Ärzte Zeitung, 02.04.2004

Zertifizierung steht für seriöses Anti-Aging

Anti-Aging ist kein geschützter Begriff / Prävention altersassoziierter Krankheiten

MÜNCHEN (wst). Die Menschen werden immer älter und wollen dabei möglichst lange gesund bleiben und jung aussehen - ein Fall für die steigende Zahl von Anti-Aging-Ärzten. Um zu verhindern, daß Patienten an fragwürdige Ärzte geraten, fordern Spezialisten, die zertifizierte Zusatzausbildung zu etablieren.

Bislang ist Anti-Aging kein geschützter Begriff und jeder, der ein paar Vitaminpillen vertreibt, kann sich als Spezialist auf diesem Gebiet bezeichnen, so der Gynäkologe Dr. Bernd Kleine-Gunk aus Fürth auf einer Pressekonferenz zu einer Anti-Aging-Fortbildung in München.

Um die Spreu vom Weizen zu trennen und sich von fragwürdigen Anti-Aging-Anbietern abzuheben, forderte Kleine-Gunk, den zertifizierten Ausbildungsgang zu etablieren, der exklusiv zur Zusatzbezeichnung Arzt für Anti-Aging berechtigt.

Was aber kann und sollte eine seriöse Anti-Aging-Medizin leisten? Nach Meinung von Kleine-Gunk sollte sie primär die Prävention altersassoziierter Erkrankungen beinhalten. Da die Voraussetzungen für ein gesundes Altern bereits in jüngeren Jahren gelegt werden müssen, beschränkt sich Anti-Aging-Medizin damit keinesfalls auf ältere Menschen.

Seine Patienten zu einem individuell angemessenen gesundheitsförderlichen Lebensstil zu motivieren, sollte für den seriösen Anti-Aging-Mediziner einen mindestens ebenso hohen Stellenwert haben wie die Behebung von Alterserscheinungen, die die Leibensqualität einschränken.

Mit Blick auf die inzwischen zunehmend in Kritik geratene längerfristige Hormonersatztherapie von Frauen in und nach den Wechseljahren warnten Kleine-Gunk und der Gastgeber der Veranstaltung, Professor Hans Wolff von der Dermatologischen Uniklinik München, vor einer unkritischen Hormonsubstitution.

Wenngleich zugeführte Geschlechts- und Wachstumshormone durchaus verjüngende Effekte für Frauen und Männer haben können, sollte auch ihre zugelassene Verwendung immer nur nach einer strengen, individuellen Risiken-Nutzen-Analyse erfolgen, so die Mediziner.

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