Ärzte Zeitung online, 29.07.2011

Schlank mit Pistazien?

NEU-ISENBURG (run). Nüsse und nussähnliche Früchte gelten zwar als gesund, aber nicht gerade als Schlankmacher. Doch gerade Pistazien besitzen nicht nur ein hochwertiges Nährstoffprofil, sondern können sich auch positiv auf das Essverhalten auswirken, wie einige aktuelle Studien nahelegen.

Schlank mit Pistazien?

Pistazien wirken offenbar positiv auf den Fettspiegel.

© Simone Durante / fotolia.com

So haben US-Forscher der Universität von Kalifornien in Los Angeles über zwölf Wochen 52 übergewichtige Erwachsene mit unterschiedlichen Reduktionsdiät-Konzepten untersucht. In der randomisierten Studie erhielt ein Teil der Probanden als täglichen Snack 75 Pistazien (240 kcal, ca. 45 g), die andere Gruppe Salzbrezel (220 kcal, ca. 60 g).

Die Auswertung ergab, dass die Pistazien-Gruppe ihre BMI-Ziele besser erreichte und niedrigere Triglyzerid-Werte aufwies als die Brezel-Gruppe (J Am College Nutrition, 2011, Vol. 29, 3, 198).

In einer jüngst im British Journal oft Nutrition publizierten Untersuchung wurde gezeigt, dass immerhin ein Teil der in Pistazien enthaltenen Energie - immerhin fünf Prozent - offenbar unverdaut wieder ausgeschieden wird (British J Nutrition, 2011, 28, 1).

Studienleiter Dr. David Baer vom Beltsville Human Nutrition Research Center (USA) folgerte aus den Daten der Studie, dass Pistazien im Zuge einer Gewichtsreduktion nicht vorschnell vom Diätplan gestrichen werden sollten.

Satt und zufrieden mit Pistazien

Und noch einen besonderen Vorteil für die Hüften gibt es: Pistazien werden langsamer und bewusster verzehrt als bereits geschälte Nüsse, da sie erst aus der harten Hülle gepult werden müssen. Das haben zumindest jüngst Verhaltens- und Ernährungsforscher der Eastern Illinois Universität (USA) herausgefunden.

Die Testpersonen der Pistazien-Gruppe nahmen insgesamt 41 Prozent weniger Kalorien auf als die Personen der Vergleichsgruppe, die geschälte Nüsse erhielt.

Sie fühlten sich aber genauso gesättigt und zufrieden. Die Autoren fanden zudem heraus: Es ist offenbar der Anblick der leeren Schalen, der bewirkt dass weniger gegessen wird.

Denn andere Testpersonen nahmen wiederum 22 Prozent weniger Energie auf, wenn die Schale liegen geblieben im Vergleich zu jenen, bei denen die Schalenreste gleich entfernt wurden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »