Ärzte Zeitung, 30.09.2004

Hospital-Schiff sucht in Bremerhaven Unterstützung für Einsatz in Westafrika

Christliche Hilfsorganisation will pro Jahr eine Million arme Menschen versorgen

OP-Schwester Diedre Graham stellt einen der drei Operationsräume auf dem Hospitalschiff "Anastasis" vor. Fotos: dpa

Ohne Passagiere, aber mit einem ungewöhnlichen Auftrag ist das ehemalige Kreuzfahrtschiff "Anastasis" vor wenigen Tagen in Bremerhaven eingetroffen.

Das Hospitalschiff "Anastasis", das Flagschiff der "Mercy-Ships-Flotte", liegt in Bremerhaven vor Anker.

Die Besatzung des Krankenhausschiffes der christlichen Hilfsorganisation "Mercy Ships" will nach Angaben einer Sprecherin bis zum 10. Oktober in der Seestadt um Unterstützung für die Arbeit des schwimmenden Lazaretts werben. Die 1953 gebaute und 159 Meter lange "Anastasis" war zuletzt vor der Küste von Sierra Leone (Westafrika) im Einsatz.

Medizinische Hilfe dorthin zu bringen, wo es sonst kaum ärztliche Versorgung gibt, ist nach Angaben der Sprecherin das Ziel von "Mercy Ships". Etwa acht Monate im Jahr hält sich das schwimmende Krankenhaus vor der Küste hauptsächlich westafrikanischer Staaten auf.

Von Bremerhaven aus will die Hilfsorganisation nun bundesweit auf ihre Arbeit aufmerksam machen. Geplant sind verschiedene Informationsveranstaltungen für Mediziner und Krankenhauspersonal. Parallel dazu soll das Schiff für den nächsten Einsatz in Afrika ausgerüstet werden.

Wie die beiden anderen Einsatzschiffe der Organisation ist die "Anastasis" wie ein komplettes Krankenhaus eingerichtet. An Bord nehmen Ärzte und Krankenpfleger vor allem Augen- und Kieferoperationen sowie orthopädische und gynäkologische Eingriffe vor. Die 350 Besatzungsmitglieder kommen aus über 30 Nationen und arbeiten überwiegend als freiwillige Helfer.

Bei "Mercy Ships" handelt es sich um eine christlich geprägte Hilfsorganisation. Die Organisation wurde 1978 in den USA gegründet und unterhält inzwischen Büros in 15 Ländern. Das Ziel der Organisation ist es eigenen Angaben zufolge, pro Jahr eine Million arme Menschen medizinisch zu versorgen. (dpa)

Weitere Informationen im Internet unter www.mercyships.org

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »