Ärzte Zeitung, 05.12.2005

Nicht nur Alkohol macht chronische Pankreatitis

Eine chronische Pankreatitis sei eine Krankheit chronischer Trinker, so die gängige Meinung. Dagegen hält Professor Joachim Mössner von der Universitätsklinik Leipzig Studiendaten: Danach kann man bei etwa 25 Prozent der Patienten mit chronischer Pankreatitis Genmutationen nachweisen.

Auch bei der klassischen alkoholinduzierten Pankreatitis lohnt sich durchaus eine Suche nach Mutationen, so Mössner, Direktor der Medizinischen Klinik und Poliklinik II der Uni.

Denn: Nur drei Prozent aller Menschen, die dauernd mehr als 60 g Alkohol täglich trinken, bekommen eine chronische Pankreatitis. Es muß also weitere Gründe geben, die eine chronische Pankreatitis induzieren - Genmutationen zum Beispiel.

Besonders bei Menschen unter 40, die keinen Alkohol trinken, lohnt sich ein Gentest, wie Mössner sagte. Der könne an der Uni Leipzig gemacht werden. Voraussetzung: 10 ml Patientenblut in einem Blutbild-Röhrchen und ein Überweisungsschein für die Genuntersuchung, ausgestellt von einem Laborarzt.

Finde man Mutationen, können man Betroffenen zwar keine kausale Therapie anbieten. Aber einen guten Rat: Betroffene, die rauchen, sollten sofort aufhören. Denn Rauchen sei ein weiterer wichtiger Risikofaktor, eine chronische Pankreatitis zu bekommen. (gwa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »