Ärzte Zeitung, 27.01.2010

Bei symptomloser Karotisstenose geht es ohne Op

Erfolg mit intensiver medikamentöser Therapie

LONDON (ob). Bei symptomatischer Karotisstenose ist der Nutzen einer Operation anerkannt, bei asymptomatischer Stenose dagegen strittig. Nach neuen Studiendaten ist bei dieser Diagnose eine intensive medikamentöse Therapie für die meisten Patienten allein ausreichend.

Es ist kein Parallelvergleich, sondern eine Vorher/Nachher-Analyse: Kanadische Mediziner um Dr. David Spence aus London/Ontario haben in ihrer Studie klinische Daten von 468 Patienten verglichen, die in der Zeit vor und nach 2003 mit asymptomatischer Karotisstenose in die Klinik kamen (Arch Neurol online). Mit Beginn des Jahres 2003 ist die medikamentöse Behandlung dieser Patienten deutlich intensiviert worden mit dem Ziel, eine Regression von Karotisplaques herbeizuführen. Alle Register der medikamentösen Therapie (Lipid- und Blutdrucksenkung, Plättchenhemmung, Antidiabetika) wurden gezogen.

Vor Umstellung auf die intensivere Behandlungsstrategie konnten die Untersucher noch bei 12,6 Prozent aller Patienten mit transkranieller Dopplersonografie zerebrale Mikroembolien nachweisen, die ein hohes Schlaganfallrisiko signalisieren und nach Einschätzung der Autoren eine Karotisendarteriektomie rechtfertigen. Nach Intensivierung der Therapie sank der Anteil auf nur noch 3,7 Prozent. Die Rate kardiovaskulärer Ereignisse fiel von zuvor 17,9 auf 5,6 Prozent. Zudem verlangsamte sich das Karotisplaque-Wachstum signifikant.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Adiopositas-Op nötig, aber Kasse will nicht zahlen

Wenn der Antrag eines Adipositas-Patienten auf eine bariatrische Operation abgelehnt wird, bringt das Ärzte in eine schwierige Situation. Denn oft verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen. mehr »

9 wichtige Forderungen, Analysen, Informationen

Fleißige Delegierte: In Freiburg wurde wieder eine große Palette an Themen abgearbeitet. mehr »

Immer mehr Nichtraucher erkranken an Lungenkrebs

In US-Kliniken tauchen immer häufiger Nichtraucher mit Lungenkrebs auf, vor allem Frauen sind betroffen. Das könnte am Passivrauchen liegen. mehr »