Ärzte Zeitung, 03.06.2005

Täglich sterben drei Patienten, die auf ein Spenderorgan warten

Kardinal Karl Lehmann ruft zu Spendenbereitschaft auf / Tag der Organspende

MAINZ (nsi). Zwölf Organe werden durchschnittlich pro Tag in Deutschland verpflanzt. Zugleich aber sterben drei Patienten auf den Wartelisten. An dieser traurigen Bilanz hat sich seit Jahren kaum etwas geändert.

Zahl der Organspenden in Deutschland stagniert
Organspenden von Hirntoten, Stand Februar 2005
Jährlich werden zwar mehr als 3000 Organe verpflanzt, aber es stehen noch etwa 12 000 Patienten auf den Wartelisten.

Morgen, am Tag der Organspende, laden drei bundesweite Selbsthilfeverbände (Bundesverband Dialysepatienten Deutschlands, Bundesverband der Organtransplantierten, Selbsthilfe Lebertransplantierter Deutschland) zu einer zentralen Veranstaltung in Mainz ein. Kardinal Karl Lehmann wird den Aktionstag mit einem ökumenischen Gottesdienst im Mainzer Dom um 10.00 Uhr beginnen.

"Jeder von uns kann in die Situation kommen, auf ein Organ angewiesen zu sein. Wer bereit ist, anderen Menschen ein Organ zu spenden, handelt ethisch verantwortlich und vorbildlich", sagte Lehmann in einem Interview. Organspende sei ein Zeichen von Solidarität und Nächstenliebe.

Im vergangenen Jahr sind mehr als 3500 Organe von Hirntoten verpflanzt worden, davon 1974 Nieren, 355 Herzen, 779 Lebern, 221 Lungen, 174 Pankrease und 5 Dünndärme. Im selben Zeitraum gab es aber doppelt so viele Neuanmeldungen. Nimmt man die Anmeldungen aus den Vorjahren dazu, stehen zur Zeit etwa 12 000 Patienten auf den Wartelisten.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Bei den Organspenden gehört Deutschland zu den Nehmer-Ländern, und das nun schon viele Jahre

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Zu wenig Transparenz bei Organspende

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »