Ärzte Zeitung, 09.03.2010

Flexibilität in der Arbeit kommt der Gesundheit zugute

STOCKTON-ON-TEES (ob). Die Schaffung flexiblerer Arbeitsbedingungen, die Arbeitnehmern mehr Freiheit und Einflussnahme bei der Gestaltung ihres Arbeitstages einräumen, wirkt sich anscheinend positiv auf die körperliche und seelische Gesundheit aus.

Flexibilität in der Arbeit kommt der Gesundheit zugute

Mitspracherecht am Arbeitsplatz tut der psychischen und körperlichen Gesundheit von Angestellten gut. © Erwin Wodicka / fotolia.com

Zu diesem Ergebnis kommen jedenfalls Autoren der Cochrane-Gruppe nach Durchsicht aller für diese Fragestellung relevanten Studien. Grundlage ihrer Metaanalyse bilden zehn kontrollierte Studien mit insgesamt 16 603 beteiligten Arbeitnehmern.

In der Regel wurden dabei in einem Vorher/Nachher-Vergleich die gesundheitlichen Auswirkungen unterschiedlich gestalteter Arbeitsbedingungen untersucht, die entweder durch mehr Flexibilität auf Seiten der Arbeitnehmer oder durch vom Arbeitgeber diktierte fixe Vorgaben charakterisiert waren. Kriterien dafür waren unter anderem Möglichkeiten einer flexiblen Zeitplanung, Gleitzeit, Altersteilzeit, obligate Überstunden, unfreiwillige Teilzeitarbeit und befristete Zeitarbeit.

Insgesamt legen die Ergebnisse der Analyse den Schluss nahe, dass Arbeitsbedingungen, die mehr Wahlfreiheit und die Möglichkeit einer stärkeren Kontrolle durch den Arbeitnehmer implizieren, der Gesundheit und dem Wohlbefinden zugutekommen.

Positive Auswirkung registrierten die Untersucher unter anderem im Hinblick auf Blutdruck, Schlafqualität und psychische Verfassung. Bei Arbeitnehmern mit befristeten Zeitarbeitsverträgen oder obligat zu leistenden Überstunden wurden diese günstigen Effekte dagegen nicht beobachtet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »