Donnerstag, 9. Februar 2012
Ärzte Zeitung online, 10.03.2010

Nierenspende ist langfristig sicher

BALTIMORE (ob). Wer einem anderen Menschen eine Niere spendet, hat deswegen offenbar keine späteren Gesundheitsrisiken zu befürchten. Auf lange Sicht entspricht das Mortalitätsrisiko von Spendern dem von Nicht-Spendern.

Nierenspende ist langfristig sicher

Nierenspender haben kein höheres Mortalitätsrisiko als Nicht-Spender. © Destinyvp / fotolia.com

Diesen Schluss ziehen US-Forscher aus Ergebnissen der bislang umfangreichsten Studie zur Frage möglicher Langzeitrisiken von Lebendnierenspenden (JAMA 303, 2010, 959). In dieser Studie hat ein Team von der John Hopkins University in Baltimore Daten von 80 347 Personen analysiert, denen als Spender zwischen 1994 und 2009 in den USA eine Niere entnommen worden war. Die Beobachtung erstreckte sich über einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren (im Median 6,3 Jahre). Als Vergleichsgruppe dienten 9364 ausgewählte Teilnehmer einer epidemiologischen Langzeitstudie (NHANES III), die in ihren gesundheitlichen und soziodemografischen Merkmalen den Spendern möglichst ähnlich sein sollten.

In den ersten 90 Tagen nach der Organentnahme war das perioperative Sterberisiko von Spendern im Vergleich zu Kontrollen zwar signifikant höher, insgesamt aber sehr niedrig (3,1 versus 0,4 pro 10 000 Fälle). Ein erhöhtes perioperatives Risiko stellten die Untersucher etwa bei Männern sowie bei Personen mit bestehender Hypertonie fest.

Nach einem Jahr erwies sich der Unterschied bei der Mortalität zwischen Spendern und Nicht-Spendern aber schon als nicht mehr signifikant (6,5 versus 4,6 pro 10 000 Fälle). Und auch auf lange Sicht war das Sterberisiko von Spendern nicht höher oder sogar niedriger als das von Nicht-Spendern. So lagen die Mortalitätsraten nach fünf Jahren bei 0,4 Prozent (Spender) versus 0,9 Prozent (Nicht-Spender) und nach zwölf Jahren bei 1,5 versus 2.9 Prozent. Das Alter der Spender bei Organentnahme schien ohne Bedeutung für das langfristige Überleben zu sein.

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