Ärzte Zeitung, 27.05.2005

KOMMENTAR

Infektionsgefahr läßt sich nie ausschließen

Von Thomas Müller

Die Rufe nach besseren Erreger-Tests bei Organspendern wurden schnell laut, nachdem in Deutschland Anfang dieses Jahres drei Menschen an Tollwut erkrankt waren und schließlich auch daran gestorben sind - sie hatten Organe von einer Tollwut-infizierten Frau erhalten.

Sicher sollte man auf so viele gefährliche Erreger wie möglich testen, bevor man ein Organ überträgt. Doch es gibt tausende Viren und Bakterien, die normalerweise harmlos sind, aber für Organempfänger zu einer tödlichen Gefahr werden können, etwa, weil das Abwehrsystem durch Immunsuppressiva unterdrückt werden muß.

Drei Organempfänger, die in den USA an einer normalerweise harmlosen Krankheit gestorben sind, haben dies erneut vor Augen geführt. Auf welche dieser unzähligen Erreger sollte man also testen? Und selbst wenn man in der knappen Zeit zwischen Organentnahme und Transplantation auf möglichst viele Erreger prüft - einige Tests sind nicht sensitiv genug.

Bei dem US-Spender, der drei Menschen mit dem LCM-Virus infizierte, ließ sich das Virus im Blut nicht nachweisen. Was bleibt, ist Patienten über ein Risiko zu informieren, das trotz allem sehr klein ist.

Lesen Sie dazu auch:
Organempfänger in USA starben an Nager-Virus

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