Ärzte Zeitung, 20.02.2004

Hoffnung auf erhöhte Geburtenrate bei IVF

Großstudie soll Polkörperdiagnostik bei künstlicher Befruchtung evaluieren

BERLIN (gvg). Um die Erfolgschancen der In-vitro-Fertilisation (IVF) zu erhöhen, wird zunehmend die Polkörperdiagnostik (PKD) als Alternative zur hierzulande verbotenen Präimplantationsdiagnostik diskutiert. Eine Multizenterstudie soll jetzt klären, ob es dadurch wirklich zu der erhofften Erhöhung der Geburtenrate kommt.

Bei der PKD werden nicht die Embryonalzellen selbst, sondern die beiden Polkörperchen untersucht, die die Eizelle unmittelbar nach der Befruchtung abschnürt. Sie enthalten ausschließlich mütterliches Erbgut. Läßt man befruchtete Eizellen mit einer auffälligen Chromosomenverteilung in den Polkörperchen nicht zur Implantation zu, dann sollte sich die Fehlgeburtenrate verringern lassen, so die Theorie.

"Erste klinische Erfahrungen sagen uns, daß die Theorie stimmt", sagte der Reproduktionsspezialist Professor Hans van der Ven von der Universität Bonn in einer Sachverständigenanhörung des Nationalen Ethikrats in Berlin. Eine randomisierte Studie dazu gebe es aber noch nicht.

Deswegen soll jetzt an acht reproduktionsmedizinischen Zentren in Deutschland unter Beteiligung von 1100 Paaren untersucht werden, ob sich ein PKD-Screening nach Abnormalitäten bei der Verteilung der Chromosomen 13, 16, 18, 21 und 22 günstig auf die Erfolgschancen einer IVF auswirkt. Der Antrag liege derzeit bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft, so van der Ven.

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