Ärzte Zeitung online, 23.04.2008

US-Ärzte wollen Teenager von Fünf-Kilo-Zungentumor befreien

NEW YORK/MIAMI (dpa). US-amerikanische Ärzte wollen bei einem 15 Jahre alten Mädchen aus Vietnam ein etwa fünf Kilogramm schweres Neurinom der Zunge entfernen. Ohne die Operation würde das Mädchen Lai Thi Dao vermutlich bald ersticken.

"Die Größe von Lais Tumor ist extrem selten", sagte der behandelnde Arzt Dr. Jesus Gomez von der Kinderklinik der Universität Miami (US-Bundesstaat Florida) nach Angaben des Internationalen Kinderfonds IKF vom Dienstag.

Die gutartige Geschwulst begann an der Zunge zu wuchern, als das Mädchen etwa drei Jahre alt war. Inzwischen hat das Neurinom den Angaben zufolge Lais Gesicht völlig deformiert. Es drückt auf die Luftröhre und schränkt das Mädchen auch in seinen Bewegungen massiv ein.

Sie konnte nie eine Schule besuchen, selbst Essen, Trinken und Schlafen fällt ihr schwer. Neurinome bilden sich aus den Zellen, die die Nervenfasern umhüllen. Am häufigsten ist das Akustikus-Neurinom im Ohr. Der Tumor kann jedoch - wie bei Lai - auch an peripheren Nerven entstehen.

Die Operation ist für den 29. April geplant. Sie wird voraussichtlich zehn Stunden dauern. Möglicherweise sind später noch einige kleinere Eingriffe nötig. Weil das Mädchen aus Vietnam kommt und die Behandlung deshalb nicht aus US-Steuergeldern bezahlt werden darf, sammelt der Kinderfonds das Geld für die Operation. Das Krankenhaus hat einen Sozialtarif zugesagt. Der IKF rechnet mit Kosten von 107 000 US-Dollar (67 500 Euro).

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