Ärzte Zeitung, 10.02.2004

Azithromycin bei exazerbierter Bronchitis nach wie vor gut wirksam

Vergleichsstudie mit Levofloxacin / Ansprech-Raten jeweils über 80 Prozent

COOPERSTOWN (ner). Trotz Berichten über zunehmende Makrolid-Resistenzen scheint das Makrolid-Antibiotikum Azithromycin bei Patienten mit exazerbierter chronischer Bronchitis nach wie vor gut wirksam zu sein.

Dies bestätigt ein aktueller Vergleich mit dem Fluorchinolon Levofloxacin bei 235 Patienten, berichten Dr. Guy W. Amsden vom Clinical Pharmacology Research Center in Cooperstown im US-Staat New York und seine Kollegen (Chest 123, 2003, 772). In der randomisierten Doppelblind-Studie hatten die Patienten entweder 250 mg Azithromycin (am ersten Tag 500 mg) für fünf Tage oder 500 mg Fluorchinolon für sieben Tage erhalten.

Sowohl die klinischen als auch die bakteriologischen Ergebnisse sowie die Verträglichkeit unterschieden sich nicht signifikant voneinander. Die Ansprech-Raten lagen jeweils über 80 Prozent, die bakteriellen Eradikationsraten bei 96 Prozent für Azithromycin und bei 85 Prozent für Levofloxacin. Dies bestätige die Ergebnisse einer ähnlichen Vergleichsstudie mit Moxifloxacin, so Amsden und seine Kollegen. Sie weisen jedoch darauf hin, daß die Resistenzlage, vor allem bei Pneumokokken, national und regional unterschiedlich sein kann.

Die Therapie bei exazerbierter chronischer Bronchitis ist umstritten. So werde die bakterielle Genese der Exazerbation angezweifelt, so Amsden weiter. Die Studiendaten seien widersprüchlich. Seiner Meinung nach profitieren vor allem Patienten mit mindestens zwei der drei folgenden Kardinalsymptome von der Antibiotika-Behandlung: verstärkte Dyspnoe, vermehrter Auswurf oder purulentes Sputum.

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