Ärzte Zeitung, 12.10.2011

Kommentar

Haut-Screening: Prüfung bestanden

Von Anno Fricke

In weniger als zwei Jahren steht das gesetzliche Hautkrebs-Screening in Deutschland auf dem Prüfstand. Dann muss es nachweisen, dass es den gesetzlich Versicherten etwas nützt, die Anspruch darauf haben. Das sind etwa 44 Millionen Menschen über 35 Jahre.

Nachgewiesenermaßen haben bereits rund 30 Prozent von ihnen ihre Haut unter die Lupe des geschulten Hausarztes oder des Dermatologen nehmen lassen, möglicherweise sogar bereits die Hälfte.

Ob das Screening effektiv ist, ist umstritten. Gab es statistisch 1980 noch 2,5 Hautkrebstote auf 100.000 Einwohner, sind es heute weniger als einer. Genau daran entzündet sich die Kritik der Screening-Skeptiker. Mehr Menschen ließen sich also gar nicht retten, sagen sie.

Das ist zu kurz gedacht. Neue Daten belegen, dass Hautkrebs in alternden Gesellschaften exponentiell zunimmt. Schon heute lassen sich Millionen Euro an Versorgungskosten sparen, weil viele Hautkrebserkrankungen so früh erkannt werden, dass sie noch vergleichsweise billig bekämpft werden können.

Das spricht dafür, das Screening zur Dauereinrichtung werden zu lassen. Und es spricht auch dafür, den gesetzlichen Anspruch auf jüngere Menschen sogar auszuweiten.

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Heller Hautkrebs - die stark unterschätzte Gefahr

[12.10.2011, 14:37:23]
Dr. Michael D. Lütgemeier 
Gesetzlicher Anspruch ?
Zur Zeit bekommen die Patienten nicht mal ihre notwendigen Herztabletten als Originalpräparat. UNd wer "Pilz" hat muß seine Cremes und Salben selbst kaufen. Wenn KRANKHEITEN noicht mehr zu Lasten der GKV behandelt werden können/sollen, dann ist das Haut-Screening bei seinem finanziellen Aufwand und dem vgl.geringen Nutzen schlicht VERSICHERUNGSFREMD !
Die Menschen könnten diese Vorsorge sicher gut aus eigener Tasche bezahlen! Dafür ist das Geld nämlich vorhanden. 48 Eur versus TÜV-Gebühr von mittlerweile um 100 Euro. Und die GKV sollte sich auf ihren Gründungszweck berufen fühlen. Für mich ist das alles nur noch krank und grotesk, die Menschen in qualitativ-fragwürdige Programme hineinzuziehen und das Ganze in die GKV zu verlagern damit diejenigen (weil "umsonst") auch kommen. Wer ein echtes Interesse an seiner Gesundheit und nicht nur an lifestyle und dicken Autos hat, der wird schon selbstverantwortlich genug sein, aber DAS ist es wohl in der Intention, alle die in die GKV-Kostenübernahme zu holen, die nicht selbst für sich sorgen können oder wollen. Das Ganze ist dann aber keine Solidargemeinschaft mehr.  zum Beitrag »

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