Ärzte Zeitung online, 23.07.2010

Abgetrennte Hand am Handgelenk wieder angenäht

JENA (eb). Handchirurgen des Uniklinikums Jena haben in einem zehnstündigen Eingriff einem 25-jährigen Mann die linke Hand gerettet. Der Thüringer Metallbauer hatte sich bei einem Arbeitsunfall schwer verletzt, dabei wurde durch eine Maschine die Hand im Handgelenk abgetrennt.

Abgetrennte Hand am Handgelenk wieder angenäht

Glück gehabt: Dr. Reinhard Friedel (rechts) hat dem 25-jährigen Mann in Jena die abgetrennte Hand wieder angenäht.

© Uniklinik Jena

Oberarzt Dr. Reinhard Friedel operierte zehn Stunden, um Muskeln, Sehnen, Knochen, Nerven und Gefäße wieder herzustellen und dem 25-jährigen Hans S. die linke Hand zu retten. "Alle Strukturen der vollständig abgetrennten Hand mussten im sensiblen Bereich des Handgelenks wieder verbunden und zum Teil rekonstruiert werden", berichtet der Leiter des Funktionsbereichs Hand-, Plastische- und Mikrochirurgie am Universitätsklinikum Jena. Keine einfache Operation, zumal es sich nicht um einen sauberen Schnitt handelte und das Gewebe bei dem Unfall teilweise erheblich verletzt wurde. "Zum Glück für den Patienten passierte der Unfall in der Nähe", so Friedel in einer Mitteilung des Klinikums, "dadurch konnten wir innerhalb der ersten drei Stunden mit der Replantation beginnen und so die Hand retten."

Bei solchen komplexen Replantationen wie der einer ganzen Hand haben die Chirurgen nur ein Zeitfenster von etwa drei bis vier Stunden, bevor das verletzte Gewebe unwiederbringlich zerstört wird.

Hans S. erholt sich nach dem Unfall und dem folgenden Eingriff gut, die Hand konnte vollständig erhalten werden, vermutlich auch mit voller Funktionsfähigkeit. "Die Reaktion ist bisher sehr gut", so Friedel, "völlige Sicherheit über den Erfolg der Operation werden wir allerdings erst in einigen Tagen haben."

Inwieweit die Funktionsfähigkeit gerettet werden konnte, kann erst nach Jahren sicher eingeschätzt werden.

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