Ärzte Zeitung, 02.02.2005

Teenager-Mütter - Sozialethiker fordert mehr Sexualbildung

Wegen der steigenden Zahl minderjähriger Mütter hat der Marburger Sozialethiker Siegfried Keil eine umfassende Bildung in Sexual- und Beziehungsfragen in den Schulen gefordert.

"Es reicht nicht, wenn einmal pro Jahrgang ein Sexualpädagoge im Biologieunterricht das Thema behandelt", sagte Keil, der auch dem Beirat des Bundesfamilienministeriums angehört. Er plädiere daher für eine fächerübergreifende sexuelle Aufklärung.

Nach Feststellung des Experten hat die Krise auf dem Arbeits- und Lehrstellenmarkt zu einem Anstieg der Schwangerschaften bei Minderjährigen geführt. "Für viele Frauen ist eine Schwangerschaft eine Alternative zur drohenden Arbeitslosigkeit", sagte Keil. Eine Intimbeziehung sei zudem für viele Frauen der letzte Hort der Geborgenheit. Auch sei eine Schwangerschaft für viele junge Frauen ein Schritt in Richtung Emanzipation.

Um junge Mütter bei der Schul- und Berufsausbildung stärker zu unterstützen, forderte Keil auch eine bessere Tagesbetreuung der Kinder. Er regt darüber hinaus an, Unternehmen die Förderung durch öffentliche Mittel zu streichen, falls sie jungen Müttern Ausbildungsplätze verweigerten.

Andererseits könnte man an vorbildliche Unternehmen das Prädikat "familienfreundlicher Betrieb" vergeben. Auch in das Berufsbildungsgesetz müsse mehr Bewegung kommen, forderte Keil. So sollte für Teenagermütter eine Ausbildung in Teilzeit möglich sein. (ddp)

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