Ärzte Zeitung, 30.06.2004

Bald Standards zur Therapie bei Unfruchtbarkeit

BERLIN (gvg). Ein unabhängiges Gremium von Reproduktionsmedizinern soll in den nächsten Monaten globale Standards für das Vorgehen bei der assistierten Reproduktion entwickeln. Die Standards sollen Betroffenen helfen, die Qualität einer Einrichtung besser abschätzen zu können.

Das Gremium, in dem Reproduktionsmediziner aus aller Welt mitarbeiten, trägt den Namen GIFT (Global Infertility Taskforce). Es handelt sich um eine Initiative des ESHRE Patient Leader Forum, ein Patientengremium der Europäischen Gesellschaft für menschliche Reproduktion und Embryologie.

Ziel sei ein internationaler Konsens über die Anwendung reproduktionsmedizinischer Verfahren, sagte Projektkoordinatorin Sandra Dill auf dem ESHRE-Kongreß in Berlin. So sollen Richtwerte erarbeitet werden, wie oft bestimmte Verfahren, etwa die Behandlung mit Gonadotropinen, angewandt werden sollten. Auch die Erfolgschancen der reproduktionsmedizinischen Techniken sollen transparenter gemacht werden. Die erste Fassung des Konsenspapiers soll bis Ende des Jahres vorliegen.

Die WHO schätzt, daß weltweit 90 Millionen Paare ungewollt kinderlos sind. "Etwa 94 Prozent dieser Paare werden nie behandelt", so Dill, die sich dabei auf eine Metaanalyse und mehrere Befragungen stützt, die aus Anlaß des Weltfruchtbarkeitsmonats (Juni 2004) an der kanadischen McMasters-Universität gemacht worden sind.

Topics
Schlagworte
Gynäkologie (5511)
Berlin / ESHRE (8)
Organisationen
WHO (3034)
Krankheiten
Infertilität (417)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Eine "mission impossible" für Diabetiker?

Kein Zweifel: Eine gute Blutzuckereinstellung plus Korrektur der übrigen Risikofaktoren lohnt sich. Um das zu erreichen, gilt es für Diabetiker zwei Hürden zu überwinden. mehr »

EU-Ärzte sollen bleiben dürfen

Theresa May hat ein Bleiberecht für EU-Bürger nach dem Brexit angekündigt. Betroffene Ärzte nehmen das jedoch mit gemischten Gefühlen auf. mehr »

Pfleger lernen als "Robo Cop", wie sich Altern anfühlt

In einem Modellprojekt sollen junge Menschen mit Förderbedarf für die Altenpflege gewonnen werden: Sie erleben im Simulationsanzug das Altern am eigenen Leib und üben die Pflege an lebensgroßen Puppen. mehr »