritannien 18 000 vorzeitige Todesfälle im Jahr verhindern. Auf die Landwirtschaft und die Lebensmittelproduktion entfallen zehn bis zwölf Prozent der globalen Treibhausgasemissionen, wie Wissenschaftler um Sharon Friel von der Australian National University im britischen Fachjournal "The Lancet" schreiben.

Auch Fahrradfahren und Zufußgehen haben einen Doppelnutzen: Denn weniger Schadstoffe im Straßenverkehr bedeuten auch geringere Risiken für Herz- oder Atemwegprobleme, heißt es in einem Bericht der London School of Hygiene and Tropical Medicine in "The Lancet". Die Menschen würden auch etwas für ihre persönliche Gesundheit tun, wenn sie auf das Fahrrad umsteigen oder zu Fuß gehen.

Allein in London könnten so 3500 bis 7200 Todesfälle im Jahr verhindert werden, schreiben die Wissenschaftler. Wenn Städte so gebaut wären, dass Menschen sich mehr bewegten, bringe das der Gesundheitsvorsorge mehr, als Fahrzeuge mit geringerem Ausstoß zu fördern.

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