Ärzte Zeitung, 16.04.2008

Bauchfett im Fokus der Diabetesaktion

Bei der Aktion "Gesünder unter 7" zum HbA1c wird auch über kardiometabolische Risiken aufgeklärt

HAMBURG (hbr). Bei zuckerkranken Patienten sind akute Stoffwechselentgleisungen als Todesursache eher selten. Die meisten sterben an kardiovaskulären Ereignissen.

"Diabetes ist von der ersten Minute an eine Gefäßerkrankung", sagt deshalb Professor Curt Diehm vom Klinikum Karlsbad-Langensteinbach. Zuckerkranke Patienten gehören damit zu den kardiovaskulären Hochrisiko-Patienten.

Sie erleiden zum Beispiel häufiger einen Herzinfarkt und sterben auch öfter daran als Nicht-Diabetiker. Die Sterberate nach einem Herzinfarkt, die mit 50 Prozent schon bei Nicht-Diabetikern sehr hoch ist, steigt bei Diabetikern auf 70 bis 75 Prozent. Und 60 Prozent der Patienten, die jedes Jahr neu an die Dialyse müssen, sind zuckerkrank. Eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) entwickelt jeder fünfte Typ-2-Diabetiker mit ebenfalls schlechter Prognose: Die Lebenserwartung beträgt dann noch etwa 13 Jahre - so viel wie nach einem Herzinfarkt, so der Gefäßspezialist bei der Veranstaltung "Gesünder unter 7" in Hamburg.

Die von Sanofi-Aventis initiierte Aktion klärt über Diabetes und die Bedeutung des HbA1c-Wertes auf. Die "Ärzte Zeitung" ist Medienpartner. Die Patienten sollen zum Beispiel wissen, dass ein HbA1c unter sieben Prozent langfristig eine gute Blutzuckerkontrolle und ein verringertes Risiko für diabetische Folgeschäden signalisiert.

Die extreme Häufung von Gefäßproblemen bei Zuckerkranken zeigt aber, dass bei Patienten kardiometabolische Risiken insgesamt gemindert werden sollten. Dazu zählen außer hohen Glukosewerten die abdominale Adipositas, hohe Blutdruck- und erhöhte Lipidwerte - typische Probleme von Typ-2-Diabetikern.

Künftig wird deshalb die "Gesünder-unter-7"-Aktion freitags von der "Aktion Hosenbund" begleitet: Die Besucher sollen ihre dank erfolgreichen Abnehmens zu groß gewordenen Hosen an den Aktionsständen auf Wäscheleinen aufhängen.

Das Symbol soll dazu anregen, diese Risiken in den Griff zu bekommen, so Andrea Klimke-Hübner von Sanofi-Aventis. Denn schon einfache Maßnahmen können erfolgreich sein, wie Dr. Jörg von Hübbenet aus Hamburg berichtet hat. So kann regelmäßige Bewegung den diastolischen Blutdruck senken. Dafür genügt oft schon der tägliche Spaziergang. Je nach Umfang wird zudem der Blutzucker bis zu 17 Stunden lang günstig beeinflusst. Und fettarme, ballaststoffreiche Ernährung mindert das Diabetesrisiko.

Interessierte können sich zum Thema kardiometabolische Risiken jeweils am Aktions-Freitag zwischen 12 und 13 Uhr in der Experten-Sprechstunde beraten lassen.

Nächste Aktion in Wolfsburg

Die nächste Aktion von "Gesünder unter 7" findet am 24. und 25. April in der City-Galerie in Wolfsburg statt. Von 9.30 bis 20 Uhr können Besucher ihr Diabetesrisiko testen, Blutzucker, Blutdruck und Taillenumfang messen und sich beraten lassen.

Weitere Infos gibt es unter: www.gesuender-unter-7.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »