Ärzte Zeitung, 30.08.2004

BUCHTIP

Medikamente und Schadstoffe in Gravidität und Stillzeit

Was ist, wenn eine Frau, die sich gerade in medikamentöser Behandlung befindet, feststellt, daß sie schwanger ist? Und was ist mit Frauen, die wegen chronischer Krankheiten wie Epilepsie, Hypertonie oder Asthma dauernd Medikamente benötigen?

Frauen und ihre betreuenden Ärzte stehen aufgrund mangelnder Informationen oft vor der Frage, ob eine Schwangerschaft wegen möglicher teratogener Schäden, etwa durch Medikamente, abgebrochen werden sollte oder ob eine Patientin auf eigene Kinder verzichten muß.

Aus diesem Grund haben Dr. Wolfgang Paulus vom Institut für Reproduktionstoxikologie am Krankenhaus St. Elisabeth in Ravensburg und Professor Christian Lauritzen vom Christian-Lauritzen-Forschungsinstitut in Ulm "Medikamente und Schadstoffe in der Schwangerschaft und Stillzeit" im Spitta-Verlag herausgegeben.

Das Besondere des als Lose-Blatt-Sammlung angelegten Werkes: Nicht nur Daten aus der Literatur, sondern auch mehr als 30 000 Anfragen von überwiegend niedergelassenen Kollegen, die um eine Risikoabschätzung nach Medikamenten oder Toxinexposition Schwangerer baten, sind die Grundlage. Auch Beratungen zu möglichst risikoarmer Therapie waren gefragt. Viele anfragende Kollegen haben auch Rückmeldung etwa zu Schwangerschaftsverlauf und Gesundheit der geborenen Kinder gegeben, so daß sich die Autoren auf eine große Datenbasis stützen können.

In dem stabilen Ringbuch sind zu fast allen Substanzgruppen das aus der Literatur bekannte potentielle Risiko, die kritische Zeit, die mögliche Art der Schädigung sowie die eigenen Beobachtungen der Autoren angegeben. Je ein eigenes Kapitel gibt ausführliche Infos zu Therapie-Empfehlungen in der Schwangerschaft und Stillzeit. Außerdem gibt es Adressen und Telefonnummern teratologischer Beratungsstellen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Die Autoren wenden sich nicht nur an Gynäkologen, sondern ausdrücklich auch an Hausärzte. Das Buch, das sicher viele Ängste abbauen und Schwangerschaftsabrüche vermeiden helfen kann, sollte in keiner Praxis fehlen. (gwa)

Wolfgang Paulus, Christian Lauritzen (Hrsg.): Medikamente und Schadstoffe in Schwangerschaft und Stillzeit. Spitta Verlag 2003, Lose-Blatt-Werk, 610 Seiten inklusive CD-ROM, 108 Euro zuzüglich Versandkosten. ISBN 3-934211-39-9

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Das war der Ärztetag 2017 in Bildern

Das war er nun, der 120 Ärztetag in Freiburg. Unsere Bildergalerie zeigt die schönsten, spannendsten Momente des viertägigen Kongresses. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »