Samstag, 11. Februar 2012
Ärzte Zeitung online, 11.08.2010

Sekundärprävention des Schlaganfalls: Da hapert es oft mit der Therapietreue

WINSTON-SALEM (ikr). Etwa jeder vierte Schlaganfall-Patient bleibt bereits innerhalb der ersten drei Monate nach der Klinikeinweisung in der Sekundärprävention nicht mehr bei der Stange. Einer der Gründe dafür ist die unzureichende Aufklärung der Patienten.

Sekundärprävention des Schlaganfalls: Da hapert es oft mit der Therapietreue

Compliance beginnt bei der Aufklärung: Rund jeder dritte der Therapieabbrecher war nicht darüber informiert, warum er die Medikamente einnehmen sollte.

© Andrzej / fotolia.com

US-amerikanische Forscher haben die Therapietreue von 2598 Patienten mit ischämischen Schlaganfall oder transitorischer ischämischer Attacke (TIA) untersucht (Arch Neurol online). Die Analyse ergab, dass nahezu 76 Prozent der Patienten innerhalb der ersten drei Monate nach der Klinikeinweisung noch alle ihnen zur Sekundärprävention verordneten Medikamente einnahmen.

Die übrigen knapp 25 Prozent hatten mindestens eines der Arzneimittel bereits abgesetzt. Am besten war die Compliance bei den Antihypertensiva sowie bei den Plättchenaggregationshemmern. Etwa 90 Prozent der Patienten nahmen diese Mittel kontinuierlich ein.

Eine gute Compliance ist gerade in den ersten drei Monaten nach einem Schlaganfall besonders wichtig, da in dieser Zeit das Risiko für ein erneutes Ereignis dieser Art am größten ist. Wie gut die Patienten bei der Sekundärprävention bei der Stange blieben, hing auch von beeinflussbaren Faktoren ab.

So war etwa jeder dritte der Therapieabbrecher nicht darüber informiert, warum er die Medikamente einnehmen sollte. Außerdem nahm die Compliance mit der Zahl der Arzneimittel ab, die zur Prävention eines erneuten Schlaganfalls verschrieben wurden.

| Share

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Top-Meldungen

Totes Mädchen im Bremer Klinikum Mitte - Staatsanwalt ermittelt

Wieder ein Todesfall im Bremer Klinikum Mitte: Ein eineinhalbjähriges Mädchen starb an einer bakteriellen Infektion. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft. mehr »

Komasaufen bei jungen Erwachsenen wieder im Trend

Saufen bis zum Umfallen ist bei Jugendlichen immer noch angesagt - bei jungen Erwachsenen trotz aller Aufklärung sogar wieder in wachsendem Ausmaß. Die Hauptstelle für Suchtfragen fordert schärfere Gesetze. mehr »

Pharmaunternehmen dringen auf geheime Rabatte

Ärger in Berlin: Das AMNOG sieht Preisverhandlungen zwischen Herstellern und dem GKV-Spitzenverband vor. Das Problem: Sollen die verhandelten Rabatte am Ende veröffentlicht werden oder geheim bleiben? mehr »