Ärzte Zeitung, 27.10.2005

Argus-Stiftung klärt über Antibiotika auf

Kampagne startet jetzt mit Informationsmaterial fürs Wartezimmer / Viele Fachgesellschaften fördern Stiftung

BERLIN (gvg). Den unkritischen Einsatz von Antibiotika zu reduzieren und das Verständnis für Resistenzentwicklungen zu verbessern - das sind zwei wichtige Ziele der neu gegründeten Argus-Stiftung. Die Stiftung startet als erstes eine Aufklärungskampagne in Arztpraxen.

Kollegen erhalten ein Starterpaket, in dem etwa ein Plakat für das Wartezimmer, Patientenbroschüren sowie kleine Informationsblätter im Format eines Rezepts enthalten sind.

Auf diesen Blättern wird jeder Patient, dem ein Antibiotikum verordnet wird, daran erinnert, es den Anweisungen des Arztes gemäß einzunehmen. Und es wird gut verständlich erklärt, warum Antibiotika nicht vorzeitig abgesetzt werden sollten und was bei der Einnahme zu beachten ist.

Die Verteilung des Info-Materials wird über den Außendienst des Unternehmens Pfizer organisiert, das diese erste Kampagne der Argus-Stiftung unterstützt.

    Patienten-Flyer für richtige Einnahme von Antibiotika.
   

Weitere Aktionen, die alle den Sinn haben, den verantwortungsbewußten Umgang mit Antibiotika zu fördern, sollen in den nächsten Jahren folgen. Darauf wies der Antibiotika-Experte Professor Hartmut Lode aus Berlin hin, der auch Mitglied im dreiköpfigen Vorstand der Stiftung ist.

Verschiedene Aktionen sind geplant: Es wird ein Forschungspreis ausgelobt werden, der Wissenschaftler dazu animieren soll, ihr Talent und ihre Arbeitskraft für die Entwicklung neuer Antibiotika einzusetzen. Konzipiert wird auch eine Fortbildungszeitschrift über Antiinfektiva.

Außerdem wird in Kürze eine eigene Web-Seite freigeschaltet und ein Journalistenpreis ausgelobt. "Wir müssen alles tun, um die Wirksamkeit von Antibiotika auch in Zukunft zu bewahren", so Lode bei der Vorstellung der Stiftung in Berlin.

Unterstützt wird die Stiftung unter anderen vom Bundesverband der Pneumologen, von den Deutschen Gesellschaften für Infektiologie und Pneumologie, vom Robert-Koch-Institut und von der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie.

Weitere Informationen der Argus-Stiftung gibt es bald im Internet unter: www.argus-stiftung.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »