Ärzte Zeitung, 04.06.2004

Frühgeburten trotz Cerclage

LONDON (ddp). Eine häufig angewendete Operation zur Vorbeugung von Frühgeburten ist offenbar weniger effektiv als vermutet. Das legt eine britische Studie nahe.

Eine so genannte Cerclage oder Shirodkar-Op, bei der die Zervix zugenäht wird, senkt das Risiko für eine Frühgeburt nur geringfügig. Das berichten Forscher vom Kings College Hospital in London in "The Lancet" (363, 2004, 1849).

Je kürzer der Gebärmutterhals einer Frau ist, desto größer ist ihr Risiko für eine Frühgeburt. Die Mediziner hatten bei mehr als 250 Frauen mit sehr kurzem Gebärmutterhals untersucht, ob der seit mehr als 50 Jahren gängige Eingriff einer frühzeitigen Entbindung entgegenwirkt. 22 Prozent der Frauen mit Op hatten eine Frühgeburt sowie 26 Prozent der Frauen ohne diesen Eingriff.

Topics
Schlagworte
Gynäkologie (5410)
Organisationen
Lancet (1162)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »