Ärzte Zeitung online, 17.07.2009

Schweinegrippe-Impfung für 22 Millionen Deutsche kostet 600 Millionen Euro

NEU-ISENBURG (bee). Die Schweinegrippe-Impfung von etwa 22,5 Millionen Menschen in Deutschland wird etwa 600 Millionen Euro kosten. Zuerst sollen chronisch Kranke, Schwangere und Gesundheitspersonal geimpft werden. Das geht aus dem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums hervor, der der "Ärzte Zeitung" vorliegt.

Schweinegrippe-Impfung für 22 Millionen Deutsche kostet 600 Millionen Euro

Foto: GSK / www.fotolia.de

Laut der Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), die unter anderem die Kassen zur Kostenübernahme verpflichtet, sollen zunächst Patienten mit chronischen Krankheiten wie Asthma, Herz-Kreislauf- sowie Leber- und Nierenkrankheiten, Diabetes, Adipositas, MS und HIV-Infektionen geimpft werden. Schwangere sowie Beschäftigte in Arztpraxen, Kliniken, Pflegeeinrichtungen, Apotheken und Rettungsdiensten gehören ebenfalls zu der Risikogruppe. Auch sollen Polizisten und Mitglieder der Feuerwehr geimpft werden, wenn die Impfung nicht in der Arbeitsstätte erfolgt. Diese Einschätzung beruht auf der Empfehlung der WHO. Gleichzeitig wird betont, dass jeder Versicherte, der nicht zur Risikogruppe gehört, auch den Anspruch hat, geimpft zu werden.

Laut dem Entwurf werden die Krankenkassen dazu verpflichtet, ihre betroffenen Versicherten über die Möglichkeiten zur Impfung zu informieren. Das Bundesversicherungsamt solle dafür sorgen, dass die Benachrichtigungen einheitlich gestaltet sind. In den Informationsbriefen dürfen die Diagnosen zur Grunderkrankung allerdings nicht enthalten sein.

Das BMG geht davon aus, dass rund 22,5 Millionen Menschen zu der Risikogruppe gehören, die zuerst geimpft werden soll. Die Kosten dafür werden auf etwa 600 Millionen Euro geschätzt. Würden alle 80 Millionen Deutschen geimpft, gehen Experten von rund zwei Milliarden Euro Kosten aus (wir berichteten).

Der Entwurf empfiehlt, dass die Gesundheitsdienste die Impfungen in den Bundesländern koordinieren. Der Impfstoff solle nicht auf dem Arzneimittelmarkt verfügbar sein und bleibe nach Auslieferung an die Länder in deren Verfügungsgewalt.

Die Bundesländer werden über den BMG-Entwurf noch bis zum 4. August beraten.

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