Ärzte Zeitung, 26.09.2005

Erste Nieren über Kreuz verpflanzt

Erfolgreiche Operationen in Hamburg und Essen / Kritik an Meldeverhalten

SAARBRÜCKEN (eb). An zwei Kliniken in Deutschland sind erstmals Überkreuz-Transplantationen vorgenommen worden. Spender und Empfänger der Nieren seien wohlauf, hieß es auf einem Kongreß für Nephrologie in Saarbrücken.

Aus Mangel an passenden Spender-Organen wird immer mehr versucht, die Verpflanzung zunächst von Nieren und Leberteilen auszuweiten. Eine Möglichkeit bietet die Überkreuz-Lebendspende (Cross-over-Lebendspende): Dabei ist jeweils ein Partner zweier Paare krank und der andere bereit, ein Organ zu spenden, besitzt aber keine kompatible Blutgruppe. Ein solches Paar sucht nun nach einem anderen Paar, das sich in der gleichen Lage befindet.

Wenn sich Spender-Empfänger-Paare bilden lassen, bei denen sich die Blutgruppen vertragen, können Nieren über Kreuz ausgetauscht werden. Jeweils eine solche Cross-over-Transplantation erfolgte jetzt an den Universitätskliniken in Hamburg-Eppendorf und in Essen.

Daß es an Organen für die Transplantation mangelt, liegt nach Angaben der Organisation Eurotransplant mit an einer unzureichenden Zusammenarbeit von Kliniken und Transplantationszentren. Nicht einmal die Hälfte der potentiellen Spender, die auf Intensivstationen sterben, werde gemeldet, so Axel Rahmel von Eurotransplant auf einer Tagung der Transplantationsgesellschaft in Warnemünde.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Cross-over-Lebendspende wird in Deutschland etabliert - fast unbemerkt von der Öffentlichkeit

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