Ärzte Zeitung, 17.01.2006

H5N1 darf den Blick für Grippe nicht verstellen

NEU-ISENBURG (ple). Angesichts des ersten, nicht bestätigten Verdachts auf Vogelgrippe in Deutschland erinnerte Dr. Jan Leidel, Leiter des Kölner Gesundheitsamtes, daran, daß die Gefahr durch Infektionen mit dem normalen saisonalen Influenza-Virus viel größer ist. Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 10 000 Menschen an den Folgen einer solchen Infektion.

Die Sorge wegen möglicher Infektionen mit dem Erreger der Vogelgrippe sei allerdings prinzipiell gerechtfertigt, da die Möglichkeit bestehe, daß das Virus mit der Zeit lernt, sich genauso leicht wie die säsonalen humanen Influenza-Viren der Subtypen H3N2 oder H1N1 von Mensch zu Mensch weiter zu verbreiten. Das wäre dann aller Voraussicht nach der Beginn einer Pandemie, so Leidel zur "Ärzte Zeitung".

Noch gehe man aber davon aus, daß sich Menschen nur an infiziertem Geflügel anstecken können und nicht durch Kontakt mit infizierten und erkrankten Menschen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Kein Urlaub mit toten Hühnern

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Bundestag macht den Weg frei für Cannabis auf Rezept

13:12Ärzte können Hanf als verschreibungspflichtiges Medikament verordnen. Nach jahrelanger Debatte hat das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu geregelt. Krankenkassen müssen die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »